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Im Gespräch mit elf deutschen Managern in China – Gesicht, Sinn für Scham und weitere Besonderheiten der chinesischen Geschäftskultur

Title: Im Gespräch mit elf deutschen Managern in China – Gesicht, Sinn für Scham und weitere Besonderheiten der chinesischen Geschäftskultur

Diploma Thesis , 2010 , 129 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Raymond Scholz (Author)

Business economics - Business Management, Corporate Governance
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In über einhundert Zitaten lässt der Wirtschaftssinologe Raymond Scholz die von ihm interviewten Manager über ihren Alltag in China berichten. Diese Episoden sind teilweise in nur wenigen Sätzen geschildert oder erstrecken sich über eine halbe oder ganze Seite. Scholz analaysiert die geschilderten Situationen in den Unternehmen auf ihren kulturpsychologischen Gehalt und führt abschliessend konzentriert einen möglichen Umgang mit der chinesischen Geschäftskultur auf. Warum beispielsweise kann Gesichtnehmen so notwendig sein wie Gesichtgeben? Wie geht man als Manager mit der Resistenz gegen Veränderungen um? Wie mit dem chinesisch-spezifischen Prioritätensetzen, dem Abteilungsdenken, dem seriellen Abarbeiten von Aufgaben und der Aversion Verantwortung zu übernehmen? Was haben Kaffeetassen oder der ungeleerte Aschenbecher in einem Luxushotel unter deutschem Management mit dem Vorgängen in einer Handelsfirma oder in einem Produktionsunternehmen gemein? Scholz führt in seinen branchenübergreifenden Interviews die Parallelen auf.

Aus der Einleitung:

In der deutschsprachigen Literatur zu China kursieren zwei Standardsituationen: Einmal reisen westliche Gäste zur Verhandlung nach China, verhalten sich nach chinesischen Maßstäben unangemessen,
und fliegen unverrichteter Dinge, gesichtslos, zurück in die Heimat. In der anderen Situation erklärt der deutsche Manager seinem chinesischen Mitarbeiter ohne Umschweife, dass er fehlerhaft gearbeitet hat, die Offenheit habe den Gesichtsverlust zur Folge, der westliche Manager habe in der Situation versagt. Wie realistisch
solche Begebenheiten sind, ist eine Frage dieser Forschungsarbeit.
Die deutschsprachige Literatur zum Thema weist jedoch noch einen weiteren, schwerer wiegenden Mangel auf. Eine Gesichtssituation kann nicht mit Gesicht allein erklärt werden. Gesicht ist der Ausdruck dahinter wirkender psychologischer Kräfte. Einen Blitz bei einem Gewitter auf das augenscheinliche Lichtflackern zu reduzieren,
kann das Resultat des durch den Blitz gespaltenen Baums nur unzureichend erklären. Die treibende Kraft hinter Gesicht ist der Sinn für Scham – ohne dem Sinn für Scham wäre Gesicht nur ein dürres wissenschaftliches Konzept und hätte nicht die umfassende Kraft, die es in Ostasien innehält. Jede Erklärung von Gesicht ohne den
dahinter liegenden chinesischen Sinn für Scham und ohne eine Beschäftigung mit dem damit verbundenen chinesischen Selbstbild, kümmert sich um die Erscheinung von Dingen, nicht um ihr Wesen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Deutsches Management in China

