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Mobbing - ein System-Problem?

Title: Mobbing - ein System-Problem?

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 38 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Heiko Sieben (Author)

Leadership and Human Resources - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

[...] Solche, sich zu Mobbing entwickelnde, Konfliktprozesse treten im Betriebsgeschehen
nicht wahllos oder zufällig auf, sondern sind auf bestimmte Arbeitsplatzbelastungen
zurückzuführen, die sich aus strukturellen, sozialen und persönlichen Bedingungen ergeben. Bereits diese kurzen Ausführungen lassen erahnen, dass es sich bei Mobbing um ein
komplexes Phänomen handelt, das nur schwerlich aus einer einzigen Perspektive heraus betrachtet
werden kann. Komplexität erfordert eine ganzheitliche Betrachtungsweise des zu diskutierenden Gegenstandes. Vor allem mit dem Blick auf das Wechselspiel von Individuen,
Organisationsstrukturen und -dynamiken stellt der systemtheoretische Ansatz für die Untersuchung
des Phänomens Mobbing eine nützliche Sichtweise dar.
In dieser Arbeit soll die Bedeutung des systemtheoretischen Denkens für das Phänomen
Mobbing am Arbeitsplatz herausgearbeitet werden. Im ersten Teil wird zunächst die
Entwicklung des systemischen Denkens im 20. Jahrhundert skizziert. Anschließend wird der
Systembegriff näher beschrieben. Dabei werden soziale Systeme als Systeme handelnder
Personen betrachtet. Dementsprechend werden Merkmale und Funktionsweisen von sozialen
Systemen dargestellt. Neben dem Merkmal der Systemzugehörigkeit und der Systemfunktionalität
stellt das Prinzip der Zirkularität ein entscheidendes Charakteristikum von sozialen
Systemen dar. Mit der Darstellung des Konstruktivismus, der eng mit dem systemtheoretischen
Denken verbunden ist und einem kurzen Zwischenfazit endet der erste Teil dieser Arbeit.
Im zweiten Teil geht es um die Erklärung des Phänomens Mobbing. Dabei wird nach einer
Definition des Begriffes Betrieb zunächst auf die Bedeutung der Arbeit in unserem Kulturkreis
hingewiesen. Anschließend wird der Mobbingbegriff für die vorliegende Arbeit festgelegt.
Am Ende wird ebenfalls ein kurzes Zwischenfazit gezogen.
Im dritten Teil erfolgt die Zusammenführung der beiden vorangegangenen Teile. Hier wird
das Phänomen Mobbing aus der systemtheoretischen Perspektive als System-Problem, als
systemische Interaktion und darüber hinaus als komplexe Wirklichkeitskonstruktion verstanden.
Im abschließenden Fazit wird das Arbeitsergebnis reflektiert und die Methode einer systemischen
Organisationsentwicklung vorgestellt, die auf allen betrieblichen Ebenen ansetzt, um
Mobbing gar nicht erst entstehen zu lassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Systemtheoretische Betrachtungen

2.1 Entwicklung des systemtheoretischen Denkens im 20. Jahrhundert

2.2 Grundlagen systemtheoretischen Denkens

2.2.1 Was ist ein System? – Begriffserklärung und Definitionen

2.2.2 Merkmale und Funktionsweisen sozialer Systeme

2.2.2.1 Merkmale der Systemzugehörigkeit

2.2.2.1 Merkmale der Systemfunktionalität

2.2.2.3 Prinzip der Zirkularität

2.2.3 Konstruktivismus

2.3 Zwischenfazit

3. Das Phänomen Mobbing im Betrieb

3.1 Definition des Begriffes Betrieb

3.2 Bedeutung der Arbeit

3.3 Mobbing – Begriffserklärung und Definitionen

3.4. Zwischenfazit

4. Mobbing aus systemtheoretischer Sicht

4.1 Mobbing als System-Problem

4.2 Mobbing als systemische Interaktion.

4.3 Mobbing – eine komplexe Wirklichkeitskonstruktion

5. Fazit und Ausblick

6. Literatur

Zielsetzung und Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, das Phänomen Mobbing am Arbeitsplatz durch die Brille des systemtheoretischen und konstruktivistischen Denkens zu untersuchen, um den Prozess als komplexes System-Problem statt als rein lineares Ursache-Wirkungs-Geschehen zu verstehen.

  • Systemtheoretische Grundlagen im 20. Jahrhundert
  • Konstruktivistische Perspektiven auf Wirklichkeitsbildung
  • Mobbing als systemische Interaktion und Funktionskonflikt
  • Systemische Organisationsentwicklung als Präventionsansatz

Auszug aus dem Buch

Mobbing als System-Problem

Im ersten Teil wurde dargestellt, dass sich ein System durch eine Anzahl von Elementen zusammensetzt, die miteinander in wechselseitiger Beziehung stehen. Sofern diese Elemente Menschen sind, handelt es sich um soziale Systeme. Dementsprechend stellt ein Betrieb mit seinen Beschäftigten ein soziales System dar.

