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Die theoretische Konzeption der Massenmedien bei Niklas Luhmann und ihre Verwendung in Bezug auf strukturelle Kopplungen des Mediensystems mit dem Wissenschaftssystem

Title: Die theoretische Konzeption der Massenmedien bei Niklas Luhmann und ihre Verwendung in Bezug auf strukturelle Kopplungen des Mediensystems mit dem Wissenschaftssystem

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 42 Pages , Grade: sehr gut (1)

Autor:in: Martin Rafailidis (Author)

Sociology - Media, Art, Music
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Ziel dieser Arbeit soll es sein, die Funktionsweise der Massenmedien anhand ihrer Selektionskriterien für Information zu verdeutlichen. Damit wäre ein Ausgangspunkt gegeben für die Beobachtung eventueller Auswirkungen dieser Selektionskriterien auf die Wissenschaft. Auswirkungen würden sich dann zeigen, wenn die Wissenschaft zunehmend so beobachtet wie das Mediensystem. Dabei scheint es angebracht zu sein, sich einer Wertung der Medieninhalte zu enthalten, da dies lediglich einem Vergleich der einen Konstruktion von Realität mit einer anderen gleichkäme. Dennoch bzw. gerade deswegen lässt sich die Funktionsweise der Medien aus der Betrachterposition des Beobachters zweiter Ordnung besser handhaben. Jenseits von Moralisierungen lässt sich nach negativen und positiven Folgen für das Wissen der Gesellschaft fragen, die sich durch die Art und Weise, wie Medien Information verbreiten, ergeben.

Die Arbeit folgt der theoretischen Konzeption der Massenmedien, die durch Niklas Luhmann
vorgelegt wurde. Ich werde dabei zunächst die Vorannahmen des operativen Konstruktivismus erläutern, die zu der oben erwähnten Beobachterposition zweiter Ordnung führen. Dabei ist insbesondere der Grundbegriff des Beobachtens von Bedeutung. Auf diesen Vorannahmen aufbauend, stelle ich die Grundkonzeption der Massenmedien dar, die einigen Grundunterscheidungen wie Selbst- und Fremdreferenz folgt, sowie weitere Aufteilungen in Codes und Programmen. Hier finden sich die Begriffe wie Information und Nichtinformation sowie die Aufteilung in Nachrichten, Berichte, Unterhaltung und Werbung wieder. Weiterhin erläutere ich am Beispiel des Programmbereichs „Nachrichten“, wie sich Auswirkungen der Selektionsweise der Medien auf die Gesellschaft verstehen lassen. Die Realitätskonstruktion der Massenmedien ist dabei eine Folge, die sich aus der bestimmten Weise der Erzeugung von Identität und der Einbeziehung von Schemata in das soziale Gedächtnis ergeben.
Abschließend ergibt sich noch die Frage nach strukturellen Kopplungen des Mediensystems mit anderen Systemen der Gesellschaft. Luhmann sieht klare Kopplungen mit dem politischen und dem wirtschaftlichen Funktionssystemen, jedoch nur eine geringe Kopplung mit dem Wissenschaftssystem. Einiges scheint jedoch für eine Kopplung zu sprechen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Theoretische Konzeption der Massenmedien bei Luhmann

1. Vorannahmen

1.1. Operativer Konstruktivismus

1.2. Beobachten

1.3. Die Realität der Massenmedien

1.4. Das Verhältnis der Medien zur Welt

2. Die Funktionsweise der Massenmedien

2.1. Die Selbstbestimmung des Systems anhand eines binären Codes.

2.2. Die Codierung des Systems in Information/ Nichtinformation

2.3. Codierung Programmierung und Information

2.4. Die Präferenz des Neuen

3. Auswirkungen der Medien auf die Gesellschaft

3.1. Nachrichten und Berichte

3.1.1. Selektoren

3.1.2. Auswirkungen

3.2. Realitätskonstruktion der Massenmedien

3.2.1. Erzeugung von Identitäten

3.2.2. Schemata

3.2.3. Soziales Gedächtnis

4. Strukturelle Kopplungen

4.1. Strukturelle Kopplungen des Mediensystems mit der Gesellschaft

4.2. Die Massenmedien und die Wissenschaft

C. Schluss

D. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Funktionsweise der Massenmedien auf Basis der systemtheoretischen Konzepte von Niklas Luhmann, um insbesondere die Auswirkungen dieser Selektionsmechanismen auf das Wissenschaftssystem zu analysieren.

  • Systemtheoretische Analyse des operativen Konstruktivismus und des Beobachtungsbegriffs.
  • Untersuchung der massenmedialen Codierung mittels Information/Nichtinformation.
  • Analyse der Selektionskriterien von Nachrichten und deren Einfluss auf die gesellschaftliche Realitätskonstruktion.
  • Diskussion über strukturelle Kopplungen zwischen dem Mediensystem und dem Wissenschaftssystem.

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Selektoren

Luhmann unterscheidet mehrere Selektoren anhand denen klar wird, welche Kriterien die Medien bei der Selektion berücksichtigen. Hier zeigen sich auch schon deutlich die Wirkungen, die diese Kriterien auf die Gesellschaft haben.

