Allah Akbar - Kann ich das Thema Islam vorurteilsfrei vermitteln?

Handreichung für Religionslehrer in der Primarstufe zum sachangemessenen Umgang mit der Thematik Islam im Religionsunterricht


Examensarbeit, 2005
46 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Vorwort
1.2 Eigene Beweggründe
1.3 Konzept der Handreichung

2. Situationsanalyse der Thematik Islam in Deutschland
2.1 Der Islam als kulturelles Problem
2.2 Muslime in der Geschichte
2.3 Kulturelle Werte schaffen einen Überbau
2.4 Gemeinsamkeiten zwischen Koran und Bibel
2.5 Islam und Christentum im Vergleich

3. Didaktisches Modell
3.1 Interkulturelles und Interreligiöses Lernen als Modell
3.2 Interreligiöses Lernen als Aufgabe des Religionsunterrichts
3.3 Das Rollenbild der Frauen innerhalb des Korans und der Bibel
3.4 Wahrnehmung und Bedeutung anderer Kulturen und Religionen
3.5 Ebenen des interreligiösen Lernens
3.6 Konkrete Ideen zur Unterrichtsgestaltung

4. Diskussion und Ausblick
4.1 Chancen und Grenzen
4.2 Abschließende Gedanken

5. Literaturverzeichnis

6. Anhang
6.1 Die fünf Säulen des Islam
6.2 Das Leben des Propheten Mohamed

1. Einleitung

1.1 Vorwort

In dieser Staatsarbeit soll es um den sachangemessenen Umgang mit der Thematik Islam im katholischen Religionsunterricht der Primarstufe gehen. Der Islam gehört neben dem Christentum und dem Judentum zu den großen monotheistischen Weltreligionen. Durch die zunehmende Migration von Menschen mit muslimischem Glauben, z.B. Türkei, Nordafrika, Kleinasien usw., ist es in der Grundschule selbstverständlich geworden, dass christliche Schüler zusammen mit einer immer größeren Zahl muslimischer Mitschüler in den Klassen vertreten sind. Gerade in einer Zeit, in der die Geburtenrate deutscher Kinder in Deutschland ständig sinkt und die Geburtenrate muslimischer Kinder steigt, ist das Thema Islam ein wichtiger Teil unseres Lebens. Denn der Islam ist Religion aber gleichwohl auch eine Kultur, die in Deutschland mehr und mehr eine öffentlich Rolle einnimmt. Auch hier in Deutschland leben mehr als 3 Millionen Muslime und besonders durch das schreckliche Ereignis vom 11. September 2001 ist der Islam nun in aller Munde. Fast täglich kann man von Selbstmordattentaten, Ehrenmorden und Übergriffen islamischer Fundamentalisten auf „Ungläubige“ in der Zeitung lesen.

Die Menschen haben Angst vor einer Religion und Kultur, die ihnen so fremd, anders und grausam erscheint. Auch die Kinder fragen, ob wirklich alle Muslime so wie die Terroristen sind. Deshalb muss die Schule die Brücke zwischen der Angstmache in den Medien und den sachlichen Informationen über den Islam schlagen. Gerade die Schüler, die täglich mit muslimischen Schülern im Unterricht zusammen sind, sollten doch „bescheid“ wissen. Nur wer informiert ist, kann dazu beitragen, den Muslimen vorurteilsfrei entgegenzutreten. Für den Lehrer ist es wichtig, den Schülern einen Schlüssel zum Verständnis der Kultur und Religion zu geben, der eigenen sowie der fremden Kultur und Religion.

Aber was unterscheidet uns Christen denn nun von den Muslimen? Gibt es auch gemeinsame Traditionen? Diese Arbeit wirft einen besonderen Blick auf die gemeinsamen religiösen Wurzeln dieser beiden großen monotheistischen Religionen. Unterschiede sollen nicht verschwiegen und Probleme durchaus kritisch hinterfragt werden.

