Chancen der indischen Automobilindustrie im globalen Umfeld


Hausarbeit (Hauptseminar), 2010
35 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Aufgabenstellung und Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise

2. Theoretische Grundlegung
2.1 Abgrenzung der Automobilindustrie
2.2 Untersuchungskonzept Diamanten-Modell nach Porter

3. Hat die indische Automobilindustrie eine „Chance“ im globalen Umfeld?
3.1 Aktuelle Situation in Indien
3.1.1 Allgemeiner Überblick Indiens
3.1.2 Situation der indischen Automobilindustrie
3.2 Analyse der Wettbewerbsfähigkeit anhand des Diamanten-Modells
3.2.1 Nachfragebedingungen
3.2.2 Faktorbedingungen speziell am Automobilcluster Pune
3.2.3 Zulieferer und unterstützende Branchen
3.2.4 Unternehmensstrategie, Struktur und Rivalität
3.2.5 Erweiterung des Modells
3.3 Chancen des indischen Low-Cost-Segments

4. Trends und Entwicklungslinien

5. Resümee

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Grunddarstellung des Diamanten-Modells

Abbildung 2: Allgemeine Übersicht der Wirtschaftslage Indiens SWOT-Analyse

Abbildung 3: Wachstumspotentiale und gesättigte Märkte der Automobilindustrie

Abbildung 4: Anteile der Fahrzeugarten in Prozent

Abbildung 5: Anteile der Fahrzeugsegmente in Prozent

Abbildung 6: Pkw-Absatz in Indien nach Herstellern

Abbildung 7: Auto-Teile Import/Export in Mrd.€

Abbildung 8: Automobil-Exporte Indien in 1000St

Abbildung 9: Kfz-Teile Export und Import von und nach Indien in Prozent

Abbildung 10: Automobilcluster in Indien

Abbildung 11: Zulieferer Produkte und Zulieferergruppen in Prozent

Abbildung 12: Das Gesamtsystem des Diamanten-Modells

1. Einleitung

Seit Anfang der 90er Jahre hat in der indischen Wirtschaftspolitik ein grundlegendes Umdenken stattgefunden. Durch zahlreiche Reformen befindet sich Indien seit nunmehr fast 20 Jahren auf dem Weg zu einer Marktwirtschaft nach westlichem Vorbild.1

Nach der Weltwirtschaftskrise stellt sich die globale Automobilindustrie neu auf, zum einen müssen neue Umweltauflagen für die Fahrzeuge in den Industrienationen erfüllt werden, zum anderen braucht sie für die aufsteigenden Schwellenländer möglichst preiswerte und bezahlbare Fahrzeuge.2 Global betrachtet lässt sich eine Verschiebung der wichtigsten Produktionsstandorte und Absatzmärkte hin zu den Schwellenländern beobachten.3 Speziell das Land Indien durchlebt momentan die Entwicklung vom Fahrrad hin zum Auto und möchte am wirtschaftlichen Standard der westlichen Welt teilhaben. Hingegen hat die westliche Welt längst erkannt, welch enormes Potential in der Automobilindustrie Indiens steckt.4

Bereits seit einigen Jahren ist zunehmend zu beobachten, dass sich in Indien einzelne Regionen gezielt in der Automobilindustrie betätigen. Neben den Regionen um Delhi und Chennai hat sich auch das östlich von Mumbai gelegene Pune als wichtiges Automobilcluster etabliert. Die indische Regierung hat daraufhin im Jahre 2006 die staatlichen Rahmenbedingungen konkreti- siert und den „Automotive Mission Plan 2006-2016“ für die Entwicklung der Automobil- industrie in Indien aufgestellt. Dieser Plan wird nach Aussagen der indischen Regierung als „Sonnenaufgang“ beschrieben.5

Der „Automotive Mission Plan 2006 - 2016“ beinhaltet die Weichenstellungen und Prognosen, dass aufgrund der demografischen Entwicklung in Indien bis zum Jahre 2016 der Bedarf an günstigen Fahrzeugen rasant steigen wird und die momentanen Wachstumsraten übertroffen werden. Um sich nicht allein vom eigenen Markt abhängig zu machen, streben indische Hersteller und Zulieferer auf den internationalen Automobilmarkt.6 In welcher Art und in welchem Ausmaß dies geschieht, soll anhand dieser Seminararbeit dokumentiert werden.

1.1. Aufgabenstellung und Zielsetzung

In meiner Hauptseminararbeit beschäftige ich mich mit den „Chancen der indischen Automobil- industrie im globalen Umfeld“. Der Schwerpunkt der Seminararbeit liegt dabei in der Unter- suchung der Hersteller- und Zuliefererpotentiale auf dem heimischen Markt und deren Aus- wirkung und der sich ergebenden Möglichkeiten auf dem globalen Markt. Bei der Betrachtung wird das Hauptaugenmerk auf das Personenkraftwagensegment gelegt. In der Nebenbetrachtung wird auf das Nutzfahrzeugsegment eingegangen. Die vorliegende Arbeit hat sich zum Ziel ge- setzt, mit Hilfe eines Untersuchungsmodells aufzuzeigen, wo die Potentiale für die indische Automobilindustrie liegen. Am Ende dieser Arbeit soll folgende Forschungsfrage beantwortet werden: Hat die indische Automobilindustrie eine Chance auf dem weltweiten Automobilmarkt?

1.2 Vorgehensweise

Das erste Kapitel dient als einleitendes Kapitel und beschreibt, wie es um die indische Automobilindustrie steht und welche Determinanten von Bedeutung sind.

Kapitel 2 schafft die theoretische Grundlegung für die Arbeit, indem der Begriff Automobil- industrie für das betrachtende Thema abgegrenzt wird. Gerade die Vielzahl der in der Literatur zu findenden Begriffe, die von „Straßenfahrzeugbau“ bis hin zu „Automobilwirtschaft“ reichen, macht eine Einschränkung notwendig, die Untersuchung in ihrer Gesamtheit zu verstehen. Im weiteren Verlauf des Kapitels wird die Untersuchungsmethode in ihren einzelnen Schritten er- läutert.

Das dritte Kapitel geht detailliert auf die Automobilindustrie in Indien ein und wird hinsichtlich der gewählten Untersuchungsmethode auf die Chancen der Automobilhersteller und Zulieferern auf dem ihnen vorherrschenden Markt und des globalen Umfeldes analysiert. Am Ende des dritten Kapitels werden die Chancen des indischen Low-Cost-Segments aufgezeigt.

Kapitel 4 verschafft einen Überblick der bestehenden oder zukünftigen Trends und Entwicklungslinien. In Kapitel 5 wird auf die in der Arbeit gewonnenen Erkenntnisse eingegangen und Hinweise auf deren Aussagekraft gegeben. Die Arbeit wird abgeschlossen mit der Beantwortung der Forschungsfrage.

2. Theoretische Grundlegung

2.1 Abgrenzung der Automobilindustrie

Für den weiteren Verlauf dieser Arbeit soll unter dem Begriff „Automobilindustrie“ die Ent- wicklung, Herstellung und Vertrieb von Fahrzeugen für Personen- und Güterverkehr verstanden werden.7 In Bezug auf die Untersuchung der Automobilindustrie taucht der Begriff „Auto- mobilcluster“ auf. Dieser Begriff entstammt Michael E. Porter und bezeichnet eine geografische Ansammlung von vernetzten Unternehmen, spezialisierten Zulieferern und Dienstleistern.8 Solch ein von immensen Investitionen getragenes Gebilde legt die Vermutung nahe, dass ein Großteil des komperativen Vorteils sich in der geografischen Lage der Geschäftseinheit be- gründet.9 Um diese Untersuchung zu belegen, soll nachfolgendes Untersuchungskonzept be- schrieben werden.

2.2 Untersuchungskonzept Diamanten-Modell nach Porter

Um langfristig Erfolg zu haben, bewegen sich Unternehmensstrategien zunehmend im globalen Kontext. Für ein Land wie Indien mit einem enorm hohen Wachstumspotential im Klein- und Billigfahrzeugsegment gilt es, durch Export und Globalisierungspläne mögliche Chancen während der Betrachtung internationaler Marktumfelder auszumachen. Mit Hilfe dieses Diamanten-Modells kann untersucht werden, weshalb einzelne Länder in bestimmten Branchen erfolgreicher sind als andere. Michael Porter begründete dieses Modell auf der Aussage, dass die Faktoren am nationalen Stammsitz eines Unternehmens wesentlichen Einfluss auf den globalen Erfolg eines Unternehmens haben. Diese existierenden Landeseigenschaften können die Schaf- fung eines Vorteils im globalen Wettbewerb fördern oder aber auch behindern.10 Dabei werden folgende Bestimmungsfaktoren unterschieden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Grunddarstellung des Diamanten-Modells.11

Im ersten Teil der Untersuchung wird auf den Faktor Nachfragebedingungen eingegangen. Da- bei steht die Inlandsnachfrage nach Fahrzeugen im Vordergrund. Um meinem Untersuchungs- thema gerecht zu werden, wird nicht nur die Binnennachfrage betrachtet sondern auch die Exportnachfrage. Dabei sollen jeweils die Verbraucherbedürfnisse, der Umfang, die Wachs- tumsstrukturen und die Mechanismen, mit denen die heimischen Präferenzen den Auslands- märkten vermittelt werden, dargestellt werden. Eine Branche, die im ständigen Wettbewerb steht, ist geprägt durch die Art und Geschwindigkeit von Innovationen und Neuentwicklungen. Porter argumentiert, dass ein Land, welches, bezogen auf die Inlandsnachfrage eines speziellen Segments, seinen einheimischen Unternehmen ein strukturiertes Bild der Käuferbedürfnisse abgeben kann, einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber ausländischen Wettbewerbern ein- räumt. 12,13

Im nächsten Schritt der Untersuchung sollen die Faktorbedingungen untersucht werden. Als essentiell wichtig wird dabei die Infrastruktur betrachtet. Darüber hinaus soll ein Überblick der Arbeitskräftesituation erstellt werden. Die Faktoren lassen sich grundsätzlich in fünf zu unter- suchende Untergruppen aufgliedern: Humanvermögen (Qualifikationsniveau, Arbeitskosten, Moral usw.), materielle Ressourcen (Rohstoffe, Fläche), Wissensressourcen, Kapitalressourcen und Infrastruktur. Diese einheimischen Faktoren bilden oft den Ausgangspunkt für Vorteile, da jede Nation mit verschiedenen individuellen Faktoren ausgestattet ist. Aufgrund dieses Um- standes werden sich die jeweiligen Branchen dort ansiedeln, wo für sie eine günstige Faktor- kombination besteht. Porter weist darauf hin, dass diese Faktoren nicht zwangsweise von der Natur aus gegeben sind. Sie können sich entwickeln und verändern, wie bespielsweise durch politische Regelungen, technologischen Fortschritt und gesellschaftliche Veränderungen. Auf diesen Zusammenhang wird am Ende dieser Teiluntersuchung anhand eines Beispiels des Automobilclusters in Pune eingegangen.

Der dritte Teil meiner Untersuchungsmethode stellt ausführlich den Bereich der Zulieferer und unterstützenden Branchen dar. Im Kern handelt es sich um das Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Zuliefererbranchen, die national als auch international wettbewerbsfähig agieren. Liegen beispielsweise bei den Zuliefererbranchen Wettbewerbsvorteile vor, wirken sich diese durch Innovationskraft und Internationalisierung auch auf die nachgelagerten Branchen aus. Neben den unmittelbaren Zulieferern sind auch verwandte Branchen von Bedeutung, deren Unternehmensaktivitäten in der Wertkette gemeinsamen Nutzen bringen.

