Die vorliegende Facharbeit geht der Frage nach, welchen Einfluss Persönlichkeitsmerkmale auf die Personalauswahl haben und wie objektiv die dabei verwendeten Kriterien sind. Ziel ist es zu analysieren, ob Unternehmen bestimmte Persönlichkeitsmerkmale im Auswahlprozess bevorzugen und welchen Einfluss dies auf die Fairness der Entscheidungen hat.
Zu Beginn werden die Grundlagen der Personalauswahl sowie deren Ziele und gängige Methoden dargestellt. Der Fokus dieser Arbeit liegt auf der Rolle von Persönlichkeitsmerkmalen im Auswahlverfahren. Es wird untersucht, welche Merkmale in der Bewerberauswahl besonders relevant sind und wie sie die Entscheidungsfindung der Recruiter beeinflussen.
Ein zentraler Aspekt, der bei der Bewertung potenzieller Arbeitskräfte sichergestellt werden muss, ist die Objektivität. Die Arbeit untersucht Möglichkeiten, wie man Fairness im Auswahlprozess gewährleisten kann und schließt mit einer Diskussion über Chancen und Grenzen der Einbindung von Persönlichkeitsmerkmalen in der Personalauswahl ab.
Inhaltsverzeichnis
- Abbildungsverzeichnis
- Zusammenfassung
- 1. Einleitung
- 2. Grundlagen der Personalauswahl
- 2.1 Definition und Ziele
- 2.2 Methoden (Assessment Center, Interviews, Tests)
- 3. Definition und Bedeutung der Persönlichkeitsmerkmale
- 3.1 Big Five Modell
- 3.2 relevante Persönlichkeitsmerkmale bei Auswahlverfahren
- 4. Objektivität der Auswahlkriterien
- 4.1 Was bedeutet Objektivität in der Bewerberauswahl?
- 4.2 Methoden zur Sicherstellung einer fairen Auswahl
- 5. Diskussion
- 6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Facharbeit untersucht den Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen auf die Personalauswahl und hinterfragt die Objektivität der dabei verwendeten Kriterien. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, ob Unternehmen bestimmte Persönlichkeitsmerkmale im Auswahlprozess bevorzugen und welchen Einfluss dies auf die Fairness und Qualität der Auswahlentscheidungen hat.
- Grundlagen und Methoden der Personalauswahl
- Definition und Bedeutung von Persönlichkeitsmerkmalen
- Das "Big Five Modell" der Persönlichkeit
- Objektivität, Fairness und Gütekriterien in der Bewerberauswahl
- Relevante Persönlichkeitsmerkmale in Auswahlverfahren
- Strategien zur Sicherstellung einer fairen Auswahl
Auszug aus dem Buch
3.1 Big Five Modell
In der Arbeitswelt gibt es mehrere Persönlichkeitstheorien, die dazu dienen, das Verhältnis zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und Arbeitsverhalten zu verstehen. Besonders das Fünf Faktoren Modell, auch bekannt als Big Five, hat sich in der Persönlichkeitspsychologie als einflussreichster Eigenschaftsansatz etabliert (McCrae, Costa, Ostendorf, Angleitner et al. 2000). Es beruht auf fünf umfassenden Persönlichkeitseigenschaften: Offenheit für Erfahrungen, Extraversion Gewissenhaftigkeit, Verträglichkeit sowie Neurotizismus (emotionale Stabilität).
Die erste grundlegende Persönlichkeitsdimension ist die Offenheit für Erfahrungen. Menschen unterscheiden sich innerhalb dieser Dimensionen durch unterschiedliche Ausprägungen (Asendorpf, 2019, S.70). Menschen, die beispielsweise eine hohe Ausprägung an Offenheit oder Aufgeschlossenheit aufweisen, gelten meist als erfinderisch, neugierig und tolerant. Dem gegenüber stehen Personen mit geringem Grad an Offenheit, welche eher skeptisch gegenüber Neuem sind und lieber gewohnte Tätigkeiten ausüben (Asendorpf, 2007, S.155).
Laut Rammsayer (2005) bilden Extraversion und Intraversion zwei Grundeinstellungen, die in jedem Individuum existieren aber unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Die Extraversion bezieht sich auf die Tendenz einer Person, nach außen zu streben und soziale Kontakte zu pflegen. Individuen mit hohen Werten auf dieser Dimension sind oft gesellig, selbstsicher, unternehmen viel und zeigen eine aktive Kommunikationsbereitschaft im Gegensatz zu introvertierten Menschen, die eher zurückhaltend und verschlossen sind. Sie bevorzugen das Alleinsein und meiden den sozialen Kontakt eher, ohne dabei unglücklich zu sein (vgl. Fehr, 2010, S. 118).
Gewissenhaftigkeit bezieht sich auf Eigenschaften wie Ordnung, Durchhaltevermögen und Verlässlichkeit (Asendorpf, 2019, S. 70). Hierbei wird erkennbar, wie stark jemand seinen Aufgaben und Zielen verpflichtet ist. Menschen mit hoher Gewissenhaftigkeit zeichnen sich durch ein übertrieben hohes Anspruchsniveau an sich selbst aus, wo hingegen niedriger bewertete Menschen ihre Ziele mit geringerem Engagement verfolgen und leicht ablenkbar sind.
Menschen, die im Faktor Verträglichkeit hohe Werte aufweisen, gelten als hilfsbereit, können gut im Team arbeiten und wollen Konfliktsituationen vermeiden. Durch ihre Gutmütigkeit sind sie meist beliebter und haben die Fähigkeit, auch mal nachzugeben. Dem gegenüber stehen Personen, welche eher zu Wettbewerbsverhalten tendieren und nur schwer Kompromisse eingehen können (Ostendorf & Angleitner, 2004).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Persönlichkeitsmerkmalen in der Personalauswahl und stellt das Big Five Modell als zentrales Konzept vor.
2. Grundlagen der Personalauswahl: Hier werden die Definition, Ziele und gängige Methoden der Personalauswahl, wie Assessment Center, Interviews und Tests, detailliert erläutert.
3. Definition und Bedeutung der Persönlichkeitsmerkmale: Das Kapitel definiert Persönlichkeitsmerkmale und erklärt das einflussreiche Big Five Modell mit seinen fünf Dimensionen und deren Relevanz für Auswahlverfahren.
4. Objektivität der Auswahlkriterien: Dieses Kapitel behandelt die Konzepte der Objektivität in der Bewerberauswahl und stellt Methoden zur Sicherstellung einer fairen und transparenten Entscheidungsfindung vor, inklusive der DIN 33430 Norm.
5. Diskussion: Die Diskussion fasst die Erkenntnisse zusammen, bewertet den Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen auf die Personalauswahl, beleuchtet Chancen und Grenzen und gibt Empfehlungen für eine wirksame und faire Auswahlstrategie.
Schlüsselwörter
Personalauswahl, Persönlichkeitsmerkmale, Big Five Modell, Objektivität, Fairness, Auswahlverfahren, Assessment Center, Interviews, Tests, Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Neurotizismus, Verträglichkeit, Offenheit für Erfahrungen, Eignungsdiagnostik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss von Persönlichkeitsmerkmalen auf die Personalauswahl und der Objektivität der dabei verwendeten Kriterien, um eine faire und effiziente Auswahl geeigneter Bewerber sicherzustellen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Grundlagen der Personalauswahl, die Definition und Bedeutung von Persönlichkeitsmerkmalen, das Big Five Modell, die Objektivität von Auswahlkriterien sowie Methoden zur Gewährleistung einer fairen Auswahl.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es zu analysieren, welchen Einfluss Persönlichkeitsmerkmale auf die Personalauswahl haben und wie objektiv die dabei verwendeten Kriterien sind, insbesondere ob bestimmte Merkmale bevorzugt werden und wie dies die Fairness beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit analysiert und synthetisiert vorhandene wissenschaftliche Literatur und psychologische Modelle zur Personalauswahl und Persönlichkeitspsychologie, um die Forschungsfrage zu beantworten und Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Grundlagen der Personalauswahl, die Definition und Bedeutung von Persönlichkeitsmerkmalen (insbesondere das Big Five Modell) sowie die Objektivität von Auswahlkriterien und Methoden zur Sicherstellung einer fairen Auswahl.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Personalauswahl, Persönlichkeitsmerkmale, Big Five Modell, Objektivität, Fairness, Auswahlverfahren, Eignungsdiagnostik, Interviews und Assessment Center.
Welche Rolle spielt das "Big Five Modell" in dieser Arbeit?
Das "Big Five Modell" dient als zentrale theoretische Grundlage zur Beschreibung und Messung von Persönlichkeitsmerkmalen und wird hinsichtlich seiner Relevanz und Anwendung in der modernen Personalauswahl beleuchtet.
Warum ist die Objektivität bei der Personalauswahl so wichtig?
Objektivität ist entscheidend, um allen Bewerbern gleiche Voraussetzungen und Chancen zu bieten, Fehler und Verzerrungen im Auswahlprozess zu vermeiden und eine faire sowie transparente Entscheidung über die Eignung zu ermöglichen.
Was sind die Grenzen des Einsatzes von Persönlichkeitstests in der Personalauswahl?
Die Arbeit diskutiert, dass Persönlichkeitstests oft von stabilen Merkmalen ausgehen, Ausprägungen sich jedoch mit Lebenserfahrungen ändern können, und dass die Tests nur Momentaufnahmen und kontextabhängig sind, weshalb sie kein alleiniges Entscheidungskriterium sein sollten.
Welche Empfehlungen gibt die Arbeit für eine faire und effektive Personalauswahl?
Die Arbeit empfiehlt eine Kombination aus fachlicher Eignungsprüfung, validen Persönlichkeitsmessungen, strukturierten Interviews, geschulten Beurteilenden und transparenter Kommunikation, idealerweise unter Anwendung der DIN 33430 Norm.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2025, Welchen Einfluss haben Persönlichkeitsmerkmale auf die Personalauswahl und wie objektiv sind die dabei verwendeten Kriterien?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1620606