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Die Bedeutung des Ostrakismos innerhalb der athenischen Demokratie

Titel: Die Bedeutung des Ostrakismos innerhalb der athenischen Demokratie

Bachelorarbeit , 2008 , 28 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Thomas von Pluto-Prondzinski (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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„Ostrakismos, im alten Athen das auf Kleisthenes zurückgeführte Scherbengericht; eine Volksabstimmung, bei der jeder Teilnehmer den Namen eines zu Verbannenden auf eine Scherbe (Ostrakon) schreiben musste.“

Hier werden in knappster Form die Einführung und Durchführung des Ostrakismos beschrieben. Widerspruchsfrei erfährt der Leser nur das Nötigste über das Scherbengericht. Beschäftigt man sich jedoch intensiver damit, wird schnell deutlich, dass der Ostrakismos in der Fachdiskussion längst kein einmütiges, sondern ein viel bestrittenes Thema ist. Viele Fragen werden aufgeworfen, die es in dieser Arbeit zu beantworten oder wenigstens zu betrachten gilt. Eine der interessantesten Überlegungen ist dabei jedoch, welche Bedeutung dem Scherbengericht innerhalb der Demokratie Athens zukommt. Doch um diese Problemstellung in ihrer Gesamtheit erfassen zu können, sind einige Vorbetrachtungen notwendig. Darum erachte ich es für sinnvoll, zunächst den Stand der Forschung festzuhalten und darzulegen, welche Quellen den Historikern zur Verfügung stehen und wie sie bewertet werden. Danach möchte ich das Verfahren
selbst vorstellen, das zu jeder Zeit der Bezugspunkt der Arbeit sein soll. Weiterhin ist keineswegs eindeutig, unter welchen Umständen und von wem der Ostrakismos eingeführt wurde. Dieses und die umstrittene Datierung der Einführung des Scherbengerichts werden deshalb im vierten Abschnitt betrachtet. Darüber hinaus soll auch auf das Ende des Ostrakismos eingegangen werden. Damit sind die Voraussetzungen erfüllt, sich dem zentralen Anliegen dieser Arbeit zuzuwenden, nämlich der Rolle des Ostrakismos innerhalb der athenischen Demokratie und der Frage nach seinem Zweck. Um dieses nach den theoretischen Überlegungen beispielhaft zu verdeutlichen, sollen drei prominente Opfer des Scherbengerichtes vorgestellt werden. Anschließend möchte ich noch einen Griff in die Moderne wagen und der These Werner Dahlheims nachgehen, inwieweit zwischen dem Ostrakismos und dem konstruktiven Misstrauensvotum eine Verbindung zu sehen ist, um danach abschließend die gewonnenen Ergebnisse in einem Fazit zusammenzufassen und einen Ausblick auf weiterführende Fragestellungen zu geben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsstand und Quellenlage

3. Das Funktionsprinzip des Ostrakismos

4. Die Einführung des Ostrakismos und deren problematische Datierung

5. Das Ende des Ostrakismos

6. Die Rolle und Intention des Ostrakismos

7. Beispiele bekannter Ostrakismosopfer

8. Antiker Ostrakismos und modernes Misstrauensvotum

9. Fazit und Ausblick

10. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die historische Bedeutung des Ostrakismos (Scherbengericht) innerhalb der athenischen Demokratie, hinterfragt die Datierung seiner Einführung und analysiert seine Rolle als politisches Instrument zur Wahrung der Isonomia sowie zur Beilegung innerstaatlicher Machtkämpfe.

  • Analyse der historischen Quellenlage und Forschungsgeschichte zum Scherbengericht.
  • Untersuchung der Funktionsweise des Rats- und Volksostrakismos.
  • Erörterung der Debatte um die Datierung und Urheberschaft des Ostrakismos.
  • Bewertung der sozialen und politischen Kontrollfunktion des Verfahrens.
  • Kritischer Vergleich des antiken Ostrakismos mit modernen demokratischen Instrumenten wie dem Misstrauensvotum.

Auszug aus dem Buch

3. DAS FUNKTIONSPRINZIP DES OSTRAKISMOS

Im Folgenden soll die Funktionsweise des Ratsostrakismos und des Ostrakismos der Volksversammlung dargelegt werden. Dabei sind vor allem Aristoteles und Plutarch als Quellen heranzuziehen, die den Ablauf des Scherbengerichts in der Athenaion Politeia und den Biografien bekannter Römer und Griechen schildern.