1.2 Eigene Beweggründe

Mich selbst beschäftigt die Thematik Islam schon seit knapp 10 Jahren, da ich nach meinem Abitur fast 1 ½ Jahre in Ägypten verbracht habe. Ich habe dort Land, Leute und natürlich die islamische Religion, die, anders als bei uns, mit ihrem alltäglichen Leben unabdingbar verknüpft ist, kennen gelernt.

Es ist mir deshalb ein großes Anliegen, das Thema Islam den Schülern so vorurteilsfrei wie möglich nahe zu bringen. Ob wir dadurch dem Traum einer friedlichen, multikulturellen Gesellschaft näher kommen, bleibt nur zu hoffen, denn bei näherem Hinschauen sieht man die Vorurteile, mit denen sich Christen und Muslime begegnen. Unsere gemeinsamen religiösen Wurzeln und der gemeinsame Glaube an nur einen lebendigen Gott werden dabei oft übersehen. Wir nehmen den anderen Menschen in erster Linie als gesellschaftliches Wesen wahr und erst in zweiter Linie als religiösen Menschen, der in seine kulturellen Wertevorstellungen eingebunden ist. Aber aus der Religion und den daraus erwachsenen gesellschaftlichen Strukturen haben sich Kultur und Tradition entwickelt. Die Geschichte der beiden Weltreligionen hat selbst heute noch einen immensen Einfluss auf gegenseitige Vorurteile.

Seit mehr als 30 Jahren wohnen Muslime unter uns, das heißt, wir haben Kontakt mit Menschen, die aus verschiedensten Gründen zu uns gekommen sind. Jede neue Begegnung zwischen Deutschen und Ausländern, zwischen Christen, völlig säkular denkenden Menschen, und Muslimen, trägt in sich die Möglichkeit eines bereichernden Gelingens, wie auch eines verhärtenden Scheiterns. Es ist sehr viel dazu nötig, dass es zu einem solchen Scheitern nicht kommt: guter Wille, viel Geduld, Taktgefühl, Höflichkeit und Respekt, vor allem auch vor dem, was einem selbst fremd, vielleicht auch eigenartig oder gar kritikwürdig erscheint[1].

1.3 Konzept der Handreichung

Diese Handreichung ist für Religionslehrer der Primarstufe, die die Klassenstufen 3/4 unterrichten, gedacht. Der Lehrplan[2] sieht das Kennenlernen von verschiedenen Religionen als einen Aufgabenschwerpunkt des katholischen Religionsunterrichts vor.

Darunter versteht er die Grundaussagen der großen Weltreligionen, die Achtung vor Menschen anderer Religionen und die Bedeutung Abrahams als Stammvater für das Christentum, Judentum und den Islam.

Zunächst müssen sich allerdings die Lehrer mit der Thematik des Islams tiefgehend auseinandersetzen, bevor sie in der Lage sind, die Lehrinhalte sachangemessen und vorurteilsfrei den Schülern im Religionsunterricht der Primarstufe zu vermitteln. Deswegen sollen sich die Lehrer im ersten Teil dieser Handreichung über die Problematik des Islam einen kurzen Überblick verschaffen. Zunächst wird die Situation in Deutschland hinsichtlich des Zusammenlebens zwischen unterschiedlichen Religionsgemeinschaften betrachtet, daran anschließend wird dem Lehrer ein Überblick über die Errungenschaften arabischer Kultur und deren Bedeutung für uns Europäer kurz angesprochen, um auch gemeinsame Kulturgüter hervorzuheben.

Danach schließt sich die Frage nach dem kulturellen Überbau einer Gesellschaft hinsichtlich der religiösen Ausprägungen an, um Unterschiede zu analysieren. Den Abschluss der Situationsanalyse bildet ein Überblick der Gemeinsamkeiten und Unterschiede aus Texten des Korans und der Bibel darstellt.

Daran schließt sich das didaktische Modell des interreligiösen und interkulturellen Lernens in Hinsicht auf die Wissensermittlung des Islams im katholischen Religionsunterricht an.

Abschließend werden die Inhalte der vorangegangenen Kapitel auf Durchführbarkeit, Chancen und Grenzen kritisch diskutiert. Im Anhang befindet sich noch eine kurze Beschreibung über das Leben Mohameds[3] und eine Beschreibung der Inhalte über die fünf Säulen des Islam[4].

Daher gliedert sich diese Handreichung in drei komplexe Themenbereiche:

1) Situationsanalyse der Thematik Islam in Deutschland unter Berücksichtigung der kulturellen, geschichtlichen und religiösen Aspekte
2) Didaktisches Modell des interreligiösen und interkulturellen Lernens als Orientierungshilfe für die Vermittlung des Themas Islam in der Grundschule
3) Diskussion und Ausblick über die Chancen und Grenzen des interreligiösen Lernens im Hinblick auf eine sich entwickelnde multikulturelle Gesellschaft

2. Situationsanalyse der Thematik Islam in Deutschland

2.1 Der Islam als kulturelles Problem

Dadurch, dass die Anzahl der Menschen mit muslimischem Glauben in den nächsten Jahren in Deutschland aufgrund demographischer Faktoren und weiterer Migration rapide anwachsen wird, wird eine ehemals kleine Religionsgemeinschaft eine immer größere Bedeutung in unserer Gesellschaft erlangen. Die künftige Frage in unserer Gesellschaft wird also sein: Wie gehen wir mit einer Religionsgemeinschaft um, die nicht unsere christlich-jüdische Tradition hat[5] ? Die Muslime sind eine Religionsgemeinschaft, die in Teilen Europas, in ganz Nordafrika, Kleinasien und Asien verbreitet ist. Deshalb gibt es nicht nur religiöse Unterschiede, sondern auch politische, traditionelle und kulturelle Unterschiede.

Wir sind mit Wertevorstellungen einer Religion konfrontiert worden, die uns als aufgeklärten Europäern fremd vorkommt. Zum Beispiel die besondere Stellung des Mannes in der Familie und die daraus resultierenden Hierarchien innerhalb der Familie. Wie ist die Stellung der Frau in der muslimischen Familie?

In wieweit wird davon unser eigenes Weltbild tangiert und welche Konsequenzen ergeben sich hier besonders für das Zusammenleben von Mann und Frau?

Es werden auch christlich-muslimische Ehen geschlossen[6]. Dabei stellt sich die Frage: In welcher Religion werden die Kinder erzogen?

Wenn hier weiter das Prinzip des Patriarchats gilt, dann wirft sich die Frage auf, inwieweit davon kulturelle Entwicklungen der Emanzipation und Gleichberechtigung von Männern und Frauen in Europa möglicherweise auf einen Zustand des 19. Jahrhunderts zurückgeführt werden?

Wie wird eine christliche Kultur darauf reagieren, wenn sie unter den Druck einer Religionsgemeinschaft gerät, für die es bis heute nie eine Phase der Aufklärung gegeben hat? Wo es Gotteslästerung ist, wenn man Teile der Religion kritisch hinterfragt oder literarisch verarbeitet wie z. B. das Buch „Die satanischen Verse[7] “ von Salman Rushdie, der seitdem von Islamisten mit dem Tode bedroht wird.

Wir haben in unserer eigenen christlichen Geschichte erlebt, wie die Kirche mit Kritikern umgegangen ist. Papst Pius IX konnte sich diesem Ansturm nur dadurch erwehren, in dem er 1870 das Unfehlbarkeitsdogma postulierte – geändert hat auch das letztendlich nichts.

Aber wir werden sehen, dass der Druck, der auf unserer christliche Gesellschaft ausgeübt werden wird, dazu führen wird, dass wir eine Diskussion darüber beginnen werden, welche religiösen und kulturellen Werte uns eigentlich als Gesellschaft zusammen halten - was uns wirklich wichtig ist. Wir werden anfangen müssen, diese Werte neu zu definieren, wenn wir uns klar von den Muslimen abgrenzen wollen. Ob es dann zu einer Neuentdeckung der Kirche als bindendes Glied in unserer Gesellschaft kommen wird, ist dabei allerdings vorstellbar. Der Journalist Peter Scholl-Latour äußerte sich dazu in einem Fernseh-Interview: „In der Zeit der Kreuzzüge haben sich Christen und Muslime gegenseitig tot geschlagen – aber sie haben sich auch gegenseitig geachtet“.

