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Bernhard von Clairvaux und die Tempelritter

Identitätsfindung und Legitimation eines umstrittenen Ordens

Title: Bernhard von Clairvaux und die Tempelritter

Seminar Paper , 2007 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Florian Rübener (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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1. Einleitung

Der mittelalterliche Abt und Mystiker Bernhard von Clairvaux (1090 – 1153) wird heute von der Forschung als einer der bedeutendsten Mönche des Zisterzienserordens wahrgenommen, für dessen Ausbreitung in ganz Europa er sich verantwortlich zeichnete. Er wirkte unter anderem als theologischer Schriftsteller und predigte gegen Irrlehrer und Abtrünnige. Wegen seiner entscheidenden Impulse und aufgrund seiner Bedeutung als Kirchenlehrer wird Bernhard von den Zisterziensern neben den drei Gründervätern des Ordens2 als größter Ordensheiliger verehrt. Seine Lehren werden noch heute in vielen Werken gewürdigt. Umstritten ist jedoch sein Wirken als Kreuzzugsprediger und Befürworter der Kreuzzüge sowie seine Verbindungen zum Orden der Templer.
Bernhard wird oft als „Geburtshelfer“3 des Templerordens bezeichnet, da er an dessen Entstehung sowie Anerkennung seitens der Kirche beteiligt gewesen sein soll. Nach den ersten, unscheinbaren Anfängen der Templer, sollte diese neue Ritterschaft einige Jahre später die militärische Leitung des zweiten Kreuzzugs übernehmen und sich schließlich zu einem reichen, sowie auch mächtigen Orden entwickeln. Ermöglicht wurde dieser Aufstieg der Templer nicht zuletzt durch die entschiedene Fürsprache Bernhards.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, zu versuchen die Reaktion Bernhards von Clairvaux auf das Auftauchen dieses neuen und zugleich ungewöhnlichen Ordens zu erkunden und die Verbindungen zwischen dem Abt und den - bei Zeitgenossen umstrittenen - Templern darzustellen und zu analysieren. Waren die Templer wirklich von vornherein „Lieblingskinder“4, oder gab es eher Entwicklungsmomente im Denken Bernhards? In welcher Weise förderte er die Templer? Und welche Gründe und Motive gab es für Bernhard, sie zu unterstützen?
Der Schwerpunkt der Arbeit soll dabei vor allem auf seiner Wertschätzung der neuen Ritterschaft die in seiner Lobrede „De laude novae militia“ zum Ausdruck gebracht wird. Um an diesen Themenkomplex heranzuführen, werde ich versuchen, in einer Einführung den hinsichtlich der Templer bedeutsamen Kontext der Entstehung des „De laude novae militiae“ darzustellen, da das Werk nur vor diesem Hintergrund verständlich werden kann. Dabei werde ich versuchen einen kurzen Überblick über die Entstehung des Ordens der Templer, sowie anfängliche Schwierigkeiten zu geben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bernhard von Clairvaux und die Anfänge des Templerordens

2.1 Die Templer - Entstehung und Vorgeschichte

2.2 Kämpfende Mönche? - Identitätskrise und Ablehnung des neuen Ordens

2.3 Erste Unterstützung von Bernhard - Das Konzil von Troyes

3. Die Suche nach der Identität der Templer

3.1 Kreuzzug und gerechter Krieg - Legitimation für die Templer

3.2 De laude novae militiae - Mit Hilfe Bernhards zur eigenen Identität

3.3 Wirkung und Rezeption der „De laude novae militiae“

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen Bernhard von Clairvaux und dem jungen Templerorden. Ziel ist es zu analysieren, wie Bernhard als einflussreicher Zisterzienserabt auf den umstrittenen Orden reagierte und welche Motive ihn dazu bewegten, diesen in seiner Anfangsphase maßgeblich zu legitimieren und zu fördern.

  • Die Entstehung des Templerordens und anfängliche Legitimitätsprobleme
  • Die Rolle Bernhards von Clairvaux als Fürsprecher der Tempelritter
  • Analyse der Schrift „De laude novae militiae“ als geistige Grundlegung
  • Die rechtliche und gesellschaftliche Anerkennung des Ordens
  • Unterscheidung zwischen „gerechtem“ und „ungerechtem“ Krieg im Denken Bernhards

Auszug aus dem Buch

3.2 De laude novae militiae – Mit Hilfe Bernhards zur eigenen Identität

Trotz der bereits angeführten Befürwortungen und Legitimationsversuche der Templer blieben einige Zweifel bestehen. Die Suche nach der eigenen Identität des Ordens gestaltete sich als schwierig und langwierig, vor allem da die Kritik der Zeitgenossen nie ganz versiegte. Besonders die „kriegerische Lebensform“ der Tempelritter stand nach wie vor im Zentrum der Kritik. Die Templer suchten deshalb nach einer geistigen Grundlegung, mit welcher man die Argumente der Gegner besser widerlegen konnte. Hugo de Payns soll sich selbst vergeblich an dieser Aufgabe versucht haben, kam aber angeblich nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis, weshalb er Bernhard bat die Argumente der Gegner zu entkräften. Ergebnis der drängenden Bitten des Templermeisters war die vermutlich 1130/31 verfasste Schrift Bernhards mit dem Titel „De laude novae militiae ad milites Templi“ (An die Tempelritter, Lobrede auf das neue Rittertum).

