Bedeutung der Peer-groups für den Erwerb der Identität im Jugendalter


Hausarbeit, 2003
28 Seiten, Note: befriedigend

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung
2.1 Definition Jugend
2.2 Definition Identität
2.3 Definition Peer Group

3. Identität
3.1 Soziale Identität
3.2 Persönliche Identität
3.2.1 Voraussetzungen zur Identitätsbildung
3.2.2 Identitätsentwicklung
3.2.3 Identitätskrisen
3.3 Eriksons Identitätskonzept
3.3.1 Negative Identität
3.4 Meads Identitätskonzept

4. Peer Group
4.1 Gruppenzentrierte Tradition
4.2 Grundlegende Motivationen für Peer- Kontakte
4.3 Entwicklung der Peer Group
4.4 Bedeutung der Peer Group
4.5 Eltern- Peer- Verhältnis
4.6 Von der Peer Group zur Partnerschaft

5. Einleitung: Gruppe und Identität
5.1 Peers und Personwerdung
5.2 Konflikt zwischen Bedürfnis nach Abhängigkeit und Streben nach Unabhängigkeit
5.3 Konflikt zwischen Gruppe und Identität

6. Wirkung der Peers auf die Identität

7. Schlusswort

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Problem der Identität ist so alt wie das Nachdenken des Menschen über sich selbst.

Zahlreiche Definitionen und Identitätskonzepte versuchen das Wesen der Identität zu erfassen. Jedes dieser Identitätskonzepte zeigt verschiedene Perspektiven der Wahrnehmung einer Person. Daher möchte ich mich in dieser Arbeit hauptsächlich auf den allgemeinen Teilaspekt der Identität beziehen.

Der Kernpunkt dieser Arbeit handelt von der Wirkung der Peer Groups auf die Identität im Jugendalter. Dieses Thema hat in der Sozialpsychologie eine sehr große Bedeutung, da sich die Jugendlichen sich ab einem bestimmten Alter vom Elternhaus zu lösen versuchen und die Peer Group ihnen dazu die beste Möglichkeit für ihre Entfaltung bietet.

Einleitend möchte ich im zweiten Kapitel die zentralen Begriffe ein wenig näher erläutern. Dies soll eine solide Grundlage für das weitere Verständnis bieten.

Folglich wird das Thema „ Identität“ mit all ihren Voraussetzungen und Aspekten dargelegt. Für ein besseres Verständnis habe ich versucht zwei unterschiedliche Identitätskonzepte aufzuführen. Dabei beziehe ich mich auf Erikson und Mead.

Das zweite zentrale Thema ist die „Peer Group“. In diesem Kapitel werden ebenfalls die Bedeutung und die zentralen Thesen zum Thema Peer Group behandelt.

Dadurch erhoffe ich mir die Beziehung zwischen den beiden Begriffen besser darstellen zu können.

Zum Abschluss werden beide Begriffe in Zusammenhang gestellt und es wird auf den Konflikt zwischen den beiden hingedeutet. Demzufolge wird die Wirkung der Peers auf die Identität sichtbar.

Meine Recherchen sollen sich auf verschiedene Bücher aus dem Bereich der Sozialpsychologie stützen. Ich habe versucht eine große Auswahl an Büchern zu wählen, damit ich unterschiedliche Sichtweisen miteinander vergleichen kann.

Für die Erläuterung der zentralen Begriffe möchte ich mich zum Teil auf ein Pädagogik- Lexikon beziehen.

2. Begriffsklärung

Für ein besseres Verständnis werden die zentralen Begriffe dieser Arbeit erklärt.

Zuerst wird der Begriff der Jugend definiert, weil es sehr viele Meinungen darüber gibt- ab wie viel Jahren man sich eigentlich in der Jugendphase befindet. Eine kleine Definition soll dieses Problem beseitigen.

Folglich werden die beiden wichtigsten Begriffe „Identität“ und „ Peer Group“ erklärt.

2.1 Definition „ Jugend“

Im Rahmen der Gesetzgebung wird „Jugend“ in bestimmte Altersgrenzen aufgefasst: die Kindheit dauert bis zum 14. Lebensjahr, zwischen 15 und 17 Jahren spricht man von Jugendlichen und zwischen 18 und 21 Jahren von jungen Erwachsenen1.

Aus sozialwissenschaftlicher Sicht ist diese Einteilung sehr fragwürdig. Denn was „ jung“ und

„alt“ ist, ist abhängig von bestimmten Entwicklungsstadien, Lebensbereichen und von kulturellen Vorstellungen.

Die Jugendphase wurde erstmals Mitte des 18. Jahrhunderts, in der Zeit der Aufklärung als eine eigenständige Entwicklungsphase betrachtet.

Für Stanley Hall ist das Jugendalter eine Vorstufe zur eigentlichen Menschwerdung. Denn im Jugendlichen sind bereits die Ursachen und die Auswirkungen des Verhaltens von Erwachsenen angelegt.

Kurt Lewin definiert das Jugendalter als Zeitraum der Konfliktbewältigung in neuen, unbekannten Lebensbereichen, die sich aus der Zwischenstellung zwischen Kindheit und Erwachsenendasein ergeben. Diese Zwischenstellung nennt Lewin die „marginale Persönlichkeit“. Lewin bezeichnet die Jugend als eine Übergangsphase, die er in seiner Feldtheorie besonders gut darstellt.

