Die Versuchung Jesu


Seminararbeit, 2008

49 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

0. Vorwort

1. Übersetzung von Lukas 4,1-13

2. Textkritik.

3. Sprachliche Analyse
3.1. Textabgrenzung
3.2. Kontextbezug
3.3. Aufbau und Gliederung.
3.4. Stilistisch-syntaktische Analyse im Kontext des Lukas-Evangeliums
3.5. Pragmatische Analyse

4. Synoptischer Vergleich und Literarkritik
4.1. Die Versuchungsnotiz Markus 1,12-13
4.1.1. Gemeinsamkeiten und kleinere stilistische Änderungen zwischen Markus- Matthäus- Lukas
4.1.2. Besonderheiten der markinischen Erzählung
4.2. Die Versuchungsgeschichte in der Logienquelle .
4.2.1. Gemeinsamkeiten zwischen Lukas 4,1-13 und Matthäus 4,1-11
4.2.2. Unterschiede zwischen Lukas 4,1-13 und Matthäus 4,1-11
4.2.2.1. Argumente für die Ursprünglichkeit der lukanischen Reihenfolge
4.2.2.2. Argumente gegen die Reihenfolge des Lukas

5. Formkritik
5.1. Klassifizierung des Textes
5.1.1. Chrie und Apophthegmata
5.1.2. Legende und Mythus.
5.1.3. Parabel und Haggada
5.2. „Sitz im Leben“

6. Traditionskritik
6.1. Zwischen asketischem Rückzug und göttlicher Offenbarung – Die Wüste als Ort der Versuchung
6.2. Das Fasten Jesu – Rituelle Reinigung oder Sättigung durch den Geist Gottes?
6.3. Gehorsamer Gottessohn und toratreuer Israelit
6.4. Satan und Teufel – gottgesandter Versucher oder widergöttlicher Antagonist?

7. Historische Rückfrage nach Jesus und Überlieferungsgeschichte
7.1. Nichtjüdische, innerjüdische und jesuanische Motive und Tendenzen im Vorfeld der Versuchungsgeschichte
7.1.1. Der Hebräerbrief als Indiz einer vorsynoptischen Versuchstradition
7.1.2. Die Bewährungsprobe Buddhas
7.1.3. Das Testament Hiobs
7.1.4. Rabbinische Auslegung des Deuteronomiums
7.1.5. Jesuanische Selbstzeugnisse der Versuchungserfahrung
7.2. Ermittlung der Trägerkreise und deren Profil

8. Kompositions-und Redaktionsgeschichte
8.1. Aufriss und Komposition des Evangeliums
8.2. Einbettung und Funktion der Versuchungsgeschichte im Lukas-Evangelium
8.3. Auswertung der redaktionellen Arbeit im Evangelium
8.4. Gesamturteil über den Evangelisten und sein Werk in seiner Zeit

9. Theologischer Ertrag

10. Literaturverzeichnis
10.1. Quellen
10.2. Hilfsmittel
10.3. Kommentare und Monographien.
10.4. Aufsätze und Artikel
10.5. Onlineressourcen

Abkürzungen:

In der nachfolgenden Arbeit werden bestimmte Abkürzungen verwendet, die hier alphabetisch aufgeführt werden sollen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

0. Vorwort

Die vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch aufzuzeigen, dass Jesus Christus in der Versuchungsgeschichte – trotz seiner scheinbaren Passivität und Abhängigkeit von der teuflischen Rede – nicht der unterlegene, sondern der übermächtige Dialogpartner ist, der entsprechend des biblischen Wortes zu leben und das Böse dieser Welt zu bekämpfen versucht. Dieser Versuch, so wie ihn uns der Evangelist Lukas in Lk 4,1-13 schildert, gelingt. Dadurch wird Jesus sowohl zum toratreuen Juden, der die von Israel begangenen Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen will, als auch zum ermahnenden und lehrenden Sohn Gottes stilisiert, der der Nachwelt aufzuzeigen will, wie die Versuchung ursprünglich in die Welt kam und wie sie zu therapieren ist.

1. Übersetzung von Lukas 4, 1-13

1. Jesus aber angefüllt vom Heiligen Geist ging vom Jordan aus und wurde vom Geist in die Wüste geführt
2. a [und] vierzig Tage versuchte der Teufel ihn. b Und nichts aß er in jenen Tagen und nachdem sie vollbracht waren, hungerte es ihn.
3. Der Teufel aber sprach zu ihm: Wenn du der Sohn Gottes bist, sprich zu diesem einen Stein, damit er Brot würde.
4. Und von Jesus wurde geantwortet: „Es steht geschrieben, dass nicht von Brot allein lebt der Mensch.“
5. Und ihn hinaufführend zeigte er ihm alle Königreiche der Welt in einem Augenblick
6. und der Teufel sprach zu ihm: dir werde ich geben alle diese Freiheit und ihre Herrlichkeit, weil sie mir gegeben wurden ist und ich gebe sie, wem ich will.
7. Wenn du mich nun sichtbar anbeten würdest, wird sie ganz dein sein.
8. Und antwortend sprach Jesus zu ihm, dass geschrieben wurde: „Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten.“
9. Aber er führte ihn nach Jerusalem und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Wenn du der Sohn Gottes bist, wirf dich selbst von hier aus nach unten.
10. Es wurde nämlich geschrieben, „dass er seinen Boten aufträgt über dich zu wachen,
11. und dass sie dich auf Händen tragen werden, sodass du niemals stoßest deinen Fuß gegen den Stein.“
12. und antwortend sprach Jesus zu ihm, dass geschrieben steht: „Du wirst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.“
13. Und der Teufel beendete alle Versuchungen und ging eine Zeit gänzlich von ihm.

2. Textkritik

An mehreren Stellen weist der Textabschnitt Lk 4,1-13 alternative Lesarten auf, die im Folgenden betrachtet und analysiert werden sollen. Aus dem Abgleich der zur Verfügung stehenden Variationen soll jene Textgestallt rekonstruiert werden, die mit großer Wahrscheinlichkeit als ursprüngliche Gestalt angenommen werden kann. Ein wesentlicher Untersuchungsaspekt dabei, der nochmals beim Vergleich der Versuchungsgeschichte innerhalb der synoptischen Evangelien relevant werden wird, sei hier bereits vorweg genommen. Es besteht eine enge Verbindung zwischen der Versuchungsgeschichte des Lukas- und der des Matthäus-Evangeliums, wie dies auch aus mehreren kritischen Anmerkungen Barbara Alands hervorgeht.1 Entsprechende Stellen werden hier bereits Erwähnung finden, jedoch erst im Verlauf der vorliegenden Arbeit intensiver betrachtet.

Bereits in Vers 1 fällt eine Uneinigkeit hinsichtlich der Formulierung evn th/| evrh,mw| („in die Wüste“) auf, welche nach Angabe des textkritischen Apparates von einer synoptischen Parallelstelle – hier explizit von Mk 1,12-13 und dessen Wortwahl eivj th.n e;rhmon (Vers 12) – beeinflusst wurde.2 Obwohl sich beide Formulierungen inhaltlich nicht unterscheiden und quantitativ gut bezeugt sind, – so wird die mark. Formulierung von den Codices Alexandrinus (A 02, 5. Jhd. Kategorie I-III)3, Coridethianus (Q 038, 9. Jhd. Kategorie II), Zakynthius (X 040, 6. Jhd. Kategorie III) und dem Codex Athous Laurensis (Y 044, 8./9. Jhd. Kategorie II) sowie von den Minuskelfamilien ƒ1 und ƒ13 (Lake-Gruppe und Ferrar-Gruppe), als auch vom Mehrheitstext belegt – erscheint die favorisierte Formulierung ursprünglicher zu sein. Sie wird u.a. von mehreren Papyri ( 4, 7 sowie dem Bodner-Papyrus 75) bezeugt, die zwischen dem 3.-4. Jahrhundert n. Chr. verortet sind und somit als Evangelienzeugen erster Ordnung verstanden werden können.4 Außerdem wird die gewählte Lesart von einer Anzahl Codices bezeugt, darunter dem Codex Sinaiticus (ﬡ 01, 4. Jhd. Kategorie I), dem Codex Vaticanus (B 03, um 350, Kategorie I), dem Codex Bezae Cantabrigiensis (D 05, 5. Jhd. Kategorie IV), dem Codex Anglicus (L 020, 8. Jhd. Kategorie V) sowie dem Codex Freerianus (W 032, 4.-5. Jhd. Kategorie III). Auch die Minuskeln 579 (13. Jhd.), 892 (9. Jhd.) sowie 1241 (12. Jhd.) nennen bei Lk 4,1 evn th/| evrh,mw.| höhere Autorität zugeschrieben.

Bei der Entscheidung wurde also den älteren Schriften eine Diese Vorgehensweise, d.h. den älteren Text zu bevorzugen und den jüngeren zu übergehen, gehört zum Standardrepertoire des Nestle-Alands ebenso wie der quantitative Blick auf die Anzahl der jeweiligen Zeugen. Dies lässt sich an Vers 2 belegen. Dort wird die vom Codex Bezae Cantabrigiensis, von der lateinischen Handschrift e (nicht ständiger Zeuge, 5. Jhd.) sowie vom Sinai-Syrer bezeugte Bezeichnung satana übergangen, um der auch bei Mt zu findenden Formulierung diabo,lou den Vorrang einzuräumen, was außerordentlich gut belegt ist.5

In Vers 3 der lukan. Versuchungsgeschichte wird die Zeugenschaft der matth. Wortwahl jedoch wieder bezweifelt. Hier wählt der Evangelist Lk die Worte eiv ui`o.j ei= tou/ qeou/( eivpe. tw/| li,qw| tou,tw| i[na ge,nhtai a;rtoj. Mt hingegen formuliert diese teuflische Aufforderung mit den Worten eiv ui`o.j ei= tou/ qeou/( eivpe. i[na oi` li,qoi ou-toi a;rtoi ge,nwntaiÅ6 Abgesehen von den offensichtlichen Unterschieden – die Konjunktion i[na ist bei Mt umgestellt, er verwendet die Nomen li,qoj und a;rtoj im Plural (li,qoi/a;rtoi) und gleicht dementsprechend das Verb gi,nomai darauf an (3.Person Plural Aorist ge,nwntai), während Lk dieselben Veränderungen im Singular vornimmt – scheint es auf den ersten Blick keine inhaltlichen Differenzen zwischen den beiden Evangelisten zu geben. Die Ablehnung der matth. Lesart wirft Fragen auf. In Vorausschau auf weitere textkritische Abweichungen kann bereits jetzt die Vermutung angestellt werden, dass die Differenzen zwischen den beiden Evangelisten ihrer jeweiligen Theologien geschuldet sind und es damit schwierig wird die Ursprünglichkeit der Lesart zu verifizieren bzw. zu falsifizieren.

