Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Social Work

Konfrontation vs. Akzeptanz

Ein kriterienorientierter Vergleich von zwei Antigewalttrainings im tertiären Präventionssektor

Title: Konfrontation vs. Akzeptanz

Diploma Thesis , 2010 , 67 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Joergen Timm (Author)

Social Work
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Gewalt ist ein gesellschaftliches Problem. Nicht erst der Überfall auf Dominik
Brunner im September 2009 am Bahnhof München-Solln hat die Diskussion
über die Behandlung von Gewalttätern wiederbelebt, aber seitdem wird deutlich
engagierter diskutiert, weil vor allem eine Person versucht hat, vergessene
Grenzen aufzuzeigen.
Diese Arbeit hat das Ziel, zwei Trainingsmaßnahmen zu vergleichen, die im
tertiären Präventionssektor angesiedelt sind. Die Teilnehmer dieser Trainings
sind bereits mehrfach straffällig geworden und müssen oder wollen diese
Chance nutzen, ihr Verhalten zu überdenken und zu ändern.
Die Idee zu diesem Vergleich entstand vor allem im zweiten Praktikum, das ich
bei einem Anbieter für pädagogische Weiterbildungen absolvierte, der eine
Ausbildung zum AAT-Trainer im Programm hatte und diese durch die konkurrierende
Ausbildung zum AKT-Trainer ersetzte. Die Diskussion für oder gegen die
alte Maßnahme und für die Entscheidung, den Ansatz des Violence-Prevention-
Networks zu übernehmen, förderte die Neugier, diese beiden so unterschiedlich
erscheinenden Varianten der Gewaltarbeit zu untersuchen und gegeneinander
zu stellen.
Diese Arbeit stellt keinen Anspruch auf Vollständigkeit in Bezug auf die verwendeten
Methoden, da die Trainer diese individuell weiterentwickeln und anpassen,
sondern basiert auf den literarischen Veröffentlichungen der jeweiligen Institutionen.
Einen Überblick über die aktuelle Diskussion in der Öffentlichkeit und die sehr
eingeschränkte Sichtweise der Politik auf das Thema der Gewalt ermöglicht der
Abschnitt 1 im Teil A. Ebenso wird hier im Abschnitt 2 die Polizeiliche Kriminalstatistik
2009 in Bezug auf die Gewaltausübung von Kindern, Jugendlichen und
Heranwachsenden ausgewertet.
Die relevanten Theorien zur Gewaltherkunft und -entstehung werden im Teil B
erläutert.
Im Teil C werden dann die theoretischen Grundlagen für die Arbeit mit gewaltbereiten
Jugendlichen dargestellt, diese basieren auf bereits fundierten Therapien,
wie zum Beispiel der Gestalttherapie. Im weiteren Verlauf folgt eine differenzierte
Darstellung der zu vergleichenden Trainingsmaßnahmen. Dabei werden
unter anderem die Rahmenbedingungen, Konzepte und die verwendeten
Methoden erläutert.
Im Anschluss werden die Maßnahmen in fünf Kriterien gegenübergestellt und
verglichen.
Die eventuellen Gemeinsamkeiten werden im Teil D dargestellt und eine Weiterentwicklung
diskutiert.
Die Ergebnisse werden im Teil E dargestellt und erläutert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Teil A

