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Die Türkei als "neue regionale Führungsmacht"

Titel: Die Türkei als "neue regionale Führungsmacht"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 35 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: B.A. Juliane Heinz (Autor:in)

Politik - Region: Sonstige Staaten
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die internationalen Beziehungen sind von vielfältigen Mächtekonstellationen geprägt. Seit dem Ende der Ost-West Konfrontation gab es eine globale Machtverschiebung, mit der Konsequenz, dass die Vereinigten Staaten von Amerika als die einzige Supermacht verblieben. Parallel dazu gewannen anderen Staaten an Einfluss und wiederum andere verloren an Einfluss. In der Geschichte gab es schon immer eine Differenzierung zwischen Groß- und Mittelmächten sowie das Bestreben danach, Machthierarchien im internationalen System zu deklarieren. Zu Zeiten der Globalisierung kann die USA als einzige Supermacht nicht mehr alle Probleme allein lösen; sie braucht Kooperationspartner in den verschiedenen Regionen der Welt. Findet sie einen diesen Kooperationspartner in der Türkei?
Das Ziel der folgenden Arbeit soll darin bestehen, das Konzept der regionalen Führungsmacht vorzustellen, und dieses anhand der Türkei zu prüfen. Dementsprechend habe ich die Arbeit folgendermaßen aufgebaut: der Einleitung folgt eine kurze Darstellung der innenpolitischen Lage in der türkischen Republik seit dem Amtsantritt der AKP-Regierung 2002. Anschließend wird in Kapitel 3 umfassend auf die Außenpolitik eingegangen, vor allem auf aktuelle Entwicklungen. Dazu wird das Konzept der strategischen Tiefe von Außenminister Davutoglu vorgestellt. Zudem werden die Beziehungen mit einzelnen wichtigen Nachbarstaaten, Regionen und anderen wichtigen Akteuren wie den USA und der EU dargestellt. Anschließend prüfe ich in Anlehnung an den Kriterien von Detlef Nolte in Kapitel 5, ob und inwieweit man von der Türkei als regionale Führungsmacht sprechen kann oder ob es noch andere Konzepte gibt, in die die Türkei sich einordnen lässt.
Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 nahm die internationale Debatte über die Rolle der türkischen Republik als zivilisatorisches Entwicklungsmodell für die Modernisierung der Region des Nahen und Mittleren Ostens und als kulturelle Brücke zwischen dem ‚Westen‘ und der ‚islamischen Welt‘ zu. Der Forschungsstand speziell zur Türkei als ‚neuer regionaler Führungsmacht‘ ist jedoch sehr dünn bestückt. Primär ist die Literatur auf die EU oder den Modellcharakter der Türkei ausgerichtet.

Leseprobe


Gliederung

1. Einleitung

2. Innenpolitik

3. Außenpolitik

3.1 Das Konzept der strategischen Tiefe

3.2 Die Nahostpolitik

3.2.1 Syrien

3.2.2 Irak

3.2.3 Israel

3.2.4 Iran

3.3 Die Turkstaaten und der Kaukasus

3.4 Die Vereinigten Staaten von Amerika

3.5 Die Europäische Union

4. Merkmale einer regionalen Führungsmacht und das Konzept von Detlef Nolte

4.1 Die innere Dynamik des Staates

4.2 Ein Teil einer abgegrenzten Region

4.3 Der Anspruch auf die Führungsrolle/ Selbstverständnis

4.4. Der Einfluss auf andere Staaten

4.5 Die Anerkennung der Führungsrolle von anderen Staaten

4.6 Die Ressourcen für die regionale Machtprojektion

4.6.1 Militärische Ressourcen

4.6.2 Ökonomische Ressourcen

4.7. Die regionale Vernetzung

4.8 Die Herausbildung einer regionalen Identität

4.9. Die regionale Sicherheitsagenda maßgeblich definieren

4.10 Die Einbindung in globale Zusammenschlüsse

4.11 Hindernisse

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Türkei unter der AKP-Regierung als "regionale Führungsmacht" klassifiziert werden kann. Dabei wird das theoretische Konzept der regionalen Führungsmacht von Detlef Nolte auf die tatsächliche außenpolitische Rolle der Türkei angewandt, um zu prüfen, inwieweit das Land Entwicklungen in seiner Nachbarschaft aktiv gestaltet oder beeinflusst.

  • Analyse der innenpolitischen Entwicklung der Türkei seit 2002
  • Untersuchung des Konzepts der "strategischen Tiefe" von Ahmet Davutoglu
  • Bewertung der türkischen Außenpolitik gegenüber dem Nahen Osten, den USA und der EU
  • Anwendung der Kriterien für regionale Führungsmächte nach Detlef Nolte auf die Türkei

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Konzept der strategischen Tiefe

Das Leitziel der ‚neuen‘ Außenpolitik besteht darin, Stabilität und Wohlstand in der Region durch vermehrte Kooperation der Staaten zu erlangen. Zudem soll sich die Türkei aktiv auf jenen Handlungsfeldern engagieren, die die internationale Politik im 21. Jahrhundert prägen.

Der Hauptarchitekt der neuen Außenpolitik ist der Chefberater von Ministerpräsident Erdogan, Ahmed Davutoglu. Die Thesen des Politikwissenschaftlers erschienen 2001 in seinem Buch „Strategische Tiefe. Die internationale Stellung der Türkei.“ Darin ist das Ziel festgeschrieben, die Türkei durch einen ‚soft power‘-Ansatz in die Weltpolitik zu etablieren. Davutoglu erarbeitete das Konzept der strategischen Tiefe, dass die Türkei nicht mehr als Peripheriestaat Europas, des Nahen Ostens oder Zentralasiens beschreibt, sondern die Türkei als Zentrum einer Großregion zwischen Zentralasien und Nordafrika verortet. Der heutige Außenminister spricht von einer multiplen regionalen Identität, welche die Türkei besitzt. Durch die Verfolgung nationaler Interessen und die Nutzung der geografischen Lage und der mehrdimensionalen Außenbeziehungen könnte die Türkei zu einer einflussreichen Regional- und Ordnungsmacht aufsteigen. Deshalb braucht die Türkei ein ausgewogenes, auf Vertrauen basierendes Verhältnis zu allen globalen und regionalen Akteuren um sich für Frieden, Stabilität, Sicherheit und wirtschaftliche Entwicklung in der Nachbarschaft einsetzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas, des Konzepts der regionalen Führungsmacht und des Aufbaus der Arbeit.

2. Innenpolitik: Historischer Rückblick und Analyse der innenpolitischen Entwicklungen seit Amtsantritt der AKP-Regierung 2002.

3. Außenpolitik: Umfassende Darstellung des Konzepts der strategischen Tiefe und der Beziehungen der Türkei zu wichtigen Nachbarstaaten, den USA und der EU.

4. Merkmale einer regionalen Führungsmacht und das Konzept von Detlef Nolte: Theoretische Auseinandersetzung und detaillierte Überprüfung der Türkei anhand der Kriterien für regionale Führungsmächte.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Rolle der Türkei als regionaler Akteur im Lichte der untersuchten wissenschaftlichen Positionen.

Schlüsselwörter

Türkei, regionale Führungsmacht, Außenpolitik, AKP-Regierung, Strategische Tiefe, Naher Osten, Demokratisierung, Soft Power, Geopolitik, regionale Ordnungsmacht, Europäische Union, wirtschaftliche Entwicklung, Vermittlerrolle, internationale Beziehungen, Machtressourcen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die veränderte Rolle der Türkei in der internationalen Politik und bewertet, ob das Land die Kriterien einer "regionalen Führungsmacht" nach der Theorie von Detlef Nolte erfüllt.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Autorin?

Die zentralen Felder sind die innenpolitische Transformation unter der AKP, das außenpolitische Konzept der "strategischen Tiefe" und die diplomatischen Beziehungen der Türkei zu ihren Nachbarn und globalen Mächten.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit fragt, ob und inwieweit man von der Türkei als regionaler Führungsmacht sprechen kann oder ob andere Konzepte ihre aktuelle außenpolitische Rolle besser beschreiben.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die ein theoretisches Konzept (regionale Führungsmacht nach Detlef Nolte) auf einen konkreten Fall (Türkei) anwendet und prüft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Im Hauptteil wird zunächst das Konzept der strategischen Tiefe vorgestellt, dann die Außenpolitik gegenüber spezifischen Regionen (Naher Osten, Kaukasus, USA, EU) analysiert und abschließend eine Kriterienprüfung nach Nolte vorgenommen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind regionale Führungsmacht, strategische Tiefe, Soft Power, AKP-Regierung, geopolitische Lage und regionale Ordnungsmacht.

Wie bewertet die Autorin die Bedeutung des Konzepts der "strategischen Tiefe"?

Die Autorin sieht darin das zentrale außenpolitische Konzept von Ahmet Davutoglu, das die Türkei als Zentrum einer Großregion positioniert, statt sie als Peripheriestaat zu betrachten.

Zu welchem Schluss kommt die Autorin im Hinblick auf den Führungsanspruch der Türkei?

Die Autorin kommt zu dem Fazit, dass sich die Türkei eher zu einer regionalen Großmacht ohne expliziten regionalen Führungsanspruch entwickelt, da sie vor allem nationalen Interessen folgt und als Schlüsselstaat zwischen den Regionen agiert.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Türkei als "neue regionale Führungsmacht"
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Politikwissenschaftliches Institut)
Veranstaltung
Neue regionale Führungsmächte
Note
1,3
Autor
B.A. Juliane Heinz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
35
Katalognummer
V163446
ISBN (eBook)
9783640776580
ISBN (Buch)
9783640776818
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Türkei Regionale Führungsmacht Nahost
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
B.A. Juliane Heinz (Autor:in), 2009, Die Türkei als "neue regionale Führungsmacht", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163446
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  35  Seiten
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