Emily Apter verfasste 20 Thesen über die Übersetzbarkeit von Sprachen. Dieser Essay befasst sich mit einigen dieser Thesen auf interpretative Weise.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse der Thesen von Emily Apter
2.1 Nothing is translatable und Everything is translatable
2.2 Global translation is another name for comparative literature
2.3 The translation zone is a war zone
2.4 Politische und militärische Aspekte der Übersetzung
2.5 Übersetzer als literarisches Proletariat
2.6 Translation is the traumatic loss of native language
2.7 Translation is the language of planets and monsters
2.8 Translation is a technology
2.9 Translation can transpose nature into data
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit setzt sich kritisch mit den ausgewählten Thesen von Emily Apter aus ihrem Werk "Twenty Theses on Translation" auseinander, um die Komplexität, die Grenzen und die kulturelle Bedeutung von Übersetzungsprozessen in unserer heutigen Zeit zu untersuchen.
- Die philosophische Hinterfragung der Übersetzbarkeit von Sprache und Emotionen.
- Die Analyse von Übersetzungen als machtgeladene "Kriegsgebiete" und Interpretationsräume.
- Die Untersuchung des Status von Übersetzern als literarisches Proletariat.
- Der Einfluss technologischer Entwicklungen und moderner Medien auf das Verständnis von Übersetzung.
- Die Verbindung zwischen Übersetzung und der Transformation von Natur in Daten.
Auszug aus dem Buch
Die translation zone als Kriegsgebiet
In dem Gebiet der Übersetzungen, gibt es eine breite Vielfalt. Man kann einen Originaltext nehmen und diesen in vielen Übersetzungen lesen. Nehmen wir einen philosophischen Text, zb. Descartes Meditationen, die schon ein paar mal übersetzt wurden, wohlbemerkt von verschiedenen Übersetzern, und diese Übersetzungen unterscheiden sich im Wortlaut, aber nicht im Inhalt. Dennoch könnte man meinen, dass sich diese Übersetzungen „streiten“, welche wohl die bessere ist. „The translation zone is a war zone“, so lautet die vierte These von Apter. Das Gebiet der Übersetzung kann man auch als Kriegsgebiet sehen, denn wo man glaubt, dass die Übersetzung nur Wort für Wort erfolgen muss, kann man falsch liegen, denn die Anordnung der Worte macht den Unterschied. Durch verschiedene Anordnungenen kann immer wieder eine andere Bedeutung den Satz sinnentstellen.
Ein Beispiel hierfür ist das Spiel Final Fantasy X. Original ist das komplette Spiel in Japanisch, doch für das Verständnis wurde das Spiel von den Amerikanern neu synchronisiert und auch die Texte zum Mitlesen wurden ebenfalls übersetzt. Als das Spiel nach Deutschland kam, wurde der Text auf Deutsch übersetzt. Den Spielern in Deutschland fiel aber auf, dass der gesprochene Text, der in Deutschland immernoch auf Englisch war, sich vollkommen von dem deutsch zu lesenden Text unterschied. Grund dafür war, dass die Übersetzer in Deutschland nicht den Englischen Text für die Übersetzung nahmen, sondern den Original japanischen. Dennoch sollte man sich fragen, warum gerade da beide Übersetzungen sich so dermaßen unterscheiden, dass der Sinn des Inhaltes, bei beiden vollkommen verschieden ist. Hier streiten sich nun die Geister, welche Übersetzung wirklich exakt das wiedergibt, was die Originalsprache angedacht hatte. Man hat sogar das Gefühl dass die Übersetzungen zwar alle dasselbe meinen wollen, aber NUR auf ihre eigene Art und Weise. Die Übersetzung erscheint hierbei wie ein Kriegsgebiet, indem jeder übersetzter Text für sich kämpfen und natürlich von sich überzeugen will.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Allgegenwärtigkeit von Übersetzungen im Alltag und führt in die zentrale Fragestellung ein, ob Übersetzungen den Idealen Weg zur Verständniserweiterung darstellen.
2. Analyse der Thesen von Emily Apter: Dieses Kapitel behandelt detailliert die von der Autorin ausgewählten Thesen aus Emily Apters Werk und diskutiert deren Bedeutung in Bezug auf Sprache, Politik, Technik und die Rolle des Übersetzers.
Schlüsselwörter
Übersetzung, Emily Apter, Sprache, Kulturtransfer, Kommunikation, Sprachwissenschaft, Literatur, Denglisch, Globalisierung, Übersetzungstheorie, Transformation, Datenverarbeitung, Interpretationsansätze, Originaltext, Mehrsprachigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einer kritischen Reflexion über das Wesen des Übersetzens anhand der Thesen von Emily Apter.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grenzen der Übersetzbarkeit, die Rolle des Übersetzers in der Gesellschaft sowie der Einfluss von Technologie und Politik auf den Übersetzungsprozess.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, eine persönliche Antwort auf die Frage zu finden, ob Übersetzungen wirklich der ideale Weg zur Verständniserweiterung sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine hermeneutische und analytische Methode, indem sie spezifische Thesen von Emily Apter interpretiert und auf praxisnahe Beispiele anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert ausgewählte Thesen Apters, wie die Unübersetzbarkeit, das Konzept des Kriegsgebiets bei Übersetzungen, das "literarische Proletariat" sowie die Digitalisierung von Natur und Sprache.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Übersetzung, Kulturtransfer, Kommunikation, Sprachwissenschaft und die Transformation von Inhalten.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Übersetzers?
Sie bezeichnet Übersetzer in Anlehnung an Apter als "literarisches Proletariat", die trotz ihres begrenzten kreativen Freiraums eine hohe Macht über die Vermittlung von Inhalten ausüben.
Was bedeutet "Translation is the traumatic loss of native language"?
Diese These wird mit dem Phänomen des "Denglisch" in Verbindung gebracht und diskutiert, wie der Einfluss einer universellen Sprache wie Englisch zum Sinnverlust in der Muttersprache führen kann.
Welche Rolle spielen Technologien bei der Übersetzung?
Technologie wird nicht nur als Werkzeug, sondern als grundlegendes Element verstanden, das sich weiterentwickeln muss, wobei sogar die Übersetzung von Natur in digitale Daten (z.B. DNA-Codes) betrachtet wird.
- Arbeit zitieren
- Christine Hirsch (Autor:in), 2010, Interpretation einiger Thesen über Übersetzung von Emily Apter , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161949