Marketing ist Krieg

Es überleben nur die Besseren


Essay, 2010

7 Seiten


Leseprobe

Marketing ist Krieg. Die Chancen der Kleinbetriebe.

Wenn Sie an Marketing denken, fallen Ihnen wahrscheinlich Begriffe wie Wettbewerber, Marktpartner oder auch noch Marktbegleiter ein, wie es immer wieder in der Literatur zu lesen und auf Seminaren zu hören ist.

Aber denken Sie mal nach. Was ist ein Wettbewerber, ein Marktpartner oder ein Marktbegleiter?

Der Reihe nach

Ein Wettbewerber ist einer, mit dem man mit gleichen Mitteln um den Sieg kämpft, um festzustellen, wer der Bessere ist. Und in einem fairen Wettbewerb treten Gleichberechtigte gegeneinander an. 100m Läufer gegen 100m Läufer, Kanuten gegen Kanuten und Boxer in der gleichen Gewichtsklasse. Der Sieger gewinnt aber vernichtet nicht seinen Gegner.

Auch wenn der Begriff „Wettbewerb“ nicht sportlich interpretiert wird, sondern im Sinne eines kreativen Leistungsvergleichs gesehen wird, wie z. B. bei Architektur-Wettbewerben, sind die Chancen gleich und die Verlierer nicht generell aus dem Marktgeschehen entfernt.

Noch fairer müssten Marktpartner oder Marktbegleiter miteinander umgehen. Sie würden sich, wenn sie wirklich Partner oder Begleiter wären, gegenseitig unterstützen und helfen, weil sie das gleiche Ziel haben.

Im wirtschaftlichen Bereich wird aber der Begriff „Wettbewerb“ von den Volkswirtschaftlern mit Verdrängung, Abnahme von Marktanteilen, schöpferische Zerstörung, Preiskrieg, usw. gleich gesetzt.

Noch konkreter und direkter ist der verpönte Begriff Konkurrenz. Die Ökonomen erklären dieses Wort so: „Konkurrenz ist der Kampf verschiedener Anbieter um die Kunden.“

Diese stark vereinfachten aber dennoch richtigen Interpretationen zeigen, dass Marketing kein Wettbewerb sondern Krieg ist. Das beweisen schon die wichtigsten Handlungsoptionen die es im Marketing gibt: „Strategie“, „Taktik“ und „Operative Maßnahmen“, drei militärische Begriffe, die –richtig ausgefüllt– das Ziel haben, die Schlachten und damit letztendlich den Krieg zu gewinnen.

Die Praxis

Marketing ist kein Wettbewerb und schon gar nicht fair. Marketing hat immer das Ziel zu siegen und –wenn möglich- den oder die Gegner vom Markt zu verdrängen und zwar definitiv und endgültig. Rufen Sie sich mal die letzten 20, 30 Jahre in Erinnerung. Wie viel Unternehmen es nicht geschafft haben, sich gegen die Strategien anderer Wettbewerber zu behaupten. Marketing ist erlaubter und notwendiger Krieg. Es gilt das Wort:„ Er oder ich“.

Das Problem ist, Großunternehmen wissen das und beschäftigen Spezialisten, deren Aufgabe einzig und allein darin besteht, neue Strategien, neue Taktiken und neue operative Maßnahmen zu entwickeln, um dem Gegner die Kunden weg zunehmen.

Ganz anders die Klein-und Familienbetriebe. Die wenigsten Inhaber wissen überhaupt was Marketing ist. Sie verwechseln Marketing mit Teilleistungen wie Werbung, Vertrieb, Service etc. Ihnen ist die Komplexität dieses Begriffes nicht bewusst und es gibt kaum jemand der sie richtig und umfassend aufklärt.

Die falschen Vorstellungen

Weil viele Inhaber dieser Kleinbetriebe heute immer noch glauben, Marketing sei nicht so wichtig, sondern „Qualität verkauft sich von selbst“, arbeiten sie fleißig im, statt für den Betrieb. Sie sind nicht vom Glauben abzubringen, dass die Arbeit im Betrieb das Wichtigste ist. Und wenn sie dann durch ihre Mitarbeit 200,00 oder 300,00 € am Tag verdient haben, glauben sie, das Beste für sich und ihren Betrieb getan zu haben.

