Fördern kreative Schreibmethoden die Schreibkompetenz bei Schülern?


Hausarbeit, 2009

16 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: ... 3
2. Theoretische Grundlagen: ... 4
2.1. Schreibprozess ... 4
2.2. Schreibstrategien ... 6
2.3. Schreibkompetenz ... 6
3. Praktische Untersuchungen: ... 9
3.1. Definition ... 9
3.2. Ziele ... 10
3.3. Methoden ... 12
4. Schluss: ... 14
5. Literaturverzeichnis: ... 16

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1. Einleitung:
Wie soll ich reden? Wie soll ich schreiben? Was kann ich beim Formulieren
verbessern? Wie muss ein verständlicher und wirkungsorientierter guter Text
aussehe?
Diese
Fragen
spiegeln
einige
wichtige
Probleme
der
Kommunikationspraxis wider, sodass das Interesse an der Textproduktion an
Bedeutung zugenommen hat. Textproduktion ist der Prozess der Sprachverwendung,
dessen Resultat ein mündlicher oder schriftlicher Text ist. Um einen Text zu
produzieren, muss sich der Schreiber am Schreibziel, also an bestimmten
Textformen bzw. Textarten orientieren. Erst die Kenntnis über diese Formen sichert
eine gelingende Textproduktion.
Aus dem an Schulen entstandenen didaktischen Problem, in Hinsicht auf den Erwerb
der Schriftsprache und dem Formulieren von Texten, resultierte Ende der 70er Jahre
die Schreibforschung. Dennoch ist die Textproduktionsforschung im Vergleich zu
anderen Wissenschaften ein junges Gebiet, weswegen hier seitens der Forschung
noch ein enormer Handlungsbedarf besteht. Mitte der 70er Jahre wurde in den USA
bei einem Drittel der Bevölkerung eine mangelhafte Schreibkompetenz festgestellt.
Um dem drohenden Analphabetismus entgegenwirken zu können, sollte die
Forschung Untersuchungen zur Verbesserung der Schreibdidaktik anstellen.
Allerdings stellte man dabei fest, dass dieses Vorhaben nur mit einem besseren
Wissen über den eigentlichen Schreibprozess gelingen konnte. Das praktische
Problem hängt mit den manifesten Schwierigkeiten von Schülern beim Verfassen von
Texten und dem Problem von Lehrern zusammen, die Schüler in Bezug darauf
angemessen zu fördern. Man will bei Schülern eine für das Schreiben notwendige
Textartkompetenz aufbauen, denn eine solche Kompetenz befähigt zu einer guten
Textproduktion. Die Schule ist eine Schule des Lesens, vielmehr aber auch des
Schreibens von Texten. Von Schülern geschriebene Texte sind ein
Hauptbezugspunkt für die Beurteilung ihrer Sprachkompetenz, sowie eine
Schlüsselgröße für ihren schulischen Erfolg, ihren Erfolg im Studium und ihren
beruflichen Erfolg. Somit sind Lesen und Schreiben zentrale Schlüsselkompetenzen
des gesellschaftlichen Alltags. Ohne die entsprechenden Fertigkeiten wird es in
unserer schriftsprachlichen Gesellschaft immer schwerer, am Leben teilzunehmen.
Den Schülern eine Schreibkompetenz und damit eine Textproduktion zu vermitteln,
ist eine grundlegende Aufgabe der schulischen Bildung und Erziehung. Auf diese

