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Psychometrische Fundierung der „Fatigue Skala“

Title: Psychometrische Fundierung der „Fatigue Skala“

Diploma Thesis , 2008 , 129 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Manuela Schön (Author)

Psychology - Clinical Psychology, Psychopathology, Prevention
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Summary Excerpt Details

Chronische Erschöpfung stellt als ein allgemein anerkanntes und häufig auftretendes Syndrom ein äußerst belastendes Problem sowohl im klinischen Bereich als auch in der Allgemeinbevölkerung dar.
Da sich die zuverlässige Erfassung verschiedener Erschöpfungssymptomatiken als schwierig erweist, wurden erst in den letzten Jahren einige Messinstrumente, vorwiegend in englischer Sprache, entwickelt. Als ein sehr gutes und international erfolgreich eingesetztes Messinstrument konnte sich die „Chalder Fatigue Scale“ in der Erschöpfungsdiagnostik etablieren. Die „Fatigue Skala“ (FS) stellt die deutsche Übersetzung dieses Messinstrumentes dar und soll dem Mangel an vergleichbaren und ausreichend evaluierten Instrumenten zur Erschöpfungserfassung im deutschen Sprachraum entgegenwirken.
Daher ist das Ziel dieser Arbeit die psychometrische Fundierung der Fatigue Skala.
Zu diesem Zweck wurde eine unspezifische klinische Stichprobe untersucht, indem zum einen das Strukturierte Klinische Interview für DSM-IV durchgeführt und zum anderen eine Fragebogenbatterie, bestehend aus der Fatigue Skala und acht weiteren Fragebögen, vorgelegt wurde.
Es ergaben sich eine interne Konsistenz gemessen über Chronbach´s von .94 und eine Test-Retest-Reliabilität von .90. Die Itemschwierigkeiten und -trenn-schärfen erwiesen sich als gut.
Die durchgeführte Hauptachsenanalyse ergab für eine Zweifaktorenlösung eine aufgeklärte Gesamtvarianz von 73,37%, wodurch die von den Autoren postulierte Faktorenstruktur als bestätigt angesehen werden kann. Allerdings klärte der erste Faktor bereits 61,85% der Varianz auf und beide Subskalen korrelierten mit r = .71 nicht unerheblich untereinander. Daher sollte die Zweifaktorenlösung gegenüber einem Generalfaktorenmodell abgewogen werden.
Die Konstruktvalidität der FS konnte belegt werden.
Die diskriminante Validität konnte dagegen nur teilweise durch den Vergleich mit zwei verschiedenen Depressionsmaßen gestützt werden.
Sensitivität und Spezifität der Fatigue Skala stellten sich als befriedigend heraus, wobei sich in der verwendeten Stichprobe ein etwas höher gewählter Cutoff-Wert von 5 oder 6 als sinnvoll erwies, um Sensitivität und Spezifität zu maximieren.
Es kann resümiert werden, dass die Fatigue Skala sich als ein zuverlässiger und valider Fragebogen zur Erfassung von Erschöpfungssymptomatiken erweisen konnte und somit ein vielversprechendes Instrument für den deutschen Sprachraum darstellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Zusammenfassung

2 Einleitung

3 Hintergrund

3.1 Chronische Erschöpfung und Chronisches Erschöpfungssyndrom

3.1.1 Definition

3.1.2 Symptome

3.1.3 Gesunde vs. krankhafte Erschöpfung

3.1.4 Diagnostische Einordnung

3.1.5 Komorbidität und Differentialdiagnose

3.1.6 Epidemiologie

3.1.7 Beginn, Verlauf und Prognose

3.1.8 Ein integratives Störungsmodell

3.1.9 Diagnostisches Vorgehen

3.2 Diagnostische Verfahren

3.2.1 Interview

3.2.2 Verlaufsmessung

3.2.3 Fragebögen

3.2.3.1 Die Fatigue Severity Scale (FSS)

3.2.3.2 Die Schedule of Fatigue and Anergia (SOFA)

3.2.3.3 Die Checklist Individual Strengh (CIS)

3.2.3.4 Die Chalder Fatigue Scale (FQ/CFS/FS)

3.2.3.5 Der Fatigue Assessment Questionnaire (FAQ)

4 Forschungsintention und Fragestellung

4.1 Forschungsintention

4.2 Fragestellung und Hypothesen

5 Methode

5.1 Versuchspersonen

5.2 Instrumente

5.2.1 Diagnostisches Interview

5.2.1.1 Das SKID-I

5.2.1.2 Das Mini-DIPS

5.2.2 Fragenbogenkatalog

5.2.2.1 Der Soziodemographische Fragebogen

5.2.2.2 Das SOMS-7T

5.2.2.3 Die FS

5.2.2.4 Der FAQ

5.2.2.5 Der BDI-II

5.3 Durchführung

5.4 Statistische Analysen

5.4.1 Skalenkonstruktion

5.4.2 Charakterisierung der Stichprobe

5.4.3 Reliabilitätsanalysen

5.4.4 Itemanalyse

5.4.5 Validitätsanalysen

5.4.5.1 Überprüfung der Faktoriellen Validität

5.4.5.2 Überprüfung der Konstruktvalidität

5.4.5.2.1 Güte der Schweregradskala: Überprüfung der konvergenten und diskriminanten Validität

5.4.5.2.2 Güte der Fallidentifikationsskala: Vergleich der FS mit verschiedenen Außenkriterien

5.4.5.2.3 Überprüfung der Konstruktvalidität anhand operationalisierter Hypothesen

5.4.5.3 Überprüfung der Kriteriumsvalidität

5.4.6 Analyse von Sensitivität und Spezifität

5.4.7 Berechnung von Prozenträngen

6 Ergebnisse

6.1 Charakterisierung der Stichprobe

6.1.1 Soziodemografische Deskription

6.1.2 Klinische Deskription

6.2 Reliabilität der FS

6.3 Itemanalyse

6.4 Validität

6.4.1 Faktorielle Validität

6.4.2 Güte der Schweregradskala

6.4.2.1 Konvergente Validität

6.4.2.2 Diskriminante Validität

6.4.3 Güte der Fallidentifikationsskala

6.4.3.1 Zusammenhang der FS mit dem Neurastheniemaß

6.4.3.2 Zusammenhang der FS mit der Unspezifischen Somatoformen Störung

6.4.3.3 Zusammenhang der FS mit dem Depressionsmaß

6.4.4 Überprüfung der Konstruktvalidität anhand operationalisierter Hypothesen

6.4.5 Kriteriumsvalidität

6.5 Überprüfung von Sensitivität und Spezifität

6.6 Berechnung von Prozenträngen

6.7 Post-Hoc-Analysen

6.7.1 Analyse der Abweichungen zwischen den CF-Case-Variablen Test und Retest

6.7.2 Reanalysen des Zusammenhangs zwischen Erschöpfung und Neurasthenie

6.7.3 Reanalysen des Zusammenhangs zwischen FS und BDI

7 Diskussion

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist die psychometrische Fundierung der „Fatigue Skala“, einer deutschen Übersetzung der „Chalder Fatigue Scale“. Dabei soll untersucht werden, ob das Instrument reliabel und valide Erschöpfungssymptomatiken im deutschen Sprachraum messen kann und sich für den klinischen Einsatz eignet.

  • Psychometrische Evaluation der Fatigue Skala (FS)
  • Untersuchung von Reliabilität, Validität sowie Sensitivität und Spezifität
  • Vergleich der FS mit bestehenden klinischen Messinstrumenten
  • Analyse der Zusammenhänge zwischen Erschöpfung und anderen Störungsbildern
  • Erstellung von Normwerten für den deutschen Sprachraum

Auszug aus dem Buch

3.1.3 Gesunde vs. krankhafte Erschöpfung

Erschöpfung und Müdigkeit gehören aus physiologischer Sicht zu den lebenserhaltenden Regulationsmechanismen des Körpers, da sie den Menschen ähnlich wie Schmerz vor Überlastung schützen. Sie regulieren also im Normalfall den ausgewogenen Zyklus von Aktivität und Entspannung, indem sie zum angemessenen Zeitpunkt ein Ruhe- bzw. Schonverhalten initiieren, was sich meistens in dem Tag-Nacht-Rhythmus widerspiegelt.

Die gesunde Form der Müdigkeit wird deshalb auch oft als angenehm und entspannend wahrgenommen. Selbst wenn eine Periode verstärkter Erschöpfung vorkommt, kann diese in den meisten Fällen auf bestimmte Phasen von Stress, Überarbeitung, wenig Schlaf o. Ä. zurückgeführt werden. Die Erschöpfung wird deshalb als begründet angesehen und der Betroffene weiß genau, dass sie durch Erholung und Ruheverhalten wieder ausgeglichen werden kann. Aus diesem Grund werden Ärzte äußerst selten mit dieser „gesunden Erschöpfung“ konsultiert (Campling & Sharpe, 2000, S. 14).

Im Unterschied dazu wird die anhaltende, klinisch relevante Erschöpfung meist als lästig und quälend empfunden. Dadurch, dass der Erschöpfungszustand sich nicht wie bei gesunden Personen durch Ruhe bzw. Schlaf beheben lässt, dauert er ständig an und wirkt sich negativ auf den Körper, die Gefühle bzw. die Stimmung und auf die geistigen Funktionen aus (Faust, o.J.).