Diese Aussage verstand Scholl-Latour dahin gehend, dass Christen und Moslems in sakralen Gesellschaften lebten, in denen ein Leben ohne Glaube nicht vorstellbar war aber der Glaube des Anderen auch mit Respekt behandelt wurde.

2.2 Muslime in der Geschichte

Wir dürfen nicht vergessen, dass wir Europäer von den muslimischen Arabern viele wichtige Kulturgüter erhalten haben. So ist das Dezimalsystem aus Indien über Arabien zu uns gekommen. Viele griechische Schriften wurden zunächst ins Arabische übersetzt und später ins Lateinische.

Vergessen sollten wir auch nicht die Fortschritte, die uns die arabischen Wissenschaften übermittelt haben. Wenn im Mittelalter ein Europäer schwer erkrankt war, dann kam der Priester – in Arabien kam der Arzt. Viele Worte, die wir benutzen, wie z.B. Astronomie, Mathematik, Chemie oder Orange und Banane sind arabischen Ursprungs. Der Handel mit Arabien und Indien war für Europäer wie Araber dienlich. Man denke nur an die enormen Mengen an Weihrauch, die für die christlichen Messen benötigt wurden und aus dem „Reich der Königin von Saba (Jemen)“ bezogen wurden[8].

Der letzte deutsche Staufferkaiser Friedrich II. regierte das heilige römisch-deutsche Reich im 13. Jahrhundert n. Chr. von Sizilien aus. Er war umgeben von arabischen Gelehrten und sprach mehrere Sprachen – wahrscheinlich aber nur sehr schlecht deutsch. Friedrich II. konnte, durch seine Heirat mit einer der Töchter von Salah-ad-Din, Jerusalem für kurze Zeit wieder an Europa binden – ganz ohne Krieg und nur dadurch, dass sich die beiden Männer achteten und durch Familienbande verbunden waren. Der Untergang der so großartigen wissenschaftlichen arabischen Kultur wurde durch die Kriege mit den Seldschuken (Türken) begründet. Die dynastischen Interessen des türkischen Sultans und die Beherrschung der eroberten Völker standen nunmehr im Vordergrund – und nicht mehr die Erkenntnisse von Wissenschaft und Forschung. Damit begann das dunkle Zeitalter in Arabien. In Europa machten sich aber die ersten Aufklärer auf den Weg. „Cogito ergo sum“ – ich denke also bin ich.

Mit diesem einfachen Satz entzauberte René Descartes den kirchlichen Mystizismus und setzte ihn dem Realismus eines späteren Karl Jaspers aus: „Der Mensch muss sich durch sich selbst geboren begreifen“ – aber dann ist er der puren Existenzphilosophie ausgeliefert. Ich bin mir nicht sicher, ob es im Islam jemals eine Aufklärung geben wird. Das Problem ist, dass der Islam so viele unterschiedliche religiöse und ethnische Gruppen hat, die sich auch untereinander nicht gut verstehen. Sunniten und Schiiten[9] haben 8 Jahre im Irak und Iran Krieg gegeneinander geführt. Zu den unterschiedlichen Glaubensrichtungen gehören u. a. noch die Wahabiten, Fatimiden und Aleviten. Diese vielen Glaubensrichtungen haben nie eine Institution, wie eine gemeinsame Kirche, erschaffen. Vielleicht wäre es ein Anfang, wenn sich die unterschiedlichen Strömungen des Islams auf eine gemeinsame Basis einigen könnten, um die Institution einer islamischen Weltkirche zu begründen.

