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Zeitgenössische Mythen und ihre gesellschaftliche Konstruktion, Rezeption und Funktion - Das Bildnis Che Guevaras

Title: Zeitgenössische Mythen und ihre gesellschaftliche  Konstruktion, Rezeption und Funktion - Das Bildnis Che Guevaras

Thesis (M.A.) , 2009 , 108 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magister Mirja Fürst (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
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Summary Excerpt Details

Die Geschichte der Menschheit ist eine rekonstruierte, denn sie ist immer etwas Vergangenes und darum als ein Faktensystem schwer zu überprüfen. Erst im Nachhinein kann sie durch Quellen rekonstruiert werden. In der zeitgenössischen Gesellschaft existiert durch die Massenmedien eine scheinbare lückenlose Dokumentation der zeitgeschichtlichen Ereignisse. Dabei wird jedoch oft die Manipulierbarkeit dieser Medien und die subjektive Bezugnahme auf das jeweilige Objekt übersehen. Die Wirklichkeit und Realität, die über Printmedien oder Fernsehen vermittelt wird, empfinden die Rezipienten als natürlich und objektiv. Insbesondere Fotografien gelten als Abzüge des Realen. Doch handelt es sich wirklich um dokumentiertes Zeitgeschehen? Oder konstruieren wir anhand dieser Symbole nur Mythen, die sich in der wiederholten Rezeption von Generation zu Generation weiter verfestigen, bis wir sie als natürliche Wertesysteme und Wahrheiten auffassen? In unserem sozialen Umfeld werden bestimmte Fotos von derselben Person oder dem gleichen Ereignis vor allem in den Medien gehäuft gezeigt und wiederholt rezipiert. Sie stellen ein Symbol mit einer Bedeutung dar und meist zeigen sie Personen oder geschichtliche Ereignisse, die wir umgangssprachlich als Mythos bezeichnen. Dabei ist dieses Foto eigentlich nur ein historisches Dokument, nicht mehr und nicht weniger. Doch diese speziellen Bilder erhielten einen Sonderstatus im kollektiven Gedächtnis. Warum werden genau diese Bilder ein mythisches Symbol? Um dieses Phänomen zu erklären verdeutliche ich in dieser Arbeit, dass die zeitgenössische Gesellschaft nach wie vor eine mythische ist.Die Massenmedien haben in der Moderne zu einem großen Teil die Funktion der Mythen in der antiken Gesellschaft übernommen.Diese These gilt es theoretisch mit der Mythentheorie Roland Barthes zu belegen und anhand eines Beispiels, einer mythischen Aussage in symbolischer Bildform, dem meistreproduzierten Bild der Welt, Che Guevara, praktisch zu verdeutlichen. Die Selbstverständlichkeit und Natürlichkeit gesellschaftlicher Werte und die allgemeine Akzeptiertheit kultureller Symbolsysteme möchte ich mit diesem Beispiel hinterfragen. Im praktischen Teil der Arbeit wird mit Hilfe der Symboltheorie Nelson Goodmans ergänzend eine subjektive Bezugnahme auf das Che Guevara Porträt geleistet und seine ikonischen Eigenschaften analysiert. So werde ich den metaphorischen Ausdruck des Bildes interpretieren, der ihm seinen mythischen Sonderstatus verschafft hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ZUR BEGRIFFSBESTIMMUNG DES WORTES MYTHOS

2.1 Etymologie und Wortgeschichte des Wortes Mythos

2.2 Bedeutungsgeschichtliche Entwicklung des Mythos

2.2.1 Der antike Mythos

2.2.2 Wiederentdeckung des Mythos- Von der Renaissance bis zur Moderne

2.2.3 Der zeitgenössische Mythosbegriff im gesellschaftlichen Kontext

3. ROLAND BARTHES - DIE MYTHEN DES ALLTAGS

3.1 Definition des Mythos im Sinne Roland Barthes

3.2 Das Mythenmodell nach Roland Barthes

3.3 Formale Bedingungen und Charakteristika des Mythos

4. DIE FOTOGRAFIE DES CHE GUEVARA - EIN MYTHOS DES ALLTAGS

4.1 Zur Geschichte des Che Guevara Fotos

4.2 Das Bildnis Ches - ein mythisches semiologisches System

4.2.1 Das erste semiologische System

4.2.1.1 Signifikant

4.2.1.2 Signifikat

4.2.2 Der Mythos Che - Das zweite semiologische System

4.2.2.1 Signifikant

4.2.2.2 Signifikat

5. DIE SYMBOLTHEORIE NELSON GOODMANS

5.1 Denotation, Bezugnahme und „Repräsentation als“

5.2 Ähnlichkeit und Repräsentation

5.3 Exemplifikation und Ausdruck

5.4 Der metaphorische Ausdruck im analogen System des Bildes

6. WAS EXEMPLIFIZIERT CHE GUEVARAS BILD METAPHORISCH?

6.1 Denotation und „Repräsentation als“

6.2 Exemplifizierte Eigenschaften des Bildes

6.3 Der metaphorische Ausdruck Che Guevaras

7. SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die gesellschaftliche Konstruktion, Rezeption und Funktion zeitgenössischer Mythen am Beispiel des weltberühmten Porträts von Che Guevara. Ziel ist es, unter Anwendung der Mythentheorie von Roland Barthes und der Symboltheorie von Nelson Goodman aufzuzeigen, wie ein historisches Fotodokument im kollektiven Gedächtnis zu einem sinnentleerten, mythischen Symbol transformiert wird, das als Projektionsfläche für subjektive Wünsche und soziale Bedürfnisse dient.

  • Die semiologische Analyse von Mythen als Bedeutungssysteme zweiter Ordnung nach Barthes.
  • Die Untersuchung der Entstehungsgeschichte und der mythischen Aufladung des Che-Guevara-Fotos von Alberto Korda.
  • Die Anwendung der Symboltheorie von Nelson Goodman auf die pikturale Repräsentation.
  • Die kritische Dekonstruktion der "Natürlichkeit" medial vermittelter Symbole in der modernen Gesellschaft.

Auszug aus dem Buch

Die Fotografie des Che Guevara - ein Mythos des Alltags

Das meistreproduzierte Bild der Geschichte und ein häufig konsumierter Alltagsmythos seit den sechziger Jahren bis zum heutigen Tage, ist die Fotografie des Ernesto Che Guevara. Er war zu Lebzeiten ein kubanischer Revolutionär und Guerillakämpfer. Dieses Foto eignet sich als exemplarisches Beispiel um das symbolische Mythenmodell Roland Barthes praktisch zu verdeutlichen und die theoretischen Überlegungen in den ästhetischen Bildbereich umzusetzen.

4.1 Zur Geschichte des Che Guevara Fotos

Ernesto Rafael Guevara de la Serna, genannt Che Guevara oder Che, wurde am 14. Juni 1928 in Rosario/Argentinien geboren und starb im Widerstandkampf am 9. Oktober 1967 in La Higuera/Bolivien. Er war kommunistischer Guerillaführer, Arzt, Politiker und zu seinen Lebenszeiten eine hoch kontroverse Persönlichkeit der politischen Gesellschaft. Seit seinem Tod 1967 wird von dem „Mythos Che“ gesprochen und sein stilisiertes Bild wurde zu einem weltweiten Emblem der Alltagsmythen. Der Drang der Menschen in der Gesellschaft, ihre Wünsche und Sehnsüchte in diese Figur zu projizieren, hält weiterhin an. Sein Bild wurde zu einem Kultobjekt und Symbol für einen radikalen, auf Idealen basierenden, Lebensstil und den Wunsch nach Veränderungen. Es ist gesellschaftlich gesehen das möglicherweise bekannteste Bild der Welt.

