Schon früh erkannte die Führungsspitze der DDR die zentrale Rolle der Jugend für den neuen Staat. Bereits 1946 sah die SED die Notwendigkeit einer eigenen Jugendorganisation und gründete die Freie Deutsche Jugend (FDJ). Sie sollte nach der Staatsgründung andere – vor allem kirchliche – Einflüsse aus der Jugendfreizeitgestaltung zurückdrängen.
Dies war nur ein Aspekt von vielen um die Jugendlichen auf den Sozialismus vorzubereiten und zu guten Staatsbürgern zu erziehen. Weitere Vereinigungen, Veranstaltungen, Gesetze und Maßnahmen folgten. Nach außen gab sich die DDR jugendfreundlich. Durch gezielte Maßnahmen versuchte der zentralistische Staat seine Jugendlichen einzugliedern, auszurichten und zu erziehen. Waren diese Maßnahmen geeignet, um den Bedürfnissen der Jugendlichen nachhaltig gerecht zu werden?
In dieser Arbeit werden einige Aspekte der Einflussnahme (über Organisationen, Freizeitgestaltung, Bildungs- und Erziehungswesen sowie Medien) der ehemaligen ostdeutschen Regierung auf die Jugendlichen des Landes dargestellt. Es wird erläutert, inwieweit diese erfolgreich waren und wie die jungen Bürger des Staates darauf reagierten.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Organisierte Freizeit
- Aufnahme in die Volksgemeinschaft: Die Jugendweihe
- FDJ
- Aufbau- und Produktionsaktionen
- Staatliche Propagandaveranstaltung: Die Weltjugendfestspiele 1973
- Bildung- und Erziehungswesen
- Medien
- Zeitungen
- Rundfunk
- Fernsehen
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Einflussnahme des DDR-Staates auf seine Jugend durch gezielte Maßnahmen zur Ein- und Umgliederung. Das Ziel ist es, die Strategien der DDR-Regierung in Bezug auf die Jugend, insbesondere in den Bereichen der Freizeitgestaltung, Bildung und Medien, zu analysieren und die Auswirkungen auf die Jugendlichen zu beleuchten.
- Organisierte Freizeitgestaltung und staatliche Instrumentarien zur Einflussnahme auf die Jugend
- Das Konzept der Jugendweihe und ihre Bedeutung im Kontext der Einbindung in die Volksgemeinschaft
- Die Rolle der Freien Deutschen Jugend (FDJ) bei der politischen Sozialisation und der Vorbereitung auf das Leben in einer sozialistischen Gesellschaft
- Das Bildungs- und Erziehungswesen als Instrument der Staatslenkung und Einflussnahme
- Der Einfluss der Medien, insbesondere von Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen, auf die Meinungsbildung der Jugend
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der Ein- und Umgliederung von Jugendlichen in der DDR ein und stellt die Relevanz der Jugendpolitik dar. Im Fokus des zweiten Kapitels stehen Beispiele für die Arbeit in Organisationen und Instrumenten der Jugendpolitik, insbesondere im Bereich der Freizeitgestaltung. Hierbei wird die Jugendweihe und die FDJ als zentrale Elemente der staatlichen Jugendarbeit beleuchtet. Das dritte Kapitel befasst sich mit dem Bildungs- und Erziehungswesen, während das vierte Kapitel den Einfluss der Medien, insbesondere von Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen, auf die Jugend in der DDR behandelt.
Schlüsselwörter
Jugend, DDR, Ein- und Umgliederung, Jugendpolitik, Jugendweihe, FDJ, Bildung, Erziehung, Medien, Propaganda, Sozialismus, Volksgemeinschaft.
Häufig gestellte Fragen
Welche Rolle spielte die FDJ in der DDR?
Die Freie Deutsche Jugend (FDJ) war die einzige staatlich zugelassene Jugendorganisation. Ihr Ziel war es, Jugendliche im Sinne des Sozialismus zu erziehen und andere Einflüsse, etwa durch die Kirche, zurückzudrängen.
Was war die Bedeutung der Jugendweihe?
Die Jugendweihe diente als staatliche Alternative zur christlichen Konfirmation oder Firmung. Sie war ein zentrales Instrument, um Jugendliche feierlich in die sozialistische Volksgemeinschaft einzugliedern.
Wie nutzte die DDR-Regierung die Freizeitgestaltung zur Erziehung?
Durch organisierte Freizeitaktivitäten, Aufbau- und Produktionsaktionen sowie Großveranstaltungen wie die Weltjugendfestspiele 1973 wurde versucht, die Jugendlichen politisch zu sozialisieren und an den Staat zu binden.
Welchen Einfluss hatten die Medien auf die Jugend in der DDR?
Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen waren staatlich kontrolliert und dienten als Propaganda-Instrumente, um das Weltbild der Jugendlichen im Sinne der SED-Führung zu formen.
Waren die Erziehungsmaßnahmen der DDR erfolgreich?
Die Arbeit untersucht, inwieweit die Maßnahmen den Bedürfnissen der Jugendlichen gerecht wurden und stellt fest, dass die Reaktionen der jungen Bürger vielfältig waren und nicht immer zur gewünschten nachhaltigen Eingliederung führten.
- Arbeit zitieren
- Fabian Prante (Autor:in), 2009, Eingliederung durch Erziehung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163690