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Rekonstruktion und Diskussion der Position Paul K. Feyerabends

Title: Rekonstruktion und Diskussion der Position Paul K. Feyerabends

Term Paper , 2003 , 14 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: M.A. Stefan Waldheim (Author)

Sociology - General and Theoretical Directions
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Summary Excerpt Details

Die Position Paul K. Feyerabends hinsichtlich einer „Rationalität der Forschung“ wird in
seinem gleichlautendem Aufsatz aus seinem Werk „Der wissenschaftstheoretische
Realismus und die Autorität der Wissenschaften“ deutlich. Als studierter
Theaterwissenschaftler, Historiker, Mathematiker, Physiker, Astronom und Philosoph1
setzt er sich hier bekanntermaßen nicht zum ersten Mal mit der Wissenschaftstheorie
auseinander. Die Frage nach dem „Ursprung der Idee der Rationalität“2, ihrer
Entwicklung von den Entdeckungen frühzeitlichen menschlichen Daseins bis zu den in
der heutigen Forschung verbreiteten Rationalitätstheorien beschäftigt ihn in diesem
Aufsatz ebenso, wie ein Diskurs mit den vorgestellten Ansätzen, denen er seine eigene
Position gegenüberstellt.
„Anything goes“ – dieser Slogan etikettiert sein Vorgehen. Als Autor von „Against
Method“ (1974) bestreitet Feyerabend die These von Karl Popper und Imre Lakatos
der Existenz von Regelmäßigkeiten in der Wissenschaft3: Antrieb der Wissenschaft sei
schon immer die Kreativität, das Umwerfen und Missachten alter, wenn auch bewährter
Vorgehensweisen gewesen, dann jedoch auch nicht ohne Ergebnis. Die Befürwortung
dieses Vorgehen charakterisiert den Autor. Allerdings verleitet gerade die evidente
Einfachheit der Losung „anything goes“ zum Missverstehen seiner Forderungen. Dies zu
verhindern, ist ebenfalls Anliegen seines Aufsatzes.
Im folgenden soll die Position Feyerabends anhand der Rekonstruktion des Inhalts des
Aufsatzes und dem Nachvollziehen der Argumentationslinie veranschaulicht werden.
Dabei spielen insbesondere seine „Beispiele von Rationalitätstheorien“4 eine Rolle,
anhand derer Feyerabend seine eigene Position entwickelt. Um diese zu rekonstruieren,
wird zunächst der Inhalt des Aufsatzes vorgestellt, um währenddessen und im folgenden
seine Argumentation in Gegenüberstellung mit anderen Modellen nachzuvollziehen.

1 Vgl. http:// www.philosophenlexikon.de/feyerab.htm, 27.06.2003.
2 Vgl. Feyerabend, Paul (1978a): „Die ‚Rationalität’ der Forschung“, in: Der
Wissenschaftstheoretische Realismus und die Autorität der Wissenschaften, Braunschweig /
Wiesbaden: Vieweg, S. 339 ff.
3 Vgl. http://www.philosophenlexikon.de/feyerab.htm.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Inhaltliche Rekonstruktion

2.1 „Der Ursprung der Rationalität“

2.2 „Beispiele von Rationalitätstheorien“

2.3 „Externe und forschungsimmanente Rationalitätstheorien“

2.4 „Wissenschaft für freie Menschen“

3. Zusammenfassung der Position Feyerabends in kritischer Darstellung

4. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Hausarbeit rekonstruiert und diskutiert die wissenschaftstheoretische Position von Paul K. Feyerabend, wie sie in seinem Aufsatz „Die ‚Rationalität’ der Forschung“ dargelegt wird. Das primäre Ziel ist es, Feyerabends Kritik an starren, universellen Rationalitätskriterien und seine Plädoyers für methodologische Flexibilität in den wissenschaftlichen Prozess einzuordnen und kritisch zu beleuchten.

  • Kritik an traditionellen Rationalitätstheorien (Popper, Lakatos)
  • Bedeutung der Kreativität und des Bruchs mit bewährten Vorgehensweisen
  • Die Rolle von Regeln und Maßstäben im Forschungsprozess
  • Konzept der „Wissenschaft für freie Menschen“ und das Slogan „Anything goes“

Auszug aus dem Buch

2.3 „Externe und forschungsimmanente Rationalitätstheorien“

Die Reaktion Feyerabends auf die bereits genannten Theorien verdeutlicht seine eigene Auffassung. Demnach soll gelten, „dass jeder Maßstab, der einen Handlungsverlauf leitet, selbst zu einem Teil des Handlungsverlaufs gemacht werde: Die Forschung selbst stellt fest, nach welchen Maßstäben sie abzulaufen hat, und wann es nötig ist, diese Maßstäbe zu ändern.“

