Frontalunterricht vs. Direkte Instruktion


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010

32 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Direkte Instruktion
2.1 Definitionen
2.2 Ablauf
2.3 Kritik
2.4 Ausgewählte Studien

3. Frontalunterricht
3.1 Definitionen
3.2 Ablauf
3.3 Kritik
3.4 Ausgewählte Studien

4. Vergleich Direkte Instruktion und Frontalunterricht
4.1 Theoretischer Vergleich
4.2 Vergleich der Kritik

5. Zusammenfassung

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Diese Arbeit soll sich mit den Begriffen Frontalunterricht und Direkte Instruktion befassen. Frontalunterricht hat jeder Mensch schon einmal gehört und erlebt. Deshalb ist jeder der Meinung, dass er oder sie Frontalunterricht kritisieren könnten. Sind diese Kritiken aber alle berechtigt? Dieser Frage werde ich nachgehen. Den Begriff der Direkten Instruktion kennt wahrscheinlich kaum ein Laie, aber viele Schüler werden täglich damit unterrichtet. Auch hier gibt es viele Kritiken.

In meinen Ausführungen werde ich die Begriffe zuerst gesondert betrachten. Dabei stelle ich unterschiedliche Definitionen vor. Im Anschluss folgt eine kurze Beschreibung, wie Direkte Instruktion und Frontalunterricht im Unterrichtsalltag durchgeführt werden sollten. Des Weiteren werde ich einige Kritikpunkte vorstellen und versuchen Studien zu finden, die diese teilweise widerlegen. Abschließend möchte ich die Begriffe gegenüberstellen und ein Fazit für die Unterrichtspraxis ziehen.

2. Direkte Instruktion

2.1 Definitionen

„Unter direkter Instruktion lassen sich alle Lernarrangements einordnen, in denen der Lehrer neue Informationen präsentiert und den Lernprozess bis zur sicheren Festigung und Verankerung der neuen Inhalte im Langzeitgedächtnis steuert“ (Wellenreuther, 2007, S. 331). Mit dieser Definition beginnt Werner Zielinski seinen Artikel zur Direkten Instruktion. Er ordnet unter diesen Begriff alle „Lernarrangements“ ein. Also alle Situationen im Unterricht, in denen Schülern neue Informationen aufnehmen. Zielinski definiert nicht, um welche Informationen es sich handelt. Er fasst diesen Begriff weitläufig. Man kann in diesem Zusammenhang davon ausgehen, dass es sich um neuen Unterrichtsstoff handeln wird. Dieser neue Unterrichtsstoff wird vom Lehrer „präsentiert“. Die Aufgabe des Lehrers ist es, den neuen Stoff oder Inhalt den Schülern darzustellen. Dazu muss er ihn strukturieren. Danach erfolgt die Präsentation. Diese kann vielfältig sein. Ausgehend vom Lehrervortrag bis hin zum Einsatz verschiedener Anschauungsmaterialien.

Die Definition besagt weiter, dass der Lehrer „…den Lernprozess bis zur sicheren Festigung und Verankerung…“ (Wellenreuther, 2007, S. 331) steuert. Dieser Teil der Aufgabe ist meiner Meinung nach der Schwierigste. Der Lehrer muss den Lernprozess, der im Gehirn stattfindet, kennen. Er muss wissen, dass erste Informationen vom Arbeitsgedächtnis aufgenommen werden, um sie langfristig im Langzeitgedächtnis speichern zu können. Kenntnisse über diese Prozesse sind für das Lernen der Schüler unerlässlich. Zielinski erläutert, dass der Vorgang der Wissensfestigung durch Übung erfolgen kann (vgl. Wellenreuter 2007). An dieser Stelle möchte ich Zielinski kritisieren. Übung des neu erworbenen Wissens ist unbedingt nötig. Wenn der Lehrer die Aufgabe, hat das Wissen im Langzeitgedächtnis zu verankern muss die Schüler üben lassen. Zielinski geht davon aus, dass Direkte Instruktion in ca. 90 % des Unterrichtes stattfindet. Er führt dazu eine Studie von Hage et al. aus dem Jahr 1985 an. Somit ist die Direkte Instruktion die am häufigsten verwendete Unterrichtsmethode (vgl. Wellenreuther 2007). Sie wird vorwiegend im Frontalunterricht verwendet, denn am häufigsten wird Frontalunterricht praktiziert. Für Zielinski ist Direkte Instruktion die Urform des Unterrichtes (vgl. Wellenreuther 2007).

