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Ebner-Eschenbach - Ihr Leben und ihre Werke

Title: Ebner-Eschenbach - Ihr Leben und ihre Werke

Seminar Paper , 2009 , 21 Pages , Grade: Befriedigend

Autor:in: Valentina Kasmader (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Schon öfter wurde darüber spekuliert oder debattiert, ob man Marie von Ebner-Eschenbach nicht als Vertreterin der Frauenliteratur zählen kann. Doch wurde dies immer wieder abgestritten. Ricarda Huch begründet das mit der Aussage: „Die Musen gehören zu den himmlischen Gestalten, die Mann und Weib nicht kennen; der einzige Maßstab für einen Künstler ist die Kunst.“1
Marie von Ebner-Eschenbach kategorisierte die Kunst nicht in Mann und Frau ein, darum zählte sie ihre Werke auch nie zur Frauenliteratur. Trotz alldem steht meistens eine Frau im Mittelpunkt des Geschehens. Egal aus welcher Schicht, ob aus einer Adelsfamilie, aus einer bürgerlichen oder einer Arbeiterschicht. Marie von Ebner-Eschenbach macht keine Unterschiede, zu mindestens keine moralischen.
Das kommt daher, dass für Ebner-Eschenbach der moralische Aufstieg viel bedeutender als der materielle Aufstieg ist. Anders ausgedrückt, materieller Aufstieg führt sehr oft zu einem moralischen Abstieg. Auf diesen Aspekt weist Ebner-Eschenbach sehr deutlich in „Die Unverstandene auf dem Dorfe“ hin. Die Erzählung, um die es in dieser Arbeit geht, gewährt uns einen Einblick in die Gesellschaft der Bauern- und Arbeiterschicht, zu einer Zeit, die man als höchst zerrissen und noch tief in Konventionen verhaftet sehen kann. Es wird auf die altmodische Denkweise und auf das daraus entstehende Verhalten jedes einzelnen Menschen, aber ganz besonders auf das der Marie Lakomy, hingewiesen. Ebner-Eschenbach hat einmal gesagt, dass sie die Erzählungen an die Personen anpassen würde und daher stehen nur außergewöhnliche Menschen im Mittelpunkt ihrer Werke. Marie kann man als eine dieser vielen außergewöhnlichen Persönlichkeiten und Charaktere dieser Erzählung sehen. Es ist ein aufbäumen gegen die Zeit, die Ansichten und Verhaltensweisen der Menschen, die ohne zu hinterfragen das Leben so hinnehmen, wie es ihnen vorgeschrieben oder vorgelebt wird. Neid und Stolz sind große Komponenten, die immer wieder auftreten und das Leben erschweren, einem meistens innerlich zerreißen. Doch ist es v.a. der Stolz, der es ermöglicht, das Leben zu ertragen. Man wird an die Entwicklung - der moralische Aufstieg - der Protagonisten herangeführt, der sich oft schwerer als erwartet herausstellt.
[...]
1 Ebner-Eschenbach, Marie von: Frauenbilder: sechs Erzählungen / Marie von Ebner-Eschenbach. Hrsg. von Fritz Böttger . - 1. Aufl. . - Wien : Globus-Verl. , 1982 . S. 6

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Zur Autorin Marie von Ebner- Eschenbach

3. Die Probleme und Zerrissenheit während ihrer Schaffenszeit

4. Die Unverstandene auf dem Dorfe

4.1. Grundstruktur der Erzählung

4.2. Bedeutung der Moral bei Ebner- Eschenbach

4.3. Inhaltlichte Aspekte, Stolz als Überlebensform, Kastendenken, Interpretation

4.4. Der religiöse Aspekt

5. Vergleich: Die Unverstandene auf dem Dorfe und Romeo und Julia auf dem Dorfe

6. Die Novelle

6.1. Die Unverstandene auf dem Dorfe- eine Novelle?

7. Hervorstechende Aspekte in „Die Unverstandene auf dem Dorfe“

8. Vergleich Marie Lakomy mit anderen Figuren aus Werken Ebner- Eschenbachs

9. Nachwort

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die Erzählung „Die Unverstandene auf dem Dorfe“ von Marie von Ebner-Eschenbach und beleuchtet das Leben und die gesellschaftlichen Bedingungen im 19. Jahrhundert. Das primäre Ziel ist es, den moralischen Entwicklungsprozess der Protagonistin Marie Lakomy zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Konventionen, materielle Not und innerer Stolz die Identität und Entscheidungen der Charaktere prägen.

  • Die Stellung der Frau und ihre eingeschränkten Möglichkeiten im 19. Jahrhundert.
  • Die Divergenz zwischen materiellem und moralischem Aufstieg.
  • Der Einfluss von gesellschaftlichen Traditionen, Neid und religiösen Aspekten auf das Individuum.
  • Ein vergleichender Blick auf die Novellistik von Ebner-Eschenbach und Gottfried Kellers „Romeo und Julia auf dem Dorfe“.
  • Die literarische Emanzipation der weiblichen Hauptfiguren im Werk der Autorin.

Auszug aus dem Buch

4.3. Inhaltlichte Aspekte, Stolz als Überlebensform, Kastendenken, Interpretation

Josepha und Marie Lakomy sind beide Waschfrauen, die sich in finanzieller- also materieller und psychosozialer Not befinden. Die einzige Hinterlassenschaft des bereits verstorbenen Vaters bzw. Ehemannes, ist eine zerrüttete Familie ohne Hab und Gut. Dies ist auch der Grund, warum Marie noch nicht verheiratet ist.

