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Geomorphologisch-geoarchäologische Untersuchungen zur holozänen Boden- und Reliefentwicklung im Umfeld des archäologischen Fundplatzes Zauschwitz (Landkreis Leipziger Land)

Title: Geomorphologisch-geoarchäologische Untersuchungen zur holozänen Boden- und Reliefentwicklung im Umfeld des archäologischen Fundplatzes Zauschwitz (Landkreis Leipziger Land)

Bachelor Thesis , 2010 , 101 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: Michael Hein (Author)

Geography / Earth Science - Physical Geography, Geomorphology, Environmental Studies
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Im Schwarzerdegebiet südwestlich von Leipzig wurde in einem kleinen agraren Einzugsgebiet mittels der detaillierten Aufnahme zweier Bodenprofile und einer umfangreichen Bohrstockkartierung die Ausweisung von Bodenerosions- und akkumulationsgebieten vorgenommen. Die Ergebnisse wurden in Karten und anhand ausgewählter Catenen visualisiert. Darüber hinaus ergaben sich mit Hilfe der Datierung gefundener Keramik wichtige Implikationen für die holozäne Relief- und Bodenentwicklung in dieser seit 7.300 Jahren fast durchweg besiedelten Landschaft. Für die Erhaltung der wahrscheinlich reliktischen Schwarzerden konnte eine klare Reliefabhängigkeit festgestellt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Motivation der Arbeit

1.2. Zielstellung

2. Stand der Forschung

2.1. Bodenerosion in Lössgebieten

2.1.1. Begriffsklärung Bodenerosion

2.1.2. Spezifische Eigenschaften des Lösses

2.1.3. Holozäne Bodenerosion und deren Formen

2.1.4. Eigenschaften und Besonderheiten von Kolluvien

2.2. Bildung, Alter und Erhaltung von Tschernosemen

3. Einführung in das Untersuchungsgebiet

3.1. Geologische Entwicklung und Böden

3.2. Vegetation

3.2.1. Potentiell natürliche Vegetation

3.2.2. Holozäne Vegetationsentwicklung

3.3. Klima

3.3.1. Aktuelles Klima im Untersuchungsgebiet

3.3.2. Klimaentwicklung im Holozän

3.4. Besiedlungsgeschichte

3.5. Eignung des Untersuchungsgebietes

4. Methoden

4.1. Sedimentologisch-pedologische Feldmethoden

4.1.1. Standortauswahl

4.1.2. Profilbeschreibung

4.1.3. Beprobung

4.2. Archäologische Geländemethoden

4.3. Laboranalytik

4.3.1. pH-Wert

4.3.2. Carbonatgehalt

4.3.3. Elementaranalyse (C,N,S)

4.4. Kartographisch-elektronische Datenverarbeitung

5. Auswertung und Diskussion

5.1. Kriterien zur Unterscheidung von Kolluvien und nativen Tschernosemen

5.2. Vorstellung der Aufschlüsse

5.2.1. Profil Zau_S-01

5.2.2. Profil Zau_S-02

5.3. Die Ergebnisse der Bohrstockkartierung

5.3.1. Einteilung in bodengeographische Grundeinheiten

5.3.2. Charakterisierung der Böden der Grundeinheiten

5.3.3. Vorstellung ausgewählter Catenen inklusive präneolithischem Paläorelief

5.4. Degradierung der Tschernoseme

5.5. Implikationen für die Landschaftsgenese

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Verbreitungsmuster von Erosion und Akkumulation in einem mitteldeutschen Lössgebiet bei Zauschwitz, um das präneolithische Paläorelief zu rekonstruieren und die jungholozäne Landschaftsentwicklung besser zu verstehen. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, inwiefern menschliche Landnutzung die Bodendynamik beeinflusst hat und wie sich anthropogene Einflüsse von klimabedingten Veränderungen abgrenzen lassen.

  • Analyse der Bodenerosion in Lösslandschaften seit dem Neolithikum.
  • Untersuchung von Tschernosemen als Archive der Landschaftsgenese.
  • Rekonstruktion des Paläoreliefs mittels Catenen-Analyse.
  • Methodik der Bohrstockkartierung und laboranalytische Bodenuntersuchung.
  • Interpretation von Siedlungsphasen und deren Einfluss auf die Bodenentwicklung.

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Begriffsklärung Bodenerosion

Der Begriff Bodenerosion umfasst nach RICHTER (1976) all diejenigen Erscheinungen der Abtragung und Akkumulation, welche den jeweiligen Landschaftshaushalt über ein natürliches Maß hinaus verändern. Sie werden naturräumlich durch Wasser, Wind und Schwerkraft prädisponiert, jedoch in gemäßigten Klimaten erst durch den Menschen ausgelöst als ungewolltes Nebenprodukt des Ackerbaus, der eine signifikante Veränderung und zeitweilige Beseitigung der Dauervegetation darstellt. BORK (1988: 2) versteht unter Bodenerosion „die durch Eingriffe des Menschen ermöglichten und durch erosive Niederschläge oder den Wind ausgelösten Prozesse der Ablösung des Transportes und der Ablagerung von Bodenpartikeln – losgelöst von der Problematik der rein natürlichen Abtragung ohne anthropogenen Einfluß.“

Dieser Definition liegt die Auffassung zugrunde, dass unter der natürlichen holozänen Waldvegetation keinerlei Bodenerosion auftritt. In Lössgebieten fällt eine infolge hoher Bodenfruchtbarkeit intensive landwirtschaftliche Beanspruchung mit erosionsfördernden bodenphysikalischen Eigenschaften der Lössböden zusammen. Deshalb sind die Begriffe Bodenerosion und Löss gewissermaßen untrennbar miteinander verbunden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Motivation durch ein archäologisches Praktikum und definiert das Ziel, die Bodenveränderungen im Umfeld des Fundplatzes Zauschwitz zu analysieren.

2. Stand der Forschung: Erörtert theoretische Grundlagen der Bodenerosion in Lössgebieten und die Entstehung sowie Degradation von Tschernosemen.

3. Einführung in das Untersuchungsgebiet: Gibt einen Überblick über die Geologie, Vegetation, Klimaverhältnisse und die Besiedlungsgeschichte der Region Zauschwitz.

4. Methoden: Erläutert die angewandten Feldmethoden (Bohrungen, Schürfgruben), die archäologische Dokumentation sowie die chemischen und physikalischen Laboranalysen.

5. Auswertung und Diskussion: Präsentiert die Ergebnisse der Profilanalysen und der Bohrstockkartierung und diskutiert die Landschaftsentwicklung in verschiedenen Epochen.

6. Fazit und Ausblick: Fasst die Erkenntnisse über die jahrtausendelange ackerbauliche Nutzung zusammen und bewertet den Nutzen der interdisziplinären Zusammenarbeit von Geowissenschaften und Archäologie.

Schlüsselwörter

Bodenerosion, Lössgebiete, Tschernosem, Zauschwitz, Kolluvien, Neolithikum, Bodenentwicklung, Paläorelief, Landschaftsgenese, Geoarchäologie, Catenen, Sedimentologie, Humusgehalt, Besiedlungsgeschichte, Landnutzung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die geomorphologischen und geoarchäologischen Veränderungen des Bodens im Umfeld des prähistorischen Fundplatzes Zauschwitz durch menschliche Landnutzung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf Bodenerosionsprozessen in Lössgebieten, der Genese von Tschernosem-Böden und der Rekonstruktion historischer Landschaftsformen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Rekonstruktion des präneolithischen Paläoreliefs und die Analyse der jungholozänen Landschaftsentwicklung durch die Untersuchung von Erosions- und Akkumulationsmustern.

Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?

Es kamen sedimentologisch-pedologische Feldmethoden (Pürckhauer-Sondierungen, Schürfgruben), archäologische Geländeanalysen sowie laboranalytische Verfahren (pH-Wert, Carbonatgehalt, Elementaranalyse) zum Einsatz.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die detaillierte Vorstellung der Aufschlüsse, die Bohrstockkartierung des Gebiets, eine bodengeographische Grundeinteilung sowie die Diskussion der Degradierung von Böden im Zeitverlauf.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Bodenerosion, Tschernosem, Zauschwitz, Geoarchäologie, Löss und Landschaftsentwicklung.

Welche besondere Rolle spielt der Ringgraben bei Zau_S-02?

Der Ringgraben ermöglicht eine wichtige stratigraphische Einordnung des Profils, da er in die Bronzezeit datiert werden konnte und somit einen Zeitmarker für die umgebenden Bodenschichten darstellt.

Wie unterscheidet der Autor zwischen Kolluvien und nativen Tschernosemen?

Dies erfolgt anhand eines Kriterienkatalogs, der "starke" Marker (Artefakte, Hüttenlehm) und "schwache" Indikatoren (Färbung, Lagerungsdichte, Carbonatgehalt) verwendet.

Warum wird im Untersuchungsgebiet das Modell der "Kulturdelle" diskutiert?

Es wurde untersucht, ob die vorhandenen Dellen natürlichen Ursprungs (pleistozän) oder durch den Menschen (Kulturdellen/Runsen) entstanden sind, was Rückschlüsse auf Erosionsereignisse zulässt.

Was ist das Hauptergebnis zur Degradierung der Tschernoseme?

Entgegen früherer Annahmen ist im Untersuchungsgebiet die Degradationsintensität an Mittel- und Oberhängen geringer als auf Verebnungen oder in Senken, wo vertikaler Wasserzug eine stärkere Entkalkung begünstigt.

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Details

Title
Geomorphologisch-geoarchäologische Untersuchungen zur holozänen Boden- und Reliefentwicklung im Umfeld des archäologischen Fundplatzes Zauschwitz (Landkreis Leipziger Land)
College
University of Leipzig  (Institut für Geographie)
Grade
1,1
Author
Michael Hein (Author)
Publication Year
2010
Pages
101
Catalog Number
V162701
ISBN (eBook)
9783668744202
ISBN (Book)
9783668744219
Language
German
Tags
Schwarzerde Zauschwitz Geoarchäologie Bodenerosion Holozän Landschaftsentwicklung Neolithikum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Hein (Author), 2010, Geomorphologisch-geoarchäologische Untersuchungen zur holozänen Boden- und Reliefentwicklung im Umfeld des archäologischen Fundplatzes Zauschwitz (Landkreis Leipziger Land), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162701
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