Ulrich von Milamowitz-Moellendorff gegen Google Translate und Songtextübersetzungen


Essay, 2010

5 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Ulrich von Milamowitz-Moellendorff gegen Google Translate und Songtextübersetzungen

In unserer heutigen Zeit machen uns Übersetzungsprogramme das Leben einfacher als es wohl für viele sein sollte. Wir haben kaum noch Probleme Wörter zu übersetzen, die uns mehr als unverständlich sind und die Welt der Worte wird auf diese Art und Weise Kälter und herzloser, so erscheint bei den Fluten an Übersetzungsmaschinen. Auch Google Translate ist eine dieser Übersetzungsmaschinen, die unser Leben erleichtern sollen. Diese Übersetzungsmaschine wollte ich natürlich mal testen und nahm mir mein Lieblingslied der Japanischen Band "Kagrra," vor.

Erst versuchte ich das Lied in Romaji einzugeben, dass sind jene Buchstaben die wir in Deutschland auch benutzen. Hier war Google Translate aber nicht fähig eine Übersetzung vorzunehmen. Die einzige Weise wann Google Translate ein japanisches Lied oder Gedicht übersetzt ist, wenn er in Schriftzeichen vorliegt. Das ist nur ein kleines Problem, das etwas lästig ist, aber für die Übersetzung nicht wirklich von Bedeutung. Mithilfe eines japanisch Programms namens "Wakan" kann man die japanischen Worte dann auch in Schriftzeichen sichtbar machen und diese dann bei Google Translate einfügen.

Die Übersetzung erscheint sehr surreal bzw. Mehr als verwirrend und ist genau das was Milamowitz meinte, als er Lachmanns „Treue" bei der Übersetzung kritisierte. Denn hierbei geht, wie man an dem Beispiel gut sehen kann, die Bedeutung des Textes verloren. In der Fanübersetzung wurde die Stelle teilweise genauso übersetzt wie es wohl auch Milamowitz getan hätte.

Wunsche stromen an dir herunter

AuBer dem Kummer

Wenn wir uns jemals wieder sahen

Wurde ich uber deine Tranen nachdenken."1

Hier wurden die Worte nicht einfach 1:1 adaptiert. Im Gegenteil sie wurden verändert. Dank kleinerer Japanischkenntnisse und dem Programm Wakan weiß ich dass von Tränen in dem Lied an dieser Stelle noch nicht gesprochen wird, aber in der Letzten Zeile steht dass die Besungene Person Tränen auf ihrem Gesicht hatte. Nach eigener Übersetzung würde der Text wohl wie folgt heißen:

Deine gesamten Wunsche fliefien unaufhorlich herab Sie uberschreiten alles Vielleicht sehen wir uns wieder,

Solange denke ich uber die Tranen auf deinem Gesicht nach."

In der letzten Zeile steht „Naiteita" fur das Verb weinen im engl. to cry. Dies lasst sich aber mehr als Bescheiden ausdrücken, wie man es ja an der Google Translate Übersetzung sieht. An dieser Stelle scheint es sogar wichtig das man die Seele des Textes versucht wieder zu geben, da dieser ja eher traurig gestimmt und sehnsüchtig wirkt. Man kann also nicht anders als auf die Tränen zu schließen, um den Japanischen Text ins deutsche zu travestieren. Denn selbst Milamowitz sagte „Jede rechte Ubersetzung ist Travestie.2

[...]


1 http://www.golyr.de/kagrra/songtext-utakata-659050.html letzter Zugriff 13.7.2010

2 Milamowitz-Moellendorf, Ulrich von ,,Was ist ubersetzen" aus „das Problem des Ubersetzens", S. 145

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten

Details

Titel
Ulrich von Milamowitz-Moellendorff gegen Google Translate und Songtextübersetzungen
Hochschule
Universität Erfurt
Veranstaltung
Übersetzbarkeit
Note
2,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
5
Katalognummer
V161950
ISBN (eBook)
9783640757435
ISBN (Buch)
9783640757787
Dateigröße
394 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ulrich, Milamowitz-Moellendorff, Google, Translate, Songtextübersetzungen
Arbeit zitieren
Christine Hirsch (Autor:in), 2010, Ulrich von Milamowitz-Moellendorff gegen Google Translate und Songtextübersetzungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161950

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