Nach dieser Theorie befindet sich der junge Mensch in einem psychologischen Feld (vgl. Abb.2), das ihm im Vergleich zum Kind (vgl. Abb.1) weit mehr freie Bewegung zulässt als einem Kind. Der Lebensraum des Jugendlichen ist ausgedehnter, aber noch nicht klar umrissen und im Vergleich zum Erwachsenenlebensraum unstrukturiert. (vgl. Abb.3)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Jugendliche sind also durch ihren von den Erwaschenen und Kindern unterschiedlichen Lebensraum in besonderer Weise mit ihren Gleichaltrigen verbundenI. Die Zugehörigkeit verleihtII dem Jugendlichen eine Art ErsatzstatusIII, solange, bis er selbst Erwaschener ist.2 Entwicklungspsychologische Theorien beschreiben die Jugend einerseits unter dem Aspekt der körperlichen Reifung und anderseits als eine Zeit, in der der Heranwachsende besondere subjektive Entwicklungsaufgaben bewältigen muss.3

In der Psychoanalyse wird das Jugendalter auch Adoleszenz genannt.

Adoleszenz kommt vom lateinischen „adolescere“ und bedeutet „ aufwachsen“ bzw. „heranreifen“. Sie beginnt mit der Beendigung der Pubertät, d.h. zwischen fünfzehn und siebzehn Jahren.4

2.2 Definition „ Identität“

Nach der Klärung des Begriffs der „Jugendphase“ erlangt der Begriff der „Identität“ eine zentrale Bedeutung.

Identität bedeutet daher das Streben des Menschen nach Einheitlichkeit und Unverwechselbarkeit der eigenen Person ( Individualität), aber auch sein Streben nach Selbsterkenntnis und Selbstgestaltung.

Eingeführt wurde der Identitätsbegriff erst durch Erik H. Erikson, auf den später näher eingegangen wird.5

Identität stellt eine Verknüpfung früherer und anderer Interaktionsbeteiligungen des Individuums mit den Erwartungen und Bedürfnissen dar, die in der jeweiligen Situation auftreten.6

Diese Definition soll nur eine Einleitung in eine größere Verständlichkeit des Identitätsbegriffes sein. Auf die Identität und ihre Eigenschaften wird nachkommend eingegangen.

2.3 Definition „Peer Group“

Das Wort “peer” ist altfranzösischen Ursprungs und wurde von „ per“, später „pair“, abgeleitet. Es bedeutet Gleichsein, von gleichem Rang oder Status sein. Der Begriff wurde erstmals in den Jahren zwischen 1934 bis 1939 verwendet.7

Bei den Peer Groups handelt es sich um Menschen gleichen Alters, die sich meist spontan an bestimmten Treffpunkten bilden und spezifische gemeinsame Werte, Normen, Einstellungen und Mentalitäten entwickeln, die dann für hohe soziale Kohäsion, Solidarität und emotionale Bindungen sorgen.

In der Umbruchphase, in der sich die Jugendlichen von ihren Familien zu lösen beginnen dient die Peer Group als Erprobungs- und Übungsfeld neuer sozialer Verhaltensweisen8.

Da dem Jugendlichen in der modernen Gesellschaft die volle Anerkennung und Verantwortung viele Jahre nicht gewährt werden, bilden sich Gleichaltrigengruppen, um dieses entscheidende Bedürfnis zu befriedigen. Die Zugehörigkeit zu einer Peer Group verleiht dem Jugendlichen nicht nur eine Art Statusersatz, sondern auch ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit während des Loslösungsprozesses vom Elternhaus. Denn genau diese Zeit bedeutet für viele Jugendliche eine Zeit der Desorientierung9.

3. Identität

Das Wesentliche über den Begriff der Identität wurde bereits unter 2.2 aufgeführt.

Man kann ergänzen, dass Identität greifbar als momentaner, aber höchst fluktuierender Zustand betrachtet werden kann. Es ist ein Zustand, der nicht einfach da ist, sondern von der Person in bewusster Selbstreflexion hergestellt und erarbeitet werden muss.10

Des weiteren wird der Begriff der Identität in zwei unterschiedliche Bereiche gegliedert. In die „persönliche Identität“ und die „ soziale Identität“. Auf die Ich- Identität wird in 3.3 eingegangen.

[...]


1 Vgl. Mosebach 1991, S.105 ff

I Abb.1 nach Kurt Lewin in: Naudascher 1977, S.53

II Abb.2 ebd. S.54

III Abb.3 ebd. S.54

2 Vgl. Naudascher 1977, S.53 ff

3 Vgl. Mosebach 1991, S.117

4 Vgl. Naudascher 1977, S.51

5 Vgl. Reinhold- Pollak- Heim 1999, S.268

6 Vgl. Neubauer 1976, S104

7 Vgl. Naudascher 1977, S.13

8 Vgl. Reinhold- Pollak- Heim 1999, S.414

9 Vgl. Naudascher 1978, S.11

10 Vgl. Frey / Haußer 1987, S.11

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Bedeutung der Peer-groups für den Erwerb der Identität im Jugendalter
Hochschule
Universität Trier
Note
befriedigend
Autor
Jahr
2003
Seiten
28
Katalognummer
V16340
ISBN (eBook)
9783638212236
Dateigröße
853 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bedeutung, Peer-groups, Erwerb, Identität, Jugendalter
Arbeit zitieren
Monika Domanski (Autor), 2003, Bedeutung der Peer-groups für den Erwerb der Identität im Jugendalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16340

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