Kollektivgut Umweltschutz

Staatliche Maßnahmen zur Einhaltung und Bewahrung des Kollektivgutes durch die Bürger


Hausarbeit, 2010

18 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Umweltschutz – Bedeutung und Aktualität

2 Kollektivgüter Umwelt und Umweltschutz

3 Theoretischer Ansatz zur Erklärung des Umwelthandelns
3.1 Rational-Choice Theorie
3.2 Einsatz der Rational-Choice Theorie im Umweltschutz

4 Handlungsfähigkeit des Staates in der Umweltpolitik

5 Ordnungsrechtliche Instrumente des Staates

6 Ökonomische Anreizinstrumente des Staates
6.2 Umweltgebühren
6.3 Umweltzertifikate
6.4 Umwelthaftungsrecht

7 Informelle und kooperative Instrumente

8 Fazit und kritische Anmerkung

9 Literaturverzeichnis

1 Umweltschutz – Bedeutung und Aktualität

Die Thematik Umweltschutz ist in den letzten Jahren zu einer der wichtigsten Aufgaben der Menschheit geworden. Insbesondere die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, die großflächigen Überschwemmungen in Pakistan und die Waldbrände in Russland in jüngster Vergangenheit zeigen, welche Brisanz der Umweltschutz für die Menschheit besitzt. Dabei rückt das Thema „Klimawandel“ immer mehr in den medialen Fokus. Forscher prognostizieren seit Langem eine Zunahme von Umweltkatastrophen, als Antwort Jahrhunderte langer Ausbeutung und Zerstörung der Umwelt durch den Menschen.

Als eine der ersten wissenschaftlichen Studien über die Begrenztheit natürlicher Ressourcen veröffentlichten Meadows et al. (1972) im Auftrag des Club of Rome „Die Grenzen des Wachstums“. Darin prognostizieren sie ein starkes Bevölkerungswachstum und eine daraus resultierende Nahrungsmittel- und Rohstoffknappheit. Die Modernisierungstheorie und der damit einhergehende technische Fortschritt lassen die Thesen Meadows et al. nicht zutreffen. Dieser ermöglichte in der Vergangenheit die Substitution eines knappen Rohstoffes durch einen Ersatzstoff. Somit stellt die Knappheit der Ressourcen ein kleineres Problem gegenüber den CO2-Emmissionen durch Verbrauch von fossilen Ressourcen dar (Diekmann 2001: 41-42). Viele Forscher prognostizieren eine einhergehende Erderwärmung mit dem CO2-Ausstoß. Daneben bewirken die anhaltende Abholzung der Regenwälder und die Zerstörung natürlicher Lebensräume ihr übriges.

Im Jahr 1992 fand erstmals eine UN-Konferenz zum Thema Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro statt, der 178 Staaten beisaßen. Seit dieser Konferenz bis einschließlich der zweiten UN-Konferenz, 17 Jahre später in Kopenhagen, konnten sich die beteiligten Staaten nicht auf eine gemeinsame Zielsetzung einigen.

Diese Sachlage wirft die Frage auf, warum es zum Scheitern einer gemeinsamen Umweltpolitik gekommen ist. Die Problematik und die Gründe hierfür in Verbindung mit der Kollektivgut Theorie werden unter Punkt 2 erläutert.

Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit richtet sich auf die Fragestellung, wie der Staat dafür Sorge tragen kann, dass die Bürger die Herstellung und Bewahrung des Kollektivguts Umweltschutz leisten.

In diesem Zusammenhang wird im Anschluss an die Kollektivgut Theorie die Rational Choice Theorie erläutert. Unter Punkt 4 ist die Handlungsfähigkeit des Staates in der Umweltpolitik in Zusammenhang mit den externen Effekten beinhaltet. Im Anschluss werden das Verursacherprinzip, Gemeinlastprinzip und Vorsorgeprinzip dargelegt. Punkt 5, 6 und 7 zeigen die Instrumente des Staates zur Einhaltung und Bewahrung des Kollektivguts Umweltschutz. Die kontrollierenden Instrumente unter Punkt 5 werden auch als direkte Lenkungsinstrumente gesehen und beinhalten Gebote sowie Verbote. Die ökonomischen Instrumente haben dagegen einen indirekten Charakter und bestehen aus Abgaben und dem Zertifikathandel (Diekmann, 2001: 185). Im Gegensatz dazu stehen die informellen und kooperativen Instrumente, die sich im Wesentlichen auf eine freiwillige Beteiligung stützen. Abschließend wird aufgezeigt, welche Schlüsse aus der Nutzung der Instrumente zu treffen sind und welche Folgerungen sich aus den Kritiken an der Umweltpolitik von Jänicke und Luhmann ziehen lassen können.