Jesus antwortet auf die erste Versuchung des Teufels mit einem Schriftzitat: er verwirft die Zeichenforderung mit Dtn 8,3, wo es heißt, „der Mensch lebt nicht von Brot allein, sondern von allem, was aus dem Mund des HERRN geht.“ Lk nutzt dieses Schriftwort, lässt dabei jedoch den adversativen Nebensatz aus. Die von ihm favorisierte Kurzlesart ouvk evpV a;rtw| mo,nw| zh,setai o` a;nqrwpoj bezeugen mehrere ältere Codices (ﬡ 01, B 03, L 020, W 032; Datierung zwischen dem 4.-8. Jahrhundert) sowie die Minuskel 1241, als auch mehrere Handschriften (Sinai-Syrer, die sahidische und die bohairische Überlieferung). Die längere Lesart, die wir u.a. bei Mt finden, wird für die lukan. Erzählung von einer ganzen Fülle von Zeugen belegt. Nicht nur eine Reihe aussagekräftiger Codices (A 02, mit kleineren Abweichungen D 05, Q 038, X 040) und Minuskeln (0102, ƒ1 und ƒ13, 33), sondern auch der Mehrheitstext , alle lateinischen Handschriften, die Peschitta sowie die syrische Übersetzung des Thomas von Harkel aus dem Jahre 616 und mehrere bohairische Handschriften bezeugen die wortgetreue Übernahme des Schriftzitates aus Dtn 8,3. Es wäre an dieser Stelle zu einfach auf die zeitliche Abfassung der favorisierten Zeugen zu rekurrieren. Dieses Kriterium mag durchaus im ersten Vers zutreffend sein, doch glaube ich, dass an der Stelle Lk 4,4 – an der die theologische Divergenz der beiden Evangelisten Lk und Mt offenkundig zutage tritt – eher die Qualität der gewählten Zeugen von Bedeutung ist. So ist es nachvollziehbar, dass der Codex Sinaiticus sowie der Codex Vaticanus als glaubwürdiger erscheinen. Sie sind zum einen für das Lukas-Evangelium als ständige Zeugen erster Ordnung anzusehen und zum anderen gehören sie zur ersten Bewertungskategorie, während hingegen der alexandrinische Codex für die Evangelien zur dritten Bewertungskategorie gehört.7

Die bereits angesprochene theologische Differenz zwischen Lk und Mt scheint in den folgenden Versen der Versuchungsgeschichte zu kulminieren. Dies wird zwischen den Versen 5-12 besonders deutlich. Jener Abschnitt erzählt von den beiden nächsten Versuchungen durch den Teufel. In den Versen 5-8 berichtet Lk von der Proskynese, die der Teufel Jesus abverlangt. Die Verse 9-12 berichten anschließend von der zweiten Zeichenforderung in Jerusalem. Beide Male widersteht Jesus den teuflischen Angeboten. Jedoch ist auch eine andere Reihenfolge für die Erzählung des Lk belegt. In der Mehrheit der altlateinischen Handschriften und explizit beim Kirchenvater Ambrosius von Mailand († 397) wird eine Umstellung der Verse bezeugt. Dabei folgen die Verse 5-8 (2. lukan. Versuchung) erst nach den Versen 9-12 (3. lukan. Versuchung). Diese Veränderung kann nicht als ursprünglich angesehen werden, sondern ist vielmehr auf die matth. Reihenfolge der Versuchungen zurückzuführen, welche den altlateinischen Autoren bekannt gewesen sein dürfte.8 Die tiefgreifende theologische Auseinandersetzung und welche Absichten hinter den Variationen der unterschiedlichen Reihenfolgen stecken, wird im Rahmen des synoptischen Vergleiches gründlicher analysiert werden. Bislang kann die von Lk gewählte Reihenfolge jedoch schon als bewusst redaktionell überarbeitet verstanden werden.

In Vers 5 des lukan. Textes weist der textkritische Apparat ein ganzes Variantenbündel anderer bzw. abgeänderter Lesarten auf. So belegen mehrere Zeugen zwischen dem Personalpronomen auvto.n und dem Aorist von dei,knumi (e;deixen) zwei unterschiedliche Einschübe: (1.) o diaboloj eij oroj uyhlon („der Teufel [führte ihn] auf einen hohen Berg“) und (2.) eij oroj uyhlon („auf einen hohen Berg“). Während die Lesart (1.) von den Codices A, Q, Y, den Minuskeln 0102, mit kleineren Einschränkungen auch von der Ferrar-Gruppe und etlichen Handschriften bezeugt wird,9 findet sich die Lesart (2.) in der ersten Korrektorengruppe des Codex Sinaiticus (ﬡ1), mit geringfügigen Abweichungen in den Codices D und W sowie in der Minuskelfamilie ƒ1 und in den zwischen dem 11.-13.

Jahrhundert datierten Minuskeln 700 und 2542. Jedoch gibt es keine Handschriften, die für (2.) als ständige Zeugen erster Ordnung auftreten.