Das würde sicherlich auch zum Abbau von Spannungen innerhalb der ethnischen Gruppen führen.[10]

2.3 Kulturelle Werte schaffen einen Überbau

In den westlichen Gesellschaften von heute spielt der christliche Glaube leider keine führende Rolle mehr. Oder mit Friedrich dem Großen gesagt: „Jeder soll nach seiner Facon glücklich werden“.

Das hat auch zu einer westlichen-laizistischen Gesellschaft geführt, die das individuelle Freiheitsprinzip höher schätzt als das Aufgehen in einer religiösen Gemeinschaft. Hier sehe ich einen wesentlichen Punkt für künftige kulturelle und religiöse Konflikte mit den Muslimen. Deren Kultur transportiert ein klares Weltbild, das das Individuum nicht in die Mitte der Gesellschaft stellt, sondern Ehe und Familie mit ihren klar umrissenen hierarchischen Strukturen und Werten. Die Familie bietet Schutz, Halt und Zuflucht, was in den westlichen Familien schon längst einer individuellen Selbstverwirklichungsidee gewichen ist. Wenn die Muslime deshalb die Familie in den westlichen Gesellschaften sehr kritisch und zum Teil unverständlich sehen, dann ist das durchaus nachvollziehbar.

Die Frage könnte sein, ob uns die Muslime in einem „Wettstreit der Religionen“ deshalb überhaupt akzeptieren würden?

Denn es scheint doch klar, dass man den Anhänger einer anderen Religionsgemeinschaft zunächst an den kulturellen Werten misst und erst in zweiter Linie an den Inhalten, die dessen Religion transportiert. Wenn dieses Kriterium greift, werden wir es schwer haben, den Muslimen in Deutschland westliche Lebensart attraktiv zu machen. Wir werden allerdings auch sehen, dass uns die Auseinandersetzung mit dem muslimischen Glauben zu neuen Erkenntnissen über uns selbst führen wird.

2.4 Gemeinsamkeiten zwischen Koran und Bibel

1. Koran und Bibel sprechen von dem einen ewigen, unendlichen Gott, der ewig lebt und das Weltall regiert.
2. In Koran und Bibel ist Gott der Schöpfer des Himmels und der Erde, sowie der Schöpfer jedes einzelnen Menschen.
3. Nach christlichem und muslimischem Glauben hat Gott sein heiliges, ewiges Wort in seinem Heiligen Buch niedergelegt. (Natürlich ist dieses heilige Buch für Christen die Bibel, für Muslime der Koran.)
4. Koran und Bibel fordern vom Menschen, diesen einen allmächtigen Gott anzubeten und ihm Dank zu sagen.
5. Nach Koran und Bibel kennzeichnen Sünde und Vergebung die Beziehung des Menschen zu Gott. Nur der an Gott Gläubige kann mit der Vergebung Gottes rechnen.
6. Koran und Bibel legen durch Gottes Gebote fest, was Sünde und was gut ist.
7. Nach dem Bericht von Koran und Bibel sündigten die ersten Menschen im Paradies und wurden daher von Gott aus dem Paradies vertrieben.
8. Im Koran und der Bibel ist der Teufel der Gegenspieler der Menschen, der sie zur Sünde verführen möchte. Der Mensch ist dem Satan jedoch nicht hilflos ausgeliefert, sondern er findet Beistand bei Gott.
9. Nach Koran und Bibel wird jeder Mensch entsprechend seinem diesseitigen Leben bei der Auferstehung der Toten von Gott gerichtet.
10. Koran und Bibel bezeugen: Wer im Leben nicht nach den Geboten Gottes gelebt und nicht an ihn geglaubt hat, wird im Jüngsten Gericht zur Hölle verurteilt, während der Gläubige ins Paradies eingehen kann. Belohnte und Verdammte leben ewig und bleiben ewig in der Hölle oder im Paradies.

