„Bei allen Dingen, die man nicht selbst machen kann, sei es aus Mangel an Fähigkeit, sei es aus Mangel an Zeit, ist die Hauptsache, die rechten Leute herauszufinden, welchen man die Arbeit übertragen kann.“ – Mit diesem Ausspruch hat schon Robert Bosch für sich herausgefunden, dass Personalführung im Sinne eines alleinherrschenden, über allem erhabenen Chefs, wenig effektiv und altertümlich ist. Dies erkannten auch Forscher und Unternehmer was dazu führte, dass in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurden die verschiedensten Personalführungsmodelle entwickelt, die Vorgesetzte und Mitarbeiter in einer konkreten Führungssituation miteinander in Verbindung setzen sollten.
Die Führungskonzepte versuchen, durch die Berücksichtigung der Elemente Führungsstil, -funktion und -aufgabe, praxisorientierte Handlungsempfehlungen für die moderne Unternehmensführung anzubieten. Die nachfolgend näher beschriebenen Modelle wurden von Führungsforschern und Unternehmensberatern entwickelt, um die Leitung und Lenkung in Organisationen in der Praxis zu strukturieren und zu verbessern. Zur Verdeutlichung werden zwei der bekanntesten Modelle nachstehend kurz erläutert. Der Schwerpunkt dieser Arbeit bildet das McKinsey 7-S-Modell und wird unter Punkt 3 eingehend bearbeitet und erklärt.
Inhaltsverzeichnis
1. Aufgabenstellung und Vorgehensweise
2. Führungsmodelle als Grundlage für praxisorientierte Handlungsempfehlungen
3. Das 7-S-Modell von McKinsey
3.1 Entstehung
3.2 Abbildung 1: Das McKinsey 7-S-Modell
3.3 Harte Faktoren
3.4 Weiche Faktoren
3.5 Bedeutung
4. Kritische Würdigung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem McKinsey 7-S-Modell auseinander, um dessen Bedeutung für die moderne Unternehmensführung zu evaluieren. Ziel ist es, die Entstehung des Modells zu beleuchten, die Unterteilung in harte und weiche Faktoren zu erläutern und den Beitrag des Modells zu einem ganzheitlichen Verständnis von Unternehmenserfolg darzustellen.
- Historische Entwicklung des McKinsey 7-S-Modells
- Differenzierung zwischen harten und weichen Erfolgsfaktoren
- Bedeutung der wechselseitigen Abhängigkeit von Organisationsvariablen
- Kritische Reflexion der Anwendbarkeit und theoretischen Fundierung
Auszug aus dem Buch
3.1 Entstehung
Das 7-S-Modell von McKinsey erhielt seinen Namen von dessen maßgeblichen Urhebern: Robert Waterman, Tom Peters und Jim Bennett, die 1977 bei der weltweit marktführenden Unternehmensberatung McKinsey & Co. tätig waren. (vgl. Pascale, R.T., Athos, A. G.,1982, S. 8 f.)
Tom Peters und Jim Bennett empfanden die Fokussierung auf Struktur und Strategie in Großunternehmen der 70er Jahre als zu stark und wollten die Frage nach der Unternehmenstruktur von einer neuen Sichtweise aus betrachten. Ihrer Ansicht nach verdienten andere Elemente, wie der „menschliche Faktor“, deutlich mehr Aufmerksamkeit als damalige Forscher und Manager ihnen zugestanden. (vgl. Pascale, R.T., Athos, A. G.,1982, S. 8 f.)
Peters und Bennett betrachteten erfolgreiche amerikanische Unternehmen und arbeiteten sieben Variablen heraus, die den Erfolg dieser „exzellenten Unternehmen“ ihrer Meinung nach ausmachten. Die drei Unternehmensberater präzisierten ihre Vorstellung und entwickelten das McMinsey 7-S-Modell, welches aus den voneinander abhängigen Faktoren Struktur, Strategie, Menschen, Führungsstil, Systeme und Verfahren, Leitmotive und Wertesystem sowie Stärken oder Spezialkenntnissen des Unternehmens bestand. Anthony Athos von der Harvard Business School regte die beiden an, ihre Variablen so umzuformulieren, dass alle Begriffe mit einem S begannen (siehe Abbildung 1 Seite 3). Mit Hilfe dieser Alliteration sollte es einfacher sein, das Modell zu erklären und zu behalten. (vgl. Peters, T. J., Waterman, R. H., 1982, S. 31f)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Aufgabenstellung und Vorgehensweise: Das Kapitel führt in die Problematik der Personalführung ein und erläutert, warum klassische Führungskonzepte durch modernere Ansätze ergänzt werden müssen, wobei das McKinsey 7-S-Modell als Schwerpunkt definiert wird.
2. Führungsmodelle als Grundlage für praxisorientierte Handlungsempfehlungen: Hier werden zur Kontextualisierung das Harzburger Modell sowie das St. Galler Management-Modell kurz vorgestellt, um unterschiedliche Ansätze der Organisationsführung aufzuzeigen.
3. Das 7-S-Modell von McKinsey: Dieses Hauptkapitel detailliert die Genese, die visuelle Darstellung sowie die Aufteilung des Modells in harte und weiche Faktoren und analysiert dessen zentrale Bedeutung für den langfristigen Unternehmenserfolg.
4. Kritische Würdigung: Der Abschnitt reflektiert die Stärken und Schwächen des Modells, greift Kritikpunkte an der wissenschaftlichen Erfassbarkeit der weichen Faktoren auf und bilanziert den Einfluss des Modells auf die moderne Managementlehre.
Schlüsselwörter
McKinsey 7-S-Modell, Management, Unternehmenskultur, Strategie, Struktur, harte Faktoren, weiche Faktoren, Personalführung, Unternehmenserfolg, Organisation, Führung, Mitarbeiter, Leistungsfähigkeit, Unternehmensberatung, Organisationsentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem McKinsey 7-S-Modell, einem bekannten Managementinstrument, das zur Analyse und ganzheitlichen Gestaltung von Unternehmen dient.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Unterteilung von Unternehmensfaktoren in „harte“ (wie Strategie, Struktur, Systeme) und „weiche“ (wie Werte, Fähigkeiten, Personal, Stil) Aspekte sowie deren Zusammenspiel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine fundierte Darstellung des 7-S-Modells, um zu zeigen, wie durch das Zusammenspiel dieser sieben Dimensionen ein nachhaltiger Unternehmenserfolg erreicht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der führende managementtheoretische Werke und Studien von Autoren wie Peters, Waterman, Pascale und Athos ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Entstehung des Modells, der detaillierten Beschreibung der sieben Faktoren und der Bedeutung der gegenseitigen Abhängigkeit dieser Elemente in erfolgreichen Unternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind 7-S-Modell, Unternehmenserfolg, harte und weiche Faktoren, Managementlehre, Organisationsführung und Unternehmenskultur.
Wie unterscheidet sich das Modell von klassischen Ansätzen?
Im Gegensatz zu rein struktur- oder strategieorientierten Modellen betont das 7-S-Modell die enorme Bedeutung der „weichen“ Faktoren wie Mensch, Kultur und Werte für die Leistungsfähigkeit eines Unternehmens.
Was ist die Kernkritik am 7-S-Modell?
Kritiker bemängeln vor allem die mangelnde quantitative Messbarkeit der sogenannten „weichen S“ sowie die zum Teil vernachlässigten externen Einflüsse auf die Organisation.
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- Lars Strozinsky (Author), 2010, Das 7-S-Modell von McKinsey. Konzepte moderner Unternehmensführung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162574