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Der Weltmarkt für Erdöl und die OPEC

Title: Der Weltmarkt für Erdöl und die OPEC

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Robert Seehawer (Author)

Business economics - Economic Policy
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Summary Excerpt Details

Der Wettbewerbsentzug durch die Bildung von Kartellvereinigungen ist nicht erst seit
dem letzten Jahrhundert aktuell. „Menschen desselben Gewerbes“, schrieb der
schottische Ökonom Adam Smith 1776, „kommen selten zusammen, ohne dass die
Konversation in einer Verschwörung gegen die Öffentlichkeit oder mit einem faulen
Trick, die Preise zu erhöhen, endet.“ Dass hingegen die Umsetzung nicht so einfach zu
bewerkstelligen ist, darf nicht verkannt werden.
In der Ökonomie herrscht die langläufige Meinung, Kartellvereinigungen sind dazu
bestimmt, sich selbst aufzulösen. Dem ungeachtet ist die Kartellvereinigung der OPEC
seit mehr als 45 Jahren bestehend. Die enorme Wichtigkeit des Erdöls für die
weltwirtschaftliche Versorgung mit Energie macht die Organisation der petroleumexportierenden
Staaten zu einer der bedeutendsten Vereinigungen weltweit.
Preisschwankungen auf dem Weltmarkt für Erdöl erfährt der Großteil der Konsumenten
binnen wenigen Tagen. Wieso allerdings eine so starke Volatilität des Erdölpreises
existiert, obwohl die OPEC sich offiziell um die Glättung der Preisentwicklung bemüht,
erfährt er nicht.
Diese Arbeit soll Aufschluss über die Gefahren und Probleme der internen
Kartellstabilität der OPEC geben. Dazu wird untersucht, warum das Kartell, entgegen
der Vielzahl von ökonomischen Theorien und praktischen Beispielen, immer noch
existiert und an seiner Bedeutung nicht verloren hat. Im ersten Kapitel der Arbeit wird
der Begriff des Kartells abgegrenzt und auf den bedeutenden Sachverhalt der
Heterogenität der OPEC-Mitglieder verwiesen. Die große Variationsbreite der
Eigenschaften der Kartellstaaten soll im zweiten Kapitel zusammen mit den Gefahren
für die Kartellstabilität dargestellt werden. Hierbei wird unterteilt in innere und äußere
Umstände, welche die Disziplin der einzelnen Mitglieder beeinflusst. Danach soll im
dritten Kapitel der Begriff und die Umsetzungsproblematik der Kartellstabilität mit der
Hilfe von zwei theoretischen Ansätzen erklärt werden. Der erste Ansatz von Prager aus
dem Jahr 1993 versucht den Anreiz zum Hintergehen der Kartellvereinbarungen aus
einer mikroökonomischen Sichtweise zu erklären. Im zweiten Ansatz von 1997
modellieren Griffin und Xiong mit Hilfe der Spieltheorie eine empirische Analyse
speziell über die OPEC. Diese Erkenntnisse sind so umfassend, so dass sie hier nur kurz
umrissen werden können. Nichtsdestotrotz stellen die gewonnenen Resultate am
tiefgreifendesten dar, warum die OPEC immer noch existent ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Kapitel 1: Das Kartell der OPEC

1.1. Definition Kartell

1.2. Heterogenität der OPEC-Mitglieder

Kapitel 2: Gefahren für die Kartellstabilität

2.1. Gefahren von Außen

2.2. Gefahren von Innen

Kapitel 3: Theoretische Modellierungen zur Kartellstabilität

3.1. Der Ansatz von Prager

3.1.1. Statische Betrachtung

3.1.2. Die Swing-Produzenten-Strategie von Saudi Arabien

3.2. Der Ansatz von Griffin und Xiong

3.2.1. Die Verteilung der Produktionsquoten

3.2.2. Dynamische Betrachtung

3.2.3. Die Tit-For-Tat-Strategie von Saudi Arabien

3.2.4. Fazit des Ansatzes von Griffin und Xiong

Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die interne Stabilität des OPEC-Kartells, indem sie analysiert, warum die Organisation trotz zahlreicher ökonomischer Theorien, die den Zerfall von Kartellen vorhersagen, seit über 45 Jahren Bestand hat. Im Fokus steht dabei die Frage, wie die OPEC durch Quotenverteilungen und strategisches Verhalten ihrer Mitglieder – insbesondere durch die Rolle Saudi-Arabiens – den Anreiz zum Vertragsbruch begrenzt.

  • Analyse der Heterogenität der OPEC-Mitgliedsstaaten und deren unterschiedliche Preisinteressen.
  • Untersuchung externer und interner Gefahrenfaktoren für die Kartellstabilität.
  • Mikroökonomische Modellierung der Kartellstabilität nach Prager.
  • Empirische und spieltheoretische Analyse des Quotensystems und der Tit-For-Tat-Strategie nach Griffin und Xiong.