(1) Neuheit

Eine gesendete Information muss neu sein. Sie muss überraschen und darf keine Wiederholung sein. Um einen Informationswert haben zu können, muss sie sich jedoch von etwas Bekanntem abheben oder einen bereits bekannten Zusammenhang, der noch offen ist, festlegen. Um etwas Neues erkennen zu können, muss man wissen, worum es geht. Man muss zum Beispiel wissen, was eine Flutkatastrophe oder ein Erdbeben ist, um solche Katastrophenmeldungen verstehen zu können. Auch Gipfeltreffen, Streiks und Firmenfusionen sind Typen, die dazu dienen, bestimmte Themen als (neue) Ereignisse interpretieren zu können. Auch die Affären von berühmten Politikern oder Künstlern sind als Typen sofort verständlich. Es handelt sich dabei um Geschichten, die nur zeitweilig in den Medien kursieren und zu denen es auch immer wieder etwas Neues gibt, solange der Vorrat reicht. Ständig aktualisierte Überraschung in immer gleichem Format bietet dagegen zum Beispiel die Börse oder der Sport. „Überraschungen und Standardisierungen steigern sich aneinander, um Informationswerte zu erzeugen, die andernfalls nicht oder nicht in verbreitungsfähiger Form vorkommen würden“ (Luhmann 1996, S.59).

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Wahrnehmung der Massenmedien als verzerrend und führt die systemtheoretische Fragestellung nach deren Einfluss auf die Gesellschaft und Wissenschaft ein.

B. Theoretische Konzeption der Massenmedien bei Luhmann: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des operativen Konstruktivismus sowie die zentralen Begriffe Beobachten, Codierung, Information und Selektion.

1. Vorannahmen: Hier werden die theoretischen Fundamente, insbesondere der operative Konstruktivismus und das Konzept der Beobachtung zweiter Ordnung, dargelegt.

2. Die Funktionsweise der Massenmedien: Dieses Kapitel analysiert den binären Code der Medien sowie die Rolle von Programmen und der ständigen Erzeugung von Neuem.

3. Auswirkungen der Medien auf die Gesellschaft: Hier wird untersucht, wie die Selektionskriterien der Medien die gesellschaftliche Kommunikation beunruhigen und Realität konstruieren.

4. Strukturelle Kopplungen: Das Kapitel widmet sich der Frage, wie das Mediensystem mit anderen Gesellschaftssystemen, speziell der Wissenschaft, interagiert.

C. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Rolle der Massenmedien als Akteure, die durch ihre spezifische Logik das Wissenschaftssystem irritieren.

D. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur systemtheoretischen Analyse.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Niklas Luhmann, Massenmedien, Information, Nichtinformation, Realitätskonstruktion, Strukturelle Kopplung, Wissenschaftssystem, Beobachtung zweiter Ordnung, Selektion, Neuheit, Soziales Gedächtnis, Kommunikation, Wissensgesellschaft, System/Umwelt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Funktionsweise der Massenmedien auf Basis der Systemtheorie von Niklas Luhmann und untersucht deren Auswirkungen auf andere gesellschaftliche Bereiche.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentral sind der operative Konstruktivismus, die binäre Codierung der Massenmedien (Information/Nichtinformation), die Selektionskriterien von Nachrichten sowie die strukturellen Kopplungen zwischen Medien und Wissenschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die interne Funktionsweise der Massenmedien anhand ihrer Selektionskriterien zu verdeutlichen, um daraus die Effekte auf das Wissenschaftssystem abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen systemtheoretischen Ansatz, insbesondere die Beobachtung zweiter Ordnung, um die Konstruktion von Medienrealität aus der Perspektive geschlossener Funktionssysteme zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen (Vorannahmen), die Analyse der Funktionsweise der Massenmedien, ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft durch spezifische Selektionskriterien sowie die Erörterung struktureller Kopplungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Systemtheorie, Information, Realitätskonstruktion, Strukturelle Kopplung, Selektion und Beobachtung zweiter Ordnung.

Wie wirken sich die Selektionskriterien auf die Wissenschaft aus?

Die Arbeit zeigt auf, dass wissenschaftliche Diskurse zunehmend den Selektionskriterien der Medien (z.B. Bedarf an Neuheit und Sensationalismus) folgen, um Aufmerksamkeit und Ressourcen zu gewinnen, was das Wissenschaftssystem irritiert.

Was versteht Luhmann unter der "Entparadoxierung" in den Medien?

Da Massenmedien die Welt beobachten, ohne die eigene Beobachtungsbedingung sehen zu können, entstehen Paradoxien. Diese werden durch Zeit (Anschlusskommunikation) und durch die Ausdifferenzierung von Programmen (Nachrichten, Unterhaltung etc.) invisibilisiert.

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Details

Title
Die theoretische Konzeption der Massenmedien bei Niklas Luhmann und ihre Verwendung in Bezug auf strukturelle Kopplungen des Mediensystems mit dem Wissenschaftssystem
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Soziologie Erlangen)
Course
HS Wissensarbeit
Grade
sehr gut (1)
Author
Martin Rafailidis (Author)
Publication Year
2002
Pages
42
Catalog Number
V16192
ISBN (eBook)
9783638211116
ISBN (Book)
9783656887201
Language
German
Tags
Konzeption Massenmedien Niklas Luhmann Verwendung Bezug Kopplungen Mediensystems Wissenschaftssystem Wissensarbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Rafailidis (Author), 2002, Die theoretische Konzeption der Massenmedien bei Niklas Luhmann und ihre Verwendung in Bezug auf strukturelle Kopplungen des Mediensystems mit dem Wissenschaftssystem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16192
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