2 Kollektivgüter Umwelt und Umweltschutz

Die Ursachen vieler Umweltprobleme basieren auf dem Dilemma des Kollektivgutes Umwelt. Insbesondere die Eigenschaften eines Kollektivgutes, welches gleichbedeutend mit dem Begriff „öffentliches Gut“[1] ist, sorgen für die angesprochene Problematik. Vorrangig sind Kollektivgüter unentgeltlich. Es besteht somit ein fehlender Anreiz auf Sparsamkeit und die Gefahr der Übernutzung knapper Ressourcen (Mussel / Pätzold 1996: 12-13). Die Folgen sind in „der Überfischung der Weltmeere, der Abholzung der tropischen Regenwälder und der Ausrottung gefährlicher Arten bis hin zum Treibhauseffekt und der damit verbundenen Klimagefährdung“ (Diekmann 2001: 77) zu sehen. Es folgt die Nichtausschließbarkeit von Akteuren in Bezug auf das Gut Umwelt. Das fehlende Ausschlussprinzip und die dadurch fehlende Rivalität bestärken das Dilemmata, da viele Akteure auf den Nutzen weniger Ressourcen abzielen. Marktwirtschaftlich gesehen gibt es keinen Markt für reine öffentliche Güter, da der Einzelne nicht bereit ist für ein kostenloses Gut zu zahlen (Mankiw 2008: 253). In Bezug auf den Umweltschutz bedeutet dieses Verhalten, dass kein Mensch bereit ist für den Schutz der Umwelt zu bezahlen. Angenommen ein Akteur entschließt sich dennoch für den Schutz des Kollektivgutes Umwelt aufzukommen, würden alle anderen einen Nutzen daraus ziehen (Kirsch 2004: 169). Dieses Akteursverhalten wird als Trittbrettfahrerverhalten bezeichnet. „Demnach kommt das Kollektivgut nicht zustande, weil jedes der betroffenen Individuen hofft, am Nutzenkollektiv teilzuhaben, ohne im entsprechenden Kostenkollektiv Mitglied zu sein“ (Kirsch 2004: 169).

Im Hinblick auf die UN-Konferenz in Kopenhagen verdeutlicht die vorangegangene Ausführung, das Scheitern des Gipfels. Demnach ist das Trittbrettfahrerverhalten einiger Staaten die Ursache der Misere. Die Staaten agieren in diesem Fall als abwartende Akteure, die einer gemeinsamen Zielvereinbarung und den dadurch entstehenden Kosten für den Umweltschutz aus dem Weg gehen. Je nach Situation können auch Unternehmen, Haushalte, Personen und Organisationen als Akteure verstanden werden (Diekmann 2001: 63-64).

3 Theoretischer Ansatz zur Erklärung des Umwelthandelns

3.1 Rational-Choice Theorie

Die Rational-Choice Theorie fußt auf dem Gedanken eines rational handelnden Akteurs, der alle seine Präferenzen vergleichen und rangmäßig bewerten kann. Die aus den Wirtschaftswissenschaften stammende Theorie stützt sich auf den methodologischen Individualismus und ein konsequenzorientiertes Verhalten. Die Idee des methodologischen Indivdualismus erklärt alle sozialen Phänomene über den Umweg des individuellen Handelns. Auf der Makroebene wird hier das Explanandum gebildet und im Anschluss auf der Mikroebene erklärt (Kunz 2004: 33-41, Schmitt o. J.: 1). Adam Smith benutzt in diesem Zusammenhang den methodologischen Individualismus zur Erklärung des Wohlstandsbegriffes, indem er das Explanandum Wohlstand auf die Mikroebene zurückführt. Laut Smith drängt jeder Einzelne auf Wohlstand und Profitsteigerung. Dies führt zu Bedürfnisbefriedigung und neuen Bedürfnissen. Infolgedessen steigen Bruttoinlandsprodukt und Wohlstand im ganzen Land (Adam Smith 1789 zitiert nach Wex, 1999: 190).

Bezüglich des Beispiels von Adam Smith wird den Akteuren konsequenzorientiertes Handeln unterstellt. Um individuelles Handeln zu erklären Bedarf es einem Akteursmodell, welches der Homo Oeconomicus darstellt. Dieses fiktive Menschenbild basiert auf drei Kernannahmen: Die Präferenzen bilden die erste Annahme. Sie spiegeln feststehende Wünsche des Individuums in einer bestimmten Rangfolge wieder. Restriktionen stellen Einschränkungen gebildeter Präferenzen dar. Ein vorhandenes Lohngefüge oder ein Kreditrahmen können beispielsweise monetäre Restriktionen sein, die die Präferenzerfüllung beschränken. Als Folge reagiert der Akteur auf die gegebenen Restriktionen, indem er, laut der dritten Annahme, durch rationales Handeln seine Präferenzen möglichst am besten erfüllt. Mit anderen Worten wird sein Handeln durch die Nutzenmaximierung geprägt (Kunz 2004: 33-41, Schmitt o. J.: 2).

[...]


[1] Es gibt teilweise unterschiedliche Auffassungen der Begriffe „öffentliches Gut“ und „Kollektivgut“. In dieser Arbeit werden die Begriffe zur Vereinfachung synonym verwendet.

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Details

Titel
Kollektivgut Umweltschutz
Untertitel
Staatliche Maßnahmen zur Einhaltung und Bewahrung des Kollektivgutes durch die Bürger
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Veranstaltung
politische Theorie
Note
2,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V163304
ISBN (eBook)
9783640777310
ISBN (Buch)
9783640777129
Dateigröße
490 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kollektivgut, Umweltschutz, Staatliche, Maßnahmen, Einhaltung, Bewahrung, Kollektivgutes, Bürger
Arbeit zitieren
Michael Braun (Autor), 2010, Kollektivgut Umweltschutz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163304

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Titel: Kollektivgut Umweltschutz



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