Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit

Neue Denkansätze zum Thema "Frieden"

Titel: Neue Denkansätze zum Thema "Frieden"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2002 , 30 Seiten , Note: 3

Autor:in: Christoph Ohl (Autor:in)

Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

[...] Vor diesem Hintergrund steht die Friedens- und Konfliktforschung vor neuen
Aufgaben. So muss z.B. anerkannt werden, dass Kriege nicht mehr allein unter
souveränen Staaten stattfinden, sondern immer häufiger zwischen Staaten und
privaten Akteuren, wie es in der jüngeren Vergangenheit im Kampf der westlichen
Allianz gegen den Terrorismus der Fall ist. Somit sind einige Theorien, bezüglich der
Erzielung und Sicherung des Friedens im internationalen System, überholt, wie
beispielsweise die realistische Ansicht, dass Frieden im internationalen System durch
ein Machtgleichgewicht zwischen souveränen Staaten zu Stande kommen kann. Die
Friedens- und Konfliktforschung muss sich diesen veränderten Sachlagen stellen.
In dieser soll versucht werden, neue Denkansätze zum Thema „Frieden“ zu
diskutieren.
Hierzu wird zunächst eine ausführliche Begriffsbestimmung vorgenommen, in der
Frieden aus zweierlei Perspektive betrachtet wird. In der ersten Perspektive wird
Frieden als ein Zustand gesehen. Die zweite Perspektive sieht Frieden als einen
Prozess.
In einem nächsten Schritt werden Friedensursachen diskutiert. Hierbei wird zunächst
auf allgemeine Friedensursachen eingegangen. Danach werden Friedensursachen
aus Sicht der drei Großtheorien der Internationalen Beziehungen (Realismus,
Liberalismus und Konstruktivismus) begutachtet.
4
Als Drittes soll der häufig diskutierte Zusammenhang zwischen demokratischen
Herrschaftsformen und Frieden noch einmal kurz reflektiert werden, insbesondere
vor dem Hintergrund, ob Demokratie einen friedensfördernden Beitrag leisten kann.
Zum Abschluss wird der Versuch unternommen, inwieweit ein Weltstaat, bzw.
weltstaatliche Organisationsformen, zur Vermeidung von kriegerischen
Auseinandersetzungen und weiterführend zu einer Sicherung des Friedens auf
globaler Ebene beitragen kann.
Das Thema „Frieden“ ist ein sehr komplexes Thema. Es gibt in der Literatur
unzählige Schriften zu diesem Thema und nahezu jeder bedeutende Politologe oder
Philosoph hat sich zu diesem Thema geäußert. Diese Arbeit stellt daher nicht den
Anspruch, eine abschließende Stellung zum Thema „Frieden“ zu beziehen. Es sollen
lediglich ausgewählte Aspekte dargestellt und diskutiert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmung

2.1. Gerechtigkeit als Bestandteil des Friedens

2.2. Frieden als Beziehungsbegriff

2.3. Frieden und Interaktion

3. Frieden als Prozess

3.1. Frieden als Zivilisierungsprozess

3.2. Frieden aus Sicht des Zivilisationsprozesses nach Elias

4. Friedensursachen

4.1. Realismus, Neorealismus

4.2. Institutionalismus

4.3. Konstruktivismus

5. Frieden und Demokratie

6. Weltstaat als Garant von Frieden

7. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe und vielschichtige Thema „Frieden“ unter Berücksichtigung neuer Denkansätze. Ziel der Ausarbeitung ist es, den Friedensbegriff aus verschiedenen Perspektiven zu durchleuchten, Friedensursachen theoretisch zu hinterfragen und die Rolle von Demokratien sowie die Vision eines Weltstaates als Garant für globale Sicherheit kritisch zu reflektieren.

  • Multidimensionale Begriffsbestimmung von Frieden (Zustand vs. Prozess)
  • Analyse von Friedensursachen anhand der Großtheorien (Realismus, Liberalismus, Konstruktivismus)
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Demokratie und Friedfertigkeit
  • Kritische Diskussion der Weltstaatsidee unter Berücksichtigung globaler Herausforderungen

Auszug aus dem Buch

3.1. Frieden als Zivilisierungsprozess

Nach Senghaas zeichnen sich moderne Gesellschaften gegenüber traditionellen Gesellschaften durch ein erhöhtes Maß an Pluralismus, vor allem der Pluralität der Interessen, aus. Weiterhin sind moderne Gesellschaften das Ergebnis von Emanzipationsprozessen, wie beispielsweise die Herausbildung überdörflicher Verkehrswirtschaften, der zunehmenden Verstädterung u.ä..

