Schreibszenarium für den offenen Unterricht in einer Grundschulklasse

„Kieselstein, Zauberstein, sag wo kommst du her?“


Unterrichtsentwurf, 2010

9 Seiten


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Was verbirgt sich hinter dem Begriff "Kultur" im Kontext des ausgehenden 18. Jahrhunderts bis in die Moderne?
2.1 Weiblichkeit als Kulturform
2.2. Die Entdeckung der Frau in den Wissenschaften

3. Umwertung der Werte - der "häusliche Feminismus“

4. Schluss

Literaturverzeichnis

Internetquellen:

1. Einleitung

Dieser Arbeit liegt zum einen der Text „Weiblichkeit als Kulturform“ - Zur Codierung der Geschlechter in der Moderne“ (1989) von Claudia Honegger zu Grunde, sowie eine Darstellung von Dorothy Ross (1998) über Jane Addams Auseinandersetzung mit dem „häuslichen Feminismus“ um 1900. Dieser beschäftigt sich mit soziologischen Fragen um weibliche und männliche Kultur, welche durch eine historische Perspektive in den Zeiträumen um 1800 und 1900 präzisiert werden. Dieser Zeitraum zählt zu der proto-professionellen Phase, in welcher die soziologischen Problemstellungen grade erst entwickelt wurden und sich eine Gestalt einer neuen Disziplin herauszubilden begann.[1] Auch Claudia Honegger untersucht diese Fragen ebenso aus soziologischer und historischer Sicht und konstruiert eine symbolisch-diskursiver Ordnungen von Geschlecht in den gleichen Zeiträumen. Durch eine Analyse des Entstehungskontextes versucht sie eine Definition der Kultur und eine Dechiffrierung von „Geschlecht und Kultur als kulturelle Selbstverständlichkeit aufzuzeigen[2]. Die Frage nach Geschlecht als strukturierendem Moment der sozialen Ungleichheit und das Problem, wie es sich zu anderen Dimensionen sozialer Differenzierung verhält, nehmen in ihrer Argumentation eine gesellschaftstheoretische Position ein und identifizieren Geschlechterhierarchie als Herrschaftsstruktur. Das Geschlechterverhältnis wird also zu einem sozialen Strukturzusammenhang für welchen Honegger in ihrem Text die unterschiedlichen Positionen der Gesellschaft zur Geschlechterrolle heraus arbeitet und nach Indikatoren bzw. Erklärungen für diese Standpunkte sucht. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird auf den Begriff "Kultur" eingegangen, gefolgt von der Zusammenfassung Honeggers Kernthesen im Punkt „Weiblichkeit als Kulturform“ und „Die Entdeckung der Frau in den Wissenschaften“. Zum Schluss leitet der Punkt „Umwertung der Werte - der "häusliche Feminismus".

