Wirtschaftspartnerschaftsabkommen der EU als Instrument zur Förderung des Abbaus von Nachteilen der Entwicklungsländer am Welthandel


Hausarbeit, 2010

17 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zielstellung, Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit

3 Die Handelspolitik der Europäischen Union

4 Einordnung in den globalen Kontext - Die Welthandelsorganisation

5 Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen der EU und den AKP Staaten
5.1 Das Cotonou-Abkommen
5.2 Aktuelle Umsetzung und Stand im Verhandlungsprozesses

6 Diskussion

7 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Europäische Gemeinschaft pflegt seit jeher Handelsbeziehung zu den ehemaligen Kolonien im Afrika-, Karibik- und Pazifikraum. Auf Grundlage der Lome´-Abkommen erfolgte über einen Zeitraum von 25 Jahren eine enge Zusammenarbeit, die es jedoch zu keiner Zeit vermochte eine nachhaltige und spürbare wirtschaftliche Entwicklung in den Entwicklungsländern zu etablieren. Dennoch brachten die Abkommen für die Partner- staaten der Union nennenswerte Vorteile durch den zollfreien Marktzugang vieler Han- delsprodukte.

Die Gewährleistung von einseitigen Handelspräferenzen stand jedoch im Gegensatz zu den Prinzipien der Welthandelsorganisation (WTO), der sowohl die Länder der EU als auch die meisten der Entwicklungsländer angehören.

Um die Konformität zukünftig zu gewährleisten, folgte im Jahr 2000 das Cotonou- Abkommen als direkter Nachfolger der Lome´-Abkommen. Genau wie dessen Vorgänger verfolgt das Abkommen das Ziel der Armutsbekämpfung sowie die ökonomische, soziale und kulturelle Entwicklung der AKP-Staaten.

Kernstück stellt der Beschluss dar, bis zum Jahr 2007, auf Grundlage der im Cotonou- Abkommen enthaltenen Ziele, die Handelsbeziehungen mit den AKP-Ländern in Form von Wirtschaftspartnerschaftsabkommen neu zu regeln und somit auf eine WTO- konforme Basis zu stellen.

Das Cotonou-Abkommen gilt als das weltweit wichtigste und umfassendste Entwick- lungsabkommen zwischen einer Gruppe von Industrienationen und einer großen Anzahl von Entwicklungsländern. Trotzdem gilt es bei Globalisierungsgegnern als egoistisch nd armutsfördernd.

Die vorliegende Arbeit sucht Antworten auf die Frage:

Stellen WPA ein wirksames Instrument für die Integration von Entwicklungsländern in den Welthandel dar?

2 Zielstellung, Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit

Die Arbeit verfolgt eine deskriptive Vorgehensweise. Sie soll dem Leser einen Überblick über die Thematik der Handelsbeziehungen der EU mit den so genannten AKP-Staaten vermitteln. Dabei werden zunächst allgemeine Grundlagen betrachtet, wobei die Ein- ordnung der Europäischen Union in den globalen Kontext der Handelspolitik im Vorder- grund steht. Anschließend soll zuerst anhand des Cotonou-Abkommens und anschlie- ßend der Wirtschaftspartnerschaftsabkommen die Strategie der Europäischen Union zur Beseitigung von Nachteilen der Entwicklungsländer im Netzwerk der globalen Wa- renströme exemplarisch dargestellt werden. In der anschließenden Diskussion werden Argumente von Befürwortern und Kritikern gegenübergestellt um abschließend eine allgemeine Bewertung der Strategie der Wirtschaftspartnerschaftsabkommen vorzu- nehmen.

3 Die Handelspolitik der Europäischen Union

Die Europäische Union ist die größte Handelsmacht der Welt. Etwa 17 Prozent des weltweiten Warenhandels fallen auf die EU. Mit 14 Prozent nehmen die USA den zweiten Rang ein, gefolgt von der VR China mit 11,6 Prozent und Japan mit 5,9 Prozent (vgl. Ab- bildung 1). Als Teil der Wirtschaftspolitik kommt der Handelspolitik eine wichtige Rolle zu. Allgemein betrachtet stehen auch hier allgemeinwirtschaftliche Ziele wie Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung im Vordergrund. Um ihrer global bedeutenden Rolle ge- recht zu werden, lassen sich die 27 Mitgliedsländer der EU bei handelspolitischen The- men durch die Europäische Kommission vertreten. Dies erhöht die Vertrauensbasis zwi- schen den Handels- und Verhandlungspartnern, da Probleme zwischen den Mitglieds- staaten bereits im Vorfeld geklärt werden und sich die Gemeinschaft nach außen hin als Einheit präsentiert. Die Ziele der Gemeinsamen Handelspolitik der Europäischen Union sind in Art. 206 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union festgelegt.

Abbildung 1: Anteil am Welthandel im Jahr 2009 in Prozent

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung nach WTO 2010

* ohne EU-Binnenhandel

Demnach "[...] trägt die Union im gemeinsamen Interesse zur harmonischen Entwick- lung des Welthandels, zur schrittweisen Beseitigung der Beschränkungen im internatio- nalen Handelsverkehr und bei den ausländischen Direktinvestitionen sowie zum Abbau der Zollschranken und anderer Schranken bei" (Europäische Kommission 2008, S. 139).

Um diesen Zielen gerecht zu werden, betätigt sich die EU verschiedener Mittel. Dabei handelt es sich um internationale Abkommen, die laut Bundesministerium für Wirt- schaft in folgende drei Kategorien unterschieden werden (vgl. BMW 2010).

Multilaterale Abkommen:

Hier wird versucht über multilaterale Verhandlungen im Sinne eines fairen und freien Welthandels bestehende Handelshemmnisse abzubauen. Dies geschieht unter dem Deckmantel der Welthandelsorganisation (WTO).

Bilaterale Handelsabkommen:

Die EU hat mit zahlreichen Ländern (u.a. mit Ost- und Mitteleuropa, Mittelmeerregion, den AKP-Ländern, Türkei, Mexiko) in den vergangenen Jahren Freihandelsabkommen geschlossen. Diese sollen den Marktzugang europäischer Unternehmen in diesen Wachs- tumsregionen zu verbessern.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Wirtschaftspartnerschaftsabkommen der EU als Instrument zur Förderung des Abbaus von Nachteilen der Entwicklungsländer am Welthandel
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
2,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V162682
ISBN (eBook)
9783640763917
ISBN (Buch)
9783640764259
Dateigröße
688 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wirtschaftspartnerschaftsabkommen, Instrument, Förderung, Abbaus, Nachteilen, Entwicklungsländer, Welthandel
Arbeit zitieren
Robert Müller (Autor), 2010, Wirtschaftspartnerschaftsabkommen der EU als Instrument zur Förderung des Abbaus von Nachteilen der Entwicklungsländer am Welthandel , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162682

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