Auszug aus dem Buch

3.2.3. Die Tit-For-Tat-Strategie von Saudi Arabien

Kooperative Lösungen sind nur möglich, wenn die Spieler im Glauben sind, dass betrügerisches Handeln sofort bestraft wird, sobald der Betrug wahrgenommen wird. Weiterhin muss ein Mitglied willig sein, für die Bestrafung zu sorgen. Aus theoretischer Sicht gibt es zwei Hindernisse ein Gleichgewicht zu erreichen, welches einen größeren Gewinn als die Cournot-Lösung generiert. Ersten ist jede Art von Kontrolle mit Kosten verbunden. Wenn es zu kostspielig ist, die Strafe auszuüben, dann ist die Strafandrohung nicht glaubwürdig. Es liegt keine Teilspielperfektion vor. Zweitens ist in endlichen dynamischen Spielen die Eingreifzeit für die Bestrafung begrenzt. Ist erst einmal die Reserve des Betrügers aufgebraucht, kann man ihn kaum noch bestrafen.

Saudi Arabien gilt durch seine großen Reserven und seine historische Position in der OPEC als der potentielle Garant für eine glaubwürdige Bestrafung. Das Königreich ist der größte OPEC-Produzent und damit der Schlüsselproduzent. In den Jahren 1983 bis 1985 fungierten die Saudis als Swing-Produzent, indem sie ihre eigene Menge auf nicht die quotenkonforme Mengeausweitung anderer OPEC-Produzenten anpassten. Allerdings endete diese Strategie verhängnisvoll. Der Output ist von September 1983 bis Juni 1985 von 6,0 mb/d auf 2,3 mb/d gefallen. Daraufhin gaben die Saudis ihre Swing-Produzenten-Rolle auf.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Langlebigkeit der OPEC ein und skizziert die Problematik interner Instabilität trotz der theoretischen Erwartung eines Kartellzerfalls.

Kapitel 1: Das Kartell der OPEC: Dieses Kapitel definiert die OPEC als Kartell und beleuchtet die strukturelle Heterogenität der Mitgliedsstaaten hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Interessen.

Kapitel 2: Gefahren für die Kartellstabilität: Hier werden die internen und externen Faktoren wie politische Diskrepanzen, Trittbrettfahrerproblematik und Substitutionskonkurrenz analysiert, die den Zusammenhalt der OPEC gefährden.

Kapitel 3: Theoretische Modellierungen zur Kartellstabilität: Das Kapitel bietet eine tiefgehende Analyse durch mikroökonomische Ansätze von Prager sowie spieltheoretische Untersuchungen von Griffin und Xiong zur Funktionsweise des Quotensystems.

Fazit: Das Fazit fasst die Rolle Saudi-Arabiens als Stabilitätsgarant durch die Tit-For-Tat-Strategie zusammen und verweist auf die Komplexität bei der Prognose der zukünftigen Lebensdauer des Kartells.

Schlüsselwörter

OPEC, Kartellstabilität, Erdölmarkt, Produktionsquoten, Spieltheorie, Tit-For-Tat-Strategie, Saudi-Arabien, Swing-Produzent, Preisbildung, Heterogenität, Ressourcen, Kalkulationszins, Marktanteile, Cournot-Lösung, Kartelldisziplin.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die interne Stabilität des Erdölkartells OPEC und untersucht Mechanismen, die trotz ökonomischer Anreize zum Betrug den Zusammenhalt der Organisation sichern.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Struktur des Kartells, die unterschiedlichen wirtschaftlichen Interessen der Mitglieder, die Auswirkungen externer Marktgefahren sowie theoretische Modelle zur Stabilitätsmessung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, warum die OPEC entgegen klassischer ökonomischer Theorien über Kartellzerfälle seit Jahrzehnten erfolgreich existiert.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Es werden mikroökonomische Theorien, spieltheoretische Modelle sowie eine empirische Analyse der Quotenverteilung herangezogen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den theoretischen Modellen von Prager sowie von Griffin und Xiong, wobei insbesondere die Rolle Saudi-Arabiens und das Quotensystem analysiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem OPEC, Kartellstabilität, Tit-For-Tat, Produktionsquoten und spieltheoretische Analyse.

Warum ist die Heterogenität der OPEC-Mitglieder für die Stabilität so bedeutend?

Die Unterschiede in Pro-Kopf-Reserven und Absorptionsfähigkeit führen zu divergierenden Zeitpräferenzen und Preisinteressen, was die Koordination der Produktionsquoten massiv erschwert.

Warum gilt die Tit-For-Tat-Strategie als entscheidend für Saudi-Arabien?

Da Saudi-Arabien aufgrund seiner großen Reserven als Stabilitätsanker fungieren kann, dient die Tit-For-Tat-Strategie dazu, Vertragsbrüche anderer Mitglieder glaubwürdig zu sanktionieren und somit Anreize für Kartelltreue zu schaffen.

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Details

Title
Der Weltmarkt für Erdöl und die OPEC
College
University of Leipzig  (Institut für Wirtschaftspolitik)
Course
Aktuelle und "Vergessene" Aspekte der Weltpolitik
Grade
1,7
Author
Robert Seehawer (Author)
Publication Year
2003
Pages
24
Catalog Number
V16206
ISBN (eBook)
9783638211208
Language
German
Tags
Weltmarkt Erdöl OPEC Aktuelle Vergessene Aspekte Weltpolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Seehawer (Author), 2003, Der Weltmarkt für Erdöl und die OPEC, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16206
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