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Erkenntnis aufbauen versucht diese Arbeit, herauszustellen, ob man bei Schülern
durch kreatives Schreibmethoden ihr Schreiben fördern kann.
Zu Beginn meiner Arbeit möchte ich den Bereich des Schreibens näher erläutern. In
diesem Zusammenhang werden Schreibprozesse, - strategien, -kompetenz sowie
Schreibentwicklung thematisiert. Innerhalb des Prozesses der Schreibentwicklung
werden nach
Becker ­ Mrotzek
und
Böttcher
verschiedene Entwicklungsniveaus
gegliedert, die hier aufgezeigt werden sollen. Im Hauptteil meiner Arbeit widme ich
mich dem Bereich des kreativen Schreibens. Vorab soll der Begriff definiert und
erläutert werden. Nachdem die Ziele vorgestellt wurde, werden die sechs
Methodengruppen dargestellt. Abschließend soll die Frage beantwortet werden, ob
das kreative Schreiben die Schreibkompetenz der Schüler fördert.
2. Theoretische Grundlagen:
2.1. Schreibprozess
Während bis Mitte der 70er Jahre das Produkt im Fokus der Schreibforschung stand,
rückt nun der Schreibprozess immer mehr in den Mittelpunkt. Nicht mehr das
Endresultat, der fertige Aufsatz steht im Zentrum der Betrachtung, sondern der Weg
bzw. der Prozess (Böttcher, 1999, 17). Unter dem Begriff Schreibprozess versteht
man generell die selbständige Textproduktion innerhalb eines bestimmten und vorher
festgelegten Zeitrahmens (Becker-Mrotzek/ Böttcher, 2006,25).
Krings
versteht unter
Schreibprozesse:
,,
Alle mentalen Prozesse und [
] alle zugeordneten materiellen Handlungen, die ein
Schreibprodukt [
] überhaupt erst entstehen lassen. Der Schreibprozess beginnt somit mit der
Wahrnehmung einer vorgegebenen oder Bewußtwerden einer [
] Schreibaufgabe und endet
mit der »Verabschiedung« des Textprodukts in einer aus der subjektiven Sicht des Textes
endgültigen Form. Der Schreibprozeß ist die Ontogenese eines Textprodukts."
(Krings, 1992, 42)
Den Schülern Expertenverhalten zugänglich zu machen ist die Idee der
prozessorientierten Schreibdidaktik. Diese Vorstellung impliziert, dass die einzelnen
Schreibaktivitäten separat betrachtet und gefördert werden. Schreiben wird als
Problemlösung angesehen und der Prozess als Problemlöseprozess definiert.
Hierzu entwickelten
Hayes
und
Flower
ein Modell, das Schreibprozesse als
Problemlöseprozesse auszeichnet. In diesem Modell wird der Schreibprozess mit
Hilfe von empirischen Methoden analysiert (Flower/ Hayes, 1980, 3-30). Die

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Textproduktion wird als ein ungeklärtes Problem mit offener Lösung verstanden, das
vom Adressat, Motivation, Thema und dem Wissen des Autors abhängig ist (Fix,
2008, 36). In dieser Methode werden die Schreiber dazu aufgefordert während ihres
Schriebvorganges ihre Gedanken zu verbalisieren. Hierdurch erlangen die Forscher
einen Einblick in die Gedankengänge der Schreiber ­ sie bekommen die
Teilprozesse des Schreibens mit (Becker-Mrotzek/ Böttcher, 2006, 26).
Der Schreibvorgang ist ein prozessualer und komplexer, zugleich aber auch
zielorientierter kognitiver Vorgang, der die Summer der Teilprozesse des Planens,
Formulierens und Überarbeitens bildet (ebd., 26). In der Planungsphase werden
Ideen erzeugt, Informationen diagnostiziert und ein Schreibziel gesteckt, sodass das
komplexe Handlungsproblem strukturiert wird. Die Versprachlichung gewinnt in der
Formulierungsphase an Bedeutung, denn hier werden Wörter gesucht und
anschließend zu Sätzen zusammengefügt. Es geht aber auch umgekehrt indem
Satzschemata gewählt und dann mit Wörtern gefüllt werden. Das Überarbeiten geht
Hand in Hand mit den Formulierungen oder bzw. als ein Sonderfall des Formulierens
bezeichnet werden, weil eine Formulierung schon vor der Niederschrift als Prätext im
Kopf überarbeitet werden kann (Fix, 2008, 37ff.).
Diese oben genannten Teilprozesse werden durch eine Kontrollinstanz überwacht
und gesteuert. Während des Prozesses wird hier das Textprodukt in Hinblick auf
Orthografie, Sprachkonvention, Umfang und Verständlichkeit analysiert (ebd.)
Nach dem Modell von
Hayes/ Flowers
ist Schreiben folglich eine überwachte und
zufällige Abfolge von verschiedenen Subprozessen. Wichtig ist aber, dass der
Schreibende vorab sein Ziel definiert, dann die zur Verfügung stehenden Mittel zur
Erreichung des Zieles prüfen und abschließend den Transformationsprozess
durchführen muss. Die Schreibaufgabe impliziert das Problem, welches vom
Schreiber gelöst werden muss. Jene Schreibenden, die in der Lage sind, ihre
Textproduktion selbständig zu gliedern und zu beurteilen werden bessere Texte
verfassen (Baurmann, 2002, 125).
In diesem Zusammenhang sind die Bildungsstandards für den Mittlern
Schulabschluss zu erwähnen, die besagen, dass von den Schülern erwartet wird
einen eigenständigen Schreibprozess zu gestalten. Die Schüler sollen Texte planen,
entwerfen, schreiben und überarbeiten können.

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2.2. Schreibstrategien
Schreiben ist eine komplexe Handlung, die durch das Zusammenspiel ganz
unterschiedlicher Teilfähigkeiten gekennzeichnet und mit entsprechend hohen
Anforderungen an die Textproduzenten verbunden ist. Die Schwierigkeit des
Schreibens macht die gleichzeitige Realisierung eben genannter Faktoren aus. Aus
diesem Grund brauchen Textproduzenten nach
Perrin
und
Kruse
für das Schreiben
Werkzeuge (Perrin/Kruse, 2002,34f.). Solche Werkzeuge sind Schreibstrategien, also
umgangssprachlich gesagt, Anleitungen beim Schreiben. Die Voraussetzungen zur
Entwicklung unterschiedlicher Schreibstrategien sind durch den Erwerb wesentlicher
Schreibfähigkeiten in der Schule gegeben.
In der Schreibforschung gibt es eine Fülle von Definition in Bezug auf den Begriff der
Schreibstrategien. Doch nach
Becker-Mrotzek
und Böttcher haben alle Definition
eines inne, dass sie sowohl prozess- als auch produktorientiert, personen- als auch
aufgabenspezifisch sind und bewusst oder unbewusst zur Anwendung kommen
(Becker-Mrotzek/ Böttcher, 2006, 26).
In dieser Arbeit soll das Schreibstrategiemodell von
Breiter
und
Scardamalia
im
Mittelpunkt stehen, da es dem
assoziativen Schreiben
beim
kreativen Schreiben
ähnelt. Ausgehend von der Entwicklung individueller Schreibkompetenzen
unterscheiden sie zwei verschiedene Schreibstrategien. Einmal das
knowledge
telling
und zum anderen das
knowledge transforming
. Der einfachen Wiedergabe
von Wissen in einem erzähl Modus entspricht ersteres; unter dem Zweiten versteht
man das methodisch bewusste Schreiben.
Knowledge transforming
hat den Vorteil
den verlangsamten Sprachgestaltungsprozess beim Schreiben zu nutzen, um über
das vorhandene Denken und Wissen hinauszugelangen. Beim
knowledge telling
werden ohne großen Planungsaufwand Schlüsselbegriffe bezüglich eines Themas
und Textmuster als Fundament für weitere Suchprozesse aus dem Gedächtnis
abgerufen. Diese Strategie ist gerade ungeübten Schreiber zum Vorteil, da hier nicht
die gesamte Endproduktion im Blick ist, sondern die Teilschritte durchlaufen werden.
(Spinner, 2000, 107ff.).
2.3. Schreibkompetenz
Eine geeignete Definition des Kompetenzbegriffs, welche den Problemlöseprozess
mit einbezieht, findet man in der Expertise zur Entwicklung nationaler Bildungs-
Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Fördern kreative Schreibmethoden die Schreibkompetenz bei Schülern?
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
16
Katalognummer
V161998
ISBN (eBook)
9783668744431
ISBN (Buch)
9783668744448
Dateigröße
495 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Textproduktion, Schreiben, Schreibkompetenz, Sprachentwicklung
Arbeit zitieren
Sara Bottaccio (Autor), 2009, Fördern kreative Schreibmethoden die Schreibkompetenz bei Schülern?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/161998

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