Eine andere Definition stammt von Jochen Grell. In seinem Artikel zur Direkten Instruktion schreibt er: „Das Direkte Unterrichten (so übersetze ich direct instruction) ist eine Weise des Unterrichtens, mit der man seinen Schülern helfen kann, intentionaler und zielbewusster, aktiver, effizienter und erfolgreicher zu lernen,..“ (Wiechmann, 2000, S. 35). Dabei ist für Grell Üben das Wichtigste. Nach der Präsentation des neuen Stoffes müssen die Schüler üben. Erst erfolgt die Übung unter Anleitung, später selbstständig. Auf die Praxis der Direkten Instruktion werde ich noch näher eingehen.

Grells Definition stellt den Nutzen der Direkten Instruktion für die Schüler dar. Das ist wahrscheinlich seiner Tätigkeit als Lehrer geschuldet. Zielinski war ein Theoretiker, der sich im Bereich der Forschung über Lernschwierigkeiten verdient gemacht hat. Zielinski bezieht sich auf den Prozess der Wissensaneignung und Grell, wie bereits erwähnt, auf den Nutzen den Direkte Instruktion den Schülern im Unterricht bietet. Er ist der Meinung, dass Direkte Instruktion Schülern helfe zielbewusster zu lernen. Sie erkennen, was an dem neuen Stoff wichtig ist und können es verinnerlichen. Dazu ist es nötig, dass der Lehrer die Fragen genau auf den Unterrichtsgegenstand hin formuliert und genügend Fragen für viele Schüler bereit hält, denn Grell schreibt, dass Lernen durch Direkte Instruktion aktiv sei. Diese Aktivität wird in den Übungsphasen sichtbar. Dazu muss jeder Schüler angeregt werden, mitzudenken und auf die Lehrerfragen zu antworten. Haben die Schüler die richtige Antwort gegeben sind sie motiviert und haben das Gefühl, erfolgreich gewesen zu sein. Das Lernen wird durch diesen Vorgang begünstigt.

Wiechmann, ein weiterer Autor, fasst Direkte Instruktion und Frontalunterricht zusammen. Er definiert beide als ein „…Bündel von Unterrichtsmethoden…“, welches „…durchgängig von zwei Merkmalen geprägt ist: Zum einen wird der gesamte Ablauf des Lehr-Lernprozesses in zentraler Weise durch die Lehrkraft gesteuert und zum anderen bilden Effektivität und Effizienz der Vermittlung disziplinärer Lernziele das zentrale Kriterium für den Unterrichtserfolg“ (Wiechmann, Arnold & Sandfuchs, 2006, S. 265). Ich bin der Meinung, dass Direkte Instruktion nur eine Unterrichtsmethode ist, kein Bündel von Unterrichtsmethoden. Bei Frontalunterricht stimme ich Wiechmann zu. Dieser besteht aus unterschiedlichen Methoden. Der nächste Abschnitt seiner Definition, ist meiner Meinung nach, auch nicht korrekt. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass Frontalunterricht und Direkte Instruktion stark vom Lehrer gesteuert sind. Jedoch gibt es in beiden Modellen Phasen, in denen der Lehrer in den Hintergrund tritt. Sei es das Üben nach der Präsentation des neuen Stoffes bei der Direkten Instruktion, oder eine Stillarbeitsphase während des Frontalunterrichtes. Ich bin nicht der Meinung, dass es sich primär um die Vermittlung von disziplinären Lernzielen handelt. Es ist unbestritten, dass ein stark lehrergelenkter Unterricht mehr Disziplin aufweist, da der Lehrer alle Schüler im Blick hat, weil er vor ihnen steht. Anders als in Gruppenarbeitsphasen, wo er nicht alle Schüler gleich gut sehen kann. Das Ziel einer Unterrichtsmethode sollte es sein, dass die Schüler möglichst viel lernen. Wiechmann erwähnt außerdem den Unterrichtserfolg. Ich denke, dass er damit zum Ausdruck bringen möchte, dass der stark disziplinierte Unterricht Unterrichtserfolg garantiert.