Ein anschauliches Beispiel dient dem Autor, diese Auffassung zu verdeutlichen: Der Abgang eines Charakters bei der Inszenierung einer Theatervorstellung kann nicht immer nach einem gleichen Regelinventarium geschehen. Es besteht seitens der Zuschauer ein Interesse an einer interessanten Inszenierung, so dass der Entwurf einer neuen, unbekannten oder überraschenden Regel, nach welcher dieser Abgang vollzogen wird, nicht mit dem bisherigen Prinzipien übereinstimmen muss. Die Handlung wäre deswegen keinesfalls irrational nach der Auffassung Feyerabends. Sie hat zudem innovativen Charakter, ist situationsangepasst und nicht durch starre und universelle Regeln beengt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in Feyerabends Thematik der Rationalität und dessen bekanntes Slogan „anything goes“ im Kontext der Wissenschaftstheorie.

2. Inhaltliche Rekonstruktion: Darstellung von Feyerabends Historisierung der Rationalität, seiner Abgrenzung von naiven Rationalismusmodellen und der Entwicklung seiner eigenen Theorie.

2.1 „Der Ursprung der Rationalität“: Analyse der historischen Entstehung von Erkenntnisgewinn und Rationalisierung von der Steinzeit bis hin zu den Homerischen Epen.

2.2 „Beispiele von Rationalitätstheorien“: Gegenüberstellung des naiven Rationalismus (Popper, Lakatos) mit dem kontextabhängigen Rationalismus und der Position Feyerabends.

2.3 „Externe und forschungsimmanente Rationalitätstheorien“: Erläuterung, dass Maßstäbe in der Forschung nicht starr sein dürfen, sondern sich aus dem Forschungsprozess selbst entwickeln müssen.

2.4 „Wissenschaft für freie Menschen“: Diskussion der Forderung, Regeln nicht als unhinterfragte Barrieren, sondern als gestaltbare Instrumente innerhalb der Wirklichkeit zu begreifen.

3. Zusammenfassung der Position Feyerabends in kritischer Darstellung: Kritische Reflexion der Feyerabendschen Forderungen und deren praktischer Anwendbarkeit sowie Gefahr der Irrationalität.

4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der wissenschaftstheoretischen Alternative Feyerabends als Impuls für progressive Forschungsprozesse.

Schlüsselwörter

Paul K. Feyerabend, Rationalität der Forschung, Wissenschaftstheorie, Anything goes, Naiver Rationalismus, Erkenntnisgewinn, Methodologie, Fortschritt, Regelbegrenzung, Wissenschaftliche Evolution, Forschungsprozess, Kontextabhängigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftstheoretischen Analyse des Aufsatzes „Die ‚Rationalität’ der Forschung“ von Paul K. Feyerabend.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die historische Entstehung von Rationalitätsvorstellungen, die Kritik an methodologischem Rigorismus und das Verhältnis zwischen festen Regeln und kreativem Erkenntnisfortschritt.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Rekonstruktion und kritische Diskussion von Feyerabends Position bezüglich einer flexiblen, prozessorientierten Wissenschaftsgestaltung.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der inhaltlichen Rekonstruktion und der argumentativen Gegenüberstellung von Feyerabends Thesen mit klassischen Rationalitätstheorien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen der Rationalität, vergleicht verschiedene Rationalitätstheorien und diskutiert die praktische Umsetzbarkeit von Feyerabends Forderungen anhand des Beispiels einer Theaterinszenierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Feyerabend, Rationalität, Methodologie, Anything goes und wissenschaftlicher Fortschritt.

Wie illustriert Feyerabend seine Kritik an starren Regeln?

Feyerabend verwendet das anschauliche Beispiel einer Theaterinszenierung, in der die Regeln nicht starr sein dürfen, um das Interesse der Zuschauer (das „Ergebnis“) zu halten, sondern sich situativ entwickeln müssen.

Warum wird Feyerabends Slogan „Anything goes“ häufig missverstanden?

Der Slogan wird oft als Aufruf zur Beliebigkeit interpretiert, obwohl Feyerabend damit eigentlich die methodologische Notwendigkeit meint, bestehende Regeln für innovative Erkenntnisse zu hinterfragen oder zu durchbrechen.

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Details

Title
Rekonstruktion und Diskussion der Position Paul K. Feyerabends
College
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Soziologie)
Course
Wissenschaftstheorie der Sozialwissenschaften: Werturteils- und Positivismusstreit
Grade
2,0
Author
M.A. Stefan Waldheim (Author)
Publication Year
2003
Pages
14
Catalog Number
V16368
ISBN (eBook)
9783638212434
Language
German
Tags
Rekonstruktion Diskussion Position Paul Feyerabends Wissenschaftstheorie Sozialwissenschaften Werturteils- Positivismusstreit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Stefan Waldheim (Author), 2003, Rekonstruktion und Diskussion der Position Paul K. Feyerabends, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16368
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