Von zentraler Bedeutung sind aus systemischer Perspektive insbesondere die Beziehungen zwischen den Systemelementen. Möchte man beispielsweise eine Organisation aus systemischer Sicht untersuchen, so genügt es nicht, diese in ihre jeweiligen Elemente zu zerlegen, um sie dann einzeln zu analysieren. Vielmehr sollte sich der Blick auf die Beziehungsstruktur und die Beziehungsdynamik richten. Unter Beziehungsstruktur werden bestimmte Muster verstanden, die sich im Laufe der Zeit zwischen den Mitgliedern eines Systems eingespielt haben und/oder auch durch institutionalisierte Regeln und Normen eines Systems vorgegeben sind. Der Begriff Beziehungsdynamik umfasst die Prozesse wechselseitiger Beeinflussung, die zwischen den Systemangehörigen bestehen. Diese Prozesse führen zur Etablierung von Beziehungsstrukturen, die wiederum beziehungsdynamische Abläufe steuern (vgl. Beck & Schwarz, 2000, S. 36ff).

Aufgrund der gegenseitigen Bedingtheit von Betriebsstruktur und -dynamik, der Umweltbeziehung des Systems nach außen und nicht zuletzt dem Individuum sind Konflikte innerhalb des Systems unvermeidbar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Relevanz von Mobbing am Arbeitsplatz als komplexes Phänomen, das nicht nur individuelle Gesundheit beeinträchtigt, sondern auch betriebswirtschaftliche Schäden verursacht.

2. Systemtheoretische Betrachtungen: Dieses Kapitel skizziert die Entwicklung des systemischen Denkens und erläutert die Grundlagen sozialer Systeme sowie das Prinzip der Zirkularität und den Konstruktivismus.

3. Das Phänomen Mobbing im Betrieb: Hier werden Definitionen von Betrieb und Arbeit dargelegt und verschiedene wissenschaftliche Ansätze zur Erklärung von Mobbing kritisch verglichen.

4. Mobbing aus systemtheoretischer Sicht: Das Kapitel führt die vorangegangenen Theorien zusammen und analysiert Mobbing als systemisches Problem, Interaktionsprozess und Wirklichkeitskonstruktion.

5. Fazit und Ausblick: Das Fazit reflektiert die Ergebnisse und schlägt die Methode der systemischen Organisationsentwicklung als ganzheitlichen Ansatz zur Prävention von Mobbing vor.

6. Literatur: Das Verzeichnis listet sämtliche wissenschaftlichen Quellen und Werke auf, die für die theoretische Fundierung der Seminararbeit herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Mobbing, Systemtheorie, Organisationspsychologie, Systemfunktionalität, Konstruktivismus, Beziehungsdynamik, soziale Systeme, Organisationsentwicklung, Konflikteskalation, Feedbackbeziehungen, systemische Interaktion, Arbeitsplatzkonflikte, Wirklichkeitskonstruktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Mobbing am Arbeitsplatz nicht als ein isoliertes, durch Täter und Opfer geprägtes Ereignis, sondern als ein komplexes, systemisches Phänomen innerhalb von Organisationen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Systemtheorie, der Konstruktivismus, die Bedeutung von Arbeit in Organisationen sowie die Analyse von Konfliktdynamiken in sozialen Systemen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, Mobbing als Symptom defizitärer Systemstrukturen und Beziehungsdynamiken zu identifizieren, um weg von einer einseitigen Schuldzuweisung hin zu ganzheitlichen Lösungsansätzen zu gelangen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer systemtheoretischen Literaturanalyse und einer systemisch-konstruktivistischen Betrachtungsweise, die Ansätze verschiedener Disziplinen wie Organisationspsychologie und Soziologie integriert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Systemtheorie, die Definition von Mobbing in betrieblichen Kontexten und die Zusammenführung beider Bereiche, um Mobbing als System-Problem und Wirklichkeitskonstruktion zu erklären.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Systemtheorie, Mobbing, Beziehungsdynamik, systemische Organisationsentwicklung und Konstruktivismus definiert.

Inwiefern spielt der Konstruktivismus eine Rolle für Mobbing?

Der Konstruktivismus erklärt, dass Konflikte entstehen, weil Beteiligte ihre Situation subjektiv bewerten und deuten. Mobbing wird so als aktive Wirklichkeitskonstruktion verstanden, bei der Beteiligte den Ereignissen eine eigene, oft konfliktreiche Bedeutung zuschreiben.

Warum kritisiert der Autor die Täter-Opfer-Perspektive?

Der Autor argumentiert, dass eine einseitige Zuweisung von „Gut“ und „Böse“ den Blick auf die tatsächlichen systemischen Ursachen verstellt. Er folgt der Auffassung, dass Mobbing ein dynamisches Wechselspiel ist, an dem alle Beteiligten – inklusive Mitläufer – durch ihre Kommunikation mitwirken.

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Details

Title
Mobbing - ein System-Problem?
College
Leuphana Universität Lüneburg  (Fachbereich Wirtschaftspsychologie)
Course
Organisationspsychologie
Grade
1,3
Author
Heiko Sieben (Author)
Publication Year
2003
Pages
38
Catalog Number
V16287
ISBN (eBook)
9783638211826
Language
German
Tags
Mobbing System-Problem Organisationspsychologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Heiko Sieben (Author), 2003, Mobbing - ein System-Problem?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16287
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