Diese drei Definitionen haben drei Ansichten dargestellt. Zielinskis lerntheoretische Definition, Grells unterrichtspraktische Definition und Wiechmanns, meiner Meinung nach, etwas oberflächliche Zusammenfassung von Frontalunterricht und Direkter Instruktion. Ich schließe mich Grells Definition an, weil sie klar den Nutzen von Direkter Instruktion herausstellt.

2.2 Ablauf

Nach den eingehenden theoretischen Überlegungen möchte ich in diesem Punkt kurz darstellen wie Direkte Instruktion im täglichen Unterrichtsgeschehen erfolgen kann. Ich nutze dabei die Arbeiten von Grell. Er unterscheidet drei Funktionen des Direkten Unterrichtens. Diese können sich beim Unterrichten abwechseln, oder überlappen. Die erste Funktion ist die Demonstrations – und Präsentationsfunktion. Während dieser wird den Schülern mitgeteilt, was sie lernen sollen und der Lehrstoff wird ihnen so deutlich wie möglich präsentiert. Diese Präsentation erfolgt u.a. durch Demonstration und Erklärung, oft auch mehrmals

(vgl. Wiechmann 2000). Wenn der neue Stoff, bei den Schülern „angekommen ist“, wie Grell es bezeichnet, schließt sich das Üben unter Anleitung, als zweite Funktion, an. Diese Übung erfolgt unter Anleitung des Lehrers und möglichst zügig nach der Präsentation. Er stellt eine Aufgabe oder Frage. Diese wird von den Schülern beantwortet. Sie bekommen vom Lehrer ein Feedback und es wird eine neue Frage gestellt. Diese Frage-Antwort-Feedback-Sequenz soll so lange praktiziert werden, bis alle Schüler den Stoff beherrschen. Dabei ist es wichtig, dass der Lehrer genügend Fragen hat und versucht alle Schüler einmal, oder mehrmals antworten zu lassen. Grell merkt hier noch an, dass es günstig ist die Schüler in vorhersehbarer Reihenfolge aufzurufen (vgl. Wiechmann 2000). Wenn alle Schüler im Stoff sicher geworden sind, dürfen sie selbstständig üben. In dieser dritten Phase erfolgt keine direkte Lehrerlenkung oder Kontrolle, jedoch eine Überwachung. Es besteht die Möglichkeit, dass das Arbeitsengagement der Schüler in dieser Phase nachlässt. Aufgabe des Lehrers ist es, die Schüler neu zu motivieren und zur Weiterarbeit zu ermutigen (vgl. Wiechmann 2000). Im Prozess des Übens zieht sich der Lehrer aus der Führungsposition mehr und mehr zurück. Die Schüler sollen lernen, selbstständig zu arbeiten. Das übergeordnete Ziel von Direkter Instruktion ist es, den Kindern generalisierte Konzepte und Fähigkeiten zu vermitteln, nicht stures Auswendiglernen (vgl.www.verhalten.org).

Solch ein Unterricht ist stark strukturiert. Im Vorfeld ist eine gute Planung möglich. Das kann für unsichere Lehrer hilfreich sein. Aber es besteht die Möglichkeit, dass der Lernende aus dem Blick gerät, wie Wiechmann kritisiert (vgl. Wiechmann, Arnold & Sandfuchs 2006). Der Lehrer könnte sich nur auf die Vermittlung seines Unterrichtsstoffes konzentrieren und das so stark, dass er nicht bemerkt, dass die Schüler ihm u.a. gar nicht folgen können, weil vielleicht das Vorwissen fehlt, oder er zu wissenschaftlich mit ihnen spricht. Die Schüler werden dann unruhig. Das sollte das Zeichen für den Lehrenden sein, dass an seinem Lehrervortrag etwas nicht in Ordnung ist und er sich korrigieren muss. Direkte Instruktion gibt somit schnell ein Feedback über Erfolg oder Misserfolg beim Unterrichten.

Ein anderes Problem könnte darin bestehen, dass der Lehrer in der Übungsphase nur wenige Schüler „drannimmt“. Die anderen langweilen sich und werden ebenfalls unruhig. Grell schlägt vor, die Schüler auch einmal im Chor antworten zu lassen oder ihnen Antwortkarten in die Hand zu geben auf denen sie eine Antwort notieren müssen und dann hochzuhalten o.ä. (vgl. Wiechmann 2000). Mit solchen Methoden werden alle angeregt, aktiv am Unterrichtsgeschehen teilzunehmen.

2.3 Kritik

Diese kurze Darstellung der Praxis macht deutlich, dass Direkte Instruktion trivial ist. Der Lehrer stellt neuen Lehrstoff vor und dieser muss intensiv geübt werden, damit die Schüler ihn verinnerlichen. Diese Methode ist nicht neu. Ich bin der Meinung, dass darin ein Problem für manche Kritiker besteht. Sie sind der Meinung, dass eine alte Unterrichtsmethode nicht mehr aktuell sein kann. Ich gebe ihnen in so fern Recht, dass man heute von einer „veränderten Kindheit“ spricht. Unsere Kinder sind „Medienkinder“. Ein Teil ihres Wissens beziehen sie aus Fernsehen oder Internet.

Diese Erkenntnisse bieten meiner Meinung nach die Chance, Direkte Instruktion dahingehend zu verändern. Das Wissen aus Fernsehen oder Internet kann man in den Unterricht einbauen. Dann wird Unterricht Spaß machen. Er wird nicht veraltet und angestaubt erscheinen, sondern aktuell und interessant.

Grell berichtet aus seinem Schulalltag von Erfolgen beim Unterrichten mit Direkter Instruktion. Zu Beginn des Unterrichtes mit einer neuen Klasse würden sich die Schüler gegen seinen „richtigen Unterricht“ sträuben. Aber im weiteren Verlauf macht es den Kindern Spaß, denn sie werden oft gefragt und erhalten ein positives Feedback, wenn sie richtig antworten. Das motiviert sie. Viele Tage nach solch einer Unterrichtsstunde sind die Schüler begeistert, was sie alles noch wissen und berichten es ihrem Lehrer stolz (vgl. Wiechmann 2000).

Kritiker bezeichnen Direkte Instruktion als rigide und übermäßig gelenkt. Sie sind der Meinung, dass es nur um das Eintrichtern von Lehrerwissen in Schülerköpfe gehe (vgl. Wiechmann 2000). Grell merkt an, dass es sich dabei nur um sogenannte „Geschmacksurteile“ handelt. Diese Urteile lassen sich nicht objektiv messen und können subjektiv betrachtet sogar positiv erscheinen. Man kann von „rigide“ sprechen, aber man kann es auch als „gut geplant“ oder „zielstrebiges Vorgehen“ bezeichnen (vgl. Wiechmann 2000). Es kommt immer auf den Betrachter an. Den Vorwurf der Autorität des Lehrers kann man entkräften indem man feststellt, dass der Lehrer seine Klasse einfach gut „im Griff hat“. Ein oft zitierter Kritikpunkt beim Unterrichten mit Direkter Instruktion ist das Auswendiglernen. In der Literatur wird das Auswendiglernen zu einem „stumpfsinnigen Monster“ gemacht (vgl. Wiechmann 2000). Grell stellt dagegen, dass Auswendiglernen der „…Nährboden für alle höheren kognitiven, emotionalen, sozialen Leistungen…“ (Wiechmann, Zwölf Unterrichtsmethoden, 2000, S. 39) ist. Es muss ein Grundstock an Wissen gelegt werden, damit Schüler selbstständig lernen können. Grundlegende Fähigkeiten, wie lesen, schreiben und rechnen müssen erst erworben werden, bevor Kinder kreativ arbeiten können. Dabei ist Auswendiglernen manchmal notwendig. Kreativität entsteht auf einem festen Fundament von Wissen. Dieses Wissen erwirbt man durch Auswendiglernen, Kopieren oder Imitieren. Danach muss es geübt oder trainiert werden (vgl. Wiechmann 2000).