Mitarbeit muss sein aber wie kann ein Betrieb überleben, wenn der Inhaber/Chef nur über die Zukunft nachdenkt, wenn er auf Grund der Entwicklungen dazu gezwungen wird? Wenn er nur reagiert und nicht agiert? Wenn er immer nur „hinterherläuft“?

Das Grundproblem für diese Einstellung vieler Firmeninhaber liegt im Wesentlichen in der mangelhaften Ausbildung. Nach wie vor stehen die betriebswirtschaftlichen, die organisatorischen Themen und die Finanzierung im Mittelpunkt des Denkens und Handelns. Und es gibt immer noch Handwerkskammern die bei der Ausbildung zum Meister nichts über Marketing lehren.

Wenn sich dann die Inhaber notgedrungen dann doch einmal mit den verschieden Teilgebieten des Marketings befassen müssen, werden auf Grund der Unkenntnis fast immer die falschen Entscheidungen getroffen.

Die Kardinalfehler

Bei Fragen der Werbung ist die Ästhetik wichtiger als die konsequente Darstellung der Vorteile, die man zu bieten hat. Oder man orientiert sich an den visuellen Erscheinungsformen und den Aussagen der Konkurrenten, weil man diese gut findet und so ähnlich im Markt auftreten will.

Bei Entscheidungen im Bereich des Service hat die Vermeidung von Leistungen Vorrang vor der Kundenzufriedenheit.

Im Vertrieb wird erst über neue Möglichkeiten nachgedacht, wenn die Konkurrenten sich dort bereits erfolgreich etabliert haben und man feststellen muss, dass die eigenen Kunden abwandern.

Entschließt sich dann ein Inhaber doch einmal einen Profi zu engagieren, muss er sehr oft feststellen, dass er zwar viel Geld bezahlen muss aber spürbare Erfolge oft ausbleiben. Der Grund ist einfach. Die wirklich guten Marketingprofis sind rar und sitzen gut bezahlt in den (internationalen) Beratungsfirmen, Agenturen und Großunternehmen. Die, die sich bei Handwerk, Handel und Dienstleistern anbieten und für 30.-, 50.-, 70.- EURO die Stunde arbeiten, sind meistens 2. Wahl. Für sie ist oft der eigene Verdienst das Wichtigste.

Die falschen Berater

Ganz schlimm wird es, wenn Berater ihre Kompetenz mit Begriffen wie „Blue Ocean Strategie“ oder „Elevator-Pitsch“ darstellen. Personen, die wenig über Marketing wissen sind dann oft beeindruckt. Aber im Marketing sind viele Begriffe erfunden, um einfache Sachverhalte interessant(er) darzustellen. Alles kann genauso gut in allgemein verständlichen Worten ausgedrückt werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Marketing ist Krieg
Untertitel
Es überleben nur die Besseren
Autor
Jahr
2010
Seiten
7
Katalognummer
V162034
ISBN (eBook)
9783640757541
ISBN (Buch)
9783640757886
Dateigröße
406 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Ohne Sekundärliteratur. Marketing ist kein fairer Wettbewerb. Jeder kämpft um das Überleben. Wer sein Unternehmen noch nach der überholten Vorgabe "Was ist das Beste für mich und mein Geschäft" führt, hat gegenüber den Profis keine guten Chancen. Wie und mit welchen Maßnahmen man auch ohne Marketing-Ausbildung sich behaupten kann, wenn sich auf die Grundidee konzentriert, wird hier beschrieben.
Schlagworte
Marketing, Wettbewerb, Wettbewerbsverdrängung, Marktverdrängung, Wettbewerbschancen, Wettbewerbsmöglichkeiten, Horizontaler Wettbewerb, Vertikaler Wettbewerb, Verdrängungswettbewerb, Firmenstrategie
Arbeit zitieren
Hans-Jürgen Borchardt (Autor), 2010, Marketing ist Krieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162034

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