Im letzten Schritt der Untersuchung wird auf die Unternehmensstrategie, Struktur und Konkur- renz eingegangen, bezogen auf landesimmanente Bedingungen der Unternehmensführung und - organisation. Häufig spielen traditionelle und kulturelle Aspekte eine wichtige Rolle. Die typischen Führungsstrukturen, Arbeitsmodelle und Verhaltensweisen sind in den unterschied- lichen Nationen divergierend ausgeprägt und können je nach Branche zu Vor- oder Nachteilen führen.14 Hinsichtlich der einheimischen Wettbewerbsstruktur argumentiert Porter, dass Unter- nehmen im globalen Wettbewerb auch auf ihren Heimatmärkten in heftigem Wettbewerb stehen und sich dort gegenseitig zu Verbesserungen und Innovationen treiben. Zusätzliche Größe wird dann durch das weltweite Agieren erreicht. Ein weiteres, bei Porter nicht im Detail aus- gewiesenes, Untersuchungsmerkmal wie sich ein Fahrzeug in Form des Markenauftritts mit welcher Technologie und Vertriebsstruktur definiert, wird zusätzlich mit in die Untersuchung einfließen.

Unternehmen wenden das Modell häufig an um zu bestimmen, in welchem Maße sie auf nationale Vorteile bauen können, eine starke globale Wettbewerbsposition zu generieren. Auf nationaler Ebene können (und sollten) Regierungen politische Entscheidungen danach aus- richten, wie sich die nationalen Vorteile für einzelne oder alle einheimischen Branchen aus- wirken. Die Rolle des Staates wird im Verlauf des dritten Kapitels durch eine Erweiterung be- schrieben werden. Nach Porters Erkenntnissen können Regierungen nationale Vorteile fördern indem sie den Wettbewerb erleichtern und Kooperationen zwischen den Unternehmen er- möglichen und fördern. Der Gesamtzusammenhang der vier Bestimmungsfaktoren und der zwei Zusatzvariablen muss von den Einzelunternehmen der Branche verstanden und genutzt werden. Um die eigenen internationalen Möglichkeiten richtig einzuschätzen, muss die Einzel- unternehmung den nationalen Diamanten analysieren und in Zusammenhang mit der eigenen Branche bringen.15

3. Hat die indische Automobilindustrie eine „Chance“ im globalen Uumfeld?

3.1 Aktuelle Situation in Indien

3.1.1 Allgemeiner Überblick Indiens

Die folgende SWOT-Analyse ermöglicht einen Überblick auf die verschiedenen Eckpunkte In- diens.

[...]


1 Vgl. Wamser (2005), S.10.

2 Vgl. Fritsch, B. (2010), S.7.

3 Vgl. Böhme, H., DW-World.de (2010) (20.10.2010).

4 Vgl. Webermann, J., Tageschau.de (2010) (18.10.2010).

5 Vgl. VDA (2007) (18.10.2010).

6 Vgl. Gerstner, J. (2007), S.10.

7 Vgl. Riehle, W., BrainGuide.de (2010) (11.10.2010).

8 Vgl. Porter, 1999, S. 207f.

9 Vgl. Ritter, T. (2008), S. 14.

10 Vgl. o.V., 12Manage.com (2010) (12.10.2010).

11 Eigene Abbildung in Anlehnung an Porter (1991), S. 95.

12 Vgl. Porter (1991), S. 109.

13 Vgl. Söllner, A. (2008), S. 220.

14 Vgl. Lüdeke, H. (2005), S. 49f.

15 Vgl. Lüdeke, H. (2005), S. 51.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten

Details

Titel
Chancen der indischen Automobilindustrie im globalen Umfeld
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen; Standort Geislingen
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
35
Katalognummer
V163892
ISBN (eBook)
9783640796748
ISBN (Buch)
9783640797011
Dateigröße
1215 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Automobilindustrie, Indien, Chancen, indische Automobilindustrie, Kleinwagen, Wachstumsmarkt, Tata Motors, globales Umfeld, Billigfahrzeugsegment
Arbeit zitieren
Markus Ziegler (Autor), 2010, Chancen der indischen Automobilindustrie im globalen Umfeld, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163892

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