Die antiken Perser


Essay, 2005

3 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Die antiken Perser

Persien ist ein Hochland das gewissermaßen von zwei Meeren eingeschlossen wird. Während es im Norden an das Kaspische Meer grenzt, liegt es außerdem südlich des Persischen Golfs.

Das Zenrum Persiens lag im heutigen Iran, jedoch erstreckte sich das Reich der Perser zeitweise auch von der heutigen Türkei bis nach Nordwestindien und selbst Ägypten. Nahezu das gesamte Land liegt ca. 450m über dem Meeresspiegel und ein Drittel des Landes bestehet entweder aus hohen Bergen oder windigen Wüsten. Lediglich westlich des Sagrosgebirges erstreckt sich eine fruchtbare Region die durch die wichtigsten beiden Flüsse Euphrat und Tigris bewässert wird und in der u.a. die Babylonier ihre Blütezeit erlebten. Am Südufer des Kaspischen Meeres verläuft das Elbursgebierge, eine eindrucksvolle Bergkette mit dem höchsten Berg Persiens, dem Demawend. Die östlichen Bereiche dieser Bergkette laufen in die Steppen von Chorsan über, die vor allem von Nomaden auf ihren Wanderungen durchquert wurden. Die Bezeichnung „Perser“ ist übrigens auf den arischen Nomadenstamm der Parsa[1] zurückzuführen, der aus Parsuasch[2] kam und in der zweiten Hälfte des 2. Jahrtausends v. Chr. aus Asien in das persische Hochland zog und, genau wie der Stamm der Meder[3], seinen Weg durch die Steppen von Chorsan nach Persien fand. Die Perser, die sich selbst Artaioi nannten, waren die direkten Nachkommen der Aratti, ein arisches Volk aus dem Osten des antiken Iran[4]. Nach ihrem Sesshaftwerden eroberten sie zunächst das Reich von Elam, das im südöstlichen Winkel der mesopotamischen Ebene, dort wo das Sagrosgebirge zur Küste des Persischen Golfs hin verläuft, lag[5].

Der Grundstein des Perserreiches wurde jedoch 550 v. Chr. von König Kyros II. mit der Eroberung und Ablösung des Mederreiches[6] gelegt. Kyros wurde kurz nach 560 v. Chr. König einer Region in der Persis die seit über 100 Jahren unter der Oberhoheit der Meder stand. 550 v. Chr. gelang es ihm diese Oberherrschaft abzuschütteln. In den folgenden Jahren eroberte Kyros das Mederreich, auch wenn die Meder weiterhin im neuen Reich der Perser eine wichtige Rolle spielten. Die beiden iranischen Völker werden sogar als Einheit betrachtet und deshalb die Meder auch Perser genannt. Kyros bewies große Toleranz mit seinen Zugeständnissen an die Meder und der priviligierten Stellung, die er ihnen gleich nach den Persern einräumte.

Im südöstlichen Winkel der mesopotamischen Ebene, dort wo das Sagrosgebirge zur Küste des Persischen Golfs hin verläuft, befindet sich das fruchtbare Ost-Tigrisland, die Wiege des persichen Reiches Elam.

Die Elamiter, ein Volk aus dem Süden des Sagrogebirges, gründeten ihre Dynastie um 2700 v. Chr. Das Reich Elam[7] ertsreckte sich zeitweise bis in den Westen nach Babylonien und in den Osten ins persische Hochland und war geprägt von einer sehr wechselhaften Geschichte. Zwischen 2500 und 1500 v. Chr. gab es drei Herrscherdynastien, die Könige von Awan, von Simash und die sogenannten Großregenten[8]. Das Reich war geplagt von häufigen Angriffen der benachbarten Stadtstaaten Mesopotamiens, was zu ständig wechselnden Machtverhältnissen führte. Es war wie ein ewiger Kreislauf, wenn die Macht der Babylonier oder der Sumerer schwächer wurde, zogen die Stammesfürsten aus dem Sagrosgebirge hinunter um die Lage auszunutzen, doch sobald die Königreiche in der Ebene ihre Stärke wiedererlangt hatten, wurden diese Gebirgsstämme wieder zurückgeschlagen. Den Höhepunkt seiner Machtentfaltung erreichte Elam unter der Dynastie der Shutrukiden[9]. König Shutruk-Nahhunte eroberte hunderte von babylonischen Orten, darunter auch Babylon selbst. Die Herrscher Elams legten stets großen Wert auf die Pracht ihrer Paläste und Tempel und pflegten außerdem ihre Siege in Form von aufwendigen Reliefs zu verewigen. Besonders hervorzuheben ist, dass das Reich bundesstaatlich organisiert war, zwar mit einem Oberkönig an der Spitze aber keineswegs mit einer Erbmonarchie. Die elamische Sprache war außerdem eine der offiziellen Sprachen des Perserreiches und Elam neben Persien und Medien die drittstärkste Macht.

Das Perserreich existierte in unterschiedlicher Ausprägung und Gestalt von etwa 550 bis 330 v. Chr. (Achämenidenreich) und von ca. 224 bis 651 n. Chr. (Neupersisches Reich der Sassaniden).

[...]


[1] eine indoeuropäische Volksgruppe

[2] auch Parsumasch genannt

[3] die selbst ein Reich gründen sollten

[4] im Grenzgebiet der heutigen Staaten Afghanistan und Iran

[5] sog. Ost-Tigrisland

[6] 728 v. Chr. bis 550 v. Chr.

[7] im heutigen Chusistan (Iran)

[8] auch: Epartiden

[9] (12. Jahrhundert v. Chr.)

Ende der Leseprobe aus 3 Seiten

Details

Titel
Die antiken Perser
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Historisches Institut)
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
3
Katalognummer
V163930
ISBN (eBook)
9783640786114
Dateigröße
383 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Perser, Persien, Iran, Antike
Arbeit zitieren
Florian Rübener (Autor), 2005, Die antiken Perser, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163930

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