Analyse des Geschäftsberichts der Beate Uhse AG

Vergleich der Jahre 2007 bis 2009


Studienarbeit, 2010

16 Seiten, Note: 1,3

Alexander von Hohenberg (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Analyse der Finanzlage
2.1. Eigenkapitalquote
2.2. Selbstfinanzierungsgrad
2.3. Bilanzkurs

3. Analyse der Vermögenslage
3.1. Anlagenintensität
3.2. Kundenziel
3.3. Umschlaghäufigkeit der Vorräte

4. Analyse der Ertragslage
4.1. Herstellungsaufwandsquote
4.2. „Return On Investment“ (ROI)
4.3. Umsatzrentabilität

5. Zusammenfassung

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Eigenkapitalquote

Abbildung 2: Selbstfinanzierungsgrad

Abbildung 3: Bilanzkurs

Abbildung 4: Börsenkurs Beate Uhse AG

Abbildung 5: Anlagenintensität

Abbildung 6: Kundenziel

Abbildung 7: Umschlaghäufigkeit der Vorräte

Abbildung 8: Herstellungsaufwandsquote

Abbildung 9: Return on Investment

Abbildung 10: Umsatzrentabilität

1. Vorwort

Unternehmen wie die Beate Uhse AG haben dadurch, dass Sie an der Börse notiert sind und Teile der Firma am freien Markt in Form von Aktien gehandelt werden können, besondere Rechte und Pflichten hinsichtlich der Jahresabschlusses und vor allem der Offenlegung und unmissverständlichen Darstellung der wirtschaftlichen Lage mittels geeigneter Kennzahlen. Es muss ein den „tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild“[1] vermittelt werden. Dies dient vor allem dem Gläubigerschutz, in diesem Falle allerdings auch der Information der Anteilseigner und allen sonstigen Institutionen wie z.B. dem Staat, Gewerkschaften und jeder rechtlichen oder natürlichen Person, welche Zugang zu den Daten haben möchte. Zu diesem Zweck werden geeignete Kennzahlen errechnet. „Derartige Kennzahlen haben sich auch in empirischen Analysen zu Erklärungs- und Prognosegehalt (...) im Hinblick auf Insolvenzereignisse als relevant erwiesen.“[2]

Aus diesem Grund verlangt das HGB von großen und mittelgroßen Kapitalgesellschaften neben dem Jahresabschluss mit Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang auch einen Lagebericht[3] um eine vollständige Bilanzanalyse anfertigen zu können. Außenstehenden soll eine detaillierte Einsicht in das Unternehmen ermöglicht werden, da nicht alle erfolgsrelevanten Kennzahlen im Jahresabschluss bereits ausgerechnet veröffentlicht werden. „Mit Jahresabschluss- oder kurz Bilanzanalyse bezeichnet man die Verfahren der Informationsgewinnung und Auswertung, mit deren Hilfe aus den Daten des Jahresabschlusses und des Lageberichtes Erkenntnisse über die Finanz- und Ertragslage der Unternehmen gewonnen werden.“[4]

Diese Analyse der Geschäftsberichte der Jahre 2007 bis 2009 unterscheidet gleichermaßen zwischen der Finanz-, Vermögens- und Ertragslage, nennt die relevanten Erfolgskennzahlen, beschreibt wie diese errechnet bzw. interpretiert werden und deckt eventuelle Hintergründe auf, warum sich die Sachverhalte in bestimmter Weise entwickeln.

2. Analyse der Finanzlage

Für jedes Unternehmen stellt sich als erstes die Frage wie es sich finanzieren soll. Es gibt verschiedene Erfolgsmodelle, welche allerdings von Branche zu Branche komplett unterschiedlich aussehen können. So kann beispielsweise kein allgemein gültiger Wert für die Eigenkapitalquote festgelegt werden, da einige Unternehmen sich eher über Fremdkapital, andere eher über Eigenkapital finanzieren. Keines von beiden ist per se besser oder schlechter, es müssen die Interdependenzen zwischen den Betriebskennzahlen und eventuell Vergleiche zur Branche betrachtet werden, um eventuelle Stärken oder Schwächen aufzudecken.

2.1. Eigenkapitalquote

Alle folgenden Kennzahlen sind aus den Geschäftsberichten der Jahre 2007 bis 2009 entnommen.[5]

Die Eigenkapitalquote errechnet sich folgendermaßen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Eigenkapitalquote zeigt also den prozentualen Anteil des Eigenkapitals am Gesamtvermögen. Sie wird untersucht, um die finanzielle Stabilität eines Unternehmens zu messen, sowie die Möglichkeit zur Schuldendeckung und zur Haftung gegenüber Fremdkapitalgebern. Mit einer hohen Eigenkapitalquote geht eine niedrige Eigenkapitalrentabilität einher, da diese Kennzahl immer kleiner wird, je größer der Nenner wird. (Eigenkapitalrentabilität errechnet sich indem der Gewinn durch das vorhandene Eigenkapital geteilt wird.) Dieser wechselseitige Effekt muss hingenommen werden. Im Allgemeinen wird eine sogenannte „Mindesteigenkapitalquote“ angestrebt, bei der sich das Unternehmen als handlungsfähig und stabil erweist, und eine Eigenkapitalrentabilität über der landesüblichen Verzinsung einer alternativen Kapitalanlage inklusive Risikozuschlag.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Eigenkapitalquote (Eigene Darstellung)

Im hier zu betrachtenden Fall der Beate Uhse AG, kann ein signifikanter Anstieg des Eigenkapitals (von 66,4Mio € auf 94,6Mio €) im Jahr 2008 betrachtet werden. Dies erhöht die Eigenkapitalquote um fast die Hälfte! Vom Jahr 2008 auf das darauffolgende Jahr 2009 geht die Eigenkapitalquote leicht zurück, was aber mit natürlichen Volatilitäten am Markt begründet werden kann. (Wenn beispielweise ein neuer Kredit aufgenommen werden musste, der als Fremdkapital zum Gesamtkapital zählt und die Eigenkapitalquote durch Erhöhung des Gesamtkapitals schmälert.)

2.2. Selbstfinanzierungsgrad

Es bleibt also vorerst die Frage offen auf welche Weise sich die Beate Uhse AG finanziert hat, um einen solchen Ansprung im Eigenkapital zu erreichen. Man könnte vermuten, dass sich das Unternehmen eventuell selbstfinanziert hat. Dazu muss der Selbstfinanzierungsgrad betrachtet werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Selbstfinanzierungsgrad gibt Aufschluss über die „Thesaurierungsfähigkeit“ des Unternehmens. Unter Thesaurierungsfähigkeit versteht man die Möglichkeit das Eigenkapital durch die einbehaltenen Gewinne der Periode zu erhöhen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Selbstfinanzierungsgrad (Eigene Darstellung)

Im vorliegenden Fall muss allerdings festgestellt werden, dass die Gewinnrücklagen in den zu betrachtenden Jahren konstant geblieben sind. Lediglich das Eigenkapital ist wie schon im vorhergehenden Fall betrachtet angestiegen, was mit einem sinkenden Selbstfinanzierungsgrad einhergeht. An der gesetzlich vorgeschriebenen Höhe der Gewinnrücklagen hat sich nichts geändert.

2.3. Bilanzkurs

Wenn sich das Unternehmen nicht selbst finanziert hat, könnte man in Erwägung ziehen, ob es sich als börsennotiertes Unternehmen Kapital vom freien Markt geholt hat. Hierzu ist als nächstes der Bilanzkurs zu betrachten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Allgemeinen können durch den Bilanzkurs Aussagen über die Ertragsaussichten eines Unternehmens getroffen werden. Diese Kennzahl ist allerdings nur dann aussagekräftig, sofern der Börsenkurs auf die Erwartungen der Anleger zurückzuführen ist. Rührt dieser beispielsweise von der Aussicht auf Spekulationsgewinne bei Übernahmeangeboten her, so kann er nicht zur Spekulation auf Ertragsaussichten verwendet werden.

Da die Beate Uhse AG weder von „feindlichen“ Unternehmen übernommen werden sollte, noch selbst andere Unternehmen übernommen hat, kann der Bilanzkurs hier reinen Gewissens mit dem Höchstkurs, Tiefstkurs und Schlusskurs eines jeden Jahres betrachtet werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.3: Bilanzkurs (Eigene Darstellung)

Im Jahr 2007 lag der Aktienkurs mit zeitweise 5,80€ im Vergleich zu einem Bilanzkurs von 1,403 durchgehend hoch, da sich die Spekulanten aufgrund der guten Ertragslage der vorangegangenen Jahre große Hoffnungen auf zukünftige Gewinne machten. Im darauffolgenden Jahr sank der Aktienkurs nach und nach, bis er schließlich am Ende des Jahres bei 0,93€, dem Tiefst-, und Schlusskurs notierte. 2009 rutschte die Aktie bis zu einem vorübergehenden Tiefstkurs von 0,42€ weiter ab, was nur noch einem knappen vierzehntel des Höchstkurses von 2007 entspricht. Aber was waren die ausschlaggebenden Gründe dafür?

Beate Uhse hatte in den Jahren zuvor als europäischer Marktführer kaum Konkurrenz und somit das Internet als ernsthafte Bedrohung -dieser fast schon Monopolstellung- aus den Augen gelassen. Während die Geschäftsführer der Ansicht waren, dass der Verkauf ihrer Produkte deswegen nicht gefährdet sei, boomte das Internet insbesondere in puncto Sexindustrie. Nach und nach entstanden neue Webseiten mit konkurrenzfähigen Produkten zu Dumpingpreisen, da diese virtuellen Anbieter natürlich keine Mietkosten, kaum Personalkosten und so gut wie keine Werbekosten haben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.4: Börsenkurs Beate Uhse AG (http://www.finanzen.net/aktien/Beate_Uhse-Aktie@pkZeit_30000)

Wenn nun dasselbe Produkt auch noch mit Verzicht auf die extrem hohe Gewinnmarge von Beate Uhse vermarktet wird, handelt es sich um ein echtes Dumpingangebot, welches die verschiedenen internetbasierten Shops mit einer aggressiven Niedrigpreisstrategie erfolgreich an den Kunden bringen. Diesen Hintergrund betrachtend ist es kein Wunder, dass viele Anleger ihre Aktien verkauft haben und die Hoffnung in die Zukunft schwand, insbesondere da die Beate Uhse AG kaum auf diesen neuen Markt reagieren konnte und es bis heute auch noch nicht getan hat.

Betrachtet man nach diesem kleinen Exkurs wieder den Bilanzkurs des Unternehmens, kann hier schließlich die Frage nach der Erhöhung des Eigenkapitals geklärt werden. Das Eigenkapital ist nicht nur um 27,8Mio. € angewachsen, sondern gleichzeitig auch die Anzahl an Aktien von 47,3 Mio. auf 70,9 Mio. Es wurden also neue Aktien emittiert, was den sprunghaften Anstieg auf Eigenkapitalseite und die hohe Eigenkapitalquote von 2.1) erklärt.

[...]


[1] §289 Abs. 1 S. 1 HGB

[2] vgl. Altmann E.I. [1968] , S.589ff.

[3] Siehe §§ 264 Abs. 1 S. 1, 267 HGB

[4] Zur Definition und zur folgenden Systematik vgl. Coenenberg, A. G. [2000], S. 873ff.

[5] Geschäftsbericht 2007, Geschäftsbericht 2008, Geschäftsbericht 2009

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Analyse des Geschäftsberichts der Beate Uhse AG
Untertitel
Vergleich der Jahre 2007 bis 2009
Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
16
Katalognummer
V161923
ISBN (eBook)
9783640754847
Dateigröße
605 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Beate Uhse, Geschäftsbericht, Finanzlage, Ertragslage, Eigenkapitalquote, Selbstfinanzierungsgrad, Bilanzkurs, Buchführung, Bilanzierung, Anlagenintensität, Umschlaghäufigkeit, Kundenziel, Herstellungsaufwandsquote, ROI, Return on investment, Umsatzrentabilität, Vermögenslage
Arbeit zitieren
Alexander von Hohenberg (Autor), 2010, Analyse des Geschäftsberichts der Beate Uhse AG, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161923

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