Trotz dieser Einschübe und ihrer durchaus beachtlichen Zeugenschaft ist die gewählte Auslassung gerechtfertigt. Denn es treten als Zeugen abermals der Codex ﬡ* und der Codex B auf.10 Außerdem entspricht diese Auslassung der erwähnten theologischen Tendenz zur Abgrenzung vom Matthäus-Evangelium. Mt nutzt nämlich die erste Alternativlesart in seiner Versuchungsgeschichte.11

Im restlichen Vers 5 wird diese Abgrenzungstendenz bewusst untermauert. So nutzt Lk als nähere Bestimmung zu ta.j basilei,aj („Königreiche“) die Genitivform von h` oivkoume,nh (th/j oivkoume,nhj), um die Macht der diesseitigen Welt zu betonen und dementsprechend die Qualität des irdischen Wirkens Jesu zu verdeutlichen. Es sind jedoch noch zwei weitere Lesarten bezeugt, die die angebotenen Königreiche anderweitig bestimmen: (1.) ko,smou und (2.) thj ghj. Mt bezieht die Herrlichkeit auf eine größere Sphäre. Nicht nur der bewohnte und von Menschen verwaltete Erdball, sondern der gesamte wahrnehmbare Kosmos, ja das ganze Universum wird bei ihm zum Gegenstand. Dies macht er deutlich mit dem Singulargenitiv des Nomens o` ko,smoj (ko,smou). Dieselbe Lesart findet sich auch für Lk, jedoch ist dies nur in einem Codex (D 05), einer Minuskel (1241) und wenigen Handschriften belegt. Die Lesart (2.) ta.j basilei,aj thj ghj („die Königreiche des Erdbodens“) findet sich im Codex Freerianus, der Peschitta und dem Sinai-Syrer. Wo die Sphäre der ersten Alternativlesart zu weit gefasst ist, erscheint diese Lesart als zu eng gefasst.

Vers 8 der lukan. Erzählung ist äußerst interessant. Hier findet sich abermals ein Variantenbündel bestehend aus drei unterschiedlichen Lesarten. Bei diesen Varianten handelt es sich um Wortumstellungen betreffend der Worte o` VIhsou/j ei=pen auvtw. Belegt wird diese von Lk genutzte Wortstellung durch mehrere Codices, Minuskeln und etliche altlateinische Handschriften, die bereits als Zeugen auftraten (ﬡ L W X ƒ1. (13) 33. 579. 892. 1241. 2542). Zum ersten Mal treten nun aber auch Lektionare als Zeugen auf, die sich dezidiert an der Leseordnung der byzantinischen Kirche orientieren (l 844 [861/862]. l 2211 [995/996]).12 Somit haben wir einen glaubwürdigen Beleg dafür, dass die lukan. Wortreihenfolge tradiert und in den praktischen Glaubensvollzug übernommen wurde. Es ist zwar eine hypothetische Annahme, doch bin ich überzeugt, dass wichtige und bedeutsame Texte mit größerer Sorgfalt behandelt und anschließend tradiert werden. Deshalb betrachte ich die genannten Lektionare, v.a. weil sie im orthodoxen Byzanz überliefert wurden, als aussagekräftige Zeugen der ursprünglichen Lesart. Die anderen Varianten, die ich nicht weiter ausführen möchte, da durch sie keinerlei inhaltliche Verschiebung erfolgt und die höchstwahrscheinlich auf Abschreibfehler zurückgeführt werden müssen, sind nur vereinzelt bezeugt. Somit kann die gewählte Variante als ursprünglich lukan. betrachtet werden.13

Vor dem konjugierten Verb ge,graptai (3. Person Singular Perfekt Passiv von gra,fw) desselben Verses weist der textkritische Apparat eine Einfügung auf: upage opisw mou satana („Weiche von mir, Teufel!“).14 Dieser imperative Befehl an den Teufel ist teilweise von der Parallelstelle Mt 4,10 beeinflusst und wird von Lk negiert. Dies belegen ebenfalls die byzantinisch tradierten Lektionaren 844 und 2211.15

Noch ein letztes Mal werden diese beiden Schriften als Beleg des lukan. textum herangezogen. Für den aus Dtn 6,13; 10,20 stammenden Fundamentalsatz jüdischen Glaubens – ku,rion to.n qeo,n sou proskunh,seij („Gott den HERRN wirst du nicht versuchen“) – führt Aland eine andere Variante an, bei der der Indikativ Futur vor das Akkusativobjekt ku,rion gesetzt ist. Diese Variante wird jedoch nur mutiliert vom Alexandrinus, dem Coridethianus, der Minuskel 0102, dem Mehrheitstext und den lateinischen Handschriften a (4. Jhd.) und r1(7. Jhd.) belegt. V.a. der Umstand, dass die als Beleg angeführten Majuskeln einerseits nicht ständige und andererseits unvollständig erhaltene Zeugen sind, lässt mich für die lukan. Lesart votieren.16

In den letzten Versen besteht weitgehende Einstimmigkeit bezüglich der Ursprünglichkeit des lukan. Textes. Zum Vers 9 sowie zum Vers 11 sind jeweils Auslassungen belegt. Diese können jedoch nur mit Blick auf das Matthäus-Evangelium bewertet werden, was die Entscheidung nicht gerade erleichtert. Für Vers 9 bezeugen der Codex Anglicus sowie der Codex Zakynthius, als auch die aus dem 5. Jahrhundert stammende lateinische Handschrift e die Auslassung des Personalpronomens auvtw/| und in Vers 11 stehen einige Zeugen Patron für die Auslassung der untergeordneten Konjunktion o[ti.17 Auf den ersten Blick scheint es, dass Lk sich in seiner Formulierung stark an Mt orientiert hat. Genau wie dieser leitet er die Rede des Teufels mit auvtw/| (Mt 4,6/Lk 4,9) und das Schriftzitat Ps 91,11 mit o[ti (Mt 4,6/Lk 4,10) ein. Unter diesem ersten Eindruck könnte man zum Urteil gelangen, dass das zweite o[ti (Lk 4,11) eine Dittographie ist, die Lk beim Abschreiben der Worte unterlaufen ist. In diesem Fall müsste man dann den Textzeugen zustimmen, die für die Auslassung im Vers 11 plädieren.

Bei genauerem Hinsehen fällt jedoch auf, dass Mt und Lk zwei unterschiedliche Varianten des Ps 91,11 nutzen. Lk erweitert die Aufgabe des Engelsdienstes um einen Bewachungsaspekt: tou/ diafula,xai se. Dieser Einschub kommt bei Mt nicht vor und wird auch nicht als Auslassung im entsprechenden textkritischen Apparat ausgewiesen. Es ist zu vermuten, dass beide Evangelisten unterschiedliche Ausgaben des Alten Testamentes bzw. der Logienquelle Q genutzt haben, was die bestehende Differenz der Zitation als materialbedingtes Problem charakterisiert. Die lukan. Erweiterung erklärt die Einfügung eines zweiten o[ti. Lk will damit orthografisch korrekt an die anfängliche Einleitung anknüpfen. Somit sind sowohl Vers 11, als auch Vers 9 als ursprünglich zu verstehen.

Die enge Beziehung zum Matthäus-Evangelium wird nochmals in Vers 12 ersichtlich. Lk leitet die Antwort Jesu mit den Worten o[ti ei;rhtai (3. Person Indikativ Perfekt Passiv von le,gw, „dass gesagt wurde“) ein. Mt hingegen (Mt 4,7) lässt mit pa,lin ge,graptai (3. Person Perfekt Passiv von gra,fw, „weil geschrieben steht“) Jesus auf die Schrift rekurrieren. Eine ähnliche Lesart wird für Lk durch den Codex Bezae Cantabrigiensis (Kategorie IV), den Codex Freerianus (Kategorie III) sowie die Mehrzahl der altlateinischen Handschriften belegt. In diesem Fall muss ich mich gegen die gewählte und für die alternative Lesart aussprechen. Auch wenn die angegebenen Zeugen nur in die IV. bzw. III. Kategorie eingeordnet werden können18, halte ich ei;rhtai für unpassend und glaube, dass auch Lk dies so empfunden haben muss. Immerhin erfolgt die Antwort Jesu vollständig aus der Schrift und verweist ebenso wie bei Mt dabei gleich auf mehrere Schriftzitate: Ouvk evkpeira,seij ku,rion to.n qeo,n sou („Du wirst den HERRN, deinen Gott nicht auf die Probe stellen“).

Die letzte textkritische Anmerkung der lukan. Versuchungsgeschichte findet sich in Vers 13. Nachdem der Teufel alle Versuchungen beendet hat, entfernt er sich für einen gewissen Zeitraum von Jesus. Die Unbestimmtheit der zeitlichen Angabe macht Lk deutlich mit dem Nomen o` kairou,/ welches eine period of time bezeichnet.19 Der Apparat nennt einzig die vom Codex Bezae Cantabrigiensis bezeugte Alternative cronou („Zeit“). Diese muss folgerichtig abgelehnt werden, da zum einen die Zeugenschaft quantitativ nicht ausreichend ist und zum anderen die Bedeutung des Wortes nicht in die theologische Konzeption des Lukas- Evangeliums passt. Cronou bezeichnet nämlich eine viel längere, ja fast ewige Zeitspanne, die mit dem Abtreten des Teufels nicht gemeint seien kann.20

3. Sprachliche Analyse

3.1. Textabgrenzung

Jesus bekommt ein sehr lukratives Jobangebot, dass er um nichts in der Welt ablehnen kann. In dieser neuen Stellung hat er ein großes Aufgabenfeld zu meistern und ist für sehr viele Menschen verantwortlich – er soll nämlich die gesamte Menschheit von ihren Sünden befreien. Es gibt aber ein Problem: die Menschen stehen bereits in einer Art ‚Arbeitsverhältnis‘ und sind fest darin eingebunden. Die Konditionen dieses Verhältnisses sind denkbar schlecht und entbehren scheinbar jeder arbeitsrechtlichen Grundlage. So macht sich Jesus auf den Weg, um den Monopoliten dieser weltweiten, sklavischen Unterdrückung zur Rede zu stellen. Wie ein hochmotivierter Gewerkschaftsfunktionär mit nichts Weiterem ausgestattet als den neuen, heilszusagenden Stellenausschreibungen trifft er auf seinen Kontrahenten. Er sagt ihm an, dass er nichts unversucht lassen wird, um die Menschheit aus der herrschenden Situation zu befreien. Diese Botschaft kommt an. Obwohl der skrupellose Geschäftsmann mit verlockenden Vergünstigungen wirbt und Jesus auf seine Seite zu ziehen versucht, muss er am Ende seine Niederlage eingestehen und zieht sich aus dem Geschehen vorerst zurück.21 Jesus hat nun freie Bahn für seine eigentliche Arbeit.

So in etwa ließe sich der Rahmen beschreiben, in welchem die lukan. Versuchungsgeschichte steht. Dabei darf diese Geschichte jedoch nicht als bloßer Übergang missverstanden werden.22 Es ist vielmehr so, dass Lk mit ihr das weitere Geschick Jesu vorwegnimmt und einen ersten Aufriss seines Evangeliums gibt.

Mit der einleitenden Formulierung VIhsou/j de. plh,rhj pneu,matoj a`gi,ou u`pe,streyen avpo. tou/ VIorda,nou („Jesus aber angefüllt vom Heiligen Geist ging vom Jordan aus“) wird direkter Bezug auf die Taufe Jesu im Jordan durch Johannes den Täufer genommen (Lk 3,21-22). Nachdem sich Gott in dieser Taufe zu seinem Sohn bekannt hat, – su. ei= o` ui`o,j mou o` avgaphto,j( evn soi. euvdo,khsa („Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen“) – verlässt Jesus das Gebiet um den Jordan. Der nun folgenden Ortswechsel in die Wüste ist jedoch nicht als Distanzierung vom Taufgeschehen oder als asketischer Rückzug zu verstehen, sondern als logische Konsequenz.23 Jesus ist am Jordan vor den Augen der Menschen mit dem göttlichen Odem, mit dem Heiligen Geist angefüllt wurden. Aus heutiger theologischer Perspektive könnte man sogar sagen, dass der Welt in diesem Moment die Zweinatürlichkeit seiner Existenz – vere deus et vere homo – offenbart wurde. Dies unterstreicht Lk durch den rückwärtig dargestellten Stammbaum Jesu (Lk 3,23-38), der von Jesus bis Gott, d.h. vom W zum A reicht. Der Heilige Geist, den wir als untrennbare mit der Existenz Jesu verbundene Triebkraft verstehen können, ja als göttliche Kraft in Jesus, führt ihn in die Wüste.24 Obwohl Jesus dabei scheinbar in die passive, fremdgesteuerte Rolle gerückt wird, ist sein Gang dorthin bewusste Entscheidung seines innersten Selbst.25 Nachdem er dem Bösen in der Welt den Kampf angesagt hat und dieses vom Schauplatz des Geschehens zurückgetreten ist, was Lk in Vers 13 deutlich macht, beginnt ab Lk 4,14 das öffentliche Wirken Jesu in Galiläa. Dabei steht er weiterhin in der Kraft des Heiligen Geistes.26

3.2. Kontextbezug

Im Vorfeld der Versuchungsperikope wird der Leser in das Umfeld des Lebens Jesu eingeführt. Einzig Lk 1,1-4 fällt aus diesem Zusammenhang heraus. Hier schildert der Autor in Manier eines antiken Briefpräskriptes den Grund der Abfassung seines Evangeliums. In den darauffolgenden Versen ist zwar von Jesus noch keine Rede, trotzdem können sie nicht aus dem Kontext der Versuchungsgeschichte herausgelöst werden. Sie sind nämlich die Vorbereitungsphasen des kommenden Wirkens Jesu.27 Zu Beginn wird die Geburt des Täufers angekündigt. Die Geschichte des Johannes, der Jesus nicht nur prophezeit, sondern ihn auch tauft, kann nicht von der jesuanischen Geschichte separiert werden. Die verbindende Größe zwischen beiden Männern und dementsprechend auch zwischen den scheinbar separaten Erzählsträngen ist wiederum der Heilige Geist, der wie oben geschildert die Versuchungsgeschichte in einen Rahmen setzt (Lk 4,1/14). Ganze 10 Mal ist vor der Taufe Jesu vom göttlichen pneu/ma die Rede.28 Schon die Geburt und das Wirken des Johannes stehen unter dem Patronat des Heiligen Geistes (Lk 1,15), ebenso wie die Geburt Jesu (Lk 1,35). Auch das Treffen der werdenden Mütter, Elisabeth und Maria, wird vom Heiligen Geist begleitet (Lk 1,41). Aber auch der Vater des Johannes, Zacharias, der nicht direkt zu Jesus in Beziehung steht, bleibt nicht vom Geist Gottes verschont (Lk 1,67). Interessant ist dabei auch die Stelle Lk 1,80. Obwohl hier augenscheinlich nur die Kindheit des Johannes geschildert wird, – er wuchs heran und wurde stark im Geist – wird eine indirekte Verbindung zum Beginn des Wirkens Jesu gezogen. Denn Lk berichtet in Analogie zum Wüstenaufenthalt Jesu als Vorstufe seines Wirkens, dass Johannes h=n evn tai/j evrh,moij e[wj h`me,raj avnadei,xewj auvtou/ pro.j to.n VIsrah,l d.h., in der Wüste war bis zu dem Tag, an dem er vor das Volk Israel treten sollte. Die nächsten Schilderungen zum Heiligen Geist finden sich in Lk 2,25-27/3,16. Im restlichen Verlauf des Evangeliums tritt der Heilige Geist v.a. dort auf, wo Jesus Wunder tut, wo er Krankheiten heilt (Bsp. Lk 10,21), wo er lehrt (Bsp. Lk 11, 13; 12,10) oder wo er unreine Geister austreibt. Dieser pneumatologische Aspekt durchzieht den gesamten lukan. Schriftkorpus. Auch die Apostelgeschichte weist eine Vielzahl geistgewirkter Begebenheiten auf. In beiden Schriften tritt Jesus somit als der „Urpneumatiker“29 auf, weshalb die Versuchungsgeschichte, in der diese Rolle deutlich zutage tritt, im direkten Kontext des Lukas-Evangeliums steht.

3.3. Aufbau und Gliederung

Der äußere Aufbau der Perikope ist klassisch strukturiert. Der Exposition mit einer Situationsbeschreibung (Vers 1-2a) folgt der Hauptteil (2b-12). Zum Schluss wird dann ein Fazit gezogen (Vers 13).

In der Exposition (Vers 1-2a) wird zuerst, ähnlich einem Reisebericht, der Weg Jesu nachgezeichnet. So bleibt dem Leser weder der Ort, die Zeitspanne, noch der Zustand Jesu verborgen. Er kommt vom Jordan in die Wüste, ist angefüllt mit dem Heiligen Geist und er verweilt dort 40 Tage lang. Im auktorialen Erzählstil wird die Situation vorweggenommen, in welcher Jesus während dieser Zeitspanne steht – in der Versuchung durch den Teufel. Der nun folgende Hauptteil besitzt noch eine ganz eigene Struktur. Er besteht aus drei Erzählungen, die jeweils eine Situationsbeschreibung und einen Wortwechsel der beiden Protagonisten beinhalten. Die Wortwechsel wiederum sind aus einer teuflischen Herausforderung und der entsprechenden Reaktion Jesu zusammengesetzt. In der ersten Versuchung (2b-4) leidet Jesus Hunger, da er in mosaischer Haltung weder Nahrung, noch Wasser zu sich nimmt. Diesen Umstand nutzt der Teufel als Angriffsfläche aus. Er reicht Jesus einen Stein und fordert ihn zur Verwandlung dessen in Brot auf. Wie ein Kind, das seinen Spielkameraden zu einer Mutprobe überreden will, argumentiert der Teufel auf der persönlichen Ebene. So versucht er Jesus mit dessen Gottessohnschaft zu locken. Auch wenn im Text die Konjunktion eiv („wenn“) verwendet wird, bezweifelt der Teufel die Vaterschaft Gottes nicht. Eher sollte man das eiv als andere kausale Bestimmung („weil, da…“) auffassen. Jesus fällt jedoch nicht darauf herein und verweist auf Dtn 8,3, wo im Zuge des Israelzuges aus Ägyptenland der Umstand des Mannawunders geschildert wird. Der zweite Versuch des Teufels (Vers 5-8) läuft nach demselben Schema ab. Die örtliche Situation ändert sich jedoch: der Teufel führt Jesus an einen höher gelegenen Ort, der namentlich nicht genauer bezeichnet wird. Dort bietet er ihm die politische Weltherrschaft an, wenn Jesus sich zur Anbetung des Teufels entschließt. Doch auch dies lehnt Jesus mit Bezug auf die Schrift Dtn 6,13 ab. Ein letztes Mal – und diesmal ist der kindliche Übermut wieder zu finden – versucht der Teufel Jesus (Vers 9-12). Er führt ihn in das Tempelgebiet Jerusalems und fordert ihn zum Sturz von der Zinne des Tempels auf. Zu spät scheint er seinen Fehler – abermals mit der Vaterschaft Gottes zu argumentieren (Vers 9b) – zu bemerken.

[...]


1 Barbara Aland u.a. (Hrsgg.), Novum Testamentum Graece, Stuttgart271993, Seite 163f.

2 Auch das Mt-Evangelium beinhaltet die Formulierung eivj th.n e;rhmon, erweitert diese jedoch durch u`po tou/ pneu,matoj peirasqh/nai u`po. tou/ diabo,lou. Diese Erweiterung unterliegt der Tendenz des Autors beim Abschreiben ihm sinnvoll erscheinende Ergänzungen zu tätigen. Vgl. François Bovon, Das Evangelium nach Lk. Lk 1,1-9,50, EKK 3/1 (1989), Seite 193.

3 Der Codex Alexandrinus gehört in den Evangelien zur Kategorie III, ansonsten ist seine Qualität der Kategorie I zuzuordnen. Vgl. Barbara Aland/Kurt Aland, Der Text des Neuen Testaments. Einführung in die wissenschaftlichen Ausgaben sowie in Theorie und Praxis der modernen Textkritik, Stuttgart21989, Seite 116.

4 Vgl. Ebd., Seite 116f.

5 Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten101, Codex B, C, D, L, W, Minuskel 0233,ƒ1, ƒ13, , sämtliche lateinischen Handschriften sowie einige syrische Überlieferungen bezeugen dies.

6 Bezeugt ist diese Formulierung für Lk ausschließlich im Codex D, der lateinischen Handschrift r1 (7. Jhd.) sowie einigen Vulgata-Handschriften.

7 Vgl. Barbara Aland u.a. (Hrsgg.), Novum Testamentum Graece, Stuttgart271993, Seite 17*/Barbara Aland/ Kurt Aland, Text des NT, Seite 118.

8 Bei Mt erfolgt die Versuchung auf der Tempelzinne bevor der Teufel von Jesus die Anbetung verlangt.

9 Darunter sind die Vulgata-Ausgabe von 1592 (vgcl), alle zur entsprechenden Stelle zur Verfügung stehenden syrischen Handschriften, jedoch mit Ausnahme der Peschitta (sy(p)), die geringfügig abweicht und einigen Einzelhandschriften bohairischer Überlieferung.

10 Weitere Zeugen sind: L 1241 pc samssbopt .

11 Mt 4,8: Pa,lin paralamba,nei auvto.n o` dia,boloj eivj o;roj u`yhlo.n li,an kai. dei,knusin auvtw/| pa,saj ta.j basilei,aj tou/ ko,smou kai. th.n do,xan auvtw/n.

12 Vgl. Barbara Aland u.a. (Hrsgg.), Novum Testamentum Graece, Stuttgart271993, Seite 40*.

13 Die Lesart 4 3 1 2 (auvtw ei=pen o` VIhsou/j`) ist mit Einschränkungen bezeugt im Codex Alexandrinus und Codex Coridethianus sowie in der Minuskel 0102 und dem . Die zweite Alternativlesart 4 1 2 3 ( auvtw o` VIhsou/j ei=pen) ist belegt im Codex Bezae Cantabrigiensis und im Codex Athous Laurensis sowie in wenigen Handschriften. Die dritte Alternativlesart ist nur zu finden im Codex Vaticanus und entspricht bis auf die Auslassung des Artikels der ersten Alternativlesart.

14 Zeugen dieser lukan. Lesevariation sind: A Q Y 0102 ƒ13 it syh(bopt).

15 Weitere Belege für die lukan. Auslassung der Worte sind: ﬡ B DL W X ƒ1 33. 579. 700. 892*. 1241. 2542. pc lat sys.p sa bopt.

16 Zeugen dieser lukan. Lesart sind: ﬡ B D L W X Y ƒ1.13 33. 579. 892. 1241. 1424. 2542. sowie andere lateinische und einige syrische Handschriften (sy p.h.).

17 Zeugen dieser Lesart sind: D G (Codex Tischendorfianus 036, 10. Jhd.) D (Codex Sangellensis 037, 9. Jhd.) 0102. 700 it sys.psa bopt.

18 Vgl. Barbara Aland/ Kurt Aland, Text des NT, Seite 118/121.

19 Vgl. BibleWorks LCC: BibleWorks for Windows, Version 7.0.012g, 2006, Word analysis to Luke 4, 13.

20 Vgl. Heinz Schürmann, Kommentar, Seite 216.

21 Vgl. Ferdinand Hahn, Christologische Hoheitstitel. Ihre Geschichte im frühen Christentum, Göttingen51995, Seite 303:

22 So versteht u.a. Ludwig Volz die Versuchungsgeschichte als „Eingangstor zum Lukas-Evangelium“. Diese Ansicht erscheint jedoch nicht plausibel zu sein, denn die Motive der einzelnen Begebenheiten, welche sich in der Erzählung ereignen, deuten auf die Etappen des anschließenden Wirkens Jesu hin. Vgl. Ludwig Volz, … ausgelegt Luk 4,1-13.

23 Um welche Wüste es sich dabei nun genau handelt, kann nicht mit Bestimmtheit gesagt werden. So glaubt Heinz Schürmann z.B., dass es sich um die Wüste Juda zwischen Jericho und Jerusalem handeln könnte. Vgl. Heinz Schürmann, Kommentar, Seite 206.

24 Vgl. Wilfried Eckey, Das Lukas-Evangelium unter Berücksichtigung seiner Parallelen, 1. Bd., Neukirchen- Vluyn22006, Seite 211/ Marcus Sigismund versteht die Verbindung zwischen Jesus und dem Heiligen Geist als Mit- und Ineinander. Vgl. Marcus Sigismund, Fastensonntag (C) – Lk 4,1-13.

25 Diesen Umstand macht die von Lk genutzte passivische Verbform h;geto deutlich.

26 Lk 4,14: Kai. u`pe,streyen o` VIhsou/j evn th/| duna,mei tou/ pneu,matoj eivj th.n Galilai,an („Und Jesus kam in der Kraft des Geistes nach Galiläa“).

27 Vgl. François Bovon, Lukas, Seite 15.

28 Im gesamten Lk-Evangelium wird 35 Mal vom Heiligen Geist gesprochen, weshalb der Geist als Grundgröße lukan. Theologie verstanden werden muss. Vgl. BibleWorks LCC: BibleWorks for Windows, Version 7.0.012g, 2006, Word statistic to Luke 1,1-24,53.

29 Vgl. Heinz Schürmann, Kommentar, Seite 207. In der Apostelgeschichte ist an über 40 Stellen die Rede vom Heiligen Geist. Vgl. BibleWorks LCC: BibleWorks for Windows, Version 7.0.012g, 2006, Word statistic to Act. 1,1-28,31.

Ende der Leseprobe aus 49 Seiten

Details

Titel
Die Versuchung Jesu
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Theologische Fakultät)
Veranstaltung
Proseminar Exegese NT
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
49
Katalognummer
V163257
ISBN (eBook)
9783640781010
ISBN (Buch)
9783640780952
Dateigröße
629 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Exegese Lk 4, Lukas-Evangelium, Evangelium, Versuchung Jesu, Jesu, Versuchung, Satan, Tempel, Berg, Brot
Arbeit zitieren
Daniel Meyer (Autor), 2008, Die Versuchung Jesu, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163257

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