Die ABC-Analyse als Instrument zur Prioritätensetzung


Hausarbeit, 2008
20 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Was ist die ABC-Analyse?
1.1. Historie
1.2. Definition
1.3. Grundgedanke

2. Sinn und Zweck

3. Vorgangsweise
3.1. Festlegung des Untersuchungszeitraumes
3.2. Erfassung der Mengeneinheiten der Produkte
3.3. Sortierung und Berechnung des Kriteriums innerhalb der Grundgesamtheit .
3.4. Ermittlung des prozentuellen Anteils am Gesamtverbrauchswert
3.5. Klassifikation in A-, B- und C-Güter

4. Vor- und achteile

5. Anwendungsgebiete
5.1. Controlling
5.1.1. Vertriebscontrolling
5.1.2. Beschaffungscontrolling
5.1.3. Kostencontrolling
5.1.4. Umweltcontrolling
5.2. Dienstleistungsmanagement
5.3. Marketing
5.4. Materialwirtschaft
5.5. Qualitätssicherung
5.6. Zeitmanagement
5.6.1. Erstellen eines Zeitplanes
5.6.2. Setzen von Prioritäten
5.6.3. Durchführung der ABC-Analyse
5.6.4. Bestimmung der A-, B- und C-Aufgaben

6. Fallbeispiel
6.1. Einleitung
6.2. Durchführung
6.3. Ergebnis

7. Fazit

Darstellungsverzeichnis

Tabelle 1 Produkte und Umsatz

Tabelle 2 Produkte und Umsatz nach Wert sortiert

Tabelle 3 Umsatz in Prozent am Gesamtumsatz

Tabelle 4 Wert- und Mengenanteil

Abbildung 1 Wert- und Mengenanteil der Produkte

Einleitung

Die Komplexität und Vielfalt der Produkte stellt immer mehr eine Herausforderung für die Unternehmen dar. Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit einem Hilfsmittel, welches versucht, die komplizierten Sachverhalte überschaubarerer darzustellen. Die ABC- Analyse ist eine einfache Methode, um das Wesentliche vom Unwesentlichen zu tren- nen. Die Gliederung der Arbeit beginnt zuerst mit der Entstehung und den Grundgedan- ken der Analyse. Weiters folgen Sinn, Zweck, Vorgangsweise und Vor- und Nachteile dieser Technik. Anschließend werden einige Anwendungsgebiete vorgestellt. Abge- schlossen wird diese Arbeit mit einem selbst erdachten Beispiel und dem Fazit des Ver- fassers.

1. Was ist die ABC-Analyse?

1.1. Historie

Vilfredo Pareto (1948 - 1923) gilt als Vorreiter der ABC-Analyse.1 Er erlangte mit 21 Jahren den akademischen Grad des Ingenieurs. 1893 betrieb er als Professor in Lau- sanne eine Untersuchung des italienischen Volksvermögens. Das Ergebnis dieser Stu- die war, dass sich 80% des Reichtums auf 20% der Bevölkerung verteilt. 1951 wurde die ABC-Analyse erstmals von H. Ford Dickie beschrieben. Für seinen Artikel „ABC Inventory Analysis Shoots for Dollars, not Pennies“ verwendete Dickie die Ergebnisse von Vilfredo Pareto und Max O. Lorenz, der 1905 die Lorenzkurve erfand.

1.2. Definition

„Die ABC-Analyse ist ein Verfahren zur Bestimmung von Schwerpunkten bei Planungen und Untersuchungen (z.B. Bestimmung von Schwerpunkten im Einkaufsvolumen).2 Sie ermöglicht es, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen und somit die Aufmerksamkeit und die Aktivitäten auf die Bereiche und Positionen von hoher wirtschaftlicher Bedeutung zu konzentrieren.“

1.3. Grundgedanke

Die ABC-Analyse entspricht in ihren Grundgedanken der Vorgehensweise zur Erstellung der Lorenzkurve und der durch sie dargestellten Konzentrationsgeraden.3 Die Erkenntnis dabei ist, dass ein relativ kleiner Mengenanteil einer Gesamtmasse einen relativ hohen Wertanteil derselben verkörpert.

Die ABC-Analyse gilt außerdem als wichtiges Instrument, um Schwerpunkte und Prioritäten in einem Unternehmen festzulegen.4 Diese Technik dient zum Erkennen von Konzentrationsschwerpunkten von Daten und ermöglicht zielgerichtet und wirtschaftlich Korrektur- und Gegensteuerungsmaßnahmen anzusetzen.5

2. Sinn und Zweck

Der Sinn des Verfahrens liegt in der Zerlegung eines Komplexes in Einzelelemente, wo- bei die Komplexität verringert wird.6 Mit der Festlegung eines Maßstabes für die Wertig- keit eines Produktes lässt sich das Bedeutende vom weniger Bedeutenden trennen.7 Infolgedessen wird das Wert-Mengen-Verhältnis verschiedener Artikel festgelegt, womit ein gewinnbringendes von einem weniger rentablen Produkt unterschieden wird. Je nach ihrem Anteil am Gesamtverbrauchswert teilt die ABC-Analyse die Materialgüter in A-, B- und C-Güter ein.8

Der Zweck der Einteilung in drei Klassen besteht darin, die Verfahren zur Bedarfspla nung dort einzusetzen, wo der größtmögliche ökonomische Effekt zu erwarten ist.9

Hauptziel ist die Kosteneinsparung bei A-Gütern herbeizuführen, Beschaffungsinstru mente auf die Gütertypen abzustimmen sowie die Beschaffungsplanung zu erleichtern.10 Schwerpunktmäßig werden die Aktivitäten auf den Bereich hoher wirtschaftlicher Bedeutung gesetzt und gleichzeitig wird der Aufwand für die B- und C-Güter gesenkt.11

3. Vorgangsweise

Die ABC-Analyse kann sowohl mengenbezogen als auch positionsbezogen durchgeführt werden.12 Bei der mengenbezogenen Analyse werden die Materialwerte auf die Materialmengen bezogen, während sich bei der positionsbezogenen die Materialwerte auf die Materialpositionen stützen.

3.1. Festlegung des Untersuchungszeitraumes

In einem festgelegten Untersuchungszeitraum wird die ABC-Analyse durchgeführt und die zu untersuchenden Positionen analysiert.13 Das Ergebnis hat nur eine bestimmte Zeit Gültigkeit. Aufgrund der Änderungen der Sachverhalte im Unternehmen ist die ABC-Analyse regelmäßig zu überprüfen und zu überarbeiten.

3.2. Erfassung der Mengeneinheiten der Produkte

Die mengenmäßigen Konsume der einzelnen Materialien werden in geeignete Mengen- einheiten erfasst.14 Anschließend werden die Mengen mit den durchschnittlichen Ein- standspreisen multipliziert und man erhält den Periodenverbrauchswert für jede einzelne Materialposition.

3.3. Sortierung und Berechnung des Kriteriums innerhalb der Grund- gesamtheit

Die Produkte werden aufgrund ihres errechneten Wertes sortiert, wobei das Produkt mit den höchsten Verbrauchswert an erster Stelle steht.15 Die Periodenverbrauchswerte werden kumuliert und addiert, um den Gesamtverbrauch zu erhalten.

3.4. Ermittlung des prozentuellen Anteils am Gesamtverbrauchswert

Der prozentuale Anteil der einzelnen Produkte wird mit Hilfe des Gesamtverbrauchswertes berechnet und die ermittelten Prozentwerte werden kumuliert.16

Bei der positionsbezogenen ABC-Analyse wird der prozentuale Anteil einer Materialposition an der Gesamtzahl der Positionen ermittelt.17

3.5. Klassifikation in A-, B- und C-Güter

Die einzelnen Produkte werden entsprechend ihrer Wert- und Mengenanteile in A-, B- und C-Güter eingeteilt.18 Die Klassengrenzen werden bei 80% für A-Güter, bei 95% für B-Güter und bei 95% bis 100% für die C-Güter festgelegt. A-Güter sind Produkte mit hohem Wert, aber mit einer relativ geringen Anzahl von Elementen.19 B steht für Güter mit mittlerem Wert, die Elemente tragen proportional zum betrachteten Ergebnis bei und C-Güter haben eine geringe Bedeutung, wobei sie eine relativ große Anzahl von Elementen mit geringem Anteil am Gesamtergebnis darstellen.

[Diese Prozentsätze können individuell festgelegt werden. In der Regel werden für die Klasse A 60% bis 80%, für die Klasse B 15% bis 25% und für die Klasse C 5% bis 10% festgesetzt, d. Verf.]

Eine weitere Einteilung ist die Aufteilung der Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlich- keit, die im Zeitmanagement angewendet wird.20 A-Aufgaben sind sehr wichtige und sehr dringliche Aufgaben und müssen sofort von der betreffenden Person selbst erledigt werden.

B-Aufgaben stellen sehr wichtige und dringliche Aufgaben dar, während C-Aufgaben sehr dringlich, aber eher weniger von Bedeutung sind.21 Diese können leicht erledigt werden und sollten delegiert werden.

Für viele Aufgaben, die weder wichtig noch dringlich sind, sollte keine Zeit aufgebracht werden.

4. Vor- und Nachteile

Die ABC-Analyse ist flexibel einsetzbar und einfach zu handhaben.22 Die Analyse schafft Klarheit über die Bedeutung der einzelnen Güter für das Unternehmen.

[...]


1 Vgl. Homepage ABC-Analyse (Stand: 6.4.2008)

2 Cordts/Lensing (1987), 2.

3 Vgl. Bramsemann (1993), 321.

4 Vgl. Vollmuth (2008), 16.

5 Vgl. Bramsemann (1993), 321.

6 Vgl. Cordts/Lensing (1987), 3.

7 Vgl. Weber (1997), 43.

8 Vgl. Thommen (2006), 241.

9 Vgl. Zäpfel (1996), 162.

10 Vgl. Thommen (2006), 241.

11 Vgl. Hartmann (1997), 142.

12 Vgl. Schulte (2001), 62.

13 Vgl. ebenda, 62.

14 Vgl. ebenda, 62.

15 Vgl. ebenda, 63.

16 Vgl. ebenda, 63.

17 Vgl. Schulte (2001), 63.

18 Vgl. ebenda, 64.

19 Vgl. Kerkhoff (2005), 51.

20 Vgl. Vollmuth (2008), 32f.

21 Vgl. ebenda, 32f.

22 Vgl. Schneider (2007), 29.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Die ABC-Analyse als Instrument zur Prioritätensetzung
Autor
Jahr
2008
Seiten
20
Katalognummer
V162932
ISBN (eBook)
9783640770922
ISBN (Buch)
9783640771387
Dateigröße
478 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ABC Analyse
Arbeit zitieren
BA Markus Györök (Autor), 2008, Die ABC-Analyse als Instrument zur Prioritätensetzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162932

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