Welche Rolle spielt jetzt.de im Prozess der Mediensozialisation?


Bachelorarbeit, 2009
66 Seiten, Note: 1,1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einführung in die Mediensozialisation
2.1 Der Mediensozialisationsprozess und mediale Sozialisationseffekte
2.2 Wichtige Aspekte der Mediensozialisation

3 Partizipativer Journalismus - ein Forschungsüberblick
3.1 Formen des Partizipativen Journalismus’
3.2 Nutzungsmotive der Bürgerjournalisten
3.3 Zwischenfazit

4 Der Forschungsgegenstand: jetzt.de
4.1 Die Entwicklung von jetzt.de
4.2 Das Format jetzt.de
4.3 Die Nutzer von jetzt.de

5 Mediensozialisation in Verbindung mit jetzt.de - 17 -

6 Untersuchungsdesign der qualitativen Befragung
6.1 Forschungsfrage und Methodenwahl
6.2 Erstellung des Interviewleitfadens
6.3 Stichprobe und Kontaktaufnahme
6.4 Durchführung und Auswertung der Interviews

7 Erkenntnisse und Ergebnisse der qualitativen Befragung
7.1 Der Zugang zu jetzt.de
7.2 Die Nutzungsgewohnheiten der Befragten
7.3 Partizipation als Eigennutz
7.4 Identitätsbildende Anschlusskommunikation
7.5 Gratifikationen und Nutzungsmotive der jetzt.de User

8 Fazit

9 Literaturverzeichnis

10 Anlagen
10.1 Interviewleitfaden
10.2 Interviewprotokolle

1 Einleitung

Ein Interview in einer Zeitschrift: Zwei Akteure aus der Politik diskutieren über ein aktuelles Thema. Führt dies zur Ausdifferenzierung unseres Meinungsbildes?Eine Sendung im Fernsehen: zwei Personen streiten sich, vertragen sich, lieben sich. Beeinflusst dies unsere zwischenmenschliche Kommunikation?

Medien können durchaus sozialisierende Effekte haben und als Orientierung dienen. Dies kann je nach sozialem Kontext und der Persönlichkeitsstruktur variieren. Da unser Alltag zunehmend von Medien dominiert wird, darf ihr Einfluss nicht unterschätzt werden. Wir können uns ihnen nicht entziehen und wollen es auch gar nicht mehr. Es stellt sich dabei aber nicht allein die Frage: was machen die Medien mit dem Menschen? Sondern viel entscheidender ist die Frage: was macht der Mensch mit den Medien? Denn der Mensch entscheidet über die Medieninhalte, die er nutzt und lässt sie bewusst in seiner Lebenswelt zu.

Die heutige Mediensituation lässt zudem die Grenzen zwischen Massen- undIndividualkommunikation immer mehr verschwimmen. Man kann stellenweise nichtmehr unterscheiden, wer Produzent und Konsument ist. Insbesondere durch dasInternet sind zahlreichen Formate entstanden, die es dem Otto Normalverbraucherermöglichen sich selbst aktiv an der Generierung von Nachrichten und allgemeinenBeiträgen zu beteiligen. Im Jahr 2008 zählte die größte Blog-Suchmaschine Technorati über 184 Millionen Weblogs weltweit und es kommen täglich mehr hinzu.Auch etablierte Medien haben mittlerweile den Trend hin zu mehr Partizipationerkannt und ermöglichen den Rezipienten als sogenannte Bürgerjournalisten tätig zusein. Und plötzlich sprach jeder vom Partizipativen Journalismus. Auch jetzt.de, dasJugendformat der Süddeutschen Zeitung, kann dazu gezählt werden.

Was bedeuten diese teilnehmenden Möglichkeiten nun für die Sozialisation? Wie verändern sich die Sozialisationsbedingungen? Und welche Rolle spielt jetzt.de im Prozess der Mediensozialisation?

Um diese Fragen zumindest ansatzweise beantworten zu können, soll eine qualitativeBefragung mit jetzt.de -Nutzern durchgeführt werden. Doch zunächst wird dietheoretische Grundlage gebildet, indem der Prozess der Mediensozialisation genauererläutert wird. Dabei wird auf die Defizite der bisherigen Forschung sowie möglichemediale Sozialisationseffekte eingegangen. Ein besonderes Augenmerk liegt aufwichtigen Aspekten der Mediensozialisation, wie die interaktionistische Sichtweise,Selbst- und Fremdsozialisation sowie Anschlusskommunikation, die im Einzelnengenauer erklärt werden.

Anschließend wird sich dem zweiten Grundpfeiler dieser Arbeit gewidmet: demPartizipativen Journalismus’. Seine Besonderheit hinsichtlich des Mediums Internetwird erläutert, sowie die unterschiedlichen Online-Formate, die dem BürgerPartizipation ermöglichen, vorgestellt. Zudem werden noch zwei Studien aufgeführt,die sich schon intensiver mit den Nutzungsmotiven von Bürgerjournalistenauseinandergesetzt haben und deren Ergebnisse vorgestellt. Aufgrund der großenÄhnlichkeit, der in den Studien aufgeführten Formaten mit jetzt.de, wurde dies alssinnvoll erachtet.

Eine Form des Partizipativen Journalismus’ ist, wie schon erwähnt, jetzt.de. Die Entwicklung dieses Formats, das es ursprünglich nur als Printversion gab, wird beschrieben. Die besonderen Eigenschaften von jetzt.de werden, auf dem Hintergrund, dass es sich hier um eine professionell-partizipative Nachrichtensite handelt, erläutert und auf den Netzwerk-Charakter der Website wird kurz eingegangen. Zusätzlich werden die soziodemographischen Daten der Nutzer vorgestellt.

Da es bisher keine Studie gibt, die die Bedeutung eines partizipativen Formats in-nerhalb des Mediensozialisationsprozesses untersucht, werden in Kapitel 5 verschie-dene Anknüpfungspunkte vorgestellt und es wird versucht bisherige Ergebnisse derSozialisationsforschung auf den speziellen Fall von jetzt.de zu übertragen.Bevor die Ergebnisse der qualitativen Befragung präsentiert werden, werden die ent-sprechende Methode und das Untersuchungsdesign vorgestellt. Angefangen von derForschungsfrage, über die Stichprobe bis hin zur Durchführung und Auswertung derInterviews. Darauffolgend werden die Erkenntnisse und Ergebnisse der Untersu-chung aufgeführt.

2 Einführung in die Mediensozialisation

Mediensozialisation als Begriff taucht in verschiedenen Forschungsfeldern immer wieder auf. Besonders innerhalb der Medienpädagogik und der Medienwissenschaft steht er momentan im Fokus. Dabei ist er „kaum theoretisch fundiert und insbesondere für empirische Zwecke kaum operationalisiert worden“ (Hoffmann 2007, S.11). So ist der Bereich der Mediensozialisationsforschung bisher nur geringfügig untersucht und man weiß wenig über mediale Sozialisationseffekte hinsichtlich der Persönlichkeit eines Menschen (Hoffmann 2007, S.12).

„Medien als Instanz der Sozialisation“ werden zwar in Studien bezüglich der soziologischen Sozialisationstheorie teilweise berücksichtigt, aber es existiert keine Sozialisationstheorie explizit dafür (Hoffmann und Mikos 2007, S.8).

Genauso wenig findet sich der Sozialisationsaspekt in Mediennutzungs- und -wirkungstheorien als Variable oder Bezugsgröße wider (vgl. Bonfadelli 2004). Dem-entsprechend fehlt es an einem Theoriemodell, das alle Indikatoren und Parametermit einschließt, die bei der „Mediennutzung, -verarbeitung und -aneignung und -letztendlich auch über die direkte mediale Interaktion hinaus - eine Rolle im und für das Leben und damit für die Persönlichkeit eines Menschen spielen“ (Hoffmann undMikos 2007, S.9).

Zwar gibt es mittlerweile verschiedene Studien, die unter anderem das Thema Me-diensozialisation behandeln, doch diese setzen sich überwiegend mit Kindern undJugendlichen sowie der Rolle des Fernsehens auseinander. Diese Arbeit beschäftigtsich hingegen mit der Bedeutung von jetzt.de, einem Online-Format, das durch seinepartizipativen Möglichkeiten und seinen Community Charakter relativ speziell ist.Zudem geht es um die User von jetzt.de, die überwiegend im Alter zwischen 20 und 40 Jahren sind und somit das Jugendalter schon überschritten haben. Dies berücksichtigend, werden im Folgenden jene Aspekte der Mediensozialisation vorgestellt, die unter anderem Ansätze zur Beantwortung der Forschungsfrage liefern. Zuvor werden der Prozess der Mediensozialisation sowie die möglichen Sozialisationseffekte der Medien kurz dargelegt.

2.1 Der Mediensozialisationsprozess und mediale Sozialisationseffekte

Der Prozess der Mediensozialisation lässt sich in drei Teile aufgliedern: die prä-kommunikative, kommunikative und postkommunikative Phase. Die präkommunika-tive Phase umfasst den Medienzugang sowie das Medienangebot, im kommunikati-ven Teil geht es um die Mediennutzung als auch -aneignung und die postkommuni-kative Phase schließt Medienkompetenz und Medieneffekte ein (Süss 2004, S.274).Diese Teilprozesse sind miteinander verbunden und die Mediensozialisation durch-läuft alle Phasen.

Vorangetrieben wird der Prozess durch innere und äußere Einflüsse. Diese können aus dem Individuum heraus entstehen, wie zum Beispiel durch Reifungsprozesse, neue Interessen und Ziele sowie die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben. Aber auch Veränderungen in der sozialen Umwelt, wie neue Medien und Medienangebote, gesellschaftliche Veränderungen als auch Veränderungen der sozialen Lage beeinflussen den Mediensozialisationsprozess. (Süss 2007, S.278).

Mediale Sozialisationseffekte finden sich im Erwerb von Medienkompetenzen als auch in der Welt- und Selbstaneignung der Rezipienten wider.

Die Gewinnung von Medienkompetenz ist in der heutigen Zeit durch immer wiederneu entstehende Medientechniken und -inhalte wichtig. Denn dadurch wird derMensch förmlich zum „lebenslangen ‚Medienlernen’ und zur permanenten Anpas-sung an technische, soziale und kulturelle Gegebenheiten“ gezwungen (Schweiger2007, S.298). Zusätzlich führen die Medien zu Sozialisationseffekten im Bereich derSelbstkompetenzen (Reflexionsfähigkeit, Selbstbild, Motivation), der Sozialkompe-tenzen (Kommunikationsfähigkeit, Rollenübernahme) sowie der Sachkompetenzen(Weltwissen, politisch und kulturelle Partizipation). (Süss 2004, S.277)

Dadurch erarbeiten sich Rezipienten eine Identität, die im Laufe des Lebens immer weiterentwickelt wird und beeinflusst ist durch Veränderungen der sozialen Umwelt und des Individuums selbst. Die Bewältigungsstile der Rezipienten können sich so im Laufe der Zeit ändern, was wiederum einen Einfluss auf die Medieneffekte nimmt. Im Jugendalter nimmt die Identität feste Formen an und man spricht in folge dessen bei Erwachsenen eher von Identitätsbewahrung, da von nun an vermehrt „Aneignungsprozesse im Sinne von selektiver Wahrnehmung und Interpretation stattfinden“ (Süss 2004, S.43). Insgesamt lässt sich festhalten, dass Mediensozialisation ein lebenslanger Prozess ist, der aufgrund des komplizierten Zusammenspiels von Gesellschaft, Medien und Individuum schwer zu fassen ist.

2.2 Wichtige Aspekte der Mediensozialisation

Im Folgenden werden wichtige Aspekte der Mediensozialisation, die auch später bei der qualitativen Untersuchung noch eine wichtige Rolle spielen, vorgestellt. Zunächst wird gezeigt, dass innerhalb der Sozialisationsforschung eine interaktionistische Sichtweise vertreten wird, die vom autonomen Subjekt ausgeht, das sich dementsprechend auch aktiv den verschiedenen Medieninhalten, je nach eigenen Bedürfnissen zuwendet. Anschließend wird das Wirkgefüge aus Selbst- und Fremdsozialisation beschrieben und zum Schluss die Bedeutung der Anschlusskommunikation innerhalb des Mediensozialisationsprozesses dargestellt.

Die interaktionistische Sichtweise

Lange Zeit war die normative Perspektive vorherrschend, dass unter Sozialisation eine Anpassung des Subjekts an die Gesellschaft zu verstehen ist (Aufenanger 2008, S.87). Diese Sichtweise entspricht der Richtung des strukturellen Funktionalismus (Frommer 2006, S.7) und geht von einem einseitigen, monokausalen Wirkungsverlauf der Medien aus (Fritz, Sting, Vollbrecht 2003, S.8).

Diese Sichtweise beherrscht auch heute noch gesellschaftliche Debatten, obwohl sich innerhalb der Sozialisationsforschung ein Paradigmenwechsel vollzogen hat (Aufenanger 2008, S.87).

Abgelöst wurde die normative Sichtweise, durch die Perspektive des symbolischen Interaktionismus, der die Autonomie des Individuums mehr in den Vordergrund stellt (Frommer 2006, S.8). Als Basis dessen gilt die Definition Hurrelmanns. Demnach steht Sozialisation für „den Prozess, in dessen Verlauf sich der mit einer biologischen Ausstattungversehene menschliche Organismus zu einer sozial handlungsfähigen Persön-lichkeit bildet, die sich über den Lebenslauf hinweg in Auseinandersetzungmit den Lebensbedingungen weiterentwickelt“ (Hurrelmann 2002, S.15).

Mediensozialisation meint also nicht „Sozialisation durch Medien“, sondern mansieht das Subjekt als gesellschaftlich handlungsfähig an, das sich „im symbolischenFeld der Medien selbst sozialisieren kann“ (Fritz, Sting, Vollbrecht 2003, S.8).Zwar sind Individuen, nach dem Ansatz des symbolischen Interaktionismus’, inner-halb der soziokulturellen Sphäre frei, aber auf der anderen Seite wächst der unbe-wusste Einfluss der Medien zunehmend (Frommer 2006, S.7), da sie die menschlicheLebenswelt mehr und mehr durchdringen und somit wichtige Umwelterfahrungendarstellen (Lukesch 2008, S.286).

Die Bedürfnisorientierung des Individuums

Im Sozialisationsprozess wird den Individuen also eine gewisse Autonomie undHandlungsfähigkeit zugesprochen. Sie suchen sich ihre Medienangebote selbst ausund entwickeln eigene Rezeptionsstile. Diese Selektion erfolgt nutzenorientiert undsoll der Identitätsentwicklung bzw. der Identitätsbewahrung dienen. (Hoffmann 2007,S.19) Die Rezipienten stellen sich aus dem vielfältigen Medienangebot ihr eigenesMedienmenü zusammen (Vollbrecht 2003, S.15). Ihre Entscheidungen und Handlun-gen sind dabei abhängig von:

„Interessen und Vorlieben, medienbiographischen Erfahrungen, Anregungenund eingeschliffenen Gewohnheiten, den jeweiligen Lebenslagen sowie denpersönlichen und entwicklungsbezogenen Themen“ (Vollbrecht 2003, S.15).

Vollbrecht bezieht sich bei seinen Ausführungen hauptsächlich auf Kinder, doch wie schon erwähnt, findet die Mediensozialisation ein Leben lang statt und seine Feststellungen können dementsprechend auch auf Erwachsene übertragen werden. Von den oben genannten Faktoren gehen die verschiedenen Bedürfnisse aus, die zu bestimmten Mediennutzungsstilen führen.

Hier wird oft der Uses and Gratifications Ansatz von Katz und Blumler herangeführt, um die entsprechenden Bedürfnisse und Gratifikationen der Mediennutzer zu erschließen (Blumler und Katz 1974, S.21).

Selbst- und Fremdsozialisation

Das Individuum entscheidet also bedürfnisorientiert über Medien, Medieninhaltesowie über Medienzeiten und Medienorte. Zusätzlich konstruiert der Rezipient dieBedeutung der Medieninhalte im Rezeptionsprozess eigenständig (Süss 2007, S. 110),das heißt die Medieninhalte werden nicht einfach übernommen, sondern so verändert,dass sie zur eigenen Identität passen (Doelker 1989, S.78). Fasst man diese drei As-pekte zusammen, so spricht man in der Sozialisationsforschung oft von der soge-nannten Selbstsozialisation. Ihr gegenüber steht die Fremdsozialisation. Darunterfallen zum einen Personen und Institutionen (Sozialisatoren), die versuchen die Me-diennutzung des Einzelnen (Sozialisand) zu steuern, was vor allem im Kindes- undJugendalter der Fall ist (Süss 2007, S.110), zum anderen zählen auch externe Erwar-tungen sowie Lebensereignisse zu Faktoren der Fremdsozialisation (Süss 2004,S.279).

Es gab schon viele Diskussionen darüber, ob man die Begriffe der Selbst- bzw. Fremdsozialisation überhaupt verwenden sollte, da Sozialisation beides umfasst. Aus diesem Grund sollen die beiden Sozialisationsformen als zwei „Wirkkräfte eines Gesamtsystems“ aufgefasst werden, die dazu dienlich sind Tendenzen und Schwerpunkte aufzuzeigen (Süss 2007, S. 110).

Kommen die unterschiedlichen Medien und Medieninhalte in der eigenen Peergroupzur Sprache so kann man von einer kollektiven Selbstsozialisation sprechen. DieMedien haben dabei mehrere Funktionen. Zum einen stellen sie die thematischeGrundlage für Freundschafts- und Gruppenbeziehungen dar und fördern somit diesoziale Integration. Zum anderen ist es den Jugendlichen möglich sowohl ihre indi-viduellen Meinungen, Fragen und Interessen als auch ihre Ängste, Wünsche undProbleme anzusprechen ohne sich dabei zwangsläufig selbst zu entblößen. Es bildensich Medienpräferenzen und Mediennutzungsstile heraus, die auch im Erwachsenen-alter noch bestehen können. (Schweiger 2007, S. 300) Solche Gespräche nach derMedienrezeption, sei es mit Freunden oder innerhalb der Familie, wird auch An-schlusskommunikation genannt.

Die Bedeutung der Anschlusskommunikation

So steht am Ende des Medienverarbeitungsprozess die Anschlusskommunikation, diezudem wesentlich zur Entwicklung der Medienkompetenz beiträgt (Mikos 2007,S.32). Dies zeigt zum einen die „mediale Vernetztheit der Mediengesellschaft“ undmacht die Bedeutung der Anschlusskommunikation, auch mediale Kommunikationgenannt, für die Entwicklung eines Individuums deutlich (Groeben 2002, S.179). Soist Groeben der Meinung, dass „die persönliche Identität ganz grundsätzlich in dersozialen Kommunikation konstruiert wird als partielle Übereinstimmung mit bzw.Abweichung von sozial (und das heißt auch medial) durch die Gesellschaft angebo-tenen bzw. vorgegebenen Identitätsmustern“ (Groeben 2002, S.179).

Im Hinblick auf die Mediensozialisation hebt Mikos hervor, dass sich die Rezipien-ten mit dem symbolischen Material der Medien im sozialen Leben auseinandersetzen.Die Bedeutungen der einzelnen Medienprodukte werden erst in der Kommunikationmit anderen ausgehandelt. Auch Sieber betont, dass Medienangebote nicht an sichwirken, „sondern nur im sozialen Gebrauch“ (Sieber 2003, S.9). Aus der Vermi-schung von medialer und sozialer Kommunikation, die typisch für moderne Lebens-welten ist, ergibt sich, dass die Bedeutung von Medien für die Identitätsentwicklungwächst. (Mikos 2007, S.39) Mikos bezieht sich in seinen Ausführungen überwiegendauf Kinder und Jugendliche. Die Identitätsentwicklung ist im Erwachsenenalter zwarabgeschwächter, doch die Stabilisierung und Unterstützung der eigenen Identität iststets wichtig und somit spielt mediale Kommunikation auch eine bedeutende Rolleim Leben der Erwachsenen.

3 Partizipativer Journalismus - ein Forschungsüberblick

Die Mediensozialisation, die einen Schwerpunkt dieser Arbeit darstellt, wurde soeben näher erläutert. Die zweite Basis stellt der partizipative Journalismus dar, da jetzt.de ein partizipatives Online-Format ist, das registrierten Usern erlaubt eigene Beiträge zu veröffentlichen (siehe dazu Kapitel 4).

Im Internet entstehen täglich weitere Websites, die ebenfalls zum Feld des partizipativen Journalismus gezählt werden können. Auch in klassischen Medien, wie Presse und Rundfunk gibt es partizipative Konzepte, doch bieten diese bis heute keine adäquate Plattform für den normalen Bürger. Die Verbreitungskapazität ist äußerst beschränkt und lässt nur die Teilnahme einiger weniger, zum Beispiel in Form von Leserbriefen zu. Durch das Internet erreicht die Partizipationsmöglichkeit eine völlig neue Dimension. (Neuberger 2006, S.63) Der „kommunikative Zugang zur Öffentlichkeit“ steht hier für jeden offen, so fernman über einen Computer und Internetanschluss verfügt, denn die technischen, öko-nomischen, kognitiven sowie rechtlichen Hürden sind geringer als in Presse undRundfunk (Ludwig 1999, S.362). Der Bürger kann nun von der Rezipienten- in dieKommunikatorrolle wechseln, sei es innerhalb von Diskussionsforen, im eigenenBlog oder durch die Veröffentlichung eigener Artikel (Neuberger 2006, S.63). DasInternet ist dementsprechend die optimale Plattform für den stets wachsenden Trendder Gesellschaft hin zu mehr Partizipation (Gerhards 2001, S.181).

So gibt es gänzlich verschiedene Formen der Partizipation im Internet, doch was fällt wirklich unter die Rubrik partizipativer Journalismus? Im Folgenden soll dies genauer ausgeführt werden, um zu veranschaulichen, wo das Format jetzt.de im Bereich des partizipativen Journalismus’ genauer zu verorten ist. Anschließend werden zwei Studien vorgestellt, die die Nutzungsmotive von Bürgerjournalisten professionellpartizipativer Nachrichtensites untersucht haben.

3.1 Formen des Partizipativen Journalismus’

Einigkeit herrscht darüber, dass herkömmliche Nachrichten als top-down-Prozess beschrieben werden, die von einer professionellen Redaktion gefiltert sind, während man im Rahmen des partizipativen Journalismus’ von bottom-up news spricht. Hier kann die partizipierende Person in verschiedene Rollen schlüpfen und ihre Inhalte werden meist ungefiltert veröffentlicht. (Bowmann und Willis 2003, S.11) Diese klare Grenze kann man in Bezug auf andere Formate, wie zum Beispiel professionell-partizipativen Nachrichtensites (siehe Kapitel 4.2), allerdings nicht mehr ziehen. Hier trifft man auf eine Mischform, deren Nachrichtenvermittlung sowohl in die Richtungen top-down als auch bottom-up erfolgt.

Es zeigt sich, dass es äußerst schwierig ist, den Begriff und das Feld des partizipati-ven Journalismus’ klar zu definieren, da immer neue Formen entstehen, die Ver-schiedenes in sich vereinen. Statt eine Definition zu finden bietet es sich eher an, dieunterschiedlichen Formate zu kategorisieren. Einen ersten Versuch unternahm Lasicamit seinen sechs „Categories of Participatory Journalism“, zu denen er sogar „mai-ling lists“ und „email newsletters“ zählte (Lasica 2003, online). Eine der bekanntes-ten Typologien nahm Outing mit seinen „11 Layers of Citizen Journalism“ vor. Eruntersuchte die unterschiedlichen Beteiligungsmöglichkeiten, die Nutzern auf pro-fessionell-redaktionellen Nachrichtensites angeboten werden. Die Formate wurdennach ihrem Beteiligungsgrad gegliedert.

Dabei wurden nur solche Angebote berücksichtigt, die mehr als die reine Anschluss-kommunikation der Nutzer auf redaktionelle Beiträge, veröffentlichen. (Outing 2005,Online)

Eine aktuelle Kategorisierung stammt von Engesser, der zwischen Weblogs, Kollektivformaten, Leserreporter-Rubriken und professionell-partizipativen Nachrichtensites unterscheidet. Weblogs sind Individualformate, die von immer mehr Menschen genutzt werden. Die wohl berühmtesten Beispiele für Kollektivformate sind Wikipedia und Indymedia mit mehreren weltweit verstreuten lokalen Projekten. Bei Leserreporter-Rubriken fungieren die Nutzer allein als Informations- und Materiallieferanten. Professionell-partizipative Nachrichtensites, zu denen auch jetzt.de zählt, werden in Kapitel 4.2 näher definiert. (Engesser 2008a, S. 57).

Welche Motivationen, Menschen unter anderem haben, unentgeltlich Beiträge bei professionell-partizipativen Nachrichtensites zu erstellen, wird im Folgenden anhand zweier Beispiele erläutert.

3.2 Nutzungsmotive der Bürgerjournalisten

Wie schon in Kapitel 2.2 erwähnt, suchen sich Menschen die jeweiligen Medien undMedieninhalte stets nutzenorientiert aus, sei es unbewusst oder bewusst. Dement-sprechend ist in der Mediensozialisation die Frage, warum sich Personen bestimmtenMedienformaten zuwenden, wichtig. Dieser Aspekt ist besonders wichtig im Hin-blick auf den Teilprozess der Mediennutzung beziehungsweise der Medienaneignung.In der Vergangenheit wurden schon verschiedene Studien durchgeführt, die unter-suchten, welche Motivationen und Zielsetzungen Bürgerjournalisten haben. Unteranderem für die Formate Ohmynews und Opinio, die Hybridformen aus partizipati-vem und professionellem Journalismus darstellen. Da diese beiden Nachrichtensitesgroße Ähnlichkeit mit jetzt.de aufweisen, werden die Ergebnisse der beiden Studienim Folgenden kurz vorgestellt.

Motive der Opinio-Autoren

Opinio ist die Website der Rheinischen Post und somit an ein Muttermedium gebunden. Sobald man sich mit einer gültigen Postanschrift und Email-Adresse angemeldet hat, kann man eigene Beiträge auf der Website veröffentlichen. Kopp und Schönhagen wollten durch eine schriftliche Onlinebefragung, unter anderem die Motive der Bürgerjournalisten ermitteln.

Die Befragten rekrutierten sich durch einen freigeschalteten Hyperlink selbst, wes-halb die Ergebnisse nicht repräsentativ für alle Opinio -Autoren, geschweige dennalle Bürgerjournalisten, gelten können. (Kopp und Schönhagen 2008, S.81ff)Insgesamt beteiligten sich 127 Opinio -Autoren an der Umfrage, davon 46 männlicheund 81 weibliche. Die Befragten sind im Alter von 13 und 72 Jahren alt, wobei diegrößte Altersgruppe die 40- bis 45-Jährigen darstellen. Da die Grundgesamtheit nichtbekannt ist, ist es nicht möglich festzustellen, ob diese Strichprobe verzerrt ist. (Koppund Schönhagen 2008, S.82ff)

„Gefühle, Erlebnisse und eigene Ideen festhalten“ stellt bei den Opinio -Autoren dasstärkste Motiv für das Publizieren von Beiträgen dar. Das am zweithäufigsten ge-nannte Motiv ist „um meine Meinung zu veröffentlichen“ und an dritter Stelle steht„um Kritik an Fehlentwicklungen und Missständen zu üben“. Am unwichtigsten istes „neue Bekanntschaften und Kontakte zu knüpfen“ beziehungsweise „mit Freundenund Bekannten in Kontakt bleiben“. Es überwiegen also eindeutig subjektive Motive,die sich auf die eigene Entwicklung beziehen und persönlichen Charakter haben.(Kopp und Schönhagen 2008, S. 86)

Zusätzlich konnten sich die Befragten mit der folgenden Tätigkeitsbeschreibung am besten identifizieren können:

„Ich konzentriere mich darauf, meine persönlichen Erlebnisse, Gedanken undGefühle auszudrücken und anderen mitzuteilen.“ (Kopp und Schönhagen 2008, S.90f)

Dieses Ergebnis unterstreicht die schon zuvor festgestellte Motivation aus selbstbezogenen Gründen und die Dominanz des persönlichen Elements beim Schreiben. (Kopp und Schönhagen 2008, S.90f)

Motive der OhmyNews-Autoren

OhmyNews ist einer der ersten und weltweit erfolgreichsten partizipativen Websitesder Welt. Die Seite entstand Anfang des Jahres 2000 in Südkorea und hat mittlerwei-le über 41.000 registrierte Nutzer, die tagtäglich ungefähr 200 Beiträge verfassen.(Sutton 2006, S.5) Anfangs gab es die Seite nur für Südkorea, doch seit Mai 2004 istsie auch auf Englisch als OhmyNews International abrufbar (Sutton 2006, S.10).Sutton untersucht in seiner Umfrage ebenfalls die Motive der registrierten Autoren,allerdings konzentriert er sich dabei allein auf die Nutzer von OhmyNews Südkorea.Hierfür stellte er eine eigene Nutzen und Gratifikations Typologie auf, abgeleitet vonMcQuails „typology of mass media audience gratifications“ von 1972.

Sutton unterscheidet fünf unterschiedliche Dimensionen: Self gain, Personal Development, Community Interaction, Information Dispersal und Social Reform, zu denen er jeweils fünf Faktoren bildete. (Sutton 2006, S. 23)

Um die Befragung durchzuführen wurde eine Email an alle registrierte Nutzer geschickt mit der Bitte an der Umfrage teilzunehmen. Auch hier rekrutierten sich die insgesamt 192 Befragten selbst. Es waren überwiegend gut gebildete Männer, zwischen 20 und 50 Jahren. (Sutton 2006, S.29)

Am wichtigsten ist es den OhmyNews -Autoren ihr Recht auf Meinungsfreiheit aus-üben zu können und andere über die Geschehnisse der Welt zu informieren. Diesebeiden Faktoren fallen unter die Dimension der Informationsvermittlung (Informati-on Dispersal). An dritter Stelle steht für sie, eigene Ideen und Meinungen zu artiku-lieren, was für die Dimension der persönlichen Entwicklung (Personal Developmentsteht) und wie auch bei den Opinio -Autoren, die Subjektivität der Motivation her-vorhebt. (Sutton 2006, S.32)

Zwar steht bei den OhmyNews Autoren, anders als bei den Opinio -Nutzern, die In-formationsvermittlung im Vordergrund, doch muss man bei der Bewertung berück-sichtigen unter welchen besonderen Bedingungen sich OhmyNews in Südkorea ent-wickelt hat. Zum einen unter einem langwierigen Prozess der Demokratisierung undzum anderen einer Medienlandschaft, die von konservativen Mainstream-Mediendominiert werden. So ist es nicht verwunderlich, dass die Bürger auch andere Me-dieninhalte generieren möchten, die sich von der konservativen Presse abheben.Aufgrund der langen Unterdrückung im Land, ist dieser Wunsch nun besonders groß.(Sutton 2006, S.31)

3.3 Zwischenfazit

Wie man sehen kann spielt sowohl bei den OhmyNews - als auch bei den Opinio Autoren der Wunsch nach freier Meinungsäußerung eine große Rolle und somit steht eine subjektive Motivation im Vordergrund. Inwieweit sich diese Ergebnisse mit den Nutzungsmotivationen der jetzt.de -User deckt, ist schwer vorauszusagen, da sich jetzt.de durch seinen stark ausgeprägten Community Charakter von Opinio und OhmyNews unterscheidet (siehe Kapitel 4.2).

Zum Partizipativen Journalismus allgemein lässt sich sagen, dass er sich in derOnline-Welt in den verschiedenen Ausführungen zeigt. Fest steht, dass es immermehr Angebote für den Rezipienten gibt, sich mit eigenen Beiträgen oder auch nurBeitragselementen, wie Bildern und Videos, an der Nachrichtenproduktion zubeteiligen.

Wo in diesem Zusammenhang jetzt.de zu verorten ist, wird im nächsten Kapiteldargelegt.

4 Der Forschungsgegenstand: jetzt.de

Jetzt.de ist ein Format, das seinem User sowohl die Möglichkeit der Partizipationeinräumt, als auch die Kriterien einer Online-Community erfüllt. Dadurch fällt esunter den zuvor vorgestellten Bereich des Partizipativen Journalismus’. Um jetzt.de in diesem Feld richtig einzuordnen, wird im Folgenden das Format explizit vorge-stellt.

Zunächst wird dabei auf die Geschichte von jetzt.de näher eingegangen, um zu erklären, wie jetzt.de zur heutigen Ausrichtung kam. Dies ist im Hinblick auf die Medienaneignung wichtig, da jetzt.de stark mit seinem Muttermedium, der Süddeutschen Zeitung verbunden ist. Anschließend wird das Format anhand der Kriterien professionell-partizipativer Nachrichtensites genauer beschrieben und der CommunityCharakter der Seite wird kurz angerissen. Als letztes werden zusätzlich die soziodemographischen Daten der Nutzer dargelegt.

4.1 Die Entwicklung von jetzt.de

Schon im Jahr 1994 ging das jetzt-Magazin, die ehemalige Jugendbeilage der Süd-deutschen Zeitung online. Anfangs gab es beide Formate parallel, doch am Montagden 22.Juli 2002 erschien die letzte Ausgabe des Jugendmagazins. Diese Entschei-dung wurde aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage des Verlages, von derGesellschaftsversammlung des Süddeutschen Verlages am 9. Juli 2002 getroffen.(jetzt-Magazin 15.Juli 2002, S.3). Bei einer anschließenden Demonstration von 400Lesern, die gegen die Einstellung des jetzt-Magazins protestierten, erklärte Verlags-sprecher Dirk Rumberg, dass allein die „Flaute auf dem Anzeigenmarkt“ zu der Ent-scheidung geführt habe (Süddeutsche Zeitung 22.Juli 2002, S.35n). Von nun an gabes nur noch jetzt.de, die Online-Ausgabe.

Anfangs wurden die Inhalte von jetzt.de nur von der Redaktion produziert. Dies än-derte sich im Sommer 2001 als jetzt.de zu einer Online-Community umgestaltet wur-de. User konnten sich ein eigenes Profil erstellen und Blogs bildeten von nun an denSchwerpunkt der Homepage. Im Dezember 2005 entschied man sich erneut für eineÄnderung und legte den Fokus wieder mehr auf die redaktionelle Berichterstattung.Die User veröffentlichen ihre Geschichten und Beiträge unter verschiedenen „La-bels“ (Schlagwörter) und nicht wie zuvor als „Tagebuch“. (Hensel 2007, Online)

Man arbeitet also mit Tags, was zu diesem Zeitpunkt im deutschsprachigen Internet noch kaum Anwendung fand (jetzt.de 2009, S.3).

Die neue inhaltliche Veränderung schlug sich auch im Design nieder und es entstan-den die Themen-Ressorts: Macht, Pop, Sex, Job, Kultur, Technik und Leben (Süd-deutscher Verlag 13.12.2005, Online). Diese wurden zusätzlich 2008 erweitert. Neuhinzugekommen ist Grün, das Themen rund um den Umweltschutz aufgreifen soll(jetzt.de 2009, S.4)

Seit der Einstellung des jetzt-Magazins gibt es wöchentlich in der Süddeutschen Zei-tung (im Folgenden mit SZ abgekürzt) eine SZ-Jugendseite. Diese Seite wird von der jetzt.de -Redaktion betreut und erscheint seit Oktober 2003 jeden Montag, statt wieanfangs jeden Samstag. (Süddeutscher Verlag 2.10.2003, Online). Dienstags wirdzusätzlich die jetzt-muenchen-Seite bayernweit in der SZ veröffentlicht (jetzt.de 2009, S.2). Es zeigt sich also immer noch eine große Bindung an das Muttermedium,die Süddeutsche Zeitung, was auch daran erkennbar ist, dass Artikel aus der Prin-tausgabe bei jetzt.de publiziert werden.

Interessant an der Entwicklung von jetzt.de ist, dass mögliche Zugänge zu diesem Format, anhand der Verbindung zum Muttermedium, erkennbar sind. Zum einen aus früheren Zeiten, als es das jetzt-Magazin noch gab und heutzutage durch die wöchentlich veröffentlichten jetzt-Seiten. Voraussetzung ist beides Mal das Lesen beziehungsweise der Zugang zur Süddeutschen Zeitung, sei es weil man sie selbst liest, Eltern oder Freunde. Ob es hier einen Zusammenhang gibt, werden die Ergebnisse der qualitativen Untersuchung zeigen (siehe Kapitel 7).

Seit dem Relaunch von jetzt.de im Jahr 2005, kann das Format als professionell-partizipative Nachrichtensite bezeichnet werden. Welchen Charakteristika es ent-spricht und was jetzt.de zusätzlich auszeichnet, wird im Folgenden ausgeführt.

4.2 Das Format jetzt.de

Wichtig für die Betreiber von jetzt.de ist zum einen die journalistische Qualität desAngebots, aber auch die soziale Interaktion innerhalb der Community (jetzt.de 2009,S.3). Die registrierten User können Kontakte pflegen, haben ihr eigenes Profil undkönnen eigene Beiträge unter verschiedenen, teils selbst kreierten, Labels veröffent-lichen. Auf der Homepage findet sich allerdings nicht nur sogenannter User genera-ted content, sondern auch Artikel der Redaktion sowie Beiträge aus der Süddeut-schen Zeitung.

Jetzt.de gehört dementsprechend zu den professionell-partizipativen Nachrichtensites,die „eine Hybridform aus professionell-redaktionellen und partizipativen Forma-ten“ darstellen (Engesser 2008b, S.115). „Sie beziehen ihre Inhalte teilweise odervollständig von den Nutzern und verfügen gleichzeitig über eine professionelle Re-daktion, die die eingesandten Beiträge selektiert, kontrolliert oder redigiert“ (Enges-ser 2008b, S.115).

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Ende der Leseprobe aus 66 Seiten

Details

Titel
Welche Rolle spielt jetzt.de im Prozess der Mediensozialisation?
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung)
Note
1,1
Autor
Jahr
2009
Seiten
66
Katalognummer
V162905
ISBN (eBook)
9783668677739
ISBN (Buch)
9783668677746
Dateigröße
642 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mediensozialisation, Partizipation, partizipativer Journalismus, Sozialisation, Medien, Internet, jetzt.de, mediale Sozialisationseffekte, qualitative Studie, grassroot journalism
Arbeit zitieren
Isabel Hoffmann (Autor), 2009, Welche Rolle spielt jetzt.de im Prozess der Mediensozialisation?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162905

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Titel: Welche Rolle spielt jetzt.de im Prozess der Mediensozialisation?


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