Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Zielbeziehungen zwischen den Stabilisierungszielen in der Bundesrepublik Deutschland.
Um näher auf die Stabilisierungsziele eingehen zu können müssen zunächst die Begriffe Stabilitäts- und Stabilisierungspolitik unterschieden werden.
· Unter Stabilitätspolitik versteht man sämtliche wirtschaftspolitischen Massnahmen des Staates, die darauf ausgerichtet sind eine langfristige Stabilität des Geldwertes und des Preisniveaus zu garantieren.
· Unter Stabilisierungspolitik versteht man staatliche Massnahmen, mit denen gleichzeitig mehrere gesamtwirtschaftliche Ziele wie z. B. Preisniveaustabilität, Vollbeschäftigung oder stetiges Wirtschaftswachstum realisiert werden sollen.
Die Realisierung mehrerer wirtschaftlicher Ziele zur gleichen Zeit wird in der Literatur auch häufig als Globalsteuerung bezeichnet.
Um die kontinuierliche Stabilisierung einer Volkwirtschaft zu gewährleisten muss der Staat im Rahmen der Stabilisierungspolitik danach streben, die folgenden Stabilisierungsziele zu erreichen.
· Vollbeschäftigung
· Preisniveau- und Geldwertstabilität
· Stetiges Wirtschaftswachstum
· Ausgewogenes aussenwirtschaftliches Gleichgewicht
· Gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung
Ziel der Arbeit soll es sein nach einer kurzen Einführung in das Thema Stabilisierungspolitik und einer näheren Erläuterung der einzelnen Stabilisierungsziele, einen umfassenden Überblick darüber zu geben in welcher Beziehung die einzelnen Ziele zueinander stehen und an welchen Stellen sie sich ergänzen, beziehungsweise überschneiden.
Dem Staat stehen zur Erreichung dieser Ziele verschiedene Instrumente zur Verfügung, auf deren Bedeutung zu einem späteren Punkt in dieser arbeit Bezug genommen wird.
Zunächst werden jedoch im folgenden Kapitel die theoretischen Ansätze zur stabilisierungspolitischen Konzeption näher beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 THEORETISCHE ANSÄTZE ZUR STABILISIERUNGSPOLITISCHEN KONZEPTION
2.1 ANSÄTZE NACH KEYNES
2.2 ANSÄTZE DER NEOKLASSIK
3 STABILISIERUNGSPOLITIK
3.1 ZIELE DES STABILITÄTSGESETZES
3.2 STABILISIERUNGSPOLITISCHE ZIELE
3.3 INSTRUMENTE UND TRÄGER DER STABILISIERUNGSPOLITIK
4 ZIELBEZIEHUNGEN DER STABILISIERUNGSZIELE
5 FAZIT
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit analysiert die komplexen Zielbeziehungen zwischen den zentralen Stabilisierungszielen der Wirtschaftspolitik in der Bundesrepublik Deutschland. Dabei wird insbesondere untersucht, wie sich die verschiedenen makroökonomischen Ziele – etwa Vollbeschäftigung, Preisstabilität und Wirtschaftswachstum – gegenseitig beeinflussen und welche theoretischen Ansätze der Keynesianismus und die Neoklassik hierfür bieten.
- Unterscheidung zwischen Stabilitätspolitik und Stabilisierungspolitik
- Theoretische Fundierung durch keynesianische und neoklassische Ansätze
- Die Rolle des Stabilitätsgesetzes (StabG) als ordnungspolitischer Rahmen
- Analyse der Zielkonflikte und Komplementaritäten (z. B. Phillips-Kurve)
- Überblick über stabilisierungspolitische Instrumente und deren Träger
Auszug aus dem Buch
3.2 Stabilisierungspolitische Ziele
Die Ziele der Stabilitätspolitik lassen sich wie schon in der Einleitung erwähnt in vier Hauptgebiete unterteilen:
• Vollbeschäftigung
• Preisniveau- und Geldwertstabilität
• Stetiges Wirtschaftswachstum
• Ausgewogenes aussenwirtschaftliches Gleichgewicht
• Gerechte Einkommens- und Vermögensverteilung
Die einzelnen Stabilisierungsziele werden von den Anhängern der Neoklassik und des Keynesianismus unterschiedlich gewichtet.
• Die Anhänger des Keynesianismus gehen davon aus, dass sich die Globalsteuerung durch verschiedene Zielrevisionen verbessern lässt. Da nach dem Phillips- Kurven Ansatz eine Realisierung aller Ziele unmöglich erscheint, werden gewisse Ziele im Vergleich zu anderen Zielen als Nebenbedingung, sekundär oder derivativ interpretiert. So ist zum Beispiel in der keynesianischen Theorie dem Ziel der Vollbeschäftigung höchste Priorität einzuräumen, während die Preisniveaustabilität zu einem Sekundärelement wird.
Des weiteren werden Ad-hoc Entscheidungen empfohlen, bei denen jeweils dem am meisten gefährdeten Ziel temporäre Priorität zugeordnet wird.
• Die Vertreter der Neoklassik plädieren ebenfalls für eine Revision der Ziele. Allerdings ist nach diesem Ansatz der zur Globalsteuerung notwendige Zielkatalog auf die Sicherung der Preisniveaustabilität und eines möglichst hohen Beschäftigungsstands zu begrenzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Begrifflichkeiten der Stabilitätspolitik und Definition der zentralen gesamtwirtschaftlichen Ziele.
2 THEORETISCHE ANSÄTZE ZUR STABILISIERUNGSPOLITISCHEN KONZEPTION: Gegenüberstellung der keynesianischen Sichtweise, die den Staat als Stabilisator sieht, und der neoklassischen Auffassung, die den Fokus auf einen stabilen privaten Sektor legt.
3 STABILISIERUNGSPOLITIK: Analyse des gesetzlichen Rahmens durch das Stabilitätsgesetz und Vorstellung der verschiedenen Instrumente sowie deren institutionelle Träger.
4 ZIELBEZIEHUNGEN DER STABILISIERUNGSZIELE: Untersuchung der konfliktären und komplementären Beziehungen zwischen den wirtschaftspolitischen Zielen unter Rückgriff auf die Phillips-Kurve.
5 FAZIT: Kritische Würdigung der aktuellen wirtschaftspolitischen Herausforderungen im Kontext der Eurozone und Ansätze zur Stabilisierung.
Schlüsselwörter
Wirtschaftspolitik, Stabilisierungspolitik, Stabilitätsgesetz, Keynesianismus, Neoklassik, Vollbeschäftigung, Preisniveaustabilität, Wirtschaftswachstum, Phillips-Kurve, Globalsteuerung, Fiskalpolitik, Geldpolitik, Zielkonflikt, Außenwirtschaftliches Gleichgewicht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Zielbeziehungen zwischen verschiedenen wirtschaftspolitischen Stabilisierungszielen in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen der Stabilisierungspolitik, das Stabilitätsgesetz sowie die Analyse der wechselseitigen Beeinflussung makroökonomischer Ziele.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, einen Überblick darüber zu geben, wie die einzelnen Stabilisierungsziele zueinander stehen und wo Zielkonflikte oder Ergänzungen vorliegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine theoretische Literaturanalyse und ein Vergleich zwischen keynesianischen und neoklassischen Ansätzen zur Wirtschaftspolitik.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Ansätze, die Darstellung der Instrumente und Träger sowie die explizite Analyse der Zielbeziehungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Stabilisierungspolitik, Vollbeschäftigung, Preisstabilität, Globalsteuerung und die Phillips-Kurve.
Wie bewertet der Autor den Einfluss der Phillips-Kurve?
Die Phillips-Kurve dient als zentrales Modell, um den Zielkonflikt zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit sowie zwischen Wirtschaftswachstum und Preisstabilität zu illustrieren.
Welche Rolle spielt das Stabilitätsgesetz von 1967?
Es fungiert als "Grundgesetz der Wirtschaft" und dient als gesetzliche Grundlage für das makroökonomische Handeln von Bund und Ländern in Deutschland.
Warum betont der Autor die Rolle der Eurozone im Fazit?
Das Fazit beleuchtet die Herausforderungen durch den Erstarken des Euros und die daraus resultierenden deflationären Tendenzen, die eine neue Maßnahmenkombination erfordern.
- Quote paper
- Robin Lewis (Author), 2003, Wirtschaftspolitik: Zielbeziehungen zwischen Stabilisierungszielen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16309