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Meditation und Bewegung in Jean-Jacques Rousseaus "Rêveries du promeneur solitaire"

Titel: Meditation und Bewegung in Jean-Jacques Rousseaus "Rêveries du promeneur solitaire"

Bachelorarbeit , 2020 , 35 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Franz Beigelbeck (Autor:in)

Didaktik für das Fach Französisch - Literatur, Werke
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Bachelorarbeit wird der Lebensabend des erstaunlichen Schriftstellers Rousseaus betrachtet und analysiert. Es werden vor allem die Stilmittel und Akzente dieser berühmten "Rêveries" untersucht, gerade hinsichtlich ihrer meditativen Wirkung beim Leser als auch im Autor.

Am Anfang dieser Arbeit stehen Autor und Werk. Daran anschließend wird die Forschungsfrage der Untersuchung formuliert. In Anlehnung an die Première Promenade wird die Situation Rousseaus kurz vor seinem Tod geschildert, die den Ausgangspunkt der Analyse bildet. Darauf aufbauend wird die besondere geistige Aktivität, die rêverie, definiert, um anschließend die Ausarbeitung der Meditation zu ermöglichen. Gemeinsam mit solitude, nature und contemplation bildet die Meditation den Aufschwung des leidenden Philosophen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Vorwort
    • 1.1. Les rêveries du Promeneur Solitaire
    • 1.2. Vorstellung der einzelnen Promenaden
    • 1.3. Autor-Leser Verhältnis
    • 1.4. Formulierung der Forschungsfrage
  • 2. Situation Rousseaus
  • 3. Der Begriff „rêverie"
    • 3.1. Tagträumerei oder Meditation
    • 3.2. Einsamkeit
    • 3.3. Natur und Kontemplation
  • 4. Bewegung in den Rêveries
    • 4.1. Seelenruhe und Ziel der Meditation
    • 4.2. Unfallszene der Deuxième Promenade
    • 4.3. Uferszene der Cinquième Promenade
    • 4.4. Vergleich beider Szenen
  • 5. Nachwort
  • 6. Aktualität
  • 7. Anhang
  • 8. Bibliografie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht tiefgehend die Rolle von Bewegung und Meditation in Jean-Jacques Rousseaus Spätwerk „Rêveries du promeneur solitaire“. Sie zielt darauf ab, zu analysieren, welche Bedeutung Bewegung für den „Promeneur“ hat, wohin diese ihn führt und welche spezifische Bewegung seiner Meditation entspricht, um so den Weg zu Selbsterkenntnis und Seelenruhe zu beleuchten.

  • Die Definition und Abgrenzung des Begriffs „rêverie“ als Tagträumerei oder Meditation.
  • Die existenzielle Bedeutung von Einsamkeit und Natur als Voraussetzungen für die Meditation.
  • Die Analyse körperlicher und geistiger Bewegung als zentrales Element der Selbsterkenntnis.
  • Die Darstellung des Erreichens von Seelenruhe und des Existenzgefühls in Schlüsselmomenten der „Rêveries“.
  • Die Verbindung von Rousseaus Musikalität mit der Bewegung und dem Rhythmus des Werkes.

Auszug aus dem Buch

4.2 Die Unfallszene der Deuxième Promenade

Die Deuxième Promenade beginnt mit einem rhetorischen Rückgriff auf den Titel: Es wird die körperliche Bewegung, das Spazierengehen, „promenades solitaire“ unmittelbar mit dem Selbsterkenntnisprozess in Zusammenhang gebracht,ces heures de solitude et meditation“. (RPS S.45 I) In dieser Promenade taucht zum ersten Mal in den Rêveries das Beisichselbstsein auf. Während eines Spazierganges in der Nähe des Dorfs Charonne, heute ein Stadtteil von Paris, ereignet sich ein unglücklicher Zusammenstoß Rousseaus mit einem Hund. Rousseaus ausführliche Schilderung des Unfalls zeigt ohne Zweifel, dass es ein einschneidendes Ereignis für ihn war. Der Zusammenstoß wird ihn noch „quelque temps" beschäftigen. (RPS S.46)

<<< L'état auquel je me trouvais dans cet instant est trop singulier pour n'en pas faire ici la description. » (RPS S.49)

Wie das klassische Drama - oder musikalisch gesprochen - die typische Sonatenhauptsatzform, ist der Text in drei Akte (Teile) aufgeteilt. Eine Prélude (Exposition) als Vorbereitung der Ekstase, das Évènement (Durchführung) als Beschreibung der Ekstase, und schließlich ein Déclin (Reprise), eine Rückkehr aus dem „glücklichsten“ Zustand zur „grausamen" Gesellschaft.

Prélude - Exposition

Auf dem genau datierten Spaziergang vergnügt Rousseau sich zunächst mit der Botanik. Er ist „zufrieden und amüsiert“, denn er findet zwei seltene Pflanzen, die er katalogisieren und in seine Sammlung aufnehmen kann. Nach der Kontemplation der Botanik folgt die Betrachtung des Ganzen, der umgebenden Landschaft. Die Botanik erscheint hier zum ersten Mal in den Rêveries als Vorbereitung auf die Seelenruhe.

<<< Enfin après avoir parcouru en détail plusieurs autres plantes que je voyais encore en fleurs [...] je quittai peu à peu ces menues observations pour me livrer à l'impression non moins agréable mais plus touchante que faisait sur moi l'ensemble de tout cela. » (RPS S.47)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Dieses Kapitel führt in das Thema der Arbeit ein, stellt den Autor und sein Werk vor und formuliert die zentrale Forschungsfrage zur Bedeutung von Bewegung und Meditation in Rousseaus „Rêveries“. Es skizziert den Aufbau der Untersuchung und die Entwicklung Rousseaus hin zur Seelenruhe.

2. Situation Rousseaus: Hier wird die besondere Lebenslage Rousseaus zum Zeitpunkt der Abfassung der „Rêveries“ beleuchtet, insbesondere seine Loslösung von der Gesellschaft und die daraus resultierende Einsamkeit, die den Ausgangspunkt seiner Selbstbetrachtung bildet.

3. Der Begriff „rêverie": Dieses Kapitel widmet sich der Definition der „rêverie“, differenziert sie von reiner Tagträumerei und beleuchtet ihre Rolle als meditative, geistige Aktivität, die in Einsamkeit und Natur zur Kontemplation führt.

4. Bewegung in den Rêveries: Das Hauptkapitel analysiert verschiedene Formen der Bewegung im Werk, insbesondere die physische Bewegung des Spaziergängers und die innere Bewegung der Meditation. Es werden die Unfallszene der Deuxième Promenade und die Uferszene der Cinquième Promenade detailliert verglichen, um den Weg zur Seelenruhe aufzuzeigen.

5. Nachwort: Das Fazit fasst die Ergebnisse bezüglich der unterschiedlichen Bewegungen und der geistigen Aktivität der „rêverie“ zusammen. Es betont die Dualität im Werk als Mittel zur Selbsterkenntnis und zieht Vergleiche zu philosophischen Konzepten.

6. Aktualität: In diesem Kapitel wird die zeitgenössische Relevanz von Rousseaus Überlegungen zu Glück, Einsamkeit und dem Rhythmus des Lebens in einer modernen, ruhelosen Gesellschaft diskutiert und die Aktualität seines Werkes hervorgehoben.

Schlüsselwörter

Rousseau, Rêveries, Bewegung, Meditation, Promeneur Solitaire, Einsamkeit, Natur, Kontemplation, Seelenruhe, Selbsterkenntnis, Rhythmus, Philosophie, Literatur, existentielle Erfahrung, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die zentrale Rolle von Bewegung und Meditation in Jean-Jacques Rousseaus Spätwerk „Rêveries du promeneur solitaire“ und analysiert, wie diese Elemente zur Selbsterkenntnis und Seelenruhe des Autors beitragen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die Definition der „rêverie“ als meditative Aktivität, die Bedeutung von Einsamkeit und Natur, körperliche und geistige Bewegung sowie die Erlangung von Seelenruhe und dem Existenzgefühl.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die genaue Bedeutung von Bewegung in den „Rêveries du promeneur solitaire“ zu bestimmen, wohin diese den „Promeneur“ führt und welche spezifische Art von Bewegung seiner Meditation entspricht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, die spezifische Szenen aus Rousseaus Werk detailliert betrachtet und Bezüge zu philosophischen sowie musikalischen Interpretationen herstellt, um die Konzepte von Bewegung und Meditation zu ergründen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Rousseaus persönliche Situation, eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Begriff der „rêverie“, die umfassende Analyse von Bewegung in den „Rêveries“ sowie spezifische Fallstudien wie die Unfallszene der Deuxième Promenade und die Uferszene der Cinquième Promenade behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Rousseau, Rêveries, Bewegung, Meditation, Promeneur Solitaire, Einsamkeit, Natur, Kontemplation, Seelenruhe, Selbsterkenntnis, Rhythmus, Philosophie, Literatur.

Warum unterscheidet der Autor der Arbeit streng zwischen „Rêveries“ und „Promenades“?

Der Autor differenziert, um hervorzuheben, dass „Promenade“ als menschliche Bewegungsform eine existenzielle Komponente des Werkes darstellt, während „Rêveries“ das gesamte Œuvre bezeichnet, das diese Spaziergänge und Gedanken umfasst.

Wie wird der Zustand der Seelenruhe in der Arbeit beschrieben?

Seelenruhe wird als ein Zustand des Beisichselbstseins definiert, in dem Denken und Fühlen harmonisch verschmelzen. Der Promeneur erfährt hier Glück und Frieden im Jetzt, losgelöst von externen Ablenkungen und der Trennung zwischen Ich und Welt.

Welche Rolle spielt die Musikalität in Rousseaus „Rêveries“ laut dieser Arbeit?

Die Arbeit stellt eine Seelenverwandtschaft zwischen Rousseau und dem Komponisten Wolfgang Rihm her und deutet an, dass die Bewegung und der Rhythmus der Musik der Bewegung der „rêverie“ entspricht, welche Rousseau zur Entdeckung des „Atem der Welt“ und des Gefühls des Daseins führt.

Wie unterscheidet sich das Erreichen der Seelenruhe durch den Unfall in der Deuxième Promenade von der Meditation in der Cinquième Promenade?

In der Deuxième Promenade ergreift die Seelenruhe den Promeneur plötzlich und zufällig durch einen Unfall, wohingegen sie in der Cinquième Promenade durch die willentliche und geübte Praxis der Meditation, insbesondere am Wasser und durch Konzentration auf dessen Rhythmus, erreicht wird.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Meditation und Bewegung in Jean-Jacques Rousseaus "Rêveries du promeneur solitaire"
Hochschule
Universität Konstanz
Note
1,7
Autor
Franz Beigelbeck (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
35
Katalognummer
V1624332
ISBN (PDF)
9783389158906
ISBN (Buch)
9783389158913
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rousseau Philosophie Literatur Mediationen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Franz Beigelbeck (Autor:in), 2020, Meditation und Bewegung in Jean-Jacques Rousseaus "Rêveries du promeneur solitaire", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1624332
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Leseprobe aus  35  Seiten
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