2. Was verbirgt sich hinter dem Begriff "Kultur" im Kontext des ausgehenden 18. Jahrhunderts bis in die Moderne?

„Kultur“ (lat. cultum, das Bebaute, Gepflegte) ist die Gesamtheit des vom Menschen Geschaffenen. Dies schließt einerseits physische Dinge, aber auch die durch den Menschen hervorgerufene Veränderung der Natur, die geistigen Hervorbringungen der Menschheit sowie die sozialen Organisationsformen, in denen die Menschen zusammenleben. Kultur ist die "Gesamtheit der geistigen und künstlerischen Äußerungen einer Gemeinschaft."[3] Kultur ist „ein universelles, für eine Nation, Gesellschaft, Organisation und Gruppe aber sehr typisches Orientierungssystem. Dieses Orientierungssystem wird aus spezifischen Symbolen gebildet. Es beeinflusst Wahrnehmen, Denken, Werten und Handeln aller Mitglieder und legt demzufolge deren Zugehörigkeit zur Gesellschaft, Organisation oder Gruppe fest. Das Orientierungssystem ermöglicht den Mitgliedern ihre eigene Umweltbewältigung. Das so strukturierte Handlungsfeld reicht von geschaffenen Objekten bis hin zu Institutionen, Ideen und Werten.“[4] Die zunehmende Reflexion kultureller Unterschiede hat zu einer neuen Begriffsdefinition geführt in der sich der moderne Kulturbegriff im 18. Jahrhundert herausgebildet hat Der Begriff der Kultur ist also eng mit dem Begriff der Zivilisation verwandt. „Kultur“ wird einerseits generell auf die Menschheit als ganzes bezogen, andererseits aber auch als Zusammenfassung der Lebensumstände einer bestimmten Ethnie, Region oder historischen Phase. Gerade im 18. und 19. Jahrhundert setzte man Kultur gleich mit Zivilisation und diese wiederum in Gegensatz zu Natur. In diesem Zusammenhang sind zwei Thesen von Trompenaars und Hofstede von Interesse. Zu einen geht Trompenaars davon aus, dass sich Kultur in der Auseinandersetzung mit drei Grundproblemen manifestiert: in der Einstellung zur Natur (Umwelt), zur Zeit und zu den Mitmenschen. Wo hingegen Hofstede ähnliche Grundunterscheidungen im kulturellen Verhalten analysiert. Auch er hat fünf Dimensionen im interpersonellen, kulturspezifischen Umgang ausgemacht. Sein erster Analysefaktor ist der Grad der Machtdistanz, der das Verhalten der Gesellschaftsmitglieder bestimmt. Zweitens unterscheidet Hofstede zwischen individualistisch und kollektivistisch ausgerichteten Kulturen. Der Grad der Unsicherheitsvermeidung ist der dritte Faktor zur Unterteilung von Kulturen. Viertens glaubt Hofstede, dass maskuline bzw. eher feminine Grundcharaktere für die Prägung einer Kultur ausschlaggebend sind.[5] Laut Honegger basiert der Siegeszug des Kulturbegriffs bezogen auf die Weiblichkeitskultur-Debatte auf einer Unruhe in der Gesellschaft, welche angeblich weiblichen Geschlechts und Ursprungs war. Verknüpft wird der Untersuchungsgegenstand „Kultur“ mit der Aussage Herders, Kulturniveau und Stellung der Frau seien auf innigste miteinander verbunden. Wohingegen „unkultivierte Nation sich durch die Geringschätzung der Weiber“ auszeichnet, gegenüber jedoch auch der „Überhang an Kultur“[6] mit einer Negation auf die Weiblichkeit bezogen argumentiert wird.[7] Was also versteht Honegger unter Weiblichkeit als Kulturform?

[...]


[1] Honegger, Claudia: „Frauen in der Soziologie“ ,1999, S.15

[2] Honegger, Claudia: „Weiblichkeit als Kulturform“ ,1989, S.142

[3] Duden Bd. 10 (1985): Das Bedeutungswörterbuch, Mannheim.

[4] Thomas, A. (1994). : Kulturelle Divergenzen in der deutsch-deutschen Wirtschaftskooperation. In: T. Bungarten (Hg.). Deutsch-deutsche Kommunikation in der Wirtschaftskooperation. Tostedt ( Attikon).

[5] siehe: http://www.bildungsserver.de/zeigen.html?seite=3309

[6] Vgl. Honegger, Claudia: „Weiblichkeit als Kulturform“, 1989. S.187: „Müßiggang, Fortpflanzungsträgheit, Vernachlässigung der Mutterpflichten, leere Gelehrsamkeit und gesellschaftliche Herrschsucht.“

[7] Vgl. Honegger, Claudia: „Weiblichkeit als Kulturform“, 1989. S.187

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Schreibszenarium für den offenen Unterricht in einer Grundschulklasse
Untertitel
„Kieselstein, Zauberstein, sag wo kommst du her?“
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Schulpädagogik und Grundschuldidaktik, Fachbereich Deutsch)
Veranstaltung
Sprachgebrauch und Textschreiben
Autor
Jahr
2010
Seiten
9
Katalognummer
V162033
ISBN (eBook)
9783640805013
ISBN (Buch)
9783640804870
Dateigröße
783 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schreibszenarium;, Kreatives Schreiben;, Sprachdidaktik;
Arbeit zitieren
Denise Krüger (Autor:in), 2010, Schreibszenarium für den offenen Unterricht in einer Grundschulklasse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162033

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