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Der Stil von Marcel Proust

Title: Der Stil von Marcel Proust

Seminar Paper , 2003 , 16 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Angelina Kalden (Author)

French Studies - Literature
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit basiert auf der Beschäftigung mit dem Stil Marcel Prousts und beabsichtigt die eigenwillige, extravagante Form seines Stils darzustellen. Grundlage der Untersuchung bildet die Lektüre des ersten Bandes der Recherche, A la recherche du temps perdu, sowie weiterführende Texte, die dieses Thema bereits behandelt haben. Zunächst werde ich auf die literarische Entwicklung des Autors eingehen, da sie für die Herausbildung seines Stils nicht unmaßgeblich ist. Anschließend widme ich mich seinen Sätzen, Wörtern und ästhetischen Theorien.
Marcel Proust wurde schon früh in die Welt der höheren Literatur eingeführt und sein Geschmack nach den Klassikern geformt. Den Weg zum Schriftsteller schlug er über das leidenschaftliche Lesen ein. Er nahm viel am öffentlichen Leben teil, hat Menschen beobachtet und wartete darauf, dass ihm die Erkenntnis über seinen eigenen Stil komme. Zunächst hat er sich an autobiographischen Romanen versucht wie an Jean Santeuil, ein 1000seitiger Roman, den er nach Vollendung zerrissen hat. In diesem Roman sind bereits Themen vorzufinden, die er auch in der Recherche wieder aufgegriffen hat. Themen, die sich wiederholen, ziehen sich durch all seine Texte. Darunter fallen Bereiche wie die Liebe und die Eifersucht, die Kunst und die Architektur. Ab 1905 war er durch das Fortschreiten seiner Krankheit fast durchgehend an sein Zimmer gebunden, in dem er abgeschlossen von der Welt sehr viel schrieb. Er machte sich viele Gedanken über die Werke, die er gelesen hatte, dokumentierte sie und versuchte sie zu imitieren und zu kritisieren, wobei er durch den Kontakt mit den anderen Autoren seinen eigenen Geist vertiefte. Nachdem Proust zunächst unterschätzt wurde, hatte er mit Du côté de chez Swann seinen großen Durchbruch. Er hat die gehobenen Kreise verehrt und selbst in ihnen verkehrt, aber auch ihre Verlogenheit kritisiert, was in der Recherche beispielsweise an der Darstellung der Madame Verdurin, die sehr oberflächlich und hinterhältig ist, deutlich wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Pastiches und Kritiken

3 Der Stil

4 Die Komposition

4.1 Der Satz

4.2 Das Wort

4.3 Stilistische Mittel

5 Die ästhetischen Theorien Prousts

6 Die Prinzipien des Proustschen Romans

7 Abschlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den eigenwilligen und extravaganten Stil von Marcel Proust, insbesondere basierend auf dem ersten Band seines Hauptwerks A la recherche du temps perdu. Ziel ist es, die literarische Entwicklung des Autors sowie die spezifische Gestaltung seiner Sätze, Wortwahl und ästhetischen Theorien zu analysieren und deren Bedeutung für die Gesamtkomposition des Romans herauszuarbeiten.

  • Analyse der literarischen Entwicklung und Stilfindung Prousts
  • Untersuchung der komplexen Satzstruktur und ihrer impressionistischen Merkmale
  • Bedeutung der Wortwahl und semantischer Assoziationsketten
  • Erörterung der ästhetischen Theorien und des Einflusses von Kunst und Musik
  • Darstellung der Kompositionsprinzipien des Proustschen Romans

Auszug aus dem Buch

4.1 Der Satz

Der Satz erweckt durch seine Länge beim Leser sofort den Eindruck, für den Autor von Wichtigkeit gewesen zu sein. Prousts Sätze haben einen sehr bildhaften Charakter. Bei Spitzer heißt es, dass Proust eine Ruhe der Satzform erzeugt, die von impressionistischer Nervosität der Satzteile unterwaschen ist. Milly gibt an, dass Proust nicht mit Eile gelesen werden möchte, sondern in einem Zustand der Konzentration. Die Sätze stehen meist in Verbindung mit einem Gedanken oder einer Vorstellung, die nicht unterbrochen werden sollen. Leo Spitzer schreibt, dass der Leser diese komplizierten Sätze zunächst einmal entwirren muss. „Proust sieht die Dinge nicht nur komplex, sondern in Verflechtungen, er teilt ab, stellt zusammen, sondert aus beim Sehen.“ (Spitzer, 1961: 369) Dadurch kommt es zu mehreren Unterteilungen der Sätze in viele Nebensätze und zum „eigentümlichen, ordentlichen, zusammengerafften Satztypus Prousts[.]“ (Spitzer, 1961: 369). Es entwickelt sich ein Vorder- und ein Hintergrund heraus, aber es entstehen auch mehrere „Plane“ (Spitzer, 1961: 372). Er unterscheidet in seinem Aufsatz zum Stil Marcel Prousts hinsichtlich des Rhythmus drei Satztypen: den Explosions-, den Schichtungs- und den Bogentypus.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Darstellung der Absicht, den extravaganten Stil Prousts zu untersuchen, unter Einbeziehung seiner literarischen Entwicklung und zentralen Themen.

