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Die Rolle der jüngeren Agrippina bei der Herrschaftsübernahme des Nero

Title: Die Rolle der jüngeren Agrippina bei der Herrschaftsübernahme des Nero

Seminar Paper , 2010 , 15 Pages

Autor:in: Marcel Teiner (Author)

World History - Early and Ancient History
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Wenn man heutzutage in einem Geschichtsbuch das Kapitel über die Herrschaftsüber-nahme des Nero aufschlägt, steht häufig nicht Nero selbst, sondern eine ganz andere Person im Zentrum der Betrachtungen: Neros Mutter Agrippina, die durch Mord und Intrigen Nero dazu verholfen haben soll, Kaiser des Imperium Romanum zu werden. Auch in der Forschungsliteratur findet man diese Meinung recht häufig. Doch dann stellt sich die Frage, wie eine Frau in einem von Männern dominierten Staatswesen einen solchen Einfluss ausüben konnte und mit ihrem Handeln die römische Geschichte wie kaum eine andere Frau geprägt hat. Mir kommen bei dieser Vorstellung Zweifel auf. Daher kam ich zu der Fragestellung, welche Rolle Agrippina denn tatsächlich bei der Herrschaftsübernahme des Nero gespielt hat.
Beginnen müsste man mit der Forschung eigentlich mindestens bei der Heirat zwischen Agrippina und Kaiser Claudius, wenn nicht sogar noch früher. Weitere wichtige Stationen wären dann die Adoption von Nero durch Kaiser Claudius, die Verlobung und Heirat zwischen Nero und Claudius Tochter Octavia, Neros Ämter und Vollmachten, die Beziehung von Nero und Claudius Sohn Britannicus, die Beziehung zwischen Agrippina und Britannicus, die Bedeutung personeller Veränderungen, z. B. durch Seneca oder den Prätorianerpräfekten Burrus, die Todesfälle bis und nach der Herrschaftsübernahme des Nero und noch eine ganze Reihe weiterer Themen. Dies ist natürlich im Rahmen dieser Arbeit nicht zu bewerkstelligen. Daher habe ich eine Auswahl vorgenommen und werde mich im weiteren Verlauf insbesondere auf die Adoption, die Ämter und Vollmachten und auf den Tod des Claudius eingehen und an diesen Themen exemplarisch die Bedeutung Agrippinas darstellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Quellenlage und Forschungsstand

3. Der Weg zur Macht

3.1 Die Adoption des Nero

3.2 Die Ämter und Vollmachten des Nero

3.3 Das Ende von Kaiser Claudius

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die tatsächliche historische Rolle der jüngeren Agrippina bei der Herrschaftsübernahme ihres Sohnes Nero. Dabei wird kritisch hinterfragt, inwiefern die Darstellung Agrippinas als machtbesessene Intrigantin in den antiken Quellen ein literarisches Konstrukt ist, das der Diffamierung des Kaisers Claudius und des Prinzipats diente.

  • Die historische Rolle Agrippinas bei der Adoption Neros durch Claudius.
  • Analyse der Ämter und Vollmachten Neros als Instrumente der Machtübergabe.
  • Kritische Würdigung der antiken Quellenlage (Tacitus und Sueton).
  • Diskussion der modernen Forschungskontroversen um Agrippinas Einfluss.
  • Untersuchung des Topos der "herrschsüchtigen Frau" in der senatorischen Geschichtsschreibung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Adoption des Nero

In den Annalen des Tacitus wird die Adoption des Nero folgendermaßen beschrieben: Der Freigelassene Pallas habe die Adoption des Nero tatkräftig unterstützt. Da er bereits Agrippina als Ehefrau für Claudius vorgeschlagen und gefördert habe, werde ihm ein enges, ja sogar sexuelles Verhältnis mit Agrippina vorgeworfen. Dennoch habe er Claudius von der Adoption des Nero überzeugen können. Zunächst habe Pallas an Claudius Vernunft appeliert, er solle an das „Wohl des Staates“ denken, indem er dem „Knaben Britannicus eine starke Persönlichkeit zur Seite“ stelle. Er habe diese Adoption mit den Taten des Augustus verglichen, der trotz eigener Enkel neben Tiberius auch noch den Britannicus adoptiert habe. Claudius solle diesem Beispiel folgen, damit Nero ihn unterstützen könne. Daraufhin habe Claudius Nero adoptiert und dem Senat die gleiche Begründung vorgetragen wie Pallas bereits ihm. Durch die Adoption sei Nero in der Erbfolge an erste Stelle gesetzt worden.

Es gibt jetzt mehrere Interpretationsmöglichkeiten, wer für diese Adoption verantwortlich war. Einerseits könnte man sagen, dass Pallas auf eigene Veranlassung hin gehandelt habe, möglicherweise um sich im Ansehen der Agrippina weiter zu erhöhen. Es ist durchaus möglich, dass er sich davon für sich selbst eine größere Machtfülle erhoffte. Begründen lässt sich diese These mit dem zuvor stattgefundenen Wettstreit um eine Nachfolgerin für die verstorbene Messalina, in dem Pallas sich mit seiner Wunschkandidatin Agrippina gegen die beiden anderen Freigelassenen mit ihren Kandidatinnen durchgesetzt hatte. Bereits da zeigte sich Pallas Machtinteresse.

Andererseits kann man aber auch Agrippina als die heimliche Marionettenspielerin sehen, obwohl sie von Tacitus auf den ersten Blick nicht direkt mit der Adoption in Verbindung gebracht wird. Tacitus betont aber sicherlich nicht grundlos das enge Verhältnis zwischen Agrippina und Pallas, insbesondere die angedeutete Affäre zwischen den beiden. Es ist demnach durchaus möglich, dass Agrippina Pallas mit ihren Reizen dazu gebracht hat, für sie in ihrer Sache zu arbeiten. Jedoch darf man dabei nicht übersehen, dass die sexuellen Reize der Agrippina bei Tacitus ein häufig wiederkehrender Topos sind, z. B. auch als Vitellius in ihrem Auftrag Silanus für sie beseitigen lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung hinterfragt die in der Forschung verbreitete Sichtweise auf Agrippina als durch Mord und Intrigen agierende Mutter Neros und stellt die Leitfrage nach ihrem tatsächlichen historischen Einfluss.

2. Quellenlage und Forschungsstand: Dieses Kapitel bewertet die Abhängigkeit von antiken Autoren wie Tacitus und Sueton, deren senatorische Prägung das Bild Agrippinas maßgeblich als literarisches Konstrukt beeinflusst hat.

3. Der Weg zur Macht: Das Kapitel analysiert exemplarisch die Etappen des Machtaufstiegs Neros, unterteilt in die Adoption, die Verleihung offizieller Ämter und Vollmachten sowie den Tod von Kaiser Claudius.

3.1 Die Adoption des Nero: Untersuchung der Umstände der Adoption, wobei die Rolle von Pallas und Agrippina sowie die Frage nach dem Ziel der Sicherung der Thronfolge beleuchtet werden.

3.2 Die Ämter und Vollmachten des Nero: Analyse der Vorverlegung der Männertoga, des Konsulats und des Oberbefehls Neros und wie diese durch antike Quellen Agrippina zugerechnet werden.

3.3 Das Ende von Kaiser Claudius: Detaillierte Betrachtung der unterschiedlichen antiken Berichte über die Vergiftung des Kaisers und die Hinterfragung der Schuld Agrippinas vor dem Hintergrund des literarischen Kontexts.

4. Fazit: Zusammenfassendes Ergebnis, dass die historische Rolle Agrippinas aufgrund der Tendenz der antiken Quellen zur Diffamierung kaum eindeutig rekonstruierbar ist und eine differenziertere Quellenanalyse erfordert.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der herangezogenen wissenschaftlichen Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Agrippina die Jüngere, Nero, Kaiser Claudius, Tacitus, Sueton, Adoption, Machtübernahme, senatorische Geschichtsschreibung, Pallas, Britannicus, Prinzipat, Intrige, Machtpolitik, antike Quellen, historische Analyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Rolle der jüngeren Agrippina bei der Herrschaftsübernahme ihres Sohnes Nero und hinterfragt, wie sehr das Bild der "bösen Stiefmutter" ein Produkt antiker Geschichtsschreibung ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Adoption Neros, seine vorzeitige Ämterlaufbahn sowie die Umstände des Todes von Kaiser Claudius.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die kritische Prüfung, ob Agrippina tatsächlich die treibende Kraft hinter den Ereignissen war oder ob antike Autoren wie Tacitus ihr aus politischer Intention heraus eine Rolle als Intrigantin zuschrieben.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor wendet eine quellenkritische Methode an, indem er verschiedene antike Berichte vergleicht und diese vor dem Hintergrund der jeweiligen Intention der Autoren (v.a. senatorische Kritik am Prinzipat) einordnet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Adoption Neros, der Verleihung seiner Machtbefugnisse und der widersprüchlichen Überlieferungen zur Ermordung von Kaiser Claudius.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Agrippina die Jüngere, Tacitus, Quellenkritik, Machtübergabe und antike Geschichtsschreibung charakterisieren.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Freigelassenen Pallas bei der Adoption Neros?

Der Autor stellt heraus, dass Pallas in den Quellen als Akteur hinter der Adoption erscheint, doch diskutiert er kritisch, ob Agrippina ihn als "Marionettenspielerin" steuerte oder ob dies eine Zuschreibung zur Diffamierung war.

Warum bezweifelt der Autor die Eindeutigkeit der Überlieferung zum Tod von Claudius?

Der Autor betont, dass die antiken Quellen (Tacitus und Sueton) sehr unterschiedliche, teils widersprüchliche Varianten des Todes anbieten, was auf eine literarische Konstruktion statt auf gesicherte historische Fakten hindeutet.

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Details

Title
Die Rolle der jüngeren Agrippina bei der Herrschaftsübernahme des Nero
College
University of Münster
Author
Marcel Teiner (Author)
Publication Year
2010
Pages
15
Catalog Number
V162846
ISBN (eBook)
9783640770878
ISBN (Book)
9783640771332
Language
German
Tags
Nero Agrippina Claudius Adoption Herrschaftsübernahme
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marcel Teiner (Author), 2010, Die Rolle der jüngeren Agrippina bei der Herrschaftsübernahme des Nero, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162846
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