Des Weiteren werden auch quantitative Unterschiede beschrieben, das heißt, die Patienten sprechen oft von einer überdurchschnittlich starken Erschöpfung in Form von ständiger Mattheit, Schwäche und Abgeschlagenheit, ähnlich einer Grippe, die Leistungen oder Anstrengungen jeglicher Art verhindert. Es wird berichtet, dass es eine völlig andere Erschöpfungserfahrung im Vergleich zu früheren Perioden darstelle und tatsächlich ein richtiges Krankheitsgefühl auftrete (Campling & Sharpe, 2000, S. 14).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Zusammenfassung: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über das Ziel der Arbeit, die psychometrische Fundierung der Fatigue Skala, und fasst die wesentlichen Ergebnisse hinsichtlich Reliabilität und Validität zusammen.

2 Einleitung: Hier wird die Relevanz der Erfassung von Erschöpfungszuständen dargestellt und das Ziel der Arbeit, die Adaptation der Chalder Fatigue Scale für den deutschen Sprachraum, begründet.

3 Hintergrund: Dieses Kapitel beleuchtet theoretische Aspekte chronischer Erschöpfung, ihre Abgrenzung zu anderen Krankheitsbildern und stellt bestehende diagnostische Verfahren vor.

4 Forschungsintention und Fragestellung: In diesem Kapitel werden das wissenschaftliche Ziel der Studie sowie die konkreten Forschungsfragen und Hypothesen definiert.

5 Methode: Dieses Kapitel beschreibt das Studiendesign, die klinische Stichprobe, die verwendeten Instrumente (Interviews und Fragebögen) sowie das Vorgehen bei der Durchführung und den statistischen Analysen.

6 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die empirischen Befunde, inklusive der Deskription der Stichprobe, Reliabilitätskennwerte, Faktorenanalysen sowie Validitätsprüfungen.

7 Diskussion: Dieses Kapitel interpretiert die Ergebnisse kritisch, vergleicht sie mit der internationalen Literatur und leitet Implikationen für die zukünftige klinische Anwendung ab.

Schlüsselwörter

Fatigue Skala, Chronische Erschöpfung, Psychometrie, Reliabilität, Validität, klinische Diagnostik, Somatoforme Störungen, Fragebogen, Sensitivität, Spezifität, psychische Gesundheit, Erschöpfungssyndrom, Messinstrument, psychologische Testung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der psychometrischen Fundierung der „Fatigue Skala“ (FS), einer deutschen Übersetzung der international etablierten „Chalder Fatigue Scale“.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die zentralen Themen sind die Erfassung chronischer Erschöpfung, deren Abgrenzung zu anderen Störungsbildern wie Depression oder Somatisierungsstörungen sowie die statistische Prüfung eines Fragebogens als diagnostisches Instrument.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, die FS für den deutschen Sprachraum zu validieren, ihre Gütekriterien (Reliabilität, Validität, Sensitivität/Spezifität) zu bestimmen und zu belegen, dass sie ein verlässliches Instrument für die klinische Praxis darstellt.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Die Autorin führte eine klinische Untersuchung an 100 Patienten durch, nutzte strukturierte klinische Interviews (SKID-I, Mini-DIPS) und legte eine Testbatterie aus neun verschiedenen Fragebögen vor, deren Daten mittels SPSS analysiert wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst der theoretische Hintergrund zur Chronischen Erschöpfung und die Erhebungsmethodik beschrieben. Anschließend folgen die statistische Itemanalyse, die Bestimmung der internen Konsistenz, die Faktorenanalyse und Validitätsprüfungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Fatigue Skala, Chronische Erschöpfung, Reliabilität, Validität, klinische Diagnostik und die Abgrenzung zu affektiven sowie somatoformen Störungen.

Warum ist die Abgrenzung zwischen Erschöpfung und Depression so wichtig?

Da starke Erschöpfung ein häufiges Begleitsymptom von Depressionen ist, muss das Messinstrument FS sicherstellen können, dass es primär Erschöpfungszustände erfasst und nicht fälschlicherweise depressive Symptome misst.

Welche Rolle spielt die ROC-Analyse in der Arbeit?

Die ROC-Analyse wird verwendet, um die Vorhersagekraft der FS zu prüfen und zu ermitteln, welche Cutoff-Werte am besten geeignet sind, um klinisch bedeutsam erschöpfte Patienten von nicht-erschöpften Personen zu unterscheiden.

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Details

Title
Psychometrische Fundierung der „Fatigue Skala“
College
Bielefeld University
Grade
1,3
Author
Manuela Schön (Author)
Publication Year
2008
Pages
129
Catalog Number
V163970
ISBN (eBook)
9783640787784
ISBN (Book)
9783640788019
Language
German
Tags
CFS Chronisches Erschöpfungssyndrom Chronic Fatigue Scale Chronische Fatigue Skala
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuela Schön (Author), 2008, Psychometrische Fundierung der „Fatigue Skala“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163970
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