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Zur Geschichte der Synchronisation

Title: Zur Geschichte der Synchronisation

Seminar Paper , 2003 , 32 Pages , Grade: 2

Autor:in: Adela Jurja (Author)

Speech Science / Linguistics
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Summary Excerpt Details

[...]
Der Übertragungsprozess bei der Synchronisation ist größtenteils von der
Multimedialität des Films geprägt, die der Synchronisation einerseits viele
Möglichkeiten bietet, andererseits aber auch sehr viele Grenzen setzt. Neben den
technischen, visuellen und sprachlichen Einschränkungen, die durch diese
Multimedialität entstehen, gibt es auch weitere Faktoren, die einen
entscheidenden Einfluss auf die Synchronisation haben. Der herrschende Zeitgeist
und die geschichtlich-politische Situation in der ein Film gezeigt wird, spielen in
diesem Zusammenhang auch eine große Rolle.
In meiner Semesterarbeit werde ich mich nur auf die geschichtliche Entwicklung
der Synchronisation beschränken und die verschiedenen Stadien, die sie im
Wandel der Zeit durchlaufen hat, darstellen. Die Entwicklung der Filmtechnik
werde ich dabei bewusst vernachlässigen, da dies den Rahmen dieser Arbeit bei
weitem sprengen würde. Obwohl die Geschichte der „wirklichen“
Synchronisation erst mit der Geschichte des Tonfilms beginnt, habe ich mit dem
Unterkapitel 2.1. trotzdem auch die Stummfilmzeit in meine Arbeit eingegliedert.
Denn schon der Klavierspieler oder Kinoerklärer der Stummfilmzeit musste seine
Beiträge synchron zu den Bildern und Tönen des Ursprungsfilms einbringen.
4
In Kapitel 2.2. wird dann auf die Zeit des Tonfilms eingegangen. Mit dem
Siegeszug des Tonfilms wurde zwangsläufig auch die Synchronisation ins Leben
gerufen, denn die Filmgesellschaften wollten ihre Produkte natürlich in die ganze
Welt profitbringend verkaufen – so wie zuvor ihre Stummfilme.
Kapitel 2.3. ist der Entwicklung der Synchronisation in Deutschland gewidmet.
Im Unterkapitel 2.3.1. sehen wir, wie die nationalsozialistische Vergangenheit
Deutschlands in vielerlei Hinsicht die Bedingungen, unter denen Filme
synchronisiert wurden, beeinflusst hat. Das drauffolgende Kapitel beschreibt die
Folgen des Zweiten Weltkrieges auf die Film- und Synchronisationsindustrie im
Nachkriegsdeutschland. Kapitel 2.3.3. behandelt das Thema Zensur und zeigt ein
paar Beispiele der haarsträubenden Manipulationen der fünfziger und sechziger
Jahre. Das Bestreben der Synchronautoren in den fünfziger und sechziger Jahren
durch Eindeutschungen alles „Fremde“ zu tilgen, wird im Kapitel „Alemannitis“
behandelt. Schließlich zeigt das letzte Unterkapitel mit welchen Problemen die
Synchronisation im Rahmen des Fernsehens konfrontiert wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Geschichte der Synchronisation

2.1. Die Stummfilmzeit

2.2. Der Tonfilm

2.3. Entwicklung der Synchronisation in Deutschland

2.3.1. Isolation in der Nazi- und Kriegszeit

2.3.2. Synchron-Boom nach dem Krieg

2.3.3. Synchronisation und Filmzensur

2.3.4. „Alemannitis“

2.3.5. Synchronisation im Zuge des Fernsehens

3. Zusammenfassung

4. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die geschichtliche Entwicklung der Filmsynchronisation in Deutschland, wobei der Fokus auf den filmischen Stadien sowie dem Einfluss von Zeitgeist und politischer Zensur auf den Übersetzungsprozess liegt.

  • Historische Entwicklung der Synchronisation von der Stummfilmzeit bis zum Fernsehen.
  • Einfluss der NS-Zeit und des Zweiten Weltkriegs auf den Filmimport und die Synchronisationspraxis.
  • Manipulation von Inhalten durch Zensur und ideologische Anpassungen (z.B. „Alemannitis“).
  • Wechselwirkungen zwischen Kinofilm, Fernsehen und den daraus resultierenden Qualitätsstandards.

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Isolation in der Nazi- und Kriegszeit

Die ersten Filme, die nach Deutschland kamen – meist aus den USA oder aus Frankreich –, wurden in den deutschen Kinos in Originalfassung oder mit Untertiteln vorgeführt. Das lag nicht nur daran, dass das Synchronisationsverfahren noch nicht vollständig ausgereift war, sondern ab etwa 1930 hauptsächlich an der Politik und dem Einfluss des Nationalsozialismus. Unter dem Druck des damaligen Meinungsterrors wurde der Import ausländischer Filme in erster Linie sehr stark eingeschränkt. Die Filme, die dann doch ins Land gelangten, wurden nicht publikumsfreundlich synchronisiert, sondern mit den in Deutschland unbeliebten Untertiteln versehen. Diese hatten auch den Vorteil, dass man den Inhalt durch das Weglassen oder Verändern unerwünschten Gedankenguts manipulieren konnte.