Der Titel ist dabei bezeichnend, denn Bernhard solidarisiert sich in dem Traktat in großen Maße mit den Prinzipien der Templer „[...] und es ist bezeichnend, daß Bernhard von Clairvaux, selbst Angehöriger und Haupt eines neuen Ordens, [...] dabei als entschiedener Fürsprecher des Neuen in Erscheinung tritt.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung Bernhard von Clairvaux ein und umreißt die zentrale Fragestellung bezüglich seiner Rolle als Förderer des Templerordens.

2. Bernhard von Clairvaux und die Anfänge des Templerordens: Das Kapitel behandelt die schwierigen Anfänge des Ordens und die anfängliche Skepsis gegenüber der Verbindung von monastischem Leben und militärischem Wirken.

3. Die Suche nach der Identität der Templer: Hier wird analysiert, wie Bernhard durch die Lehre vom „gerechten Krieg“ und seine Schrift „De laude novae militiae“ eine Identität für den Orden schuf und ihn intellektuell rechtfertigte.

4. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Bernhards Einfluss groß, aber nicht als „Geburtshelfer“, sondern eher als „Pate“ zu verstehen ist, wobei auch der breitere historische Kontext der Kreuzzugsbewegung zu berücksichtigen bleibt.

Schlüsselwörter

Bernhard von Clairvaux, Templerorden, De laude novae militiae, Kreuzzüge, Identitätsfindung, Legitimation, Zisterzienser, Rittertum, Mönchtum, gerechter Krieg, Hugo von Payns, Konzil von Troyes, Mittelalter, Milites Christi, Askese.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Beziehung zwischen Bernhard von Clairvaux und dem Tempelorden sowie Bernhards wesentlichen Beitrag zur Akzeptanz und Legitimation dieses neuen, kontroversen Ordens.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die Entstehung der Templer, die zeitgenössische Kritik am "kämpfenden Mönch" und die geistige Fundierung der Tempelritter durch Bernhard von Clairvaux.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu ergründen, warum und wie Bernhard von Clairvaux den Templerorden unterstützte und mit welchen Argumenten er deren Existenz gegenüber Kritikern rechtfertigte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Arbeit, die auf der Analyse von Primärquellen (insbesondere Bernhards Schriften und Briefen) sowie relevanter Sekundärliteratur zur Templergeschichte basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung des Ordens, die Rolle des Konzils von Troyes und insbesondere die Schrift „De laude novae militiae“, die als ideologisches Rückgrat des Ordens fungierte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Bernhard von Clairvaux, Templerorden, Legitimation, gerechter Krieg, Identitätsfindung und Mönchsrittertum.

Warum wurde Bernhard von Clairvaux als „Pate“ der Templer bezeichnet?

Obwohl er oft als „Geburtshelfer“ bezeichnet wird, präzisiert der Autor, dass „Pate“ passender sei, da Bernhard maßgeblich an der geistigen und rechtlichen Anerkennung beteiligt war, nachdem der Orden bereits erste Anfänge gemacht hatte.

Welche Rolle spielten verwandtschaftliche Verbindungen?

Die Arbeit weist darauf hin, dass persönliche Bindungen, etwa zu seinem Verwandten Hugo von Payns und die Anwesenheit seines Onkels Andreas im Orden, Bernhards wohlwollende Haltung beeinflusst haben könnten.

Wie argumentierte Bernhard gegen die Kritik an kämpfenden Mönchen?

Bernhard wandelte den Kritikpunkt in eine Stärke um, indem er betonte, dass der Kampf der Templer nicht weltlichen Zielen dient, sondern ein „doppelter Kampf“ gegen physische und spirituelle Feinde ist.

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Details

Title
Bernhard von Clairvaux und die Tempelritter
Subtitle
Identitätsfindung und Legitimation eines umstrittenen Ordens
College
University of Duisburg-Essen  (Historisches Institut)
Course
„Ich bin die Chimäre meiner Zeit“ – Bernhard von Clairvaux und die Zisterzienser
Grade
1,0
Author
Florian Rübener (Author)
Publication Year
2007
Pages
22
Catalog Number
V163927
ISBN (eBook)
9783640787258
ISBN (Book)
9783640787265
Language
German
Tags
Bernhard von Clairvaux Die Templer Tempelritter Orden Mittelalter Mystik Zisterzienser
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Rübener (Author), 2007, Bernhard von Clairvaux und die Tempelritter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163927
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