Diese modernen Gesellschaften zeichnen sich nach Senghaas durch ein erhöhtes Potential an Konflikt- und Gewaltbereitschaft aus. Um zu verhindern, dass sich dieses Potential in kriegerische Auseinandersetzungen transformiert, ist es notwendig, geeignete Formen der Koexistenz zu finden. Dies ist laut Senghaas „die zentrale zivilisatorische Aufgabe“. Hierbei setzt er misslungene Koexistenz mit Entzivilisierung gleich. Gelungene Koexistenz im Zuge eines Zivilisierungsprozesses führt hingegen zur Sicherung des inneren Friedens in einer Gesellschaft. Somit ist Frieden das Ergebnis gelungener Zivilisierung.

An dieser Stelle stellt sich nun die Frage, welche Kriterien das „Zivilisierungsprojekt Frieden“ ausmachen. Nach Senghaas sind es sechs Aspekte, die den inneren Frieden einer Gesellschaft kennzeichnen:

1. Entprivatisierung von Gewalt

Ein Aspekt für einen gelungenen Zivilisierungsprozess ist die Entprivatisierung von Gewalt und die Existenz eines staatlichen Gewaltmonopols. Dadurch wird eine Bewaffnung der Bürger verhindert und die Gefahr von bürgerkriegsähnlichem Konfliktaustrag reduziert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik internationaler Beziehungen und die sich verändernden Anforderungen an die Friedens- und Konfliktforschung.

2. Begriffsbestimmung: Definition von Frieden als komplexes Phänomen unter Abgrenzung verschiedener Perspektiven wie Gerechtigkeit, Beziehungsbegriff und Interaktion.

3. Frieden als Prozess: Theoretische Herleitung von Frieden als dynamischen Prozessmuster und als Ergebnis eines Zivilisierungsprozesses.

4. Friedensursachen: Analyse der Ursachen für Frieden durch die Brillen von Realismus, Institutionalismus und Konstruktivismus.

5. Frieden und Demokratie: Reflexion über die Friedfertigkeit demokratischer Staaten gegenüber anderen Demokratien und Nicht-Demokratien.

6. Weltstaat als Garant von Frieden: Kritische Untersuchung der Idee einer Weltrepublik als globale Friedensinstanz.

7. Fazit: Abschließende Bewertung der Weltstaatsidee und die Notwendigkeit einer organischen Entwicklung internationaler Strukturen.

Schlüsselwörter

Frieden, Konfliktforschung, Internationale Beziehungen, Globalisierung, Zivilisierungsprozess, Sicherheitsdilemma, Demokratie, Weltstaat, Gewaltmonopol, Gerechtigkeit, Sicherheitsgemeinschaft, Souveränität, Machtgleichgewicht, Weltrepublik, Interdependenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und praktischen Auseinandersetzung des Begriffs „Frieden“ und den Möglichkeiten zu dessen Sicherung im internationalen System.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Begriffsdefinition von Frieden, die Theorie des Zivilisierungsprozesses, die Rolle der drei Großtheorien (Realismus, Institutionalismus, Konstruktivismus) sowie die Diskussion um die Demokratisierung und Weltstaatbildung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Diskussion neuer Denkansätze zum Thema Frieden, insbesondere unter dem Aspekt, wie staatliche und überstaatliche Strukturen zur Gewaltprävention beitragen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf Literaturrecherche und der kritischen Auseinandersetzung mit politikwissenschaftlichen Konzepten verschiedener Autoren basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Begriffsbestimmungen, Prozessmuster von Frieden, Friedensursachen der verschiedenen Denkschulen sowie die Debatte um die Friedfertigkeit von Demokratien und die Idee eines Weltstaates detailliert erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Frieden, Zivilisierungsprozess, Sicherheitsgemeinschaft, Weltstaat und Demokratie geprägt.

Was genau versteht man unter dem „Zivilisatorischen Hexagon“ nach Senghaas?

Das Zivilisatorische Hexagon ist ein Modell aus sechs Komponenten, wie etwa Gewaltmonopol, Rechtsstaatlichkeit und Affektkontrolle, die gemeinsam den inneren Frieden einer Gesellschaft stützen.

Wie wird das Konzept des Weltstaates in der Arbeit bewertet?

Das Konzept wird kritisch diskutiert: Während der Weltstaat als theoretische Lösung für das globale Sicherheitsdilemma gesehen wird, stellt seine praktische Umsetzung aufgrund organisatorischer Hürden und der Identitätsfrage eine große Herausforderung dar.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Neue Denkansätze zum Thema "Frieden"
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Fachbereich 2)
Veranstaltung
Seminar: Theorien der internationalen Beziehungen
Note
3
Autor
Christoph Ohl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
30
Katalognummer
V16211
ISBN (eBook)
9783638211239
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Neue Denkansätze Thema Frieden Seminar Theorien Beziehungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christoph Ohl (Autor:in), 2002, Neue Denkansätze zum Thema "Frieden", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16211
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  30  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum