Aspasia und Perikles


Hausarbeit (Hauptseminar), 1995

9 Seiten, Note: gut


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Herkunft der Aspasia

3. Das Bild der Aspasia in den Quellen

4. Der Einfluss der Aspasia auf die Politik Athens

5. Zusammenfassung

1. Einleitung

Aspasia, die wohl schillerndste Frauengestalt des fünften vorchristlichen Jahrhunderts, tritt quellenmäßig erst mit ihrer Beziehung zu Perikles, dem führenden Politiker Athens, auf die Bühne der Geschichte. Da ihr Schicksal untrennbar mit dem Höhepunkt und dem Verfall der perikleischen Machtstellung verbunden ist, scheint es nur folgerichtig, dass über ihr weiteres Leben nach dem Tod des Perikles nur äußerst spärliche und anekdotenhafte Nachrichten vorhanden sind.

2. Die Herkunft der Aspasia

Aspasia stammt, glaubt man Quellen wie Plutarch und Platon, aus Milet, der reichen Stadt Ioniens (Plut.Per.24, 2; Plat.Menex.235 e). Hingegen existiert auch eine Nachricht des Herakleides Pontikos bei Athenaios, dass Aspasia aus Megara stammt (Athenaios XII 533 c-d). Wahrscheinlich sollte ihre Herkunft den ihr zu Last gelegten Fakt untermauern, sie trage die Schuld am Ausbruch des Peloponnesischen Krieges (Athen.XIII 569f). Sie wird weiterhin bei Athenaios eine Hetäre[1] und „Bordellwirtin“ genannt, derentwegen sich Perikles auch von seiner Frau trennte (XII 533 c-d).

Auch moderne Autoren folgen teilweise der Meinung, Perikles habe sich wegen Aspasia von seiner ersten Gattin getrennt, da er überwältigt war von Geist und Schönheit der Milesierin.[2]

Andere wiederum interpretieren die Quellen (Plut.Per.24) dahingehend, dass Perikles bereits geraume Zeit von seiner ersten Gattin geschieden war, bevor er Aspasia kennen lernte.[3]

Weshalb und wie Aspasia nach Athen gelangte, ist unbekannt, ebenso der genaue Zeitpunkt.

Es existieren Spekulationen, dass die Familie des Perikles und die der Aspasia miteinander verwandt bzw. verschwägert waren, und dass Perikles Aspasia im Haus seiner Cousine und Exfrau kennen gelernt haben könnte. Diese Spekulation ist insofern interessant, da hiermit dem Verdacht, dass es sich bei Aspasia um eine Hetäre handelt, welche nach Athen kam, um Einfluss zu gewinnen, die Grundlage größtenteils entzogen würde.[4]

Der Beginn der vierziger Jahre des fünften Jahrhunderts ist mit großer Sicherheit als Beginn der Beziehung zwischen Aspasia und Perikles anzusehen. Der aus dieser Verbindung stammende Sohn ( Plut.Per.24, 6; Plat.Menex.235 e) dürfte zwischen 445 und 440 v.Chr. geboren worden sein, da er wahrscheinlich bereits 410/9 v.Chr. Hellenotamias war.[5]

Eher unwahrscheinlich ist, dass die Beziehung vor dem Jahr 450/51 v.Chr. begann, da Perikles zu diesem Zeitpunkt ein Gesetz durchbrachte, welches bestimmte, das künftig nur der als attischer Vollbürger zu gelten hat, dessen Vater und Mutter attische Bürger sind.

Offensichtlich verband Perikles und Aspasia eine aufrichtige Liebe (Plut.Per.24), eine Tatsache, welche im attischen Gemeinwesen eher die Ausnahme dargestellt haben dürfte, betrachtet man sich die Art und Weise der Eheschließungen.[6]

Da es zwischen Milet und Athen keine Epigamie gab, galt die Ehe von Aspasia und Perikles nach attischem Recht als illegitim; die Kinder aus solchen Beziehungen galten als  als Bastard.[7]

3. Das Bild der Aspasia in den Quellen

Ab dem Moment, in welchem Aspasia an Perikles` Seite in der Öffentlichkeit auftaucht, beginnen auch bereits die Spekulationen und Verleumdungen ihrer Person. Allen voran Komödiendichter wie Kratinos und Aristophanes spotteten sowohl über Perikles als auch über Aspasia und beider Beziehung zueinander.[8]

Das die Diffamierung der Aspasia Perikles treffen sollte und ihn so im politischen Leben unmoralisch und unglaubwürdig darstellen sollten, war sicherlich Teil der politischen Auseinandersetzungen innerhalb der athenischen Demokratie.[9]

Auch darf nicht vergessen werden, dass sich gerade zu Beginn der vierziger Jahren des fünften Jahrhunderts unter Thukydides Melesiou die innenpolitische Opposition formierte und die Vorwürfe gegen Perikles zunahmen.[10] So erscheint es nur folgerichtig, dass diese Anschuldigungen sich auch gegen die nächsten Vertrauten des Perikles richteten und somit auch gegen seine Frau, deren Herkunft und Lebensweise den Vorwürfen eine Basis gaben[11].

[...]


[1] C.W.Weber, Perikles, S.286

[2] E.Kornemann, Große Frauen des Altertums, S.70

[3] L.-M.Günther, Aspasia und Perikles, S.41

[4] L.-M.Günther, Aspasia und Perikles, S.53-55

[5] Judeich, Aspasia 1, RE Bd.II, S.1716-1717

[6] S.B.Pomeroy, Frauenleben im klassischen Altertum, S.135-137

[7] C.W.Weber, Perikles, S.282

[8] L.-M.Günther, Aspasia und Perikles, S.43

[9] L.-M.Günther, Aspasia und Perikles, S.42

[10] R.Klein, Die innenpolitischen Gegnerschaft gegen Perikles, S.504-506

[11] Ch.Schubert, Perikles, S.116

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Aspasia und Perikles
Hochschule
Universität Leipzig  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Hauptseminar: Geschlechterrollen der Antike
Note
gut
Autor
Jahr
1995
Seiten
9
Katalognummer
V16244
ISBN (eBook)
9783638211499
Dateigröße
340 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aspasia, Perikles, Hauptseminar, Geschlechterrollen, Antike
Arbeit zitieren
M.A. Diana Beuster (Autor), 1995, Aspasia und Perikles, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16244

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