Wirtschaftspolitik: Zielbeziehungen zwischen Stabilisierungszielen


Hausarbeit, 2003

14 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Theoretische Ansätze zur stabilisierungspolitischen Konzeption
2.1 Ansätze nach Keynes
2.2 Ansätze der Neoklassik

3 Stabilisierungspolitik
3.1 Ziele des Stabilitätsgesetzes
3.2 Stabilisierungspolitische Ziele
3.3 Instrumente und Träger der Stabilisierungspolitik

4 Zielbeziehungen der Stabilisierungsziele

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

7 Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Zielbeziehungen zwischen den Stabilisierungszielen in der Bundesrepublik Deutschland.

Um näher auf die Stabilisierungsziele eingehen zu können müssen zunächst die Begriffe Stabilitäts- und Stabilisierungspolitik unterschieden werden.

- Unter Stabilitätspolitik versteht man sämtliche wirtschaftspolitischen Massnahmen des Staates, die darauf ausgerichtet sind eine langfristige Stabilität des Geldwertes und des Preisniveaus zu garantieren.
- Unter Stabilisierungspolitik versteht man staatliche Massnahmen, mit denen gleichzeitig mehrere gesamtwirtschaftliche Ziele wie z. B. Preisniveaustabilität, Vollbeschäftigung oder stetiges Wirtschaftswachstum realisiert werden sollen.

Die Realisierung mehrerer wirtschaftlicher Ziele zur gleichen Zeit wird in der Literatur auch häufig als Globalsteuerung bezeichnet.

Um die kontinuierliche Stabilisierung einer Volkwirtschaft zu gewährleisten muss der Staat im Rahmen der Stabilisierungspolitik danach streben, die folgenden Stabilisierungsziele zu erreichen.

- Vollbeschäftigung
- Preisniveau- und Geldwertstabilität
- Stetiges Wirtschaftswachstum
- Ausgewogenes aussenwirtschaftliches Gleichgewicht
- Gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung

Ziel der Arbeit soll es sein nach einer kurzen Einführung in das Thema Stabilisierungspolitik und einer näheren Erläuterung der einzelnen Stabilisierungsziele, einen umfassenden Überblick darüber zu geben in welcher Beziehung die einzelnen Ziele zueinander stehen und an welchen Stellen sie sich ergänzen, beziehungsweise überschneiden.

Dem Staat stehen zur Erreichung dieser Ziele verschiedene Instrumente zur Verfügung, auf deren Bedeutung zu einem späteren Punkt in dieser arbeit Bezug genommen wird.

Zunächst werden jedoch im folgenden Kapitel die theoretischen Ansätze zur stabilisierungspolitischen Konzeption näher beleuchtet.

2 Theoretische Ansätze zur stabilisierungspolitischen Konzeption

2.1 Ansätze nach Keynes

Die keynesianische Erklärung der gesamtwirtschaftlichen Stabilitätsschwankungen geht von der Basisthese aus, dass der privatwirtschaftliche Sektor einer Volkswirtschaft instabil ist.

Dies begründet sich durch folgende verschiedene Annahmen über das Verhalten des privatwirtschaftlichen Sektors:

- Irrationale Stimmungsschwankungen im Investitionsverhalten
- Kurzfristige Schwankungen beim Konsumverhalten abhängig vom Einkommen und von den Zukunftserwartungen
- Kurzfristige Schwankungen der Geldnachfrage abhängig vom Zinsniveau

Anders als die klassische Betrachtung bindet die keynsianische Theorie den Staat als Stabilisator mit ein, dessen antizyklisches Verhalten als notwendige Bedingung für eine stetige gesamtwirtschaftliche Entwicklung bei Vollbeschäftigung der Produktionsfaktoren angesehen wird.

In der keynesianischen Sichtweise marktwirtschaftlicher Prozesse fällt dem Staat die Aufgabe zu, das Konsumverhalten des privaten Sektors durch antizyklische Impulse zu stimulieren um so eine stetige gesamtwirtschaftliche Nachfrageentwicklung zu gewährleisten.

Die Hauptlast der Stabilisierungspolitik liegt bei der keynesianischen Theorie auf Ausgaben- und Einnahmenvariation des Staatshaushalts, da davon ausgegangen wird, dass geldpolitische Massnahmen unsicher sind und erst mit starker Verzögerung eintreten.

Nach der keynesianischen Theorie hat der Staat also die permanente Aufgabe durch kurzfristiges Anregen der Nachfrage die wirtschaftliche Aktivität zu stabilisieren und das Wachstum der Wirtschaft zu fördern.[1]

2.2 Ansätze der Neoklassik

Die neoklassische Theorie baut ihr Stabilitätskonzept, anders als die keynesianische Theorie auf der Basisthese auf, dass der private Sektor grundsätzlich stabil ist. Das Konsum-, Investitions-, und Geldnachfrageverhalten ist nach dem neoklassischen Ansatz keineswegs so unstetig, wie dies aus keynesianischer Sicht zunächst erscheint.

Die neoklassische Theorie stellt sowohl kurzfristige als auch langfristige Beziehungen zwischen den Verhaltensweisen des privaten Sektors her. Die Verhaltensweisen des privaten Sektors werden durch stabile Funktionen erfasst, in denen die abhängigen Variablen (Konsum-, Investitions- und Geldnachfrageausgaben) durch eine begrenzte Anzahl unabhängiger Variablen (permanentes Einkommen, realer Zinssatz und erwartete Inflationsraten) erklärt werden.

Nach neoklassischer Auffassung verursacht somit das Verhalten des Staates die Schwankungen in der Volkswirtschaft.

Der private Sektor weist hingegen in zweifacher Hinsicht stabilisierende Merkmale auf:

- Er produziert basierend auf der Stabilitätsannahme keine Schwankungen im Wirtschaftsgleichgewicht.
- Ausserdem absorbiert er darüber hinaus Störungen im Wirtschaftssystem.

Diese Merkmale führen in einer Realwirtschaft aus folgenden Gründen jedoch nicht sofort zu einem stabilisierenden Ausgleich:

- Entstehende Transaktionskosten verhindern eine rasche und vollständige Anpassung
- Der Zeitbedarf der Anpassung schwankt in Abhängigkeit von der Art, Stärke und Dauer der Impulse.

Die Anforderungen, welche die neoklassische Theorie an die Wirtschaftspolitik einer Volkswirtschaft stellt, lauten folglich:

Verstetigung der Wirtschaftspolitik zur Vermeidung von Schockwirkungen, die kumulative Anpassungsprozesse im privaten Sektor in Gang setzen.

Durch verbesserte Rahmenbedingungen wie z.B. Steuerentlastung und Deregulierung der Märkte sollen die Investition- und Innovationstätigkeit , sowie der Anstieg von Produktion und Einkommen gefördert werden und die Steigerung des Preisniveaus gedämpft werden.

Die neoklassische Theorie nimmt also im Vergleich zur keynesianischen Theorie die Position ein, dass eine Stabilisierung der Volkswirtschaft durch Verringerung der staatlichen Aktivitäten erreicht wird.[2]

Das folgende Kapitel erklärt die stabilisierungspolitischen Grundsätze, beginnend mit einer Erläuterung des Stabilitätsgesetzes.

[...]


[1] Quelle: Kompendium der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, 1995

[2] Quelle: Kompendium der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, 1995

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Wirtschaftspolitik: Zielbeziehungen zwischen Stabilisierungszielen
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg, Stuttgart, früher: Berufsakademie Stuttgart  (Fachrichtung Wirtschaftsinformatik)
Veranstaltung
Wirtschaftspolitik/Stabilisierungspolitik
Note
2,3
Autor
Jahr
2003
Seiten
14
Katalognummer
V16309
ISBN (eBook)
9783638212007
ISBN (Buch)
9783638747059
Dateigröße
477 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wirtschaftspolitik, Zielbeziehungen, Stabilisierungszielen, Wirtschaftspolitik/Stabilisierungspolitik
Arbeit zitieren
Robin Lewis (Autor), 2003, Wirtschaftspolitik: Zielbeziehungen zwischen Stabilisierungszielen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16309

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