Marie entwickelt sich trotzdem zu einem braven Mädchen, ausgestattet mit einem guten Charakter. Sie lebt „in einer Atmosphäre von mildem, wehmütigem Selbstgefühl. Es verlies sie nie, es adelte all ihr Tun und Lassen“ 10

Auch hebt sich Marie sprachlich von der Masse ab- dies signalisiert uns das Wort „adeln“. Als sie den Lehrer Anton Wellner kennenlernt, bildet sie sich anhand seiner Lehrbücher weiter und legt schlussendlich auch ihren Dialekt ab- zur Missgunst ihrer Mutter, die Anton als keine ehrwürdige Partie sieht.

Denn die Mutter sieht, im Gegensatz zu Antons Mutter Judika Wellner, den Gegensatz zwischen den beiden Liebenden. Marie ist rangmäßig dem Schullehrer nicht im Mindesten ebenbürtig. Zu allem Überfluss stammt dieser aus der Stadt Wien und wuchs deswegen in einem ganz anderen Milieu auf. Judika Wellner, wie schon vorher erwähnt, erkennt diese Differenz nicht. „Ein Unterschied zwischen Ihnen und uns? O, liebe Frau, wenn er besteht, so ist´s zu ihren Gunsten“ 11

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einleitende Worte zur Thematik und Relevanz der Erzählung im Rahmen des 19. Jahrhunderts.

2. Zur Autorin Marie von Ebner- Eschenbach: Biografische Übersicht zu Leben und literarischem Schaffen der bedeutenden österreichischen Schriftstellerin.

3. Die Probleme und Zerrissenheit während ihrer Schaffenszeit: Analyse der gesellschaftspolitischen Umstände, wie Industrialisierung und Klassenunterschiede, die das Werk beeinflussten.

4. Die Unverstandene auf dem Dorfe: Detaillierte Betrachtung der Erzählstruktur, der Bedeutung moralischer Werte und der religiösen Einflüsse im Text.

5. Vergleich: Die Unverstandene auf dem Dorfe und Romeo und Julia auf dem Dorfe: Gegenüberstellung beider Novellen hinsichtlich ihrer Thematik, Figurenkonstellation und Gesellschaftskritik.

6. Die Novelle: Definition und gattungsspezifische Einordnung des Begriffs Novelle im Kontext der Erzählung.

7. Hervorstechende Aspekte in „Die Unverstandene auf dem Dorfe“: Untersuchung der Mutter-Tochter-Beziehung und der emanzipatorischen Züge der Protagonistin.

8. Vergleich Marie Lakomy mit anderen Figuren aus Werken Ebner- Eschenbachs: Kontrastierung der Protagonistin mit weiteren Frauenfiguren wie Agathe von Halwig und Pavel Holub.

9. Nachwort: Zusammenfassende Reflexion über die Entwicklung der Figuren und die moderne Sichtweise der Autorin auf gesellschaftliche Geschlechterrollen.

Schlüsselwörter

Marie von Ebner-Eschenbach, Die Unverstandene auf dem Dorfe, 19. Jahrhundert, Moral, Sozialer Aufstieg, Stolz, Frauenliteratur, Emanzipation, Novelle, Dorfgemeinschaft, Klassengesellschaft, Charakterentwicklung, Josepha Lakomy, Marie Lakomy.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die Erzählung „Die Unverstandene auf dem Dorfe“ von Marie von Ebner-Eschenbach und analysiert den Weg der Protagonistin Marie Lakomy durch eine von Konventionen und materieller Not geprägte bäuerliche Gesellschaft.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der moralische Aufstieg versus materieller Abstieg, die Rolle der Frau im 19. Jahrhundert, das Kastendenken und der bewusste Bruch mit gesellschaftlichen Traditionen durch die Protagonistin.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel der Arbeit ist es, anhand der Erzählung zu verdeutlichen, wie ein Individuum trotz widriger Umstände und gesellschaftlicher Vorurteile moralische Stärke entwickeln und ein selbstbestimmtes Leben führen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse, die den Text im Kontext historischer, biografischer und soziologischer Hintergründe sowie durch Vergleiche mit anderen Werken der Autorin interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Interpretation der Erzählung, die Charakteranalyse von Marie Lakomy, die Untersuchung der Mutter-Tochter-Beziehung sowie den komparativen Vergleich mit anderen Werken von Ebner-Eschenbach und Gottfried Keller.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Moral, Stolz, Emanzipation, soziale Determination, Klassengesellschaft und der literarische Realismus des 19. Jahrhunderts.

Welche Rolle spielt die Mutter, Josepha Lakomy, für die Entwicklung von Marie?

Josepha dient als Kontrastfigur; sie ist in traditionelle, unterwürfige Rollenmuster verstrickt und legt ihren Fokus auf die Heirat als einzigen Ausweg, während Marie durch ihr Streben nach Unabhängigkeit und ihren Stolz einen gegensätzlichen Weg einschlägt.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Kirche und des Dechants in der Erzählung?

Die Arbeit sieht den Dechanten als eine ausgleichende Figur, die Marie vor gesellschaftlicher Ausgrenzung schützt und die Macht der Kirche positiv als aufklärende Instanz im Kontext der damaligen religiös geprägten Dorfgemeinschaft darstellt.

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Details

Title
Ebner-Eschenbach - Ihr Leben und ihre Werke
College
University of Vienna
Grade
Befriedigend
Author
Valentina Kasmader (Author)
Publication Year
2009
Pages
21
Catalog Number
V162493
ISBN (eBook)
9783640761524
ISBN (Book)
9783640761654
Language
German
Tags
Arbeit Befriedigend
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Valentina Kasmader (Author), 2009, Ebner-Eschenbach - Ihr Leben und ihre Werke, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162493
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