1. Die aktuelle Diskussion in der Öffentlichkeit und die (sozial-)politische Sichtweise auf die Jugendgewalt

2. Aktuelle Zahlen zur Jugendgewalt

Teil B

1. Aggressions- und Gewalttheorien

Teil C

1. Theoretische Grundlagen für Trainingsmaßnahmen im tertiären Präventionssektor

2. Die Trainingsmaßnahmen

2.1. Anti-Aggressions-Training – AAT

2.1.1. Institutionen

2.1.2. Die theoretische Grundlage

2.1.3. Das Konzept

2.1.4. Die Methoden

2.1.5. Qualitätsstandards

2.1.6. Evaluation

2.2. Anti-Gewalt- und Kompetenztraining – AKT

2.2.1. Institutionen

2.2.2. Die theoretische Grundlage

2.2.3. Das Konzept

2.2.4. Die Methoden

2.2.5. Qualitätsstandards

2.2.6. Evaluation

3. Vergleich der Trainingsmaßnahmen anhand der definierten Kriterien

3.1. Theorierahmen

3.2. Theorie der Interventionsstrategien

3.3. Durchführung

3.4. Qualitätssicherung/Qualifizierung

3.5. Evaluationsmenge/-qualität

Teil D

1. Gemeinsame pädagogische Schnittmengen und Diskussion um die Verbreitung der Maßnahmen

Teil E

Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit zielt darauf ab, zwei im tertiären Präventionssektor angesiedelte Trainingsmaßnahmen für straffällig gewordene Jugendliche – das Anti-Aggressions-Training (AAT) und das Anti-Gewalt- und Kompetenztraining (AKT) – kriterienorientiert miteinander zu vergleichen und deren unterschiedliche pädagogische Ansätze sowie deren Wirksamkeit zu analysieren.

  • Vergleichende Analyse von AAT und AKT unter Berücksichtigung ihrer theoretischen Grundlagen.
  • Diskussion der Konfrontationsstrategien im Vergleich zu akzeptierenden, gewaltfreien Ansätzen.
  • Untersuchung des Stellenwerts von Täter- und Opferperspektive innerhalb der Trainings.
  • Evaluierung der Wirksamkeit und Nachhaltigkeit beider Konzepte in der Praxis.
  • Kritische Betrachtung der gesellschaftlichen und medialen Wahrnehmung von Jugendgewalt.

Auszug aus dem Buch

1. Die aktuelle Diskussion in der Öffentlichkeit und die (sozial-)politische Sichtweise auf die Jugendgewalt

Die Gewalt in der Gesellschaft wird besonders nach schweren Straftaten, die durch die mediale Verbreitung an die Öffentlichkeit gelangen, zum Diskussionsthema. Dabei werden mehrere Ansätze diskutiert, wie man der Gewalt begegnen könnte. Zum einen fordert ein Großteil der Bevölkerung eine Eindämmung der Gewalt durch härtere Strafen, andere fordern, die Entstehung von Gewalt zu verhindern. Beide Ansätze verfolgen das Ziel, das Gewaltpotenzial in der Bevölkerung zu verringern. Dennoch sind drakonische Strafen in der Öffentlichkeit weit populärer als eine effektive Präventionsarbeit oder eine qualitative Aufarbeitung der begangenen Taten.

Aggressives Verhalten ist in der Bevölkerung weit verbreitet. Der schimpfende Autofahrer besitzt genauso wie der Jugendliche, der mit gewaltsamen Handlungen Aufsehen erregt, ein Aggressionspotenzial, jedoch ist das Potenzial sehr unterschiedlich und nur ein geringer Anteil wird straffällig in Verbindung mit einer Gewalttat.

Aktuell erregen in regelmäßigen Abständen spektakuläre Straftaten, wie der Überfall auf Dominik Brunner in München-Solln, die Aufmerksamkeit der Gesellschaft. Diese geschehen zwar nicht täglich, jedoch häufen sich die Fälle besorgniserregend, den Statistiken nach sind die Zahlen zwar rückläufig, jedoch entwickelt sich in der Öffentlichkeit ein anderes Bild, welches vom persönlichen Eindruck jedes einzelnen Betrachters abhängt. Wie die Gewalt in den unterschiedlichen Schichten der Gesellschaft wahrgenommen wird, hängt sehr von den sozialen Einflüssen ab. Eine Person aus gehobener Schicht sieht eine Verhaltensweise eher als aggressiv an als eine Person aus niedriger Schicht, denn man kann davon ausgehen, dass Gewalt in unteren Schichten eher vorkommt oder sogar als Mittel zum Zweck anerkannt wird. Fehlende pädagogische und kommunikative Fähigkeiten in niedrigeren Schichten begünstigen die Anerkennung von Gewalt als akzeptable Bewältigungsstrategie.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Problem der Jugendgewalt und begründet das Ziel der Arbeit, zwei unterschiedliche Trainingsmaßnahmen im tertiären Präventionssektor zu vergleichen.

Teil A: Hier werden die mediale und politische Debatte zur Jugendgewalt sowie aktuelle Kriminalitätsstatistiken kritisch beleuchtet.

Teil B: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Hintergründe von Aggression und Gewalt sowie deren Definitionen und Ursprungsfaktoren.

Teil C: Dieser umfangreiche Teil detailliert die theoretischen Grundlagen und die praktischen Konzepte, Methoden und Evaluationsergebnisse des Anti-Aggressions-Trainings (AAT) sowie des Anti-Gewalt- und Kompetenztrainings (AKT).

Teil D: Es werden die pädagogischen Schnittmengen analysiert und eine Diskussion über die Verbreitung und den Vergleich beider Ansätze geführt.

Teil E: Im Fazit werden die Ergebnisse zusammengefasst und die Notwendigkeit eines differenzierten, an der Zielgruppe orientierten Ansatzes betont.

Schlüsselwörter

Jugendgewalt, Anti-Aggressions-Training, AAT, Anti-Gewalt- und Kompetenztraining, AKT, tertiärer Präventionssektor, Konfrontative Pädagogik, Verantwortungspädagogik, Resozialisierung, Gewaltprävention, Aggressionshemmung, Gruppendynamik, Kriminalstatistik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht und vergleicht zwei spezifische Trainingsmaßnahmen für straffällig gewordene Jugendliche im tertiären Präventionssektor: das Anti-Aggressions-Training (AAT) und das Anti-Gewalt- und Kompetenztraining (AKT).

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Definition und Ursachen von Jugendgewalt, den Vergleich konfrontativer versus akzeptierender Interventionsstrategien sowie die methodische Ausgestaltung und Qualitätssicherung dieser Programme.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist ein kriterienorientierter Vergleich der beiden Trainingsansätze, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Arbeit mit gewaltaffinen Jugendlichen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse basiert, um die Konzepte, Methoden und Evaluationsstudien beider Maßnahmen gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Aggressionstheorien), eine detaillierte Darstellung der beiden Trainingskonzepte (AAT und AKT) und einen systematischen Vergleich dieser anhand von Kriterien wie Durchführung, Qualitätssicherung und Evaluation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Jugendgewalt, AAT, AKT, Konfrontative Pädagogik, Verantwortungspädagogik, Resozialisierung und Gewaltprävention geprägt.

Worin unterscheidet sich die Haltung der Trainer bei AAT und AKT?

Während das AAT eine konfrontative, teils provokative Haltung einnimmt, setzt das AKT auf eine akzeptierende, ganzheitliche und demütigungsfreie Haltung, bei der der Jugendliche nicht allein über seine Tat definiert wird.

Was ist der „Heiße Stuhl“ und wie wird er in den Trainings genutzt?

Der „Heiße Stuhl“ ist eine Methode, bei der ein Teilnehmer in den Mittelpunkt gerückt wird, um ihn direkt mit seinem Verhalten oder der Opferperspektive zu konfrontieren; beim AAT geschieht dies intensiver und umringt von der Gruppe als konfrontatives Element.

Excerpt out of 67 pages  - scroll top

Details

Title
Konfrontation vs. Akzeptanz
Subtitle
Ein kriterienorientierter Vergleich von zwei Antigewalttrainings im tertiären Präventionssektor
College
University of the Federal Armed Forces München  (Sozialpädagogik)
Grade
1,7
Author
Joergen Timm (Author)
Publication Year
2010
Pages
67
Catalog Number
V162953
ISBN (eBook)
9783640777990
ISBN (Book)
9783640778225
Language
German
Tags
Antigewalttraining AKT AAT Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Joergen Timm (Author), 2010, Konfrontation vs. Akzeptanz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162953
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  67  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint