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Gleichwertige Lebensverhältnisse?

Die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Infrastrukturpolitik am Beispiel Mecklenburg-Vorpommerns

Title: Gleichwertige Lebensverhältnisse?

Thesis (M.A.) , 2010 , 113 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Fabian Prante (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Mit dem Mauerfall setzte in den Bundesländern auf dem Gebiet der ehemaligen DDR ein tief greifender demographischer Wandel ein. Ein großer selektiver Bevölkerungsverlust führte in weiten Teilen zu verwaisten und überalterten Regionen. Hieraus erwachsen insbesondere auch neue Anforderungen an den Bedarf, die Ausstattung und die Finanzierung der Infrastruktur des betroffenen Landesteils. Um die Qualität der Infrastrukturausstattung für viele zu bewahren und zu verbessern, sind Einschnitte in Besitzstände oder der Verzicht auf alte Gewohnheiten für den Einzelnen mitunter nicht zu vermeiden. Die Infrastrukturpolitik muss dafür Lösungen entwickeln, ohne den Grundsatz der gleichwertigen Lebensverhältnisse zu verletzen.
Mit dieser Problematik setzt sich diese Arbeit auseinander. Exemplarisch für Mecklenburg-Vorpommern verdeutlicht sie, wie sich die Bevölkerung innerhalb der letzten 20 Jahre entwickelt hat, zeigt die Rolle der Infrastruktur für die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse, gibt Aufschluss über Anforderungen und Handlungsoptionen und stellt Reaktionen verschiedener politischer Ebenen dar.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der demographische Wandel in Mecklenburg-Vorpommern

2.1 Gesamtbevölkerung

2.2 Bevölkerungsstruktur

2.3 Geographische Verteilung

2.4 Zwischenfazit: Alterung und regionale Unterschiede bei der Schrumpfung

3 Infrastruktur als Grundlage gleichwertiger Lebensverhältnisse

3.1 Der Grundsatz gleichwertiger Lebensverhältnisse

3.2 Technische Infrastruktur

3.2.1 Verdichtungsgebiete

3.2.2 Ländliche Regionen

3.3 Soziale Infrastruktur

3.3.1 Verdichtungsgebiete

3.3.2 Ländliche Regionen

3.4 Zwischenfazit: Benachteiligung ländlicher Regionen

4 Anforderungen an die künftige Infrastrukturpolitik

4.1 Schwerpunktverschiebungen des Infrastrukturbedarfs

4.1.1 Anforderungen an die technische Infrastruktur

4.1.2 Anforderungen an die soziale Infrastruktur

4.2 Chancen für die Infrastrukturentwicklung

4.3 Handlungsoptionen

4.4 Zwischenfazit: Herausforderung für eine neue Infrastrukturpolitik

5 Infrastrukturpolitische Reaktionen

5.1 Bundespolitische Maßnahmen

5.1.1 Angleichung der Lebensbedingungen: „Aufbau Ost“

5.1.2 Bundesprogramm „Stadtumbau Ost“

5.1.3 Weitere Bundesprogramme

5.2 Landespolitische Maßnahmen Mecklenburg-Vorpommerns

5.3 Kommunale Maßnahmen

5.3.1 Potentiale nutzen – Mehrgenerationenhäuser

5.3.2 Regionale Initiativen

5.3.3 Einzelprojekte

5.4 Zwischenfazit: Geförderte lokale Flexibilität

6 Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Magisterarbeit untersucht die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Infrastrukturpolitik im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Zentrales Ziel ist es zu analysieren, wie unter Bedingungen von Bevölkerungsrückgang und Alterung gleichwertige Lebensverhältnisse gesichert werden können und welche infrastrukturellen Anpassungsstrategien hierfür erforderlich sind.

  • Demographische Entwicklung und Bevölkerungsstruktur in Mecklenburg-Vorpommern
  • Strukturelle Unterschiede zwischen Verdichtungsgebieten und ländlichen Räumen
  • Anforderungen und Handlungsoptionen für eine künftige Infrastrukturpolitik
  • Bewertung infrastruktureller Reaktionen auf Landes- und Kommunalebene

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Grundsatz gleichwertiger Lebensverhältnisse

Der Wandel der Bevölkerungsstruktur in weiten Teilen Deutschlands hat in den letzten Jahren eine Diskussion über den Grundsatz der gleichwertigen Lebensverhältnisse in der politischen Öffentlichkeit der Bundesrepublik hervorgebracht. Oftmals werden „gleichwertige“ als „gleiche“ Lebensverhältnisse verstanden. Demographische Umstrukturierungen, geänderte Anforderungen durch den technischen Fortschritt in den vergangenen Jahrzehnten und nicht zuletzt der Zusammenschluss beider deutscher Staaten vor zwanzig Jahren erfordern gründliche Untersuchungen über die zeitgemäße Bedeutung der Gleichwertigkeit.

„Gleichwertig ist nicht gleich“ betitelte Eva Barlösius 2006 einen Artikel und fasste damit die wissenschaftliche Diskussion zusammen. Bundespräsident Horst Köhler sprach von „eine[r] untragbare[n] Schuldenlast“, die wir „der jungen Generation“ aufbürden würden, wenn wir die Unterschiede in den Lebensverhältnissen „einebnen“ wollten. Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung resümierte in einer Studie, dass der Staat sich schrittweise aus Regionen zurückziehen solle, deren „wirtschaftliche wie auch demographische Indikatoren schon über längere Zeit nach unten weisen.“ Und auch der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck erkennt, dass „nicht in allen Dörfern gleich gefördert werden kann“.

