Diese Masterarbeit vergleicht hormonelle und natürliche Verhütungsmethoden miteinander und prüft, ob die Verhütungsmethode einen Einfluss auf die Herzfrequenzvariabilität (HRV) und das subjektive Anstrengungsempfinden von Amateurläuferinnen zeigt. Es handelt sich dabei um eine quantitative Untersuchung, bei der Mehrebenenmodelle zur Auswertung verwendet wurden.
Nach der Einleitung folgen im zweiten Kapitel die theoretischen Grundlagen. Zunächst werden Herzfrequenzvariabilität, das autonome Nervensystem sowie Messparameter und -methoden als auch relevante Einflussfaktoren systematisch eingeführt. Daran schließen die phasenabhängigen hormonellen Veränderungen des Menstruationszyklus mit deren möglichen Auswirkungen an. Abschließend werden natürliche und hormonelle Empfängnisverhütungsmethoden sowie die Leistungsfähigkeit im Zyklusverlauf beschrieben. Darauf aufbauend präzisiert Kapitel drei die zentrale Forschungsfrage und leitet die Hypothesen ab. Das vierte Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen im Detail. Im fünften Kapitel werden die Ergebnisse sowohl deskriptiv als auch inferenzstatistisch berichtet. Kapitel sechs widmet sich der Diskussion. Die Befunde werden in den Forschungsstand eingeordnet, theoretisch interpretiert und hinsichtlich ihrer methodischen Voraussetzungen reflektiert. Daraus leiten sich Implikationen und Grenzen der Untersuchung ab. Den Abschluss bildet Kapitel sieben mit dem Fazit und Ausblick. Verzeichnisse und Anhang schließen das Dokument.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Vorstellung des Themas und Problemstellung
1.2 Methodik
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Fundierung
2.1 Herzfrequenzvariabilität
2.1.1 Begriffsdefinition und Relevanz der HRV
2.1.2 Autonomes Nervensystem
2.1.3 Parameter der HRV
2.1.4 Messmethoden
2.1.5 Einflussfaktoren
2.2 Der weibliche Menstruationszyklus
2.2.1 Begriffserklärung und Grundlagen
2.2.2 Menstruationsphase und Follikelphase
2.2.3 Ovulationsphase
2.2.4 Lutealphase
2.2.5 Auswirkungen des Menstruationszyklus auf das Wohlbefinden
2.2.6 Auswirkungen der Zyklusphasen auf die HRV
2.3 Empfängnisverhütungsmethoden für Frauen
2.3.1 Natürliche Empfängnisverhütung
2.3.2 Methoden der natürlichen Empfängnisverhütung
2.3.3 Hormonelle Empfängnisverhütung
2.3.4 Wirkungsweise hormoneller Kontrazeptiva
2.3.5 Methoden der hormonellen Empfängnisverhütung
2.3.6 Auswirkungen hormoneller Kontrazeptiva auf den Körper
2.3.7 Auswirkungen hormoneller Kontrazeptiva auf die HRV
2.4 Leistungsfähigkeit im Zyklusverlauf
2.4.1 Auswirkungen von Ausdauertraining auf die HRV
2.4.2 Leistungsfähigkeit innerhalb der Zyklusphasen
2.4.3 Auswirkungen hormoneller Kontrazeptiva auf die Leistungsfähigkeit
3 Fragestellung und Hypothesen
4 Methodik
4.1 Forschungsdesign
4.2 Gütekriterien
4.3 Stichprobenbeschreibung
4.4 Datenerhebung
4.5 RPE-Skala nach Gunnar Borg
4.6 Datenauswertung
5 Ergebnisse
5.1 Deskriptive Analyse der Daten
5.1.1 Personenbezogene Daten
5.1.2 Auswertung der Skalenwerte nach Verhütungsmethode
5.2 Inferenzstatistische Analyse der Daten
5.2.1 Normalverteilung und Varianzhomogenität
5.2.2 Hypothese 1: Unterschiede in der mittleren HRV
5.2.3 Hypothese 2: Unterschiede im subjektiven Anstrengungsempfinden
5.2.4 Hypothese 3: Stabilität der HRV über den Zyklusverlauf
5.2.5 Hypothese 4: Zyklusabhängige Schwankungen im subjektiven Anstrengungsempfinden
5.2.6 Zusammenhang zwischen HRV und Stresslevel
6 Diskussion
6.1 Kritische Reflexion und Limitationen der Ergebnisse
6.1.1 Normwerte als Referenzrahmen und Grenzen der Vergleichbarkeit
6.1.2 Einfluss der Verhütungsmethode auf die HRV
