Nationalsozialistische Wirtschaftspolitik

Deficit Spending


Essay, 2010

17 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Der Nationalsozialismus

2. Kurzporträt Adolf Hitler

3. Wirtschaftsentwicklung im Nationalsozialismus

4. Deficit spending

5. Keynes

6. Wirtschaftsprogramme und Fakten im 3.Reich

1.Der Nationalsozialismus

Der Nationalsozialismus entsteht nach 1918 als Gegenbewegung gegen die Revolution und das parlamentarische demokratische System. Unter dem Nationalsozialismus versteht man eine völkisch- antisemitische und national revolutionäre Bewegung in Deutschland (1919-1945), die sich in der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) organisierte. Im Zug der Ausweitung des Begriffs Faschismus[1] wird der Nationalsozialismus heute oft als besonders radikale Form des Faschismus gedeutet.

Die Ideologie des Nationalsozialismus stellt die „Volksgemeinschaft", die Unterordnung aller Staatsangehorigen unter den „ Fuhrer", die Notwendigkeit von Rustung und staatlicher Ausdehnung und den „standigen Kampf' gegen eine angenommene Feindwelt aus Juden, Marxisten und Demokraten als oberstes Ziel heraus. Die NSDAP wurde 1919 als ^Deutsche Arbeiterpartei" (DAP) gegrundet. Adolf Hitler (siehe Kapitel 2) der im Gründungsjahr der Partei beigetreten war, arbeitete das Parteiprogramm aus. Er verband darin nationalistische und sozialrevolutionäre Ziele mit judenfeindlichen (antisemitischen) Forderungen. Ein Jude sollte nicht als deutscher „Volksgenosse" betrachtet werden durfen.1921 ubernahm Hitler selbst die Fuhrung der Partei. 1923 unternahmen dieNationalsozialisten einen Putschversuch in Munchen, um von dort aus diedeutsche Reichsregierung zu sturzen. Die Aktion scheiterte, die NSDAPwurde verboten, Hitler inhaftiert. In der Haft schrieb Hitler das fur denNationalsozialismus richtungsweisende Buch „Mein Kampf'.

Nach ihrer Neugründung (1925) dehnte sich die NSDAP über ganz Deutschland aus und wurde in der Krise der Weimarer Republik zu einer Massenbewegung. Mit 230 Abgeordneten wurde sie im Juli 1932 die stärkste Partei im Reichstag. Ihren Kampf um die Macht führten die Nationalsozialisten auf zwei Ebenen: auf politisch- parlamentarischen Bühnen und, gestützt auf die SA[2], auf der Straße durch Terrorisierung ihrer politischen Gegner.

Nach seiner Berufung zum Reichskanzler (30.01.1933) errichtete Hitler, gestützt auf die NSDAP, nach dem Führerprinzip eine persönliche Diktatur. Er setzte die Grundrechte außer Kraft, ließ sich vom Reichstag die „Gesetzgebungsrechte[3] übertragen, schaltete Gewerkschaften und konkurrierende Parteien sowie die Selbständigkeit der Länder des Reiches aus. Nach dem Tod des Reichsprasidenten Paul von Hindenburg (1934) vereinigte Hitler als „Fuhrer und Reichskanzler" die Amter des Staatsoberhaupts und Regierungschef. Die deutschen Streitkrafte wurden personlich vereidigt. „Mit ihren angeschlossenen Organisationen (z.B. Hitler- Jugend, Deutsche „Arbeitsfront, NS- Frauenschaft), vor allem jedoch mit ihren Militarahnlichen „Verbanden (SA, SS[4] ) suchte die NSDAP das „ganze Leben der Nation zu „durchdringen. Ein von der Geheimen Staatspolizei aufgebautes „Überwachungssystem mit zahlreichen Konzentrationslagern sollte jeden Widerstand im Keim ersticken. Die Parteitage der NSDAP dienten der Demonstranten ihrer macht. Die Verfolgung der Juden begann mit dem Boykott jüdischer Geschäfte (1933), steigerte sich zu Terror und unmittelbarer Bedrohung in der Reichskristallnacht[5] (1938) und fand im zweiten Weltkrieg mit dem Versuch, die europäischen Juden über Deutschland hinaus auszurotten, ihren furchtbaren Höhepunkt.

In der Anfangsphase seiner Außenpolitik suchte das nationalsozialistische Deutschland die von der Regierung Hitler eingeleitete Aufrüstung zu verdecken und den eigenen Friedenswillen nach außen zu bekunden. 1936 legte Hitler die Grundlagen für ein Bündnis mit dem faschistischen Italien und mit Japan. Diese Staaten, die sich Während des zweiten Weltkriegs im Dreimächtepakt (1940) zusammenfanden, strebten- auch unter Anwendung militärischer Mittel- eine weltpolitische Neuordnung unter ihrer Führung an. Nach dem AnschlußÖsterreichs (1938) und der Zerschlagung der Tschechoslowakei (1938/39) löste der deutsche Angriff auf Polen den Zweiten Weltkrieg aus.

In einer Reihe von Feldzügen konnten deutsche Truppen bis 1940 große Teile Europas besetzen. 1941 griff Hitler in einem rassistisch begründeten Krieg die Sowjetunion an. In den besetzten Gebieten übten die nationalsozialistischen Behörden eine oft grausame Herrschaft aus. Seit 1942/43 sah sich das nationalsozialistische Deutschland eine immer stärker werdenden Anti- Hitler Koalition (vor allem USA, Großbritannien und Sowjetunion) gegenüber, der es im Mai 1945 erlag. Mit dem Attentat auf Hitler (20. Juli 1944) hatten oppositionelle deutsche Offiziere und Politiker vergeblich versucht, den Sturz „der nationalsozialistischen Herrschaft herbeizufuhren.

DDeutschland wurde besetzt, die NSDAP und ihre Gliederungen aufgelost und „die wichtigsten Politiker der NSDAP, soweit sie nicht Selbstmord begangen „hatten, in Nurnberg vor ein „ Internationales Militartribunal" gestellt und „verurteilt. Mit einer „Entnazifizierung" sollten Anhanger und Nutzniefier des „Nationalsozialismus aus dem offentlichen Leben verbannt werden.

[...]


1 Faschistisch: (italienisch fascio = Rutenbundel) Eine politische Haltung, die sich nach dem ersten Weltkrieg zunachst in Italien, dann auch in anderen Landern Europas entwickelte. Faschistisch gesinnte politische Bewegungen und Parteien treten fur einen Staat ein, der moglichst viele Lebensbereiche des Staatsburgers kontrolliert und den ein Fuhrer diktatorisch regiert. Die Faschisten bejahen die Gewalt als Mittel der Politik und vertreten die Eigeninteressen ihres Staates absolut, das heifit ohne Rucksicht auf die berechtigten Lebensinteressen anderer Volker.

2 SA: Abkurzung fur Sturmabteilung, die Kampftruppe der NSDAP. 1920 gegrundet und zunachst als Saalschutz eingesetzt, entwickelte sie sich zu einem festen, bewaffneten Verband, dessen Mitglieder braune Uniformen trugen. 1930 ubernahm Ernst Rohm die Fuhrung der SA. Nach dem Regierungsantritt Hitlers 1933 liefi dieser 1934 die SA-Fuhrung wegen angeblicher Verschworungsplane durch SS- und Gestapo- Angehorige ermorden.

3 Gesetzgebungsrechte: Ermachtigungsgesetz Dieses Gesetz, das offiziell „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Staat" hiefi, ermachtigte die von Adolf Hitler gefuhrte nationalsozialistische Reichsregierung am 24.03.1933, auch ohne das gewahlte Parlament, den Reichstag, Gesetze zu erlassen. Alle Parteien mit Ausnahme der SPD stimmten dem Gesetz zu. Es sollte zunachst nur bis 1937 gelten, wurde dann aber immer wieder verlangert. Mit dem Ermachtigungsgesetz hatte der Reichstag seine Gesetzgebungsgewalt an die Regierung ubertragen. Die Gewaltenteilung, die einen demokratischen Staat kennzeichnet, war damit beseitigt.

4 SS: Abkurzung fur Schutzstaffel; im nationalsozialistischen Deutschland ein militarahnlicher Kampfverband der NSDAP, der 1925 zum personlichen Schutz Adolf Hitlers gegrundet wurde. Unter Fuhrung Heinrich Himmlers erhob die SS den Anspruch, eine Elite zu sein und versuchte sich dadurch von der Masse der NSDAP-Mitglieder abzuheben. Sie gab sich besonders intensiv dem Germanenkult hin und vertrat einen extremen Judenhass (Antisemitismus).

5 Reichskristallnacht: (ironisierend nach dem in dieser Nacht zerbrochenen Glas) In der Nacht vom 09.zum 10. November 1938 kam es im Deutschen Reich zu schweren Ausschreitungen gegen judische Mitburger. Auf Initiative des nationalsozialistischen Reichspropagandaministers Josef Goebbles (1897-1945) zerstorten SA und SS in Zivil judische Wohnungen und Friedhofe, 7000 Geschafte und fast alle Synagogen. 91 Juden wurden dabei ermordet und mehr als 30.000 verhaftet und in Konzentrationslagern inhaftiert. Anlass zur Reichkristallnacht bildete die Ermordung eines deutschen Botschaftssekretars in Paris durch einen polnischen Juden.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Nationalsozialistische Wirtschaftspolitik
Untertitel
Deficit Spending
Autor
Jahr
2010
Seiten
17
Katalognummer
V163958
ISBN (eBook)
9783640789689
ISBN (Buch)
9783640790272
Dateigröße
456 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Deficit Spending, Wirtschaftspolitik
Arbeit zitieren
MBA Thomas M. Woytt (Autor), 2010, Nationalsozialistische Wirtschaftspolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163958

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Nationalsozialistische Wirtschaftspolitik



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden