Allgemein wird diskutiert, dass das größte Problem des derzeitigen Finanzierungssystems der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) darin besteht, dass die Kosten in Zukunft, aufgrund der demographischen Entwicklung und dem technischen Fortschritt, stark ansteigen werden. Diesen Kostensteigerungen würde nur durch steigende Beitragssätze entgegengewirkt werden können. Eine Stabilisierung des Beitragssatzniveaus kann durch ausgabenseitige oder einnahmeseitige Optionen geschehen.
Im Folgenden sollen einnahmeseitige Optionen diskutiert werden.
Zurzeit sind die Einnahmen der GKV zum einen abhängig vom Konjunkturzyklus und zum anderen von der Anzahl der versicherungspflichtigen Beschäftigungen.
Zur Finanzierung des Systems der GKV sind grundsätzlich drei Alternativen denkbar: Die Beibehaltung des Status quo, die Bürgerversicherung und die Bürgerprämie (Kopfpauschale). Diese sollen im Folgenden diskutiert werden.
In der öffentlichen Diskussion ist natürlich besonders brisant, welche Auswirkungen die einzelnen Alternativen hinsichtlich ihrer Beschäftigungswirkung haben. Wenn die Beitragssätze weiter steigen, steigen auch die Lohnkosten, was sich negativ auf die Arbeitsnachfrage auswirkt - so die Diskussion-, da der Faktor Arbeit teurer wird. Deshalb sollte eine Reform die Lohnnebenkosten reduzieren, um beschäftigungsfreundliche Anreize zu schaffen. Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Beurteilung der Alternativen sind die Verteilungswirkungen.
Diese Arbeit beginnt mit einem Überblick über das derzeitige System der GKV, zeigt dessen Stärken und Schwächen auf und legt dar, warum eine Umstrukturierung nötig ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Erneuerungsbedarf in der Gesetzlichen Krankenversicherung
2.1. Aufgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung
2.2. Probleme des deutschen Gesundheitssystems
2.3. Steuerungsmechanismen des deutschen Gesundheitssystems
2.4. Fehlsteuerungen des deutschen Gesundheitssystems
2.5. Modernisierungen des Gesundheitssystems
2.6. Warum überhaupt eine Umstrukturierung der Finanzierung?
3. Die Bürgerversicherung
3.1. Kritiker der Bürgerversicherung
4. Das Kopfprämienmodell
4.1. Kritiker der Kopfpauschale
5. Gemeinsamkeiten der beiden Modelle
5.1. Die Verteilungswirkungen der Finanzierungsalternativen
6. Fazit
7. Literatur
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Bürgerversicherung und Kopfpauschale?
Die Bürgerversicherung weitet die Versicherungspflicht auf alle Einkommensarten aus, während die Kopfpauschale (Bürgerprämie) einen einkommensunabhängigen Festbetrag vorsieht.
Warum ist eine Reform der GKV-Finanzierung nötig?
Gründe sind der demografische Wandel, der technische Fortschritt in der Medizin und die Notwendigkeit, Lohnnebenkosten zur Förderung der Beschäftigung zu stabilisieren.
Welche Auswirkungen haben die Modelle auf die Lohnkosten?
Die Arbeit diskutiert, wie Reformen die Kopplung der Gesundheitskosten an den Faktor Arbeit reduzieren können, um beschäftigungsfreundliche Anreize zu schaffen.
Was sind die Kritikpunkte an der Bürgerversicherung?
Kritiker bemängeln oft eine mögliche Schwächung des Wettbewerbs und eine zu starke Belastung höherer Einkommen oder Kapitalerträge.
Was sind die Verteilungswirkungen der Kopfpauschale?
Da die Prämie einkommensunabhängig ist, wird oft ein steuerfinanzierter Sozialausgleich gefordert, um Geringverdiener nicht übermäßig zu belasten.
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- Patrick Lethaus (Author), 2006, Bürgerversicherung versus Kopfpauschale, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162009