Auch Buchers Enzyklopädie des Films gibt unter dem Stichwort 'Deutschland: Deutsches Reich' ausführliche Informationen über die Einflussnahme der NSDAP auf das Medium Film, dessen politischen Wert sie schon früh erkannte: Nach seinem Machtantritt 1933 übertrug Hitler die Betreuung des Films seinem Propagandaminister Joseph Goebbels, der die Wirksamkeit dieses Mediums sehr hoch einschätzte und dem die Sonderstellung des Films und der Filmschaffenden im Dritten Reich zu verdanken war. [...] Alle Filme wurden [...] in sämtlichen Stadien ihrer Entstehung genau überwacht, und Wochenschauen, die teilweise bis zu einer Stunde lang waren und die eigentliche Propaganda transportierten, waren fester Bestandteil jedes Kinoprogramms.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Rahmen der Arbeit, der sich auf die geschichtliche Entwicklung der Filmsynchronisation unter Auslassung der reinen Filmtechnik beschränkt.

2. Zur Geschichte der Synchronisation: Dieses Kapitel behandelt den chronologischen Wandel der Filmübersetzung, beginnend bei den Vorführern der Stummfilmzeit bis hin zur Etablierung des Tonfilms.

2.1. Die Stummfilmzeit: Das Kapitel erläutert, wie Stummfilme durch Pianisten oder Kinoerklärer kommentiert wurden, um den Zuschauer akustisch zu begleiten und Dialoge zu rekonstruieren.

2.2. Der Tonfilm: Es wird dargestellt, wie die Sprachbarriere durch den Tonfilm die internationale Vermarktung erschwerte und zu ersten mehrsprachigen Filmversionen führte.

2.3. Entwicklung der Synchronisation in Deutschland: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Bedingungen der deutschen Synchronisationsbranche unter dem Einfluss politischer Ereignisse.

2.3.1. Isolation in der Nazi- und Kriegszeit: Das Kapitel beschreibt den Einfluss von Propaganda, Zensur und Meinungsterror auf den Import und die Bearbeitung ausländischer Filme.

2.3.2. Synchron-Boom nach dem Krieg: Es wird der enorme Nachholbedarf nach dem Krieg und die Rolle der Alliierten beim Wiederaufbau der Synchronstudios thematisiert.

2.3.3. Synchronisation und Filmzensur: Das Kapitel untersucht die Rolle der FSK und den Einfluss von Kirchen und Verleihfirmen auf die inhaltliche Verfälschung von Filmen.

2.3.4. „Alemannitis“: Hier wird der Versuch beschrieben, durch das Tilgen von „Fremdem“ in Synchronisationen (Eindeutschung) eine kulturelle Anpassung an den deutschen Zeitgeist zu erzwingen.

2.3.5. Synchronisation im Zuge des Fernsehens: Abschließend wird der Einfluss des Fernsehens, der daraus resultierende Zeitdruck und die Verantwortung der öffentlich-rechtlichen Sender analysiert.

3. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die Abhängigkeit der Synchronisationsqualität vom jeweiligen politischen und sozialen Zeitgeist.

4. Bibliographie: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten Primärquellen, Sekundärliteratur und Nachschlagewerke auf.

Schlüsselwörter

Filmsynchronisation, Synchronisationstechnik, Filmzensur, FSK, Alemannitis, Tonfilm, Stummfilmzeit, Propaganda, Filmgeschichte, Synchronsprecher, Lippensynchronität, Zeitgeist, Untertitelung, Fernsehen, Medienpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung der Filmsynchronisation in Deutschland und den verschiedenen Einflüssen, die diese Technik über Jahrzehnte hinweg geprägt haben.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung vom Stummfilm zum Tonfilm, die Auswirkungen der NS-Zeit auf die Zensur, den Nachkriegs-Synchronboom sowie die Rolle des Fernsehens und das Phänomen der „Alemannitis“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Stadien der Synchronisation im Wandel der Zeit darzustellen und aufzuzeigen, wie politischer und gesellschaftlicher Zeitgeist die Übersetzung und inhaltliche Gestaltung von Filmen beeinflusst haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine historisch-analytische Methode, indem sie auf Fachliteratur, Dissertationen und Enzyklopädien zurückgreift, um die Entwicklung der Synchronisationspraxis anhand historischer Beispiele zu belegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die technologische Entwicklung (Stumm- bis Tonfilm) und die historische Analyse der deutschen Synchronisation, inklusive Zensurpraktiken, Eindeutschungstendenzen und dem Aufkommen des Fernsehens.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Filmsynchronisation, Filmzensur, FSK, Alemannitis, ideologische Anpassung, Lippensynchronität und Filmgeschichte.

Warum wurde der Begriff „Alemannitis“ gewählt?

Der Begriff beschreibt die Tendenz deutscher Synchronautoren in den 50er und 60er Jahren, kulturelle Eigenheiten aus fremdsprachigen Filmen konsequent auszutauschen, um sie dem deutschen Publikum vertrauter zu machen.

Inwiefern hat die FSK die Filminhalte manipuliert?

Die FSK sowie die Synchronstudios selbst nahmen aus ideologischen oder moralischen Gründen (Schutz der Ehe, Antikommunismus, Pazifismus-Angst) massive Eingriffe vor, die bis zur inhaltlichen Verfälschung von Szenen führten.

Wie wirkte sich die Einführung des Fernsehens auf die Synchronisationsqualität aus?

Durch den steigenden Bedarf an Material für Fernsehserien unter hohem Zeitdruck sank oft das Qualitätsniveau, wobei öffentlich-rechtliche Sender gleichzeitig begannen, eine filmwissenschaftliche „Pflege“ des Materials zu betreiben.

Excerpt out of 32 pages  - scroll top

Details

Title
Zur Geschichte der Synchronisation
College
University of Vienna  (Institut für Übersetzen und Dolmetschen)
Grade
2
Author
Adela Jurja (Author)
Publication Year
2003
Pages
32
Catalog Number
V16247
ISBN (eBook)
9783638211529
Language
German
Tags
Geschichte Synchronisation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Adela Jurja (Author), 2003, Zur Geschichte der Synchronisation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16247
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