Losgelöst von seinem eigentlichen Sinn wurde das stilisierte Porträt des Fotografen Alberto Diaz Gutierrez, bekannter unter dem Namen Alberto Korda, ein Symbol mit einer einfachen, sinnentleerten und mythischen Bedeutung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Mythenkonstruktion in der modernen Gesellschaft und Skizzierung der zentralen Forschungsfrage.

2. ZUR BEGRIFFSBESTIMMUNG DES WORTES MYTHOS: Historische und etymologische Herleitung des Mythosbegriffs von der Antike über die Renaissance bis zur Moderne.

3. ROLAND BARTHES - DIE MYTHEN DES ALLTAGS: Darstellung der semiologischen Theorie Barthes und dessen Modell des Mythos als Bedeutungssystem zweiter Ordnung.

4. DIE FOTOGRAFIE DES CHE GUEVARA - EIN MYTHOS DES ALLTAGS: Analyse des Che-Guevara-Fotos als historisches Dokument und dessen Transformation zum mythischen Symbol.

5. DIE SYMBOLTHEORIE NELSON GOODMANS: Einführung in Goodmans allgemeine Symboltheorie mit Fokus auf Denotation, Repräsentation und Ausdruck.

6. WAS EXEMPLIFIZIERT CHE GUEVARAS BILD METAPHORISCH?: Praktische Anwendung der Theorie Goodmans auf das Porträt zur Analyse des metaphorischen Ausdrucks.

7. SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Fazit über die Persistenz mythischer Strukturen in der Moderne.

Schlüsselwörter

Mythos, Roland Barthes, Nelson Goodman, Che Guevara, Semiologie, Symboltheorie, Mediale Konstruktion, Ikonographie, Kollektives Gedächtnis, Repräsentation, Denotation, Metaphorischer Ausdruck, Alltagsmythen, Bildanalyse, Ideologiekritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie zeitgenössische Mythen in der modernen Gesellschaft durch die Massenmedien konstruiert, rezipiert und funktionalisiert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Mythen- und Symboltheorien von Roland Barthes und Nelson Goodman sowie deren praktische Anwendung auf ikonografische Bildanalysen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Transformationsprozess aufzuzeigen, durch den ein historisches Fotodokument zu einem mythischen Symbol für individuelle und soziale Werte wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine semiologische und zeichentheoretische Methode angewandt, um die Funktionsweise von Bildern als komplexe Zeichensysteme zu entschlüsseln.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Barthes/Goodman) und die detaillierte Analyse des berühmten Che-Guevara-Porträts (Korda).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Mythos, Semiologie, Bildanalyse, Repräsentation, Symbolsystem und die Dekonstruktion von Natürlichkeit in der medialen Darstellung.

Warum wird gerade das Porträt von Che Guevara als Beispiel gewählt?

Es gilt als das meistreproduzierte Bild der Geschichte und dient als ideales Beispiel für ein "sinnentleertes" Symbol, das fast jede gewünschte Bedeutung annehmen kann.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin über die moderne Gesellschaft?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die moderne Gesellschaft trotz technischem Fortschritt und Rationalität weiterhin eine stark mythisch geprägte Kultur ist.

Welche Rolle spielt die Fotografie bei der Mythenbildung?

Die Fotografie fungiert als Medium, das "objektive Realität" simuliert und dadurch die mythische Aussage als natürlich und unhinterfragbar erscheinen lässt.

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Details

Title
Zeitgenössische Mythen und ihre gesellschaftliche Konstruktion, Rezeption und Funktion - Das Bildnis Che Guevaras
College
RWTH Aachen University
Grade
1,0
Author
Magister Mirja Fürst (Author)
Publication Year
2009
Pages
108
Catalog Number
V163104
ISBN (eBook)
9783640779413
ISBN (Book)
9783640779543
Language
German
Tags
Che Guevara Roland Barthes Mythen des Alltags Nelson Goodman Symboltheorie Sprachen der Kunst Mythos
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Mirja Fürst (Author), 2009, Zeitgenössische Mythen und ihre gesellschaftliche Konstruktion, Rezeption und Funktion - Das Bildnis Che Guevaras, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163104
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