Diese Seminararbeit untersucht die Einflüsse von Interviewerinnen auf die Datenqualität der AUTNES 2013 Studie zur Nationalratswahl in Österreich. Mittels Mehrebenenmodellen und statistischer Analysen werden Interviewerinneneffekte auf Non-Response- und Messfehler sowie politisches Wissen evaluiert. Ergebnisse zeigen signifikante Effekte von Geschlecht, Bildung und unsichtbaren Faktoren wie Erscheinungsbild, mit Implikationen für standardisierte Schulungen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Erklärung von Interviewer-Effekten auf Unit-Non-Response-Fehler
2.1. Coverage Fehler
2.2. Unit Non-Response Error
3. Erklärung von Interviewer*inneneffekten auf Messfehler
3.1. Hautfarbe & Ethnie
3.2. Geschlecht
3.3. Alter
3.4. Erfahrung
3.5. Äußeres Erscheinungsbild
3.6. Verhaltensweisen und Fähigkeiten
3.7. Interviewer*inneneffekte auf Paradaten
4. Erklärung von Interviewer*inneneffekten auf die Datenverarbeitung
5. Methodologie
5.1. Einleitung
5.2. Forschungsfragen
5.3. Parameterschätzmethode
5.4. Prüfung Multilevel Modeling Notwendigkeit
5.5. Statistische Modellierung
5.5.1. Abhängige Variablen
5.5.2. Unabhängige Variablen
5.5.3. Aufbau des Level-1-Modells:
5.5.4. Aufbau des Level-2-Modells:
6. Ergebnisdiskussion
6.1. Varianzanteile zwischen Interviewer*innen (ICC)
6.2. Effekte der Befragtenmerkmale
6.3. Effekte der Interviewer*innenmerkmale
6.4. Limitationen und Implikationen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den systematischen Einfluss von Interviewer*innen auf das Antwortverhalten bei politischen Wissenstests, insbesondere im Hinblick auf die Wahl der "Weiß nicht"-Kategorie, basierend auf Daten der Autnes 2013 Studie.
- Analyse von Interviewer-Effekten auf Unit-Non-Response und Messfehler
- Methodische Anwendung von Mehrebenen-Logistischen Regressionsmodellen
- Identifikation von Interviewer-Varianzanteilen (ICC) mittels Stata
- Untersuchung von Befragten- und Interviewermerkmalen als Einflussfaktoren
Auszug aus dem Buch
3.1. Hautfarbe & Ethnie
Die Hautfarbe und ethnische Herkunft des*der Interviewer*innen sowie der interviewten Person haben einen Einfluss auf das Antwortverhalten in der Befragung bzw. dem Interview. (West & Blom, 2016, S. 185ff)
Sozial erwünschtes Antwortverhalten bei sensiblen Fragen. Die Befragten tendieren zu einem Antwortverhalten, von dem sie glauben, dass der*die Interviewer*in von ihnen erwartet.
Stereotype werden unbewusst reproduziert, die Hautfarbe des*der Interviewer*in können zu Vorurteilen führen, was zu negativeren Antworten führen kann. (West & Blom, 2016, S. 188)
Am stärksten sind diese Effekte bei Diskriminierungsfragen und/oder wenn die Befragten und Interviewenden von unterschiedlicher Hautfarbe und ethnischer Herkunft sind. (West & Blom, 2016, S. 186f)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung zur Rolle von Interviewern als potenzielle Einflussfaktoren auf das Antwortverhalten in der Autnes 2013 Studie vor.
2. Erklärung von Interviewer-Effekten auf Unit-Non-Response-Fehler: Dieses Kapitel erläutert, wie unterschiedliche Arbeitsmethoden von Interviewern systematische Coverage-Fehler und Unit-Non-Response-Probleme verursachen können.
3. Erklärung von Interviewer*inneneffekten auf Messfehler: Hier werden diverse Interviewermerkmale wie soziodemografische Daten, Persönlichkeit und Verhaltensweisen in Bezug auf deren Einfluss auf Messfehler analysiert.
4. Erklärung von Interviewer*inneneffekten auf die Datenverarbeitung: Dieses Kapitel behandelt Fehlerquellen, die bei der Dateneingabe und der Codierung offener Antworten durch Interviewer entstehen.
5. Methodologie: Der methodische Teil beschreibt das verwendete Mehrebenen-Logistische Regressionsmodell und die operationalisierten Variablen zur Untersuchung des Datensatzes.
6. Ergebnisdiskussion: Die Ergebnisse präsentieren signifikante Interviewereffekte und diskutieren die statistisch ermittelten Varianzanteile (ICC) sowie die Einflüsse von Befragten- und Interviewermerkmalen.
Schlüsselwörter
Interviewer-Effekte, Mehrebenenanalyse, Umfragedaten, Autnes 2013, Weiß-nicht-Antworten, Unit-Non-Response, Messfehler, politische Bildung, statistische Modellierung, ICC, Stata, Datenqualität, Survey-Methodik, Befragtenmerkmale, Interviewermerkmale
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, inwieweit Interviewer*innen als "versteckte Variable" die Datenqualität beeinflussen, insbesondere bei Fragen zum politischen Wissen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Interviewerverhalten auf Messfehler, die Analyse von Unit-Non-Response sowie der Einfluss von Interviewer- und Befragtenmerkmalen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu klären, welcher Anteil der Varianz bei "Weiß nicht"-Antworten auf systematische Unterschiede zwischen den Interviewer*innen zurückzuführen ist und ob Interviewermerkmale diese Varianz erklären.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es werden Mehrebenen-Logistische Regressionsmodelle eingesetzt, um die Daten der Autnes 2013 Studie zu analysieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung von Interviewereffekten, die methodische Beschreibung des Mehrebenenmodells und eine detaillierte Diskussion der statistischen Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Interviewer-Effekte, Mehrebenenanalyse, Autnes 2013, Messfehler und ICC (Intraklassenkorrelation).
Welche Rolle spielen die "Weiß nicht"-Antworten in der Analyse?
Die Häufigkeit dieser Antworten dient als Indikator für Unsicherheit oder Datenqualität, wobei deren Varianz zwischen den Interviewern untersucht wird.
Warum wurde gerade der Datensatz der Autnes 2013 Studie gewählt?
Der Datensatz ist ein hochwertiges Beispiel für eine Panelstudie zur österreichischen Nationalratswahl, die für die Untersuchung politischer Wissenstests ideal geeignet ist.
Was bedeutet das gefundene ICC-Ergebnis für die Forschung?
Hohe ICC-Werte belegen, dass Interviewer*innen eine signifikante Rolle in der Entstehung von Antwortmustern spielen und nicht als neutrale Vermittler betrachtet werden können.
Welche Implikation ergibt sich aus den Studienergebnissen?
Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit von standardisierten Schulungen für Interviewer*innen, um nicht erfasste Einflüsse zu minimieren.
- Arbeit zitieren
- Christian Dörr (Autor:in), 2025, "Kleider machen Leute… und den*die Interviewer*in" in der Autnes 2013 Studie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1619409