Im Zuge verschiedenartiger Studien, so zum Beispiel der PISA Studie, ergab sich, „dass Kinder nur dann individuell gefördert werden können und Chancengleichheit nur dann realisiert werden kann, wenn Familien in ihrer Leistungsfähigkeit gefördert und ihre Leistungen unterstützt werden.“ (Ganztagsschule 2006, S.29).
Diese Aussage geht davon aus, dass Familien keine homogene Gruppe darstellen und nicht jede Familie ihrem Kind die nötige Unterstützung für seine Entwicklung bieten kann. Eine Ganztagsschulbetreuung, die sowohl Chancen, als auch Probleme für eine Familie ergeben kann, könnte diesem Defizit entgegenwirken. Allerdings können sich nicht nur Veränderungen für Familien, durch eine verstärkte Nutzung von Ganztagsangeboten ergeben, sondern auch zum Beispiel für Vereine und ganz allgemein gesagt für den ganzen Freizeitsektor. Sowohl der Einfluss der Ganztagsschul-betreuung auf Familien, als auch auf die Freizeitaktivitäten, soll deshalb Thema dieser Arbeit sein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Ganztagsschule und sozialer Kontext
2.1 Familie
2.1.1 Chancen und Probleme für die Familie
2.1.2 Bildungs- und Erziehungspartnerschaften
2.2 Freizeitaktivitäten
2.2.1 Freizeitpädagogik
2.2.2 Mitarbeiter einer Ganztagsschule: Die Eltern
2.2.3 Mitarbeiter einer Ganztagsschule: Weitere Mitarbeiter
2.2.4 Auswirkungen des Ganztagsschulprinzips auf die Kinder
3. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Ganztagsschule auf den sozialen Kontext, insbesondere auf das familiäre Leben und die Freizeitgestaltung von Schülern. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie sich die veränderten zeitlichen Strukturen durch eine Ganztagsbetreuung auf die innerfamiliäre Dynamik, die Eltern-Lehrer-Beziehung sowie auf die individuellen Freizeitaktivitäten und sozialen Kontakte der Kinder auswirken.
- Einfluss der Ganztagsschule auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
- Bedeutung von Bildungs- und Erziehungspartnerschaften zwischen Elternhaus und Schule
- Freizeitpädagogik als strukturgebendes Element der Ganztagsschule
- Die Rolle verschiedener Akteure und Mitarbeiter in der Ganztagsschule
- Veränderungen im Freizeitverhalten und in den sozialen Netzwerken der Kinder
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Freizeitpädagogik
Der Freizeitgestaltung kommt in den Ganztagsschulen eine besondere Rolle zu, zumindest einer weiter reichenden als in Halbtagsschulen. Grund dafür ist schon die Tatsache, dass die Kinder ihren ganzen Tag in der Schule verbringen. Deshalb versuchen Ganztagsschulen auch die Freizeitangebote den Schülern angemessen, im Sinne von Schülerinteressen und Schülerbedürfnissen, zu gestalten. Jedoch handelt es sich hierbei nicht nur darum die Nachmittagsstunden auszufüllen, es handelt sich vielmehr um eine geplante Freizeitpädagogik. (vgl. Appel 1998, S.117) Freizeitpädagogik beschreibt die pädagogische Arbeit in und über die Freizeit hinaus. Sie stellt unter anderem, wie auch die Soziale Arbeit und die Kunsttherapie, eine Unterkategorie der Sozialpädagogik dar.
Neben Spaß, Spiel und Erholung vom Unterricht soll die Freizeitpädagogik besonders die Konsum- und Medienbildung, den Lebensstil, die Lebensgestaltung der Kinder und Jugendlichen positiv beeinflussen. Auch die Allgemeinbildung, die Kontakte zu Anderen und die Bereitschaft an Projekten teilzunehmen, soll gesteigert werden. Diese genannten Leitprinzipien, denen eine Ganztagsschule zu genügen hat, bieten zudem die Möglichkeit fächerübergreifend und unterrichtsübergreifend mit den Schülern zu arbeiten. Ganztagsschulen wollen mit Hilfe ihrer vielfältigen Nachmittagsangebote die Entwicklung der Kinder fördern. (vgl. Ganztagsschule 2006, S.31)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit von Unterstützungssystemen für Familien und führt die Ganztagsschule als potenzielles Instrument zur Förderung der Chancengleichheit ein.
2. Ganztagsschule und sozialer Kontext: Dieses Kapitel analysiert das Spannungsfeld zwischen Schule und Familie, beleuchtet Erziehungspartnerschaften und bewertet die Rolle verschiedener Akteure in der Ganztagsgestaltung.
3. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Tendenzen der Ganztagsbetreuung zusammen und betont die Notwendigkeit weiterer Forschung zur Optimierung der Verbindung von Schule und Familie.
Schlüsselwörter
Ganztagsschule, Familienleben, Freizeitgestaltung, Freizeitpädagogik, Erziehungspartnerschaften, Vereinbarkeit, Schüler, Chancengleichheit, Elternarbeit, Sozialer Kontext, Bildungsauftrag, Nachmittagsbetreuung, Lehrer, Förderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welche Auswirkungen der Besuch einer Ganztagsschule auf den sozialen Kontext der Schüler hat, mit speziellem Fokus auf die familiäre Situation und die Gestaltung ihrer Freizeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Rolle der Familie, die Notwendigkeit von Bildungs- und Erziehungspartnerschaften, die Strukturierung von Freizeit durch pädagogische Ansätze sowie die Mitwirkung verschiedener Akteure in der Ganztagsschule.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Ziel ist es, Chancen und Probleme einer ganztägigen Betreuung aufzuzeigen und zu klären, wie sich diese auf die Zeitbudgetierung innerhalb der Familie sowie auf das Freizeitverhalten der Kinder auswirkt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Studien, um theoretische Konzepte der Ganztagsschulbildung und pädagogische Ansätze kritisch zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden Chancen für Familien, die Bedeutung der Elternmitarbeit, die Definition und Umsetzung von Freizeitpädagogik sowie die direkten Auswirkungen des Ganztagsprinzips auf die Lebenswelt der Kinder detailliert diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Ganztagsschule, Erziehungspartnerschaften, Freizeitpädagogik, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie individuelle Förderung charakterisiert.
Was versteht die Arbeit unter dem „Rückzugsverhalten“ von Eltern?
Es beschreibt das Phänomen, bei dem Eltern sich aufgrund eines Informationsmangels oder der Übertragung der erzieherischen Verantwortung an die Schule aus der aktiven Gestaltung des schulischen Umfelds zurückziehen.
Wie kann eine „Bildungs- und Erziehungspartnerschaft“ konkret gelingen?
Durch einen regen Informationsaustausch zwischen Lehrern und Eltern, den Abbau von Vorurteilen sowie das gemeinsame Investieren von Zeit, etwa bei der Gestaltung von Freizeitaktivitäten oder Schulprojekten.
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- Marie Burger (Author), 2010, Ganztagsschule und Sozialer Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163771