Weitere Schlagwörter der Kritik will ich kurz nennen: „Lehrergelenkter Unterricht, Effektivitätsdenken, autoritär, reglementierend, Faktenhäufung statt Förderung der Denkfähigkeit, zu testbezogen, passiv… “ (Wiechmann, 2000, S. 36). Es gibt Unterrichtsstunden, auf die solche Kritikpunkte zutreffen. Jeder Schüler bzw. ehemaliger Schüler wird solche Unterrichtsstunden erlebt haben. Und gerade weil Direkte Instruktion so einfach erscheint, wird sie großzügig praktiziert, oft nicht richtig. Empirische Studien zeigten, dass erfahrene Lehrer nicht nach den beschriebenen Regeln der Direkten Instruktion verfahren, selbst wenn sie meinten es zu tun. Sie üben nicht gezielt genug, nicht lange genug und nicht oft genug (vgl. Wiechmann 2000). Die Praxis sieht so aus, dass den Schülern der neue Lernstoff zu flüchtig präsentiert wird. Unter Anleitung wird zu wenig geübt. Es werden zu wenige Schüler „drangenommen“. Die anfänglichen Fehler werden nicht gründlich genug korrigiert. Die Demonstration des neuen Stoffes erfolgt oft nur einmal. Die Stillarbeitsphasen sind zu lang und helfen den Schülern nicht, da sie die neuen Inhalte nicht ausreichend beherrschen (vgl. Wiechmann 2000). Diese Ergebnisse wirken ernüchternd. Die Lehrer vergeben sich eine große Chance. Etwas mehr Genauigkeit würde bessere Lernergebnisse bei den Schülern hervorrufen.

Grell fasst zusammen, dass dem Modell der Direkten Instruktion vorgeworfen wird, dass es Lehrer ermutige ihren Schülern etwas beizubringen und dass sie zu diesem Zweck den Unterricht steuern und überprüfen, ob die Schüler etwas gelernt haben. Er geht so weit zu behaupten, dass die Direkte Instruktion kritisiert wird, weil sie ein Unterrichtsmodell ist (vgl. Wiechmann 2000).

2.4 Ausgewählte Studien

Bei dieser Vielzahl an Kritikpunkten interessiert mich, wie die Schüler mittels Direkter Instruktion lernen. Hilft es ihnen, effektiver zu lernen und mehr zu behalten? Macht ihnen so gestalteter Unterricht eventuell sogar Spaß? Diese Frage habe ich teilweise durch Grells Ausführungen beantwortet. Zur Effektivität des Lernens fand ich Antworten im Internet. In den USA wurde 1967 eine breit angelegte Studie geführt, die die Effektivität verschiedener Unterrichtskonzepte vergleichen sollte (vgl. www.verhalten.org). Obwohl diese Studie vor über 40 Jahren begann, besitzen ihre Ergebnisse Aktualität. „Project Follow Trough“, wie sie in den USA bezeichnet wird, wurde gestartet, um Unterschiede in Schulleistungen bei Kindern aus Minderheitengruppen und anderen Kindern zu erklären. Es wurden 12 verschiedene Unterrichtsmodelle getestet. Vier Modelle zählten zu den kindzentrierten Pädagogikkonzepten. Die Direkte Instruktion wurde als Modell ebenfalls untersucht, gehört jedoch nicht zu den kindzentrierten Ansätzen. Nach etwa 10 Jahren stellten die Forscher fest, dass Direkte Instruktion den anderen Modellen überlegen war. Die Schüler, die mittels Direkter Instruktion unterrichtet wurden, besaßen mehr emotionale Reife und mehr soziale Kompetenz, als Schüler, die mit anderen Unterrichtsmethoden unterrichtet worden (vgl.www.verhalten.org). Dieses Ergebnis finde ich sehr erstaunlich, da Direkter Instruktion immer wieder vorgeworfen wird, dass soziale Kompetenzen unter ihr kaum ausgeprägt werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten

Details

Titel
Frontalunterricht vs. Direkte Instruktion
Hochschule
Universität Erfurt
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
32
Katalognummer
V163323
ISBN (eBook)
9783640778065
ISBN (Buch)
9783640827527
Dateigröße
613 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Frontalunterricht hatte wohl jeder schon... Aber was ist eigentlich Direkte Instruktion und was haben beide gemeinsam? Dieser Frage geht diese Arbeit nach.
Schlagworte
Frontalunterricht, Direkte, Instruktion
Arbeit zitieren
Anette Müller (Autor), 2010, Frontalunterricht vs. Direkte Instruktion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163323

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