Gesunde, motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter sind sowohl in sozialer wie ökonomischer
Hinsicht Voraussetzung für den Erfolg eines Unternehmens. Unternehmen, die
die Gesundheit an ihren Arbeitsplätzen fördern, senken damit krankheitsbedingte Kosten
und steigern ihre Produktivität. Ergebnis dieser Bemühungen ist eine gesündere
Belegschaft mit höherer Motivation, guter Arbeitsmoral und einem besseren Arbeitsklima.
(www.sozialnetz-hessen.de/ergo-online/Ges-Vorsorge/luxdec.htm)
Das Humankapital gewinnt sowohl betriebswirtschaftlich als auch volkswirtschaftlich betrachtet
an Bedeutung für die künftige Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Die
demographische Entwicklung führt in manchen Bereichen bereits heute dazu, dass qualifiziertes
Personal knapp wird. Die Veränderung der Altersstruktur der Bevölkerung hat
einerseits einen höheren Anteil älterer Arbeitnehmer an der erwerbstätigen Bevölkerung
zur Folge, andererseits erfordert sie längere Lebensarbeitszeiten, um den Generationenvertrag
weiter zu sichern. Ergebnis ist, dass die Gruppe der älteren Arbeitnehmer
relativ gesehen zunimmt. Daran werden auch die prognostizierten Wanderbewegungen
aus Süd- und Osteuropa nichts ändern. Diese Gruppen sind in der Regel nicht ausreichend
qualifiziert; ihr effizienter Einsatz benötigt eine sehr lange Vorlaufzeit. (Brinkmann,
1993)
Aufgrund dieser Faktoren ist eine Neubewertung des Humankapitals erforderlich: Das
für Produktion und Dienstleistung notwendige Wissen ist an Menschen gebunden, die
möglichst lange gesund bleiben müssen, damit dieses Wissen genutzt werden kann.
(Flynn, 10/1999)
Betriebliche Fehlzeiten von Arbeitnehmern verursachen für die Unternehmen Kosten
und Probleme. Direkte Kosten der Fehlzeiten sind Aufwendungen wie Entgeltfortzahlung
oder Krankengeldzuschuss, die aufgrund gesetzlicher oder tarifvertraglicher Bestimmungen
trotz nicht erbrachter Arbeitsleistung des Arbeitnehmers vom Betrieb erbracht werden
müssen. Unter indirekten Kosten werden all jene Kosten verstanden, die durch das
Fernbleiben des Arbeitnehmers zusätzlich für den Betrieb entstehen, verursacht durch
unbesetzte Arbeitsplätze und nicht ausgelastete Maschinen (Leerkosten), Einrichtung
notwendiger Personalpuffer oder Bezahlung von Überstunden, zusätzliche Einarbeitung
neuer Mitarbeiter etc. (Personalkosten).
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Problembetrachtung/Problemaufriss
2. Entwicklung der Fragestellung
3. Thema und Zielsetzung des Projektes
a. Thema
b. Ziel des Projektes
4. Gesundheitspolitische Relevanz des Projektes
5. Stand der Forschung und Entwicklung in der Praxis
6. Einschätzung der Realisierbarkeit und Strategien zur Akzeptanz-Sicherung
a. Einschätzung der Realisierbarkeit
b. Strategien zur Akzeptanzsicherung
c. Einbindung in bestehende Strukturen
7. Durchführung
a. Vorstudie
b. Planungsphase
c. Durchführungsphase
d. Evaluation, Bilanzierung und Abschluss
8. Finanz- und Zeitplanung
a. Zeitplanung
b. Finanzplanung
9. Erwartbare Ergebnisse
10. Übertragbarkeit
a. Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Standorte der B-Brauerei
b. Übertragbarkeit auf andere Unternehmen dieses Wirtschaftssektors
c. Übertragbarkeit auf Unternehmen außerhalb dieses Wirtschaftssektors
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten der Implementierung einer Koordinatorenstelle in mittelständischen Betrieben, um die Wiedereingliederung langzeitkranker Mitarbeiter zu verbessern, Fehlzeiten zu senken und die Motivation innerhalb der Belegschaft zu steigern.
- Analyse der wirtschaftlichen Bedeutung von Humankapital und Fehlzeiten.
- Entwicklung eines betrieblichen Konzeptes für ein Koordinations- und Fallmanagement.
- Strategien zur Akzeptanzsicherung bei Führungskräften, Mitarbeitern und Betriebsrat.
- Kosten-Nutzen-Betrachtung der Maßnahmen zur Wiedereingliederung.
- Untersuchung der Übertragbarkeit des Modells auf andere Unternehmensstrukturen.
Auszug aus dem Buch
Einschätzung der Realisierbarkeit
Die Realisierbarkeit des Projektes soll anhand des folgenden Beispiels erläutert werden: Die drei Geschäftsführer der B- Brauerei sind bestens mit der Wettbewerbssituation, der engen Personaldecke und den täglichen Widrigkeiten des Arbeisalltags vertraut. Die Geschäftsleitung hat ihre positive Einstellung zu Veränderungen, auch mittels Projekten, signalisiert, wenn folgende Primär-Ziele aus Unternehmenssicht berücksichtigt werden:
• strikte Zielorientierung der Projektarbeit
• sinnvolle positive Relation zwischen Aufwand und Ertrag
• Messbarkeit der Ergebnisse
• steigende Motivation der Mitarbeiter
• Wahrung des Betriebsfriedens.
(Slesnia / Beuels / Sochert, 1998)
Mögliche Widerstände bei der Einführung des betrieblichen Gesundheitsmanagements:
• Reibungsverluste durch die vielfältigen Schnittstellen mit den Sozialversicherungsträgern
• fehlendes Problembewusstsein durch das geringe allgemeine Interesse an einer solchen Maßnahme
• Misstrauen der Beschäftigten und/oder Angst vor Missbrauch persönlicher Daten
• Unterschätzen der langfristigen motivierenden Vorteile und Nutzen für die Organisation.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problembetrachtung/Problemaufriss: Beleuchtung der wirtschaftlichen und sozialen Relevanz von Fehlzeiten und der Notwendigkeit des Erhalts des Humankapitals.
2. Entwicklung der Fragestellung: Darstellung des veränderten Krankheitspanoramas und der daraus resultierenden Notwendigkeit für betriebliches Gesundheitsmanagement.
3. Thema und Zielsetzung des Projektes: Definition des Projektziels, eine Stelle zur Wiedereingliederung von Langzeitkranken zu schaffen.
4. Gesundheitspolitische Relevanz des Projektes: Einordnung der Wiedereingliederung in den gesundheitspolitischen Kontext und die demographische Entwicklung.
5. Stand der Forschung und Entwicklung in der Praxis: Übersicht über bestehende Rehabilitationssysteme und das Disability-Management-Konzept.
6. Einschätzung der Realisierbarkeit und Strategien zur Akzeptanz-Sicherung: Analyse der Erfolgsfaktoren und Strategien zur Überwindung von Widerständen.
7. Durchführung: Beschreibung der konkreten Phasen von der Vorstudie über die Planung bis hin zur Umsetzung und Evaluation.
8. Finanz- und Zeitplanung: Aufstellung des Zeitrahmens und der Kosten für die Implementierung der Koordinatorenstelle.
9. Erwartbare Ergebnisse: Prognose über Einsparpotenziale durch gesenkte Fehlzeiten und höhere Produktivität.
10. Übertragbarkeit: Prüfung, ob das Modell auf andere Standorte oder Wirtschaftssektoren angewendet werden kann.
Schlüsselwörter
Wiedereingliederung, Langzeitkranke, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Koordinator, Fallmanagement, Humankapital, Fehlzeiten, Arbeitnehmer, Reha-Maßnahmen, Sozialversicherung, Kosten-Nutzen-Analyse, Prävention, Arbeitswelt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Implementierung einer spezialisierten Koordinatorenstelle in einem mittelständischen Betrieb, um die Wiedereingliederung langzeitkranker Mitarbeiter effektiver zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf betrieblichem Gesundheitsmanagement, Fallmanagement, der betriebswirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Analyse sowie Strategien zur Change-Kommunikation und Akzeptanzsicherung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, neue Wege aufzuzeigen, wie durch eine dedizierte Betreuung während des Gesundungsprozesses die Chancen auf eine erfolgreiche und dauerhafte berufliche Wiedereingliederung erhöht werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse bestehender Konzepte (wie des kanadischen Disability-Management-Ansatzes) kombiniert mit einer strukturierten Projektplanung für ein mittelständisches Unternehmen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Problemanalyse, die Konzeption einer Koordinatorenstelle, die detaillierte Planung der Durchführung sowie eine Kalkulation der Finanz- und Zeitressourcen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wiedereingliederung, Koordinator, Fehlzeitenmanagement, Fallmanagement, betriebliches Gesundheitsmanagement und Humankapital.
Warum spielt der Datenschutz eine so große Rolle für den Koordinator?
Der Koordinator verarbeitet hochsensible Gesundheitsdaten. Um Vertrauen bei den betroffenen Arbeitnehmern zu schaffen und gesetzliche Auflagen zu erfüllen, muss der Zugriff auf diese Daten strikt auf den Koordinator beschränkt sein.
Wie soll das Projekt finanziert werden?
Die Finanzierung erfolgt durch das Unternehmen selbst. Dabei wird durch die Einrichtung einer speziellen Kostenstelle versucht, Effizienzgewinne durch verkürzte Ausfallzeiten als Gegenfinanzierung aufzuzeigen.
- Quote paper
- Reinhold Ballmann (Author), 2002, Implementierung der Stelle eines Koordinators zur Wiedereingliederung von Langzeitkranken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16185