2 Pastiches und Kritiken: Analyse der Bedeutung von Pastiches für Prousts Stilfindung sowie seiner kritischen Auseinandersetzung mit anderen Autoren.

3 Der Stil: Untersuchung der impressionistischen Merkmale und der komplexen Satzstrukturen, die Prousts persönlichen Blick auf die Welt vermitteln.

4 Die Komposition: Erörterung des Zufalls als zentrales Kompositionsprinzip und der strukturellen Organisation des Romans.

4.1 Der Satz: Vertiefende Analyse der Satzlänge, des Satzrhythmus und der verschiedenen von Leo Spitzer identifizierten Satztypen.

4.2 Das Wort: Untersuchung der Wortwahl Prousts, bei der Wörter weniger durch allgemeines Vokabular als durch assoziative Aufladung Bedeutung erlangen.

4.3 Stilistische Mittel: Analyse von Parenthesen, Klammern und Korrekturen als impressionistische Stilmittel zur Darstellung von Wirklichkeit.

5 Die ästhetischen Theorien Prousts: Darstellung der theoretischen Fundierung von Prousts Kunstverständnis, die Realität als duales Phänomen betrachtet.

6 Die Prinzipien des Proustschen Romans: Zusammenfassung der Grundlagen des Romans, die auf persönlichen Erinnerungen und psychologischen Gesetzen beruhen.

7 Abschlussbetrachtung: Synthese der Untersuchungsergebnisse hinsichtlich der wechselseitigen Durchdringung von Stil, Musik, Kunst und seelischen Zuständen.

Schlüsselwörter

Marcel Proust, A la recherche du temps perdu, Stilistik, Satzbau, Impressionismus, Literaturwissenschaft, Pastiche, ästhetische Theorie, Romanstruktur, Metaphern, Erinnerung, Zeit, Subjektivität, Wortseele, Romanistik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einer detaillierten Analyse des literarischen Stils von Marcel Proust, insbesondere im Hinblick auf den ersten Band seines Werkes A la recherche du temps perdu.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung von Prousts Schreibstil, die Komposition des Romans, seine spezifische Verwendung von Sätzen und Wörtern sowie seine zugrunde liegenden ästhetischen Theorien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die extravagante Form und die eigenwillige Struktur von Prousts Stil darzustellen und zu zeigen, wie dieser zur Abbildung psychologischer Realität beiträgt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textanalytische Methode, die auf der Lektüre des Primärtextes sowie der Auswertung literaturwissenschaftlicher Sekundärliteratur, insbesondere von Milly und Spitzer, basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Pastiches und Kritiken, eine detaillierte Stilanalyse, die Untersuchung der Kompositionsweise, die Erläuterung der ästhetischen Theorien und die Prinzipien des Proustschen Romans.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Proust, Stil, Satzbau, Impressionismus, Komposition, ästhetische Theorie, Erinnerung und Subjektivität.

Wie definiert Proust nach dieser Arbeit den "Stil"?

Proust sieht Stil nicht als Technik, sondern als eine Vision – als die Qualität der Aufdeckung eines eigenen Universums, das der Autor dem Leser vermittelt.

Welche Rolle spielen Klammern und Parenthesen im Stil Prousts?

Sie dienen dazu, Zusammengehöriges bewusst zu trennen oder zu unterbrechen, um Faktisches von inneren Seelenzuständen zu unterscheiden und den Textfluss durch Gabelungen zu erweitern.

Warum verwendet Proust bevorzugt die indirekte Rede?

Laut der Arbeit möchte Proust das "gefühlskalte Wort" vermeiden und die Reden der Personen zusammen mit ihrem Laut und ihrer Geste lebendig in den Text zurückführen.

Excerpt out of 16 pages  - scroll top

Details

Title
Der Stil von Marcel Proust
College
Technical University of Berlin  (FB Romanistik)
Course
PS Marcel Proust: Du côté de chez Swann
Grade
sehr gut
Author
Angelina Kalden (Author)
Publication Year
2003
Pages
16
Catalog Number
V16326
ISBN (eBook)
9783638212120
ISBN (Book)
9783638758468
Language
German
Tags
Stil Marcel Proust Marcel Proust Swann
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Angelina Kalden (Author), 2003, Der Stil von Marcel Proust, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16326
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