Der Koran weist also - vordergründig betrachtet - manche Ähnlichkeit mit Aussagen aus dem Alten und Neuen Testament auf. Das erklärt sich leicht, wenn man einen Blick auf die Entstehungsgeschichte des Islams wirft: Man weiß heute mit fast absoluter Sicherheit, dass zu Mohameds Lebzeiten im 7. Jahrhundert n. Chr. keine Bibel in arabischer Sprache existiert hat. Daher konnte sich auf der arabischen Halbinsel und den angrenzenden, teilweise christlichen Staaten manche christliche Sonderlehre und Häresie verbreiten. Viele apokryphe Schriften und Legenden über Jesus Christus waren im Umlauf, die den Glauben der damaligen Christen prägten. So scheint etwa Mohameds Auffassung, dass die Christen seiner Zeit an drei Götter glaubten auf eine christliche Sonderlehre seiner Zeit zurückzugehen.

Es ist unwahrscheinlich, dass Mohamed diesen 'Dreigötterglauben', den der Koran den Christen immer wieder anklagend vorwirft, selbst erfunden hat. Viel wahrscheinlicher ist es, dass bestimmte christliche Gruppierungen den Dreigottglauben, der Maria als Göttin mit einschloss, selbst praktizierten. Biblisch fundiertes Christentum oder etwa eine funktionierende neutestamentliche Gemeinde hat Mohamed dagegen wohl niemals kennen gelernt.

Aufgrund dieser Beeinflussung des Korans, durch Juden- und Christentum der Geschichte, werden die eben erwähnten zehn Gemeinsamkeiten zwischen beiden Religionen also leicht erklärbar[11]

2.5 Islam und Christentum im Vergleich

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[12]

[...]


[1] Jelloun, T; Papa, was ist der Islam, S. 5-112

[2] Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen: Richtlinien und Lehrpläne zur Erprobung für die Grundschule in NRW. Katholische Religionslehre.

[3] Siehe Anhang I-IX

[4] Siehe Anhang. X-XVI

[5] Vgl. Schmid, Georg: Problemfall Islam. Friedensreligion oder Gefahr für den Weltfrieden, S 10-13

[6] Vgl. Khoury, Adel Theodor: Der Islam kommt uns näher. Worauf müssen wir uns einstellen? S. 135-148

[7] Vgl. Colpe, C: Problem Islam. S, 95-101

[8] Vgl. Colpe, C: Problem Islam. S, 39-58

[9] Vgl. Vereinigte evangelische-lutherische Kirche: Was jeder vom Islam wissen muss. S. 69-74

[10] Vgl. Konzelmann, Gerhard: Die Araber und ihr Traum vom Großarabischen Reich.

[11] Christine Schirrmacher: Der Islam – Geschichte, Lehre, Unterschiede zum Christentum.

[12] Christine Schirrmacher: Der Islam – Geschichte, Lehre, Unterschiede zum Christentum.

[13] Der Koran, S 463-466

[14] Der Koran, S. 271-273

[15] Ebenda, S. 237; 91; 134; 26

[16] Ebenda; S. 257-259

[17] Die Bibel, Elberfelder Übersetzung, Wuppertal 2001

Ende der Leseprobe aus 46 Seiten

Details

Titel
Allah Akbar - Kann ich das Thema Islam vorurteilsfrei vermitteln?
Untertitel
Handreichung für Religionslehrer in der Primarstufe zum sachangemessenen Umgang mit der Thematik Islam im Religionsunterricht
Hochschule
Studienseminar für Lehrämter an Schulen Arnsberg
Note
1,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
46
Katalognummer
V163632
ISBN (eBook)
9783640786589
ISBN (Buch)
9783640786473
Dateigröße
561 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Islam, Religionsunterricht, Vorurteile, didaktische Hinweise
Schlagworte
Allah, Akbar, Kann, Thema, Islam, Handreichung, Religionslehrer, Primarstufe, Umgang, Thematik, Religionsunterricht
Arbeit zitieren
Carla Olivier (Autor), 2005, Allah Akbar - Kann ich das Thema Islam vorurteilsfrei vermitteln?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163632

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