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MännerInnen in der Sozialarbeit. Die Genderfrage und Androgynität

Title: MännerInnen in der Sozialarbeit. Die Genderfrage und Androgynität

Diploma Thesis , 2003 , 69 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Joerg Krause (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Der Titel „MännerInnen in der Sozialarbeit“ war und ist bewußt provokant
gewählt, da er in meinen Augen gut die derzeitige Lage der
Gleichberechtigung von Mann und Frau beschreibt - im Allgemeinen wie
auch in der Sozialarbeit. Formal aufgesetzt und maximal an der Oberfläche
wirkend hat eine Gleichberechtigung Einzug gehalten, die suggeriert, die
Lösung aller persönlichen, ökologischen, strukturellen und materiellen
Konflikte sei die Androgynität. Ungeschlechtlichkeit als Patentrezept zur
Lösung der Geschlechterfrage, jedoch in der Wirklichkeit kaum relevant.
Nach wie vor bestehen die Ungerechtigkeiten und Ungleichgewichte selbst
in den sozialpädagogischen Bereichen. Androgyn zu sein bedeutet neben
den psychologischen Folgen (der Ablegung aller gelernten Verhaltens- und
Sozialisationsmuster) eben nicht nur die „schlechten“ Seiten abzulegen,
sondern alle Seiten seines Geschlechtes zu negieren. Eine Art
Uniformierung, kein Individualismus mehr, denn auf die Spitze getrieben
heißt das auch keine geschlechtsspezifische Kleidung mehr, keine
Unterschiede, denn jeder Unterschied kann die Gleichmacherei schon
wieder gefährden.

Mannsein in einem Frauenberuf war nicht nur eine rein hypothetische Frage
für mich, sondern ist ein Thema, welches gerade von der Wissenschaft
entdeckt wird, aber auch konkret meine Person betrifft.
Die geplante Studie zu diesem Thema, welche sich mit der Datenerhebung
bei männlichen Studenten in Mittel- und Ostdeutschland beschäftigen sollte,
mußte ich leider abbrechen, da für eine valide Gesamtaussage zu wenig
Datenmaterial vorlag. Die gewonnen Ergebnisse werden jedoch auch in
diese Betrachtung mit einbezogen.

Zurückblickend betrachtet kann ich sagen, daß die Vermischung
Wissenschaft und Persönlichkeit von Vor- und Nachteil war. Auf der einen
Seite ein Vorteil, weil Annahmen, Vorstellungen und Zusammenhänge an
der eigenen Person überprüft und leichter nachvollzogen werden konnten,
was gleichzeitig auch zum Nachteil wurde. Denn das intensive
Auseinandersetzen mit der Problematik Mannsein stellte auch meine eigene Person in Frage, da ich eigene Vorstellungen und Meinungen in Frage
stellen mußte, was bezüglich der wissenschaftlichen Auseinandersetzung
mit diesem Thema nicht immer hilfreich gewesen ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Begriffsbestimmung

2.1 Mann

2.2 Mannsein

2.3 Männliche Sozialisation

2.4 Initiation

2.5 Sozialarbeit

2.6 Gender Mainstream

2.7. Der neue vs. andere Mann

3. Befragung/Stichprobenerhebung

3.1 Erhebungsmethode

3.2 Datenauswertung – methodisch

3.3 Datengrundlage

4. Mannsein in der Gesellschaft

4.1. Geschichte des Männerbildes

4.1.1 Frühgeschichte

4.1.2 Altertum

4.1.3 Industrialisierung

4.1.4 Neuzeit

4.2 Frauenbewegung vs. Männerbewegung

4.3 Kommunikation und Mann

5. Männer in der Sozialarbeit

5.1 Geschichte der Sozialarbeit

5.2 Männer in der Sozialarbeit

5.2.1 Der Alte Mann

5.2.2 Der andere Mann

5.3 Beziehungsarbeit

5.4 Der Mann als Vorbild

5.5 Die männliche Sichtweise

5.6 Gender Mainstream

5.7 Authentizität des Sozialarbeiters

5.7.1 Männliche Sexualität

5.7.2 Männliche Kommunikation

5.7.3 Das Frauenbild der Männer

5.7.4 Männer und Homosexualität

6. Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Mannes im Berufsfeld der Sozialarbeit vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Rollenbilder und des „Mannseins“ in einem traditionell weiblich dominierten Bereich. Sie fragt danach, wie männliche Sozialarbeiter ihre Identität konstruieren, welche Herausforderungen sie bei der Annäherung an eine gleichberechtigte Lebensführung erleben und inwiefern sie durch ihr Handeln einen Beitrag zu einer neuen Männlichkeit leisten können.

  • Sozialisation des Mannes und Wandel der Männerbilder
  • Empirische Befragung männlicher Studenten der Sozialarbeit
  • Konflikt zwischen traditioneller Rollenerwartung und modernen Lebensentwürfen
  • Bedeutung der männlichen Identität für die Beziehungsarbeit und Kommunikation
  • Potenziale einer geschlechtsspezifischen Sozialarbeit (Gender Mainstreaming)

Auszug aus dem Buch

5.5 Die männliche Sichtweise

Wie auch schon angesprochen bringt der männliche Sozialarbeiter andere Kompetenzen mit sich, als weibliche Sozialarbeiterinnen. Grob zusammengefaßt kann man sagen, während die männliche Denkrichtung eher linear und problemlösungsorientiert ist, ist die weibliche eher zirkulär und am Fortgang des Kommunikationsprozesses interessiert.

In der Sozialarbeit einem Arbeitsgebiet welches so vielschichtig problemüberhäuft und gleichzeitig so gesellschaftlich sanktioniert ist, sind alle Denkweisen notwendig. Was in Konstellation A richtig und gut sein kann, kann in Konstellation B schon lange das Falsche sein.

Von daher müssen beide Sichtweisen nicht nur nebeneinander existieren, sondern mit einander verbunden werden. Dazu ist es notwendig, daß sich die jeweils andere Seite darauf einläßt. Der andere Mann, der in letzter Zeit in die Sozialarbeit drängt, bringt dafür die besten Vorraussetzungen mit. Das Bewusstsein, daß Emotionalität oder Empathie genauso gleichwertig sind, wie eine materielle Hilfe von Betrag X, daß der Umgang der Menschen miteinander und die Art und Weise der Kommunikation mehr verändern, als mehrstündige Monologe, da0 Leistungsorientierung und Konkurrenzkampf eher schädlich als förderlich sind und auch daß „Ämterhäufung“ und die Angst vor Delegation von Verantwortung und Macht eher bedeutet, persönliche Einbußen wie Mangel an Freizeit oder bestimmte Krankheitsbilder mit sich bringt.

Gleichzeitig bewahrt er sich männliche Eigenschaften wie Stärke (nicht Gewalt), die weitere Sinnsuche (nicht Konsum und Kommerz) oder der Gestaltende und Schaffende zu sein, dabei jedoch nicht mehr zum Zerstörenden zu werden.

Der Konflikt innerhalb der Sozialarbeitsinstitutionen, Administrationsebene = männlich geprägt und Klientenebene = weiblich geprägt, kann nur gelöst werden, wenn die jeweils andere Sichtweise Einzug hält und sich so als Korrektiv bzw. Ergänzung eine neue und nicht mehr nach den alten Geschlechtsmustern geprägte Sichtweise entwickelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Der Autor erläutert seine Motivation und die bewusste Provokation durch den Titel im Kontext der Gleichberechtigungsdiskussion.

2. Begriffsbestimmung: Es werden grundlegende Definitionen von Mann, Mannsein, Sozialisation und Gender Mainstreaming erarbeitet, um das theoretische Fundament der Arbeit zu legen.

3. Befragung/Stichprobenerhebung: Dieses Kapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise und die Datengrundlage der durchgeführten Befragung männlicher Studenten.

4. Mannsein in der Gesellschaft: Der historische Wandel des Männerbildes von der Frühgeschichte bis zur Neuzeit wird analysiert, inklusive des Spannungsfeldes zur Frauenbewegung.

5. Männer in der Sozialarbeit: Das Hauptkapitel untersucht die Rolle des Mannes in der Sozialarbeit, die Differenzierung zwischen Führungs- und Klientenebene sowie die spezifischen Anforderungen an männliche Authentizität.

6. Zusammenfassung: Der Autor resümiert die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Umbruchs und fordert eine geschlechtsunabhängige Kompetenzorientierung.

Schlüsselwörter

Männer in der Sozialarbeit, Mannsein, Geschlechterrollen, Sozialisation, Initiation, Gender Mainstreaming, Beziehungsarbeit, Männliche Identität, Frauenbewegung, Kommunikation, Rollenbilder, Sozialpädagogik, Geschlechtergerechtigkeit, Empowerment, Männerbewegung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht die Rolle und das Selbstverständnis von Männern im Bereich der Sozialarbeit, wobei insbesondere der Kontrast zwischen traditionellen Männerbildern und dem beruflichen Kontext eines "Frauenberufs" beleuchtet wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören die männliche Sozialisation, historische Entwicklungen des Männerbildes, die Rolle des Mannes als Sozialarbeiter, Geschlechterbeziehungen sowie Fragen der Kommunikation und Identität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den "anderen Mann" in der Sozialarbeit zu identifizieren und zu untersuchen, wie er sich mit seinem Rollenbild auseinandersetzt und welche spezifischen Kompetenzen er in die Arbeit mit Klienten einbringen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer quantitativen Datenerhebung durch einen Fragebogen unter männlichen Studenten der Sozialarbeit in Mittel- und Ostdeutschland.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Geschichte der Sozialarbeit aus einer geschlechtsspezifischen Perspektive, die Differenzierung zwischen Verwaltungs- und Klientenebenen sowie die Notwendigkeit von Authentizität bei männlichen Sozialarbeitern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sozialisation, Gender Mainstreaming, männliche Identität, Rollenbilder, Beziehungsarbeit, Geschlechtergerechtigkeit und der Wandel der Männlichkeit.

Wie sieht der Autor die Rolle des Mannes in der Beziehungsarbeit?

Der Autor sieht die männliche Perspektive als wichtige Ergänzung zur weiblichen Sicht, die durch Empathie und eine bewusste Auseinandersetzung mit eigenen Rollenkonflikten neue Impulse in die Beziehungsarbeit bringen kann.

Welche Bedeutung hat das "Androgynitäts"-Konzept für den Autor?

Der Autor kritisiert das Konzept der Androgynität als "Uniformierung", die individuelle Unterschiede negiert, und plädiert stattdessen für eine bewusste, reflektierte Geschlechtlichkeit.

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Details

Title
MännerInnen in der Sozialarbeit. Die Genderfrage und Androgynität
College
Leipzig University of Applied Sciences  (Fachbereich Sozialwesen)
Grade
3,0
Author
Joerg Krause (Author)
Publication Year
2003
Pages
69
Catalog Number
V16297
ISBN (eBook)
9783638211918
Language
German
Tags
MännerInnen Sozialarbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Joerg Krause (Author), 2003, MännerInnen in der Sozialarbeit. Die Genderfrage und Androgynität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16297
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