Einhergehend mit dem ethischen Grundsatz der menschlichen Gerechtigkeit ist die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in verschiedenen Gesetzen geregelt. Bereits im Grundgesetz legte man 1949 fest, dass der Bund zur Gesetzgebung berechtigt ist, „soweit ein Bedürfnis nach bundesgesetzlicher Regelung besteht, weil [...] die Wahrung der Einheitlichkeit der Lebensverhältnisse über das Gebiet eines Landes hinaus es erfordert.“ 1994 wurde diese Regelung jedoch abgewandelt. Im aktuellen Grundgesetz gilt die Gesetzgebungskompetenz, soweit sie zur „Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet“ notwendig ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des demographischen Wandels in Mecklenburg-Vorpommern ein und skizziert die wissenschaftliche Zielsetzung der Arbeit.

2 Der demographische Wandel in Mecklenburg-Vorpommern: In diesem Kapitel werden die Bevölkerungsentwicklung und -struktur analysiert, wobei besonders die regionale Divergenz hervorgehoben wird.

3 Infrastruktur als Grundlage gleichwertiger Lebensverhältnisse: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Infrastruktur dargelegt und die Versorgungssituation in verschiedenen Teilräumen verglichen.

4 Anforderungen an die künftige Infrastrukturpolitik: Das Kapitel definiert, welche Bedürfnisse durch den demographischen Wandel entstehen und wie die Infrastruktur darauf reagieren muss.

5 Infrastrukturpolitische Reaktionen: Hier werden konkrete Maßnahmen von Bund, Ländern und Kommunen sowie Ansätze wie Mehrgenerationenhäuser und Modellvorhaben vorgestellt.

6 Schlussbetrachtung und Ausblick: Dieses Kapitel zieht ein Fazit über die Zukunftsfähigkeit der Regionen und benennt notwendige politische und gesellschaftliche Weichenstellungen.

Schlüsselwörter

Demographischer Wandel, Mecklenburg-Vorpommern, Infrastruktur, gleichwertige Lebensverhältnisse, Bevölkerungsrückgang, Daseinsvorsorge, Regionalentwicklung, Stadtumbau, Infrastrukturpolitik, soziale Infrastruktur, technische Infrastruktur, ländliche Regionen, Verdichtungsgebiete, Bevölkerungsstruktur, demographische Entwicklung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Herausforderungen, die der demographische Wandel (Bevölkerungsrückgang und Alterung) für die Infrastruktur und die Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Mecklenburg-Vorpommern mit sich bringt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der demographischen Trends, der Unterscheidung zwischen technischer und sozialer Infrastruktur sowie der Bewertung von Strategien zur Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Hauptziel besteht darin, aufzuzeigen, wie staatliche und kommunale Politik in schrumpfenden Räumen agieren kann, um die Versorgung der Bürger trotz sinkender Nutzerzahlen qualitativ und quantitativ sicherzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine deskriptive und analysierende Vorgehensweise gewählt, die auf statistischen Datenquellen (GENESIS, SIS) und einer literaturbasierten Aufarbeitung raumordnungspolitischer Strategien und Konzepte basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der demographischen Lage, eine Definition infrastruktureller Anforderungen und eine kritische Untersuchung politischer Reaktionsmöglichkeiten, unterteilt in Bundes- und Landesmaßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Demographischer Wandel, Infrastrukturpolitik, gleichwertige Lebensverhältnisse, Daseinsvorsorge, ländliche Entwicklung und regionale Anpassungsstrategien.

Wie wirken sich die demographischen Veränderungen spezifisch auf ländliche Räume in Mecklenburg-Vorpommern aus?

Die ländlichen Räume sind von einer Abwanderung junger Menschen und einer Überalterung geprägt, was die Finanzierung und Aufrechterhaltung der sozialen und technischen Grundversorgung durch sinkende Nutzerzahlen extrem erschwert.

Welche Rolle spielen Mehrgenerationenhäuser in diesem Kontext?

Mehrgenerationenhäuser dienen als innovative, multifunktionale Einrichtungen, die durch ehrenamtliches Engagement dazu beitragen, soziale Infrastruktur lokal zu sichern, wo klassische Institutionen aufgrund des demographischen Drucks nicht mehr rentabel betrieben werden können.

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Details

Title
Gleichwertige Lebensverhältnisse?
Subtitle
Die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Infrastrukturpolitik am Beispiel Mecklenburg-Vorpommerns
College
University of Bonn  (Institut für Politikwissenschaft und Soziologie)
Grade
1,7
Author
Fabian Prante (Author)
Publication Year
2010
Pages
113
Catalog Number
V163809
ISBN (eBook)
9783640783076
ISBN (Book)
9783640783182
Language
German
Tags
demographischer Wandel Infrastrukturpolitik Mecklenburg-Vorpommern M-V gleichwertige Lebensverhältnisse neue Bundesländer Bevölkerungsrückgang Infrastruktur Infrastrukturbedarf Demographie Infrastrukturentwicklung Aufbau Ost Lebensbedingungen Stadtumbau Ost Mehrgenerationenhaus Ostdeutschland Demografie demografischer Wandel Meck-Pomm MeckPomm Politik Geographie Geografie Bevölkerungsentwicklung Bevölkerung DDR Stadtentwicklung technische Infrastruktur soziale Infrastruktur Verkehr
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabian Prante (Author), 2010, Gleichwertige Lebensverhältnisse? , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163809
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