1.1 Die Rolle des deutschen Managers in China

1.2 Das Management-Umfeld

1.3 Konflikte

2 Gesicht und Sinn für Scham

2.1 Begriffe

2.1.1 Gesicht

2.1.2 Die Scham und das Selbst

2.2 Die Bestandteile von Gesicht

2.3 Die Verquickung von Gesicht und Scham

2.4 Konfuzianismus und Scham

2.4.1 Die historischen Lehren

2.4.2 Gesicht in Japan und Korea gestern und heute

2.5 Die öffentliche Beschämung

2.6 Scham, Macht und Status

3 Forschungsprozess

3.1 Ziel der empirischen Untersuchung

3.2 Teilnehmer der empirischen Untersuchung

3.3 Interviews

3.3.1 Interviewvorbereitung

3.3.2 Interviewinhalt

3.3.3 Interviewdurchführung

3.4 Auswertung der Daten

4 Ergebnisdarstellung

4.1 Gesicht und Sinn für Scham

4.1.1 Gesichtsverlust und Scham

4.1.2 Beabsichtigte Beschämung / Gesicht nehmen

4.1.3 Gesicht wahren / öffentliche Scham vermeiden

4.1.4 Gesicht geben und Gesicht gewinnen

4.2 Weitere Besonderheiten der chinesischen Geschäftskultur

4.2.1 Indirektes Denken und Kommunizieren

4.2.2 Indirekte Konflikte

4.2.3 Motivieren von Mitarbeitern

4.2.4 Sanktionieren von Mitarbeitern

4.2.5 Aversion Verantwortung zu übernehmen

4.2.6 Anderes Priorisieren

4.2.7 Serielles Abarbeiten von Aufgaben

4.2.8 Flexibilität

4.2.9 Umgang mit Problemen

4.2.10 Resistenz gegen Veränderungen

4.2.11 Unterbrechungen

4.2.12 Hierarchie- und Rollendenken

4.2.13 Abteilungsorientierung

4.2.14 Guanxi

4.2.15 Notwendigkeit von Vorgaben und Richtlinien

4.2.16 Als deutsche Führungskraft in China

4.2.17 Geschäftskultur im Wandel

4.2.18 Die andere Kulturrealität

5 Zusammenfassung und Diskussion

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die chinesischen Konzepte von "Gesicht" und "Sinn für Scham" in ihrem professionellen Kontext durch die Perspektive deutscher Manager in China zu beleuchten und in den weiteren kulturellen Rahmen der chinesischen Geschäftskultur einzuordnen.

  • Die psychologische Bedeutung von Gesicht und Scham in der chinesischen Geschäftswelt.
  • Analyse von Konfliktsituationen und deren indirekter Lösung in kollektivistischen Strukturen.
  • Die Rolle von Hierarchie, Status und Guanxi im täglichen Unternehmensbetrieb.
  • Vergleich westlicher Managementmethoden mit lokalen chinesischen Gegebenheiten.
  • Herausforderungen für deutsche Führungskräfte durch unterschiedliche Priorisierung und Arbeitsweisen.

Auszug aus dem Buch

Gesichtsverlust und Scham

Ein Gesichtsverlust ist immer von Scham umgeben, dass die beiden eng miteinander verbunden sind, erwähnen einige Manager:

Schamgefühl und diesen Gesichtsverlust kann man ja so gleichstellen, so ungefähr. (Herr Lorenz, S. 172)

Also ich würde sagen, Scham und Gesichtsverlust sind sehr ähnliche Sachen, oder arbeiten Hand in Hand. Wenn Gesichtsverlust eintritt, ist es mit Sicherheit auch eine beschämende Situation für ihn gewesen. Ich denke Gesichtsverlust und Scham kommen zusammen. (Herr Peters, S. 204)

In der Folge des Gesichtsverlusts schämt sich die Person, den eigenen oder fremden Erwartungen oder Rollenvorstellungen nicht entsprochen zu haben. Die Scham geht einher mit einem Sich-klein-Fühlen, mit Minderwertigkeitsgefühlen, mit einer Neubewertung der eigenen Person.

Scham kann, wie weiter oben erwähnt, auch auftreten, wenn der Gesichtsverlust nicht oder noch nicht eingetreten ist. Dieses geheime Vorausahnen des Gesichtsverlustes und das Sich-im-Voraus-Schämen ist für einen Manager in nur wenigen Fällen feststellbar. Deshalb kommt, wie ein Manager sagt, der Gesichtsverlust nur „ungefähr“ dem Gefühl von Scham gleich.

Eine Situationsart, bei welcher Personen im Unternehmen Gesicht verlieren, ist die, wenn sie sich regelwidrig verhalten. Sie wird an erster Stelle genannt, nicht weil sie am häufigsten von den Managern genannt wird, sondern weil das Gefühl von Scham bei regelwidrigem Verhalten besonders stark ausgeprägt ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Deutsches Management in China: Beleuchtung der Rolle deutscher Manager im chinesischen Umfeld unter Berücksichtigung kultureller Diskrepanzen und Konfliktpotenziale.

2 Gesicht und Sinn für Scham: Theoretische Fundierung der zentralen Begriffe Gesicht und Scham im konfuzianischen Kontext sowie deren Bedeutung für das Selbstbild.

3 Forschungsprozess: Methodische Beschreibung der qualitativen Interviewstudie mit elf in China tätigen Managern zur explorativen Erfassung ihrer Erfahrungen.

4 Ergebnisdarstellung: Analyse der empirischen Befunde zu Gesichtssituationen sowie weiterer Besonderheiten der chinesischen Geschäftskultur wie Hierarchie und Guanxi.

5 Zusammenfassung und Diskussion: Synthese der Ergebnisse und kritische Reflexion des Forschungsansatzes mit Ausblick auf weitere Untersuchungsmöglichkeiten.

Schlüsselwörter

Gesicht, Sinn für Scham, chinesische Geschäftskultur, deutsches Management, interkulturelle Kommunikation, Guanxi, Hierarchie, Konfuzianismus, Konfliktmanagement, Mitarbeiterführung, Selbstbild, soziale Harmonie, Regelrelativismus, Beschämung, Motivation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die kulturellen Besonderheiten des chinesischen Geschäftsumfelds, insbesondere die zentralen Konzepte des „Gesichts“ und des „Sinns für Scham“, aus der Sicht von deutschen Managern vor Ort.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert auf die Dynamiken von Gesichtsverlust und Scham, die Bedeutung von Hierarchien, das Guanxi-Netzwerk, Konfliktvermeidung und die Motivationsstrukturen chinesischer Mitarbeiter.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für die sozialen psychologischen Kräfte zu schaffen, die hinter dem chinesischen Konzept des Gesichts stehen, und diese für Führungskräfte in der Praxis nutzbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine qualitative empirische Untersuchung durch, basierend auf leitfadengestützten Interviews mit elf deutschen Managern, die in verschiedenen Regionen Chinas tätig sind.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Konzepte, eine methodische Beschreibung des Forschungsprozesses und eine detaillierte Auswertung der geführten Experteninterviews zu spezifischen Arbeitssituationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Gesicht, Sinn für Scham, chinesische Geschäftskultur, interkulturelle Kommunikation, Guanxi, Hierarchie und Konfliktmanagement stehen im Zentrum der Arbeit.

Wie unterscheidet sich der Umgang mit Fehlern in China von deutschen Standards?

In China werden Fehler oft verdeckt, da sie mit Inkompetenz und Gesichtsverlust gleichgesetzt werden, während sie in der deutschen Kultur eher als Lernchancen offen diskutiert werden.

Warum spielt das Konzept "Gesicht" für einen deutschen Manager eine so große Rolle?

Es beeinflusst maßgeblich die Kommunikation, die Motivation der Mitarbeiter und die Stabilität von Geschäftsbeziehungen; das Unverständnis der Gesichts-Dynamik führt oft zu Missverständnissen und Ineffizienz.

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Details

Title
Im Gespräch mit elf deutschen Managern in China – Gesicht, Sinn für Scham und weitere Besonderheiten der chinesischen Geschäftskultur
College
University of Applied Sciences Zwickau
Grade
1,0
Author
Raymond Scholz (Author)
Publication Year
2010
Pages
129
Catalog Number
V162628
ISBN (eBook)
9783640771837
Language
German
Tags
China Gesicht Sinn Scham Geschäftskultur Manager deutsches Management business culture
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Raymond Scholz (Author), 2010, Im Gespräch mit elf deutschen Managern in China – Gesicht, Sinn für Scham und weitere Besonderheiten der chinesischen Geschäftskultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162628
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