6.1.3 Einfluss der Verhütungsmethode auf das subjektive Anstrengungsempfinden
6.1.4 Stabilität der HRV über den Zyklusverlauf
6.1.5 Zyklusabhängige Schwankungen im subjektiven Anstrengungsempfinden
6.1.6 Zusammenhang zwischen HRV und Stresslevel
6.2 Diskussion der Methodik
7 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, ob die Verhütungsmethode einen Einfluss auf die Herzfrequenzvariabilität (HRV) und das subjektive Anstrengungsempfinden von Amateur-Läuferinnen hat. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Beeinflusst die Verhütungsmethode die Herzfrequenzvariabilität und das subjektive Anstrengungsempfinden von Amateurläuferinnen?“
- Vergleich zwischen natürlicher und hormoneller Verhütung bei Sportlerinnen
- Analyse der Herzfrequenzvariabilität (HRV) als Indikator autonomer Regulation
- Erfassung des subjektiven Anstrengungsempfindens während des Lauftrainings
- Untersuchung zyklusabhängiger Schwankungen unter verschiedenen Verhütungsbedingungen
- Reflexion der sportpraktischen Relevanz für eine zyklusbasierte Trainingsplanung
Auszug aus dem Buch
1.1 Vorstellung des Themas und Problemstellung
Weltweit menstruieren Schätzungen zufolge rund 1,9 Milliarden Mädchen und Frauen monatlich (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, 2022). Entlang der Phasen des Menstruationszyklus verändern sich die Hormonkonzentrationen zyklisch, was Auswirkungen auf den Körper und die Leistungsfähigkeit haben kann (Bruinvels et al., 2022; Faller & Schünke, 2024). Gleichzeitig gewinnt in diesem Zusammenhang die Verhütung, auch vor dem Hintergrund zunehmender Emanzipation und der aktuellen Debatte um Gleichberechtigung, eine immer größere Bedeutung im Alltag von Frauen. Neben natürlichen Methoden stehen heute verschiedene hormonelle Kontrazeptiva zur Verfügung. Viele Frauen greifen nach wie vor auf die Pille zurück, doch aufgrund von Nebenwirkungen und weiteren Beweggründen rücken natürliche Verhütungsmethoden wieder stärker in den Fokus (BZgA, 2023). Die Zyklusgesundheit von Frauen ist bislang nicht umfassend erforscht. Die empirische Grundlage bleibt lückenhaft und Forschungen im sportwissenschaftlichen Bereich sind zudem stark an männlichen Stichproben orientiert. Empfehlungen für Frauen werden daher häufig aus Studien mit männlichen Probanden abgeleitet, ein Umstand, der auch unter dem Begriff Gender Data Gap diskutiert wird (Cowley et al., 2021; Elliott-Sale, 2021). Eine Übertragbarkeit auf Frauen mit hormonellen Schwankungen und anderen physiologischen Voraussetzungen ist somit kaum möglich, insbesondere im sportlichen Kontext (Elliott-Sale, 2021). Die Schließung dieser Forschungslücke sollte daher prioritär verfolgt werden. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Untersuchung von Veränderungen der körperlichen Leistungsfähigkeit und des subjektiven Anstrengungsempfindens sportlich aktiver Frauen, insbesondere von Amateursportlerinnen, an Bedeutung. Da aktuelle Studien primär Athletinnen und Spitzensportlerinnen in den Blick nehmen, rückt diese Arbeit die breite Masse von Amateursportlerinnen in den Fokus.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Zyklusgesundheit und Verhütung bei Sportlerinnen ein, definiert die Forschungsfrage und erläutert das methodische Vorgehen sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Theoretische Fundierung: Dieser Teil legt die wissenschaftlichen Grundlagen dar, insbesondere zur Herzfrequenzvariabilität (HRV), den physiologischen Abläufen des weiblichen Menstruationszyklus sowie den verschiedenen Methoden der Empfängnisverhütung.
