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An den Grenzen des Mehrheitsprinzips - Die Problematik der Anwendung auf überstaatlicher Ebene am Beispiel der Europäischen Union

Titel: An den Grenzen des Mehrheitsprinzips - Die Problematik der Anwendung auf überstaatlicher Ebene am Beispiel der Europäischen Union

Hausarbeit , 2005 , 14 Seiten , Note: 2,1

Autor:in: MSc. M.A. Robert Fiedler (Autor:in)

Politik - Thema: Europäische Union
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Der Begriff Mehrheitsprinzip bezeichnet ein demokratisches Prinzip, nach dem sich bei Abstimmungen bzw. Wahlen der Wille der Mehrheit gegenüber der Minderheit durchsetzt und der Wille der Mehrheit für alle Verbindlichkeit erlangt. In diesem Sinne ist das Mehrheitsprinzip auch ein Rechtsgrundsatz, nach dem die Minderheit sich einer Mehrheit unterzuordnen hat.“1
In der heutigen Gesellschaft sind die Begriffe Demokratie und Mehrheitsentscheidung nahezu untrennbar miteinander verbunden. Wie sonst könnten in demokratischen Systemen Regierungen gebildet und für alle verbindlichen Entscheidungen gerechtfertigt werden? Darüber hinaus stellt sich die Frage, wieso das Mehrheitsprinzip allgemein anerkannt wird und das sogar von dadurch benachteiligten Minderheiten? Allerdings sind dem Mehrheitsprinzip auch Grenzen gesetzt, die angesichts der Entwicklung der Europäischen Union deutlich gemacht werden. In dieser Hausarbeit wird von einer Notwendigkeit von Mehrheitsentscheidungen in modernen demokratischen Gesellschaftssystemen ausgegangen und die Grundlagen und Voraussetzungen des Mehrheitsprinzips analysiert. In einem zweiten Teil er Arbeit wird auf mögliche Probleme der Anwendung des Mehrheitsprinzips auf der Ebene der Europäischen Union eingegangen. Dabei wird argumentiert, dass es aufgrund einer nur schwachen Identifikation mit der Europäischen Union und aufgrund fehlender Routinen nur schwer möglich ist, das Mehrheitsprinzip in diesem Rahmen anzuwenden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Das Mehrheitsprinzip – Grundlagen, Voraussetzungen

Notwendigkeit zur Entscheidung

Lösungsmöglichkeiten

Das Mehrheitsprinzip in der Demokratie

Voraussetzungen

Funktion des Majoritätsprinzips

Die Grenzen des Mehrheitsprinzips am Beispiel der Europäischen Union

Fehlende Identitäten

Fehlende Routinen

Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen und praktischen Voraussetzungen des Mehrheitsprinzips in modernen demokratischen Systemen. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, warum die Anwendung dieses Prinzips auf der Ebene der Europäischen Union auf erhebliche Schwierigkeiten stößt und welche Faktoren – insbesondere mangelnde Identifikation und fehlende politische Routinen – diesen Prozess behindern.

  • Grundlagen und Notwendigkeit von Mehrheitsentscheidungen
  • Legitimitäts- und Integrationsfunktionen des Majoritätsprinzips
  • Theoretische Voraussetzungen demokratischer Entscheidungsprozesse
  • Problematik der überstaatlichen Anwendung am Beispiel der EU

Auszug aus dem Buch

Die Grenzen des Mehrheitsprinzips am Beispiel der Europäischen Union

Wie bereits erwähnt ist die Zugehörigkeit und die Identifikation mit einer politischen Gemeinschaft eine Grundvoraussetzung für die Funktionalität des Mehrheitsprinzips. Diese Zugehörigkeit wird definiert durch „Homogenität, die ethnisch, national, religiös und sozial bestimmt werden kann und sich als eher soziologische Kategorie begreifen lässt und in einem Grund- oder Fundamentalkonsens im Sinne einer Übereinstimmung der politischen Überzeugungen oder auch die wesentlichen Verfahrensregeln einbezieht“21.

Dennoch stellt sich die Frage, wieso überstimmte Minderheiten sich einem Mehrheitsvotum unterwerfen. Georg Simmel identifiziert als Grundvoraussetzung für diesen Prozess dass die Einheit des Ganzen unter allen Umständen Herr über den Gegensatz von Entscheidungen und Interessen bleiben muss22.

Diese Einheit des Ganzen wird traditionellerweise durch den Rahmen des Nationalstaates und die Ausbildung einer kollektiven Identität, gebunden an die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Nation, definiert23. Aufgrund einer historischen Entwicklung dieser kollektiven Identität und eines daraus gewachsenen tradierten und etablierten Zugehörigkeitsgefühl ist diese kollektive Identität geprägt durch ein hohes Konfliktbewältigungspotential24. Aus diesem Grund und aus der Gewissheit heraus dass kurzfristige Verluste durch Mehrheitsentscheide innerhalb einer solchen politischen Gemeinschaft durch langfristige Gewinne wie soziale Sicherheit, materieller Vorteile etc. überwogen werden fällt es Minderheiten deutlich leichter sich Mehrheitsentscheidungen zu beugen und diese anzuerkennen25

Zusammenfassung der Kapitel

Vorwort: Einführung in die Begrifflichkeiten und die Problemstellung der Arbeit hinsichtlich der Grenzen des Mehrheitsprinzips.

Das Mehrheitsprinzip – Grundlagen, Voraussetzungen: Analyse der Notwendigkeit von Entscheidungen und der theoretischen Bedingungen, die ein Mehrheitsprinzip in einer Demokratie legitimieren.

Die Grenzen des Mehrheitsprinzips am Beispiel der Europäischen Union: Untersuchung der spezifischen Herausforderungen, denen sich die EU aufgrund fehlender kollektiver Identität und Routinen bei der Anwendung von Mehrheitsentscheidungen gegenübersieht.

Schlussbetrachtung: Fazit über die Unentbehrlichkeit des Mehrheitsprinzips trotz seiner Grenzen und Ausblick auf die Notwendigkeit zukünftiger Prozessoptimierungen in der EU.

Schlüsselwörter

Mehrheitsprinzip, Demokratie, Majoritätsprinzip, Politische Gemeinschaft, Europäische Union, Konsensbildung, Legitimation, Identifikation, Minderheitenrecht, Mehrheitsentscheidung, Politische Integration, Souveränität, Entscheidungsfindung, Gesellschaftsvertrag, Konfliktpotential.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der demokratischen Legitimation und den praktischen Grenzen des Mehrheitsprinzips als zentrales Instrument politischer Entscheidungsfindung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Themen umfassen die theoretischen Fundamente von Mehrheitsentscheidungen, deren Funktionen für den sozialen Frieden sowie die Herausforderungen bei der Anwendung auf überstaatlicher Ebene.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, warum die Anwendung des Mehrheitsprinzips in der Europäischen Union trotz der offensichtlichen Notwendigkeit zur Entscheidungsfähigkeit auf komplexe strukturelle Hindernisse stößt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung demokratietheoretischer Standardwerke und spezifischer Literatur zur europäischen Integration basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Voraussetzungen des Majoritätsprinzips und eine empirisch-theoretische Anwendung dieser Kriterien auf die spezifische Situation der Europäischen Union.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Mehrheitsprinzip, Legitimation, Politische Gemeinschaft, Identifikation und Überstaatlichkeit.

Welche Rolle spielt die nationale Identität für das Mehrheitsprinzip?

Die nationale Identität fungiert als Basis für das Konfliktbewältigungspotenzial, welches es einer Minderheit ermöglicht, sich einem Mehrheitsentscheid unterzuordnen, da die Zugehörigkeit zum Ganzen gewahrt bleibt.

Warum erschweren "fehlende Routinen" die Anwendung in der EU?

Routinen wirken legitimierend und erzeugend von Stabilität; ihr Fehlen auf EU-Ebene bedeutet, dass jede Mehrheitsentscheidung politisch hoch umstritten bleibt und keine historische Akzeptanzbasis besitzt.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
An den Grenzen des Mehrheitsprinzips - Die Problematik der Anwendung auf überstaatlicher Ebene am Beispiel der Europäischen Union
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
2,1
Autor
MSc. M.A. Robert Fiedler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
14
Katalognummer
V163697
ISBN (eBook)
9783640785254
ISBN (Buch)
9783640784899
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grenzen Mehrheitsprinzips Problematik Anwendung Ebene Beispiel Europäischen Union
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
MSc. M.A. Robert Fiedler (Autor:in), 2005, An den Grenzen des Mehrheitsprinzips - Die Problematik der Anwendung auf überstaatlicher Ebene am Beispiel der Europäischen Union, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163697
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Leseprobe aus  14  Seiten
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