In der sechsten Prytanie stimmten die Ratsmitglieder des Rates der Fünfhundert darüber ab, ob es zu einem einmal jährlich stattfindenden Ostrakismosentscheid kommen soll (Arist. AP 43,5). Fand sich eine Mehrheit dafür, so wurde der eigentliche Ostrakismos in der achten Prytanie, etwa im März, ausgerichtet. Hierbei mussten sich wenigstens zweihundert Ratsmitglieder für die Durchführung des Scherbengerichts entscheiden. Allerdings ist ein Ratsostrakismos nie durchgeführt worden, da das Quorum von zweihundert befürwortenden Stimmen ausgesprochen hoch war und auch die politischen Umstände einen Ostrakismos anscheinend nicht notwendig machten, ebenso denkbar wäre sicherlich auch, dass uns schlicht kein derartiges Ereignis überliefert ist.7 Wenn man davon ausgeht, dass der Ostrakismos von Kleisthenes unmittelbar nach dem Sturz der Tyrannis der Peisistratiden um 510 v. Chr. eingeführt wurde, so wäre das Quorum von zweihundert Befürwortern ein Hinweis auf den von Solon eingeführten Rat der Vierhundert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema des athenischen Scherbengerichts und Darlegung der zentralen Problemstellungen.

2. Forschungsstand und Quellenlage: Vorstellung der verfügbaren schriftlichen Quellen und archäologischen Belege sowie ein Überblick über die wissenschaftliche Auseinandersetzung.

3. Das Funktionsprinzip des Ostrakismos: Detaillierte Erläuterung des Ablaufs und der rechtlichen Hürden des Scherbengerichts.

4. Die Einführung des Ostrakismos und deren problematische Datierung: Analyse der kontroversen Forschungsmeinungen zur Urheberschaft und zum historischen Zeitpunkt der Einführung.

5. Das Ende des Ostrakismos: Beschreibung der letzten Anwendung des Verfahrens im Fall des Hyperbolos und dessen Folgen.

6. Die Rolle und Intention des Ostrakismos: Untersuchung des Zwecks und der Wirkung des Ostrakismos als Mittel zur Machtbegrenzung und Sicherung der Gleichheit.

7. Beispiele bekannter Ostrakismosopfer: Vorstellung konkreter Fälle zur Veranschaulichung der praktischen Anwendung des Verfahrens.

8. Antiker Ostrakismos und modernes Misstrauensvotum: Kritische Gegenüberstellung des historischen Instruments mit einem modernen verfassungsrechtlichen Mechanismus.

9. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Identifikation offener Forschungsfragen.

10. Literatur: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der wissenschaftlichen Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Ostrakismos, Scherbengericht, Athenische Demokratie, Kleisthenes, Volksversammlung, Verbannung, Politische Macht, Isonomia, Aristoteles, Quellenkritik, Antike, Misstrauensvotum, Ostraka, Partienkampf, Rechtsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung und Funktionsweise des Ostrakismos, einer speziellen Form der Verbannung im antiken Athen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die historische Datierung, das Verfahren des Scherbengerichts, seine Intention sowie seine Rolle innerhalb der demokratischen Strukturen Athens.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Rolle des Ostrakismos innerhalb der athenischen Demokratie zu analysieren und zu klären, welchen Zweck das Instrument tatsächlich erfüllte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine historisch-philologische Analyse, indem er antike Primärquellen (Aristoteles, Plutarch) mit modernen Forschungserkenntnissen abgleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Funktionsprinzipien, die Datierungsdebatte, die Rolle des Ostrakismos sowie Fallbeispiele und einen Vergleich mit dem modernen Misstrauensvotum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Ostrakismos, Athenische Demokratie, Isonomia, Machtbegrenzung und antike Politik.

Warum hält der Autor den Vergleich mit dem Misstrauensvotum für problematisch?

Er sieht in der unterschiedlichen Einbindung in das politische System und der direkten Beteiligung des Volkes vs. parlamentarischer Repräsentation fundamentale Unterschiede.

Welche Rolle spielte der Ostrakismos im sozialen Gefüge?

Er fungierte als Ventil für politische Spannungen und diente zur sozialen Kontrolle der Elite durch die Bürgerschaft.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Bedeutung des Ostrakismos innerhalb der athenischen Demokratie
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,0
Autor
Thomas von Pluto-Prondzinski (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
28
Katalognummer
V162718
ISBN (eBook)
9783640768585
ISBN (Buch)
9783640769032
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bedeutung Ostrakismos Demokratie Athen Griechenland Attika 5. Jahrundert Kleisthenes Perikles Thukydides Antike Scherbengericht athenische Thema Attische Demokratie Konstruktives Misstrauensvotum origin of democracy ancient greece ostracism
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas von Pluto-Prondzinski (Autor:in), 2008, Die Bedeutung des Ostrakismos innerhalb der athenischen Demokratie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162718
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Leseprobe aus  28  Seiten
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