3 Fragestellung und Hypothesen: Hier wird basierend auf dem Forschungsstand die zentrale Forschungsfrage präzisiert und die vier zu prüfenden Hypothesen zur HRV und zum subjektiven Anstrengungsempfinden aufgestellt.
4 Methodik: Dieses Kapitel beschreibt das quantitative Forschungsdesign, die Kriterien der Stichprobenauswahl, die Datenerhebung mittels Smartwatches und Fragebögen sowie die statistischen Analyseverfahren.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse der deskriptiven und inferenzstatistischen Datenauswertung werden präsentiert, wobei die Auswirkungen verschiedener Verhütungsmethoden auf die HRV und das Anstrengungsempfinden beleuchtet werden.
6 Diskussion: Die Befunde werden kritisch reflektiert, in den bestehenden Forschungsstand eingeordnet und hinsichtlich methodischer Limitationen bewertet, um Ansätze für zukünftige Forschung abzuleiten.
7 Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Masterarbeit zusammen und diskutiert die Bedeutung für die sportwissenschaftliche Praxis sowie zukünftige Forschungsnotwendigkeiten.
Schlüsselwörter
Herzfrequenzvariabilität, HRV, Menstruationszyklus, hormonelle Kontrazeptiva, natürliche Verhütung, Amateursportlerinnen, sportliche Leistungsfähigkeit, subjektives Anstrengungsempfinden, autonomes Nervensystem, Zyklusverlauf, Sportwissenschaft, Trainingsteuerung, Gender Data Gap, RPE-Skala, Mehrbenenanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Verhütungsmethoden auf physiologische und subjektive Belastungsparameter bei sportlich aktiven Frauen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die Herzfrequenzvariabilität (HRV), der weibliche Menstruationszyklus, verschiedene Verhütungsmethoden und deren Auswirkung auf das subjektive Anstrengungsempfinden während des Sports.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu klären, ob es Unterschiede in der HRV und im subjektiven Anstrengungsempfinden zwischen Frauen mit hormoneller und natürlicher Verhütung gibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde ein quantitatives, korrelatives Längsschnittdesign unter feldnahen Bedingungen gewählt, bei dem Daten über einen kompletten Menstruationszyklus mittels Smartwatches und Fragebögen erhoben wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Ableitung von Hypothesen, das methodische Vorgehen, die Ergebnisanalyse sowie eine ausführliche Diskussion der Befunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Herzfrequenzvariabilität (HRV), Menstruationszyklus, hormonelle Kontrazeptiva, Amateursportlerinnen und subjektives Anstrengungsempfinden.
Warum spielt die Wahl der Verhütungsmethode für Sportlerinnen eine Rolle?
Hormonelle Schwankungen beeinflussen physiologische Prozesse und das Wohlbefinden, was direkte Auswirkungen auf die Trainingssteuerung und die wahrgenommene Belastung im Sport haben kann.
Inwiefern beeinflussen Smartwatches die Datenerhebung?
Smartwatches ermöglichen eine alltagsnahe, kontinuierliche Erhebung der HRV, allerdings unterscheiden sich die herstellerspezifischen Algorithmen (z.B. Apple Watch vs. Garmin), was bei der Interpretation der Daten berücksichtigt werden muss.
Welche Rolle spielt die RPE-Skala in der Studie?
Die modifizierte RPE-Skala nach Gunnar Borg dient der quantitativen Erfassung des subjektiven Anstrengungsempfindens der Sportlerinnen nach jeder Trainingseinheit.
Gab es signifikante Unterschiede zwischen den Verhütungsgruppen?
Die inferenzstatistische Analyse konnte für die aufgestellten Hypothesen keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen feststellen, jedoch zeigten sich bestimmte Trends in den Verläufen.
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- Katharina Braun (Author), 2025, Eine vergleichende Analyse hormoneller und natürlicher Verhütungsmethoden anhand der Herzfrequenzvariabilität und des subjektiven Anstrengungsempfindens bei Amateurläuferinnen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1618435