„Dass die Finanzmärkte zu Casinos geworden sind, daran sind die Derivate
schuld.“
„Die Deregulierung war der entscheidende Faktor.“
„Die Verbriefung. Ohne die Verbriefung hätte es keine Krise gegeben.“
Das Wort Derivate stammt aus dem lateinischen derivare und bedeutet
ableiten. Diese Übersetzung stimmt ziemlich genau mit der Funktion von
Derivaten überein. Denn diese werden von einem bestimmten Basiswert,
z.B. einer Aktie, einer Währung oder eines Indizes abgeleitet. Hinter dieser
harmlosen Definition verstecken sich komplex-strukturierte Finanzprodukte...
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Liberalisierung der Finanzmärkte aus volkswirtschaftlicher Sicht
3. Terminbörsen, Future und Derivate – Die Geschichte der strukturierten Finanzprodukte
3.1 Termingeschäfte
3.2 Hedge-Fonds
3.3 Zertifikate
4. Derivate in der Krise
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Funktionsweise und die historische Entwicklung liberalisierter Finanzmärkte, wobei der Fokus auf dem Einfluss von Derivaten, Optionen und strukturierten Finanzprodukten auf die Entstehung und Verschärfung von Finanzkrisen liegt.
- Mechanismen und volkswirtschaftliche Auswirkungen der Liberalisierung internationaler Kapitalmärkte.
- Historische Entwicklung von Terminbörsen und der Ursprung von Derivaten.
- Differenzierung und Funktionsweise komplexer Finanzinstrumente wie Hedge-Fonds und Zertifikate.
- Analyse der Rolle von Derivaten als Brandbeschleuniger in der aktuellen Finanzkrise.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„Dass die Finanzmärkte zu Casinos geworden sind, daran sind die Derivate schuld.“
„Die Deregulierung war der entscheidende Faktor.“
„Die Verbriefung. Ohne die Verbriefung hätte es keine Krise gegeben.“
Das Wort Derivate stammt aus dem lateinischen derivare und bedeutet ableiten. Diese Übersetzung stimmt ziemlich genau mit der Funktion von Derivaten überein. Denn diese werden von einem bestimmten Basiswert, z.B. einer Aktie, einer Währung oder eines Indizes abgeleitet. Hinter dieser harmlosen Definition verstecken sich komplex-strukturierte Finanzprodukte. Die grundsätzliche Funktion von Derivaten ist eigentlich das „hedging“. Das heißt, dass ein Investor gerne möglichst gewisse Risiken verkaufen möchte. Sein Gegenpart ist der Spekulant. Dieser nimmt bewusst jene Risiken auf sich und versucht damit einen Spekulationsgewinn zu erzielen. Dieses System welches auf Termingeschäften, basiert hat grundsätzlich diverse volkswirtschaftliche Vorteile. Derivate sind zwar nicht die eigentliche Hauptursache für die aktuelle Finanzkrise, sie haben aber die Funktion eines Brandbeschleunigers übernommen. Zum Beispiel konnten mit Credit-Default Swaps Kreditausfälle versichert werden. Der globale Bestand dieser Versicherung am Kapitalmarkt belief sich 2008 auf etwa 60.000 Milliarden US-Dollar. Die Kredite, die ihnen zugrunde lagen, beliefen sich auf ca. 5.000 Milliarden. Also wurden Kredite von 5 Billionen Dollar für annähernd 60 Billionen Dollar versichert. Den weltweit größten Versicher, die AIG, hätte dies fast ins Verderben gestürzt. Aber auch an den hiesigen Börsen, wie der EUWAX in Stuttgart werden täglich viele Millionen Euro Umsatz mit Zertifikaten, Hedge-Fonds und Optionen gemacht, sodass auch der Kleinanleger am großen weltweiten Casinotisch mitmischen kann. Wie schon die Geschichte von König Midas, der sich von Dionysos wünscht alles was er berühre, möge zu Gold werden, zeigt, dass zu große Gier den Menschen nur Unheil bringt. So ist gerade diese menschliche Schwäche scheinbar Grundvoraussetzung um am Kapitalmarkt erfolgreich zu sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Derivate ein, beleuchtet deren Rolle als „Brandbeschleuniger“ in der Finanzkrise und thematisiert das Spannungsfeld zwischen Hedging und Spekulation.
2. Liberalisierung der Finanzmärkte aus volkswirtschaftlicher Sicht: Hier werden die wohlfahrtsfördernden Effekte der Kapitalmobilität sowie die Risiken eines unzureichend regulierten Bankensystems analysiert.
3. Terminbörsen, Future und Derivate – Die Geschichte der strukturierten Finanzprodukte: Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung von Terminkontrakten nach und erläutert die Entstehung des heutigen globalen Finanzmarktsystems nach der Abkehr vom Bretton-Woods-System.
3.1 Termingeschäfte: Erläutert die grundlegenden Mechanismen von Kassageschäften im Vergleich zu unbedingten Termingeschäften wie Futures und Forwards.
3.2 Hedge-Fonds: Bietet einen Überblick über die spezifische Struktur, Strategien und Risiken von Hedge-Fonds als Form der privaten Investmentfonds.
3.3 Zertifikate: Beschreibt Zertifikate als strukturierte Schuldverschreibungen, die Privatanlegern den Zugang zu komplexen Anlagestrategien unter Inkaufnahme hoher Risiken ermöglichen.
4. Derivate in der Krise: Dieses Kapitel untersucht die destabilisierende Wirkung von außerbörslichen Derivaten, insbesondere von Credit-Default-Swaps, in der internationalen Finanzkrise.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und diskutiert kritisch die Möglichkeiten und Grenzen der Regulierung im Hinblick auf zukünftige Finanzkrisen.
Schlüsselwörter
Finanzmärkte, Derivate, Hedging, Spekulation, Finanzkrise, Kapitalmobilität, Terminbörsen, Futures, Forwards, Hedge-Fonds, Zertifikate, Credit-Default-Swaps, Finanzmarktregulierung, Risiko, Börse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die prinzipielle Funktionsweise liberalisierter Finanzmärkte unter besonderer Berücksichtigung von derivativen Finanzinstrumenten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten gehören die volkswirtschaftliche Bedeutung der Liberalisierung, die Geschichte der Terminbörsen sowie die Funktionsweisen von Hedge-Fonds und Zertifikaten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es zu erörtern, inwiefern Derivate als Instrumente der Absicherung oder als Spekulationsobjekte fungieren und welche Rolle sie bei der Entstehung von Finanzkrisen spielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte Literaturanalyse, welche durch aktuelle Daten und Beispiele zur Finanzmarktentwicklung untermauert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Betrachtung der Kapitalmarktliberalisierung, die historische Genese der Derivate und die spezifische Analyse von Termingeschäften, Hedge-Fonds und Zertifikaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Derivate, Finanzkrise, Regulierung, Hedging, Spekulation und Kapitalmarkt charakterisiert.
Was unterscheidet einen Future von einem Forward?
Ein Forward ist ein individuell zwischen Parteien ausgehandelter Vertrag, während ein Future ein standardisierter, börsengehandelter Kontrakt ist, der jederzeit übertragbar ist.
Warum gelten Derivate in der Arbeit als „Brandbeschleuniger“?
Der Autor führt aus, dass Derivate zwar nicht die Ursache der Krise sind, sie aber durch ihre enorme Hebelwirkung und die hohen Volumina außerbörslicher Geschäfte die Marktkrise massiv beschleunigt haben.
- Quote paper
- Lars Strozinsky (Author), 2010, Hedgefonds, Derivate, Optionen und strukturierte Produkte – zur prinzipiellen